Vulkan Anak Krakatau eruptiert Vulkanasche auf 1500 m Höhe

Anak Krakatau stößt Asche bis 1.500 Meter Höhe aus – erster Vulkanausbruch seit Dezember 2023

Der indonesische Inselvulkan Anak Krakatau ist am Freitagmorgen ausgebrochen und hat eine Aschewolke bis auf 1.500 Meter Höhe über dem Meeresspiegel eruptiert. Nach Angaben des VAAC Darwin wurde die Vulkanasche gegen 05:00 UTC satellitengestützt von Himawary-9 und per Webcam beobachtet. Die Asche driftete mit einer Geschwindigkeit von 20 km/h in südwestliche Richtung und stellte vor allem für den regionalen Flugverkehr eine potenzielle Gefahr dar.

Anak Krakatau

Der Vulkan liegt in der Sundastraße zwischen Sumatra und Java und in relativer Nähe zur Noch-Hauptstadt Jakarta mit dem internationalen Flughafen, der 140 Kilometer von der Vulkaninsel entfernt ist. Größere Explosionen könnten sehr wohl den Flugbetrieb dort stören.

Die Eruption kam nicht völlig überraschend: Bereits vor gut zwei Wochen steigerte sich die Seismizität unter dem Vulkan. Seit einer Woche sind die Werte signifikant erhöht. Gestern registrierte das seismische Netzwerk insgesamt 63 Entgasungsbeben, sieben Niederfrequenzbeben, 42 Hybridbeben sowie kontinuierlichen Tremor. In der Nacht waren zudem rot illuminierte Wolken über dem Krater sichtbar. Aus dem Hauptkrater stieg wiederholt weißer Dampf bis in Höhen von 200 Metern auf.

Trotz der Aktivität blieb die Alarmstufe unverändert auf „2 – Waspada“. Die Behörden raten dringend davon ab, sich dem aktiven Krater auf weniger als zwei Kilometer zu nähern. Das kommt de facto einem Betretungsverbot von Anak gleich.

Anak Krakatau erhebt sich heute rund 157 Meter über den Meeresspiegel und wächst durch wiederholte Ausbrüche weiter. Die Vulkaninsel tauchte 1927 innerhalb der Caldera des legendären Krakatau auf, dessen katastrophaler Ausbruch im Jahr 1883 zu den gewaltigsten Vulkanausbrüchen der Neuzeit zählt. Damals zerstörten Explosionen einen Großteil der Insel, lösten verheerende Tsunamis aus und forderten mehr als 36.000 Menschenleben.

Auch Anak Krakatau kann gefährliche Eruptionen hervorbringen. Besonders in Erinnerung bleibt der Flankenkollaps im Dezember 2018, als ein großer Teil des Vulkans ins Meer stürzte und einen Tsunami auslöste, der die Küsten der Sundastraße traf.