Lewotobi Laki-laki eruptierte heute 8 Mal Vulkanasche – stärkste Eruption ließ Wolke bis auf 2700 m Höhe aufsteigen.
Der indonesische Vulkan Lewotobi Laki-laki auf Flores zeigt weiterhin eine erhöhte Aktivität. Am Samstag wurden bereits acht Eruptionen registriert. Die stärkste ereignete sich gegen 14:00 UHR UTC und schleuderte Vulkanasche bis auf etwa 2,7 Kilometer Höhe über dem Meeresspiegel. Satellitenaufnahmen zeigten eine klar abgegrenzte Aschewolke, die sich mit ca. 28 Kilometern pro Stunde ostwärts verlagerte und damit vor allem den regionalen Luftverkehr gefährdete. Der Alarmstatus blieb auf „2“.

In Indonesien war es zum Zeitpunkt der Eruption 8 Uhr morgens. Laut einer Notiz vom VSI / PVMGB stieg die Aschewolke infolge der Explosion gut 1.000 Meter über den Krater auf. Die Angabe deckt sich mit jener des VAAC, wenn man die gut 1700 m Gipfelhöhe des Vulkans dazurechnet. Die dichte graue Aschwolke stieg zunächst nahezu senkrecht auf und zog in der Höhe nach Norden und Nordosten.
Auf den Seismogrammen spiegelte sich die anhaltende Unruhe in zahlreichen vulkanischen Erdbeben wider. Neben den acht Eruptionssignalen wurden Ausgasungsbeben, niederfrequente Erschütterungen und nicht-harmonischer Tremor aufgezeichnet – Hinweise darauf, dass sich weiterhin Magma und Gase im Fördersystem bewegen.
Besonders auffällig waren 28 Erdbeben mit niedrigen Frequenzen, die sich am 8. Juli ereigneten und von aufsteigendem Magma zeugten. Zusätzlich wurden 19 harmonische Tremore registriert, die ebenfalls auf Fluidbewegungen zurückzuführen sind.
Der 1.703 Meter hohe Lewotobi Laki-laki gehört zu einem Doppelvulkanmassiv im Osten der Insel Flores und zählt zu den aktivsten Feuerbergen Indonesiens. Die Behörden halten daher an den bestehenden Schutzmaßnahmen fest. Ein Sperrgebiet mit einem Radius von fünf Kilometern um den Krater bleibt bestehen. Zudem warnen die Vulkanologen vor möglichen Laharen, die bei starken Regenfällen entlang der Flusstäler entstehen können. Besonders gefährdet sind mehrere Dörfer an den Hängen des Vulkans.
Bewohner in Gebieten mit Ascheniederschlag werden aufgefordert, Atemschutzmasken zu tragen und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen. Zugleich appellieren die Behörden, Gerüchten keinen Glauben zu schenken und sich ausschließlich aus offiziellen Quellen zu informieren. Die jüngsten Ausbrüche verdeutlichen, dass der Lewotobi Laki-laki trotz zeitweilig ruhiger Phasen jederzeit zu kräftigeren Eruptionen fähig ist. Die Beobachtungsstationen überwachen seine Entwicklung daher rund um die Uhr.
In den letzten Jahren kam es am Lewotobi Laki-laki gelegentlich zu Phasen mit starken Paroxysmen, bei denen pyroklastische Ströme entstanden, die auch Todesopfer verursachten und Evakuierungen nötig machten.