Vulkan Reventador eruptierte 72 Mal an einem Tag

Reventador bleibt hochaktiv – 72 Explosionen und glühende Gesteinslawinen

Der ecuadorianische Vulkan Reventador bleibt weiterhin aktiv und erzeugte gestern innerhalb von 24 Stunden insgesamt 72 Explosionen, die neben glühenden Lavafragmenten Vulkanasche förderten und Schuttlawinen auslösten. Nach Angaben des IGPN spiegelt diese Tätigkeit die Aktivität der letzten Tage wider, die mehr oder weniger konstant abläuft. Der Reventador befindet sich rund 90 Kilometer östlich der Hauptstadt Quito am Ostrand der Anden und gehört zu den aktivsten Vulkanen Südamerikas. Seit seinem großen Ausbruch im Jahr 2002 befindet er sich nahezu ununterbrochen in eruptiver Phase.

Thermalbild

Mehrere Gas- und Ascheemissionen erreichten Höhen zwischen 600 und 1.000 Metern über dem Krater und wurden vom Wind nach Südwesten und Westen verfrachtet. Das VAAC Washington bestätigte eine Aschewolke, die sich im Bereich der Angaben des IGPN bewegte.

Der Reventador ist gut überwacht und ein permanentes Messnetzwerk fühlt ihm den Puls. So zeichneten die Messstationen neben den Explosionen neun langperiodische Erdbeben, 13 Eruptionstremore sowie fünf harmonische Tremorphasen auf. Diese Signale stehen in engem Zusammenhang mit der Bewegung von Magma und vulkanischen Gasen im Fördersystem.

Besonders eindrucksvoll präsentierte sich der Vulkan während der Nacht zum 25. Juli. Überwachungskameras dokumentierten neben Ascheeruptionen einen kurzen Lavastrom, der aus dem Gipfelkrater quoll, und den zeitgleichen Abgang glühender Gesteinsmassen, die bis zu 1.100 Meter unterhalb des Kraterrandes talwärts rollten. Solche Schuttlawinen entstehen regelmäßig, wenn frisches Lavamaterial oder instabile Ablagerungen von den steilen Flanken des Gipfelkegels abbrechen.

Obwohl es im Bereich des Vulkans regnete, wurden keine Schlammströme (Lahare) ausgelöst. Die Vulkanologen warnen jedoch, dass stärkere Niederschläge die an den Hängen abgelagerten Pyroklastika mobilisieren könnten. Solche Schlamm- und Gerölllawinen würden vor allem über die Flusstäler an den Vulkanflanken abfließen und dort eine zusätzliche Gefahr darstellen.

Die Satellitensysteme FIRMS und MIROVA registrierten in den vergangenen 24 Stunden keine thermischen Anomalien. Dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig eine nachlassende Aktivität, da dichte Bewölkung die satellitengestützte Erfassung heißer Bereiche erschweren kann. Die ecuadorianischen Behörden halten die Warnstufe weiterhin auf Orange, der zweithöchsten von vier Alarmstufen.