Vulkan Stromboli steigerte seine Explosivität

Stromboli mit Lavastrom von der Seeseite her. © Katarina Schulz

Zunahme der stündlichen Explosionen am Stromboli trotz effusiver Tätigkeit

Der Stromboli ist weiterhin in einer Phase erhöhter Aktivität begriffen und steigerte die Anzahl seiner stündlichen Explosionen deutlich. Zeitgleich ist er effusiv tätig und fördert einen Lavastrom, der rotglühend etwa die Hälfte des Weges zum Meer schafft. Von der Lavafront gehen Schuttlawinen und Steinschläge ab, die bis zur Küste hinabreichen können.

Die Fotos hier wurden von Vnet-Leserin Katarina in unserer FB-Gruppe geteilt. Sie war zur Dämmerung mit einem Boot unterwegs und lieferte einen seltenen Blick auf den Lavastrom, der nicht von einer Drohne aus geschossen wurde Nicht zuletzt wegen der Zunahme der Explosionsfrequenz bei gleichzeitigem Lavafluss bot sich ihr gleich mehrfach die Gelegenheit, die beiden Phänomene des Vulkanismus auf Bildern einzufangen. Sie äußerte sich überglücklich, den Stromboli gleich bei ihrer ersten Reise dorthin so aktiv erlebt zu haben.

Auf dem Foto links sieht man besonders gut die Lage der beiden aktiven Schlote im nördlichen Kratersektor, der unterhalb der früheren Kraterebene liegt. Der Lavastrom fließt durch eine Abflussrinne und ist von Land aus nur bedingt einsehbar.

Die Daten des LGS attestieren dem „Leuchtfeuer des Mittelmeers“ eine hohe Aktivität. Besonders auffällig ist die Anzahl der VLP-Erdbeben, die sich gestern auf 18,6 Ereignisse pro Stunde steigerte und sich somit auf einem ungewöhnlich hohen Niveau befindet. Der Normalwert liegt zwischen 5 und 12. Die VLP-Erdbeben stehen am Stromboli im Zusammenhang mit der explosiven Tätigkeit und entstehen durch platzende Gasblasen im Förderschlot. Es muss zwar nicht immer Tephra mit ausgeworfen werden, doch zumindest finden dann starke Gasstöße statt.

Der akustische Druck der Explosionen liegt mit 0,6 bar im mittleren Bereich, was darauf hindeutet, dass die Explosionen nicht überdurchschnittlich stark sind.

Die von dem Lavastrom ausgehende Wärmestrahlung erzeugte heute Nacht in der Spitze eine Leistung von 348 Megawatt, gemessen durch das MODIS-System.

Die Daten zu Steinschlagaktivität blieben laut LGS gering, was allerdings den Beobachtungen widerspricht, die man vor Ort oder per Livestream machen kann. Es wurden nur drei Ereignisse registriert.

Der Schwefeldioxid-Ausstoß (SO₂) im nordöstlichen Bereich der Kraterterrasse ist mit 178 Tonnen pro Tag hoch und zeigt in den vergangenen 24 Stunden einen steigenden Trend.

Vor Ort ist die Gefahr von Paroxysmen weiterhin erhöht, vorhersagen lassen sich diese starken Ausbrüche allerdings nicht oder nur sehr kurzfristig. Seid also vorsichtig!