Kanlaon stößt Asche bis auf 3000 m Höhe aus – Alarmstufe 2 bleibt bestehen
Der philippinische Vulkan Kanlaon auf der Insel Negros hat am Samstagmorgen ein weiteres Mal Asche ausgestoßen. Nach Angaben von PHIVOLCS ereignete sich die Ascheemission um 07:04 Uhr Ortszeit. Kameras des Kanlaon Volcano Observatory in Canlaon City zeichneten graue Aschewolken auf, die bis zu 600 Meter über den Gipfelkrater aufstiegen und anschließend nach Westen und Nordwesten abdrifteten. Die Emission dauerte insgesamt 97 Minuten und hinterließ auf dem Seismogramm ihre Spuren.

Das VAAC Tokyo beobachtet den Kanlaon ebenfalls engmaschig und brachte seit gestern 5 VONA-Warnungen vor Aschewolken zum Kanlaon heraus. Die jüngste von heute Nacht um 00:12 UTC ist die 200. Meldung zu diesem Vulkan in 2026, womit Kanlaon zu den aktivsten Feuerbergen weltweit zählt. Gemäß der Meldung wurde am 12. Juni um 23:04 UTC eine Eruption registriert, bei der Asche bis in etwa 3.000 Meter Höhe (Flughöhe 100) aufstieg und westwärts zog. Die Beobachtungen stützten sich auf Satellitendaten von Himawari-9 sowie Informationen von PHIVOLCS.
Trotz der Aktivität bleibt die Warnstufe des Vulkans unverändert bei Alarmstufe 2, die als „erhöhte Unruhe“ eingestuft wird. Die Behörde weist darauf hin, dass sich der Vulkan weiterhin in einem Zustand moderater Unruhe befindet.
Die Daten der letzten 24 Stunden zeigen, dass neun vulkanisch bedingte Erdbeben registriert wurden. Darunter befanden sich zwei Tremorphasen mit einer Dauer von 14 und 81 Minuten. Die Schwefeldioxid-Emissionen lagen am 12. Juni bei durchschnittlich 2.293 Tonnen pro Tag, was ein relativ hoher Wert ist. Zusätzlich zeigen Messungen eine anhaltende Inflation des Vulkangebäudes, was auf Druckaufbau im Untergrund hindeutet.
PHIVOLCS warnt weiterhin vor dem Betreten der permanenten Gefahrenzone im Umkreis von vier Kilometern um den Krater. Auch der Flugverkehr wird aufgefordert, den Bereich in Gipfelnähe zu meiden, da Aschewolken und plötzliche explosive Ereignisse eine Gefahr für Luftfahrzeuge darstellen können.
Der Kanlaon zählt zu den aktivsten Vulkanen der Philippinen und wird seit Monaten intensiv überwacht. Experten beobachten die weitere Entwicklung aufmerksam, um mögliche Veränderungen der Aktivität frühzeitig zu erkennen.
Mögliche Blockade des Fördersystems am Taal
Neben dem Kanalon und Bulusan, über den ich bereits heute Morgen schrieb, sind auf den Philippinen noch der Mayon und Taal tätig. Während erstgenannter Vulkan weiterhin an seinem Lavadom baut, wurde am Taal ein drastischer Absturz der Schwefeldioxid-Emissionen von zuvor sehr hohen auf sehr niedrige Werte festgestellt. Möglicherweise ist es zu einer Blockade des Fördersystems gekommen, so dass sich hoher Druck aufbaut, der sich demnächst in einer phreatischen Eruption entladen könnte.