Vulkanausbruch auf Heard Island: Big Ben stößt Aschewolke aus

Subarktischer Vulkan Big Ben auf Heard Island bricht aus und stößt Asche bis in 11 Kilometer Höhe aus

Auf der entlegenen Heard-Insel im subarktischen Teil des Indischen Ozeans ist es zu einem größeren Vulkanausbruch gekommen. Nach Angaben des Darwin-VAAC wurde am 25. Juni 2026 um 0520 Zulu eine Aschewolke beobachtet, die bis in eine Höhe von fast 11 Kilometern aufstieg. Satellitendaten von Himawari-9 und Meteosat-9 zeigten eine nach Osten ziehende Eruptionswolke, die sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 120 km/h weit über den Ozean ausbreitete.

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Verursacht wurde die Aktivität vom Big Ben, einem mächtigen Schichtvulkan, der den größten Teil der australischen Heard-Insel bedeckt. Mit einer Höhe von 2.745 Metern ist er einer der höchsten Vulkane Australiens. Sein Gipfel wird vom Mawson Peak gebildet, der als höchster aktiver Vulkan auf australischem Territorium gilt. Die Insel liegt rund 4.000 Kilometer südwestlich von Perth und zählt zu den isoliertesten Orten der Erde.

Der aktuelle Ausbruch reiht sich in eine Serie von Eruptionen ein, die seit den 1990er Jahren immer wieder beobachtet werden. Aufgrund der extremen Abgeschiedenheit der Insel werden die Aktivitäten fast ausschließlich durch Satelliten überwacht. Direkte Beobachtungen vor Ort sind selten. Sind Beobachter vor Ort, handelt es sich meistens um Forschungsexpeditionen zu den großen Pinguinkolonien auf Heard Island.

Typisch für den Big Ben sind strombolianische bis vulcanianische Ausbrüche, bei denen Lavafontänen, kleinere Explosionen und Ascheemissionen auftreten. Mehrfach wurden in den vergangenen Jahrzehnten thermische Anomalien registriert, die von Lavaströmen ausgingen. Es kam aber auch zur Ausbildung von Aschewolken. Größere explosive Eruptionen, wie heute offenbar eine aufgetreten ist, sind dagegen selten.

Die aktuelle Aschewolke erreichte eine Flughöhe von etwa Flugfläche 350 (FL350), was insbesondere für den internationalen Flugverkehr von Bedeutung ist. Das VAAC prognostizierte, dass die Aschewolke über viele Stunden bestehen bleibt und weiter ostwärts zieht.