Eruption am Kilauea geht weiter

Die gestrige explosive Eruption sorgte nicht nur auf Hawaii für viel Aufregung: die Medien berichteten über die Eruption, als wäre es der Anfang vom Ende der Insel gewesen. Dabei war die Eruption noch vergleichsweise klein. Es wurde zwar Vulkanasche in fast 10 km Höhe registriert, doch der Hauptteil der Wolke blieb sicherlich unter dieser Höhe. Die Eruptionswolke stieg senkrecht auf und wurde nicht sofort vom Wind verfrachtet. Wie auf diesem Video zu sehen ist, dauerte die Eruption nur kurz und förderte relativ wenig Asche. Ich bezweifle, dass es sich bereits um eine phreatomagmatische Eruption gehandelt hat, denn wenn so eine eruptive Phase erst einmal eingesetzt hat, erfolgen die Eruptionen in deutlich kürzeren Abständen. Dennoch könnten solche Eruptionen bald einsetzten.

Im unteren Ostrift reaktivierten sich die Spalten 18, 19, und 20. Zwischen den Spalten 7 und 3 öffnete sich eine neue Spalte. Diese trägt die Nummer 21. Zwischen Highway 130 und Lanipuna Gardens bildete sich eine fast 50 x 100 m große Depression, die sich mit Lava aus den Spalten 20 und 21 füllt.  Spalte 17 war auch noch aktiv, doch der Lavastrom stagnierte.

Die Häufigkeit von Erdbeben mit Magnituden größer als 2 ist deutlich zurückgegangen. Die Deflation im Gipfelbereich und im oberen Ostrift schwächt sich tendenziell weiter ab, allerdings nahm sie in den letzten Stunden unter dem Gipfel wieder leicht zu.

Im unteren Ostrift -dort wo sich die Eruptionsspalten öffneten- wird noch Inflation registriert. Allerdings migrieren die Erdbeben nicht weiter in nordwestlicher Richtung. Es sieht momentan nicht danach aus, als würde es kurzfristig eine große Eruption mit hohen Lavafontänen geben. Die Eruption ist relativ stabil und kann auf diesem Niveau eine Weile weiter gehen.

Sakurajima mit zahlreichen Ascheeruptionen

Während aller Augen auf Hawaii gerichtet sind, eruptiert des Sakurajima von der Weltöffentlichkeit unbemerkt. In den letzten 48 Stunden registrierte das VAAC Tokyo 17 Aschewolken, die vom Vulkan in Japan aufsteigen. Einige erreichten eine Höhe von 4 km ü.NN. Die meisten Ausbrüche scheinen vom Gipfelkrater Minima-dake auszugehen. Vulkanische Blitze entstehen scheinbar nicht, weshalb die Eruptionen wenige Aufmerksamkeit bekommen.

Kermadec: Erdbeben Mw 6,2

Zwischen den Kermadec-Inseln und der neuseeländischen Nordinsel manifestierte sich ein Erdbeben der Magnitude 6,2. Das Hypozentrum lag in 10 km Tiefe. In der Region liegt der Havre Seamount, einer der aktivsten Unterwasservulkane der Welt. Von ihm gingen in der Vergangenheit mächtige Bims-Teppiche aus, die auf dem Pazifik dümpelten.

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