Portugal: Tornado verwüstete Albufeira

Schwere Unwetter in Portugal: Überschwemmungen und möglicher Tornado an der Algarve

Portugal ist in dieser Woche von einer Serie heftiger Unwetter getroffen worden. Bereits am Mittwoch sorgte das Sturmtief „Cláudia“ – über das ich bereits heute Morgen im Zusammenhang mit den Überflutungen in England berichtet habe – in mehreren Regionen des Landes für massive Überschwemmungen. Besonders betroffen waren Setúbal, Lissabon und der Westen Portugals.

Die Zivilschutzbehörde registrierte mehr als 2.400 wetterbedingte Einsätze, darunter über 1.300 Überflutungen von Kellern und Erdgeschossen, zahlreiche umgestürzte Bäume und mehrere Erdrutsche. Zwei ältere Menschen kamen in Setúbal ums Leben, nachdem sie in ihrem Haus von plötzlich eindringendem Flutwasser überrascht worden waren. Rund 30 Personen mussten aus ihren Wohnungen evakuiert werden. Tausende Einsatzkräfte waren im Dauereinsatz, um Straßen freizuräumen, Gebäude zu sichern und eingeschlossene Bewohner zu retten.

Nur wenige Tage später suchte ein weiteres schweres Wetterereignis die Algarve heim. Am frühen Samstagmorgen fegte ein extremer Windwirbel über Albufeira hinweg und richtete dort starke Schäden an. Besonders betroffen waren ein Campingplatz und eine Hotelanlage, wo Dächer abgedeckt und Wohnwagen zerstört wurden. Eine Frau kam ums Leben, mehr als 20 Menschen wurden verletzt, einige davon schwer. Der portugiesische Wetterdienst IPMA geht mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Tornado aus, auch wenn die endgültige Einstufung noch aussteht. Die Aufnahmen der Schäden sowie Augenzeugenberichte sprechen für einen sehr lokalen, hochintensiven Windwirbel, der eine schmale Schneise der Zerstörung hinterließ, was für Tornados typisch ist.

Ein Tornado entsteht, wenn warme, feuchte Luft am Boden schnell aufsteigt und dabei auf starke Seitenwinde trifft, die sich in Richtung und Geschwindigkeit mit der Höhe verändern. Dieser sogenannte Windscherungseffekt bringt die aufsteigende Luftsäule in Rotation. Verdichtet sich die Luft weiter und steigt energiereich in eine Gewitterwolke hinein, kann sich ein rotierender Schlauch ausbilden, der sich nach unten ausdehnt. Berührt diese rotierende Luftsäule schließlich den Boden, spricht man von einem Tornado – einem der lokal heftigsten Wetterphänomene weltweit.

Die Kombination aus intensiven Regenfällen zur Wochenmitte und dem möglichen Tornado am Samstag verdeutlicht, wie außergewöhnlich instabil die Wetterlage in Portugal derzeit ist. Die Behörden rufen weiterhin zur Vorsicht auf.

Reykjanes-Ridge: Erdbeben Mb 5,0 in 10 Kilometern Tiefe

Mittelstarkes Erdbeben Mb 5,0 erschütterte Reykjanes-Ridge – Island 1400 Km entfernt

Datum: 14.11.2025 | Zeit: 15:59:07 UTC | Koordinaten 52.700 ; -34.931 | Tiefe: 13 km | Mb 5,0

Am mittelatlantischen Reykjanes-Ridge manifestierte sich gestern Nachmittag um 15:59:07 UTC ein mittelstarkes Erdbeben der Magnitude 5,0. Es handelte sich um ein flach liegendes Erdbeben, dessen Herdtiefe vom EMSC mit 13 Kilometern angegeben wurde. Das namensgebende Reykjavík liegt 1474 Kilometer nördlich des Epizentrums. Damit ereignete sich das Beben in großer Entfernung zu bewohnten Gegenden und blieb an der Oberfläche ohne sichtbare Folgen.

Reykjanes-Ridge. © IMO/Leaflet

Das Erdbeben am Reykjanes-Ridge ist ein Ausdruck der aktiven tektonischen Prozesse am Mittelatlantischen Rücken, einer divergenten Plattengrenze, an der sich die Eurasische und die Nordamerikanische Platte voneinander entfernen. Die Reykjanes Ridge spielt eine Schlüsselrolle bei der ozeanischen Krustenbildung im Nordatlantik und ist aufgrund ihrer Nähe zu Island ein Hotspot seismischer Aktivität. Solche Erdbeben sind typische Erscheinungen in diesem tektonischen Umfeld und liefern wichtige Daten zum Verständnis der Plattenbewegungen und der Entwicklung neuer ozeanischer Kruste: Durch das Auseinanderdriften der Kontinentalplatten öffnet sich der Atlantik entlang der Naht des Mittelatlantischen Rückens immer weiter. Der dabei entstehende Riss wird von Magma aus dem oberen Erdmantel gekittet, und es bildet sich neues Krustengestein.

Das Beben selbst wirkte sich nicht erkennbar auf Island aus, dennoch laufen hier ähnliche Prozesse wie auf der Reykjanes-Halbinsel ab, deren Störungssysteme die Fortsetzung des Mittelatlantischen Rückens sind.

Die Erdbebenaktivität auf der Halbinsel ist relativ gering, mit nur 42 schwachen Erschütterungen innerhalb von 48 Stunden. Die meisten Beben lagen im Krýsuvík-System, wo die Subsidenz inzwischen ins Gegenteil umgeschwenkt ist und eine leichte Bodenhebung gemessen wird. Auch in den östlich gelegenen Spaltensystemen gab es Erschütterungen. Die Seismizität bei Svartsengi bleibt hingegen gering. Die Bodenhebung hält an, schwächte sich in der vergangenen Woche aber etwas ab. Die Bodenhebung seit dem Ende der letzten Eruption beläuft sich auf 22 cm – der Druck im magmatischen System sollte jetzt hoch genug sein, um zeitnah eine Eruption auszulösen.

Auf der Shakemap erkennt man auch ein Erdbeben Mb 2,8, das sich in den frühen Morgenstunden unter dem subglazialen Vulkan Bárðarbunga ereignete. Hier und an der nahen Askja – wo sich die Bodenhebung inzwischen der 1-Meter-Marke nähert – sowie im Bereich von Katla und Hekla gab es weitere Erschütterungen.

Indonesien: Erdrutsch begräbt Dörfer in Zentraljava

Erdrutsch in Zentraljava fordert mindestens fünf Tote – Suche nach Vermissten läuft weiter

Ein schwerer Erdrutsch im Bezirk Majenang auf Zentraljava hat zahlreiche Häuser mehrerer Dörfer zerstört und mindestens fünf Menschen das Leben gekostet. 17 weitere Personen werden noch vermisst und gelten als verschüttet. Die Katastrophe ereignete sich am Donnerstagabend, dem 13. November, und wurde durch heftige Regenfälle ausgelöst, die mit der Regenzeit in Indonesien in Verbindung standen.
Das Unglück traf vor allem die Dörfer Cibeunying, Cibaduyut und Tarakan, wo die Erdmassen zahlreiche Häuser unter sich begruben. Unmittelbar nach dem Erdrutsch entsandte die Nationale Katastrophenschutzbehörde (BNPB) ein gemeinsames Such- und Rettungsteam, unterstützt von der regionalen Katastrophenschutzbehörde und anderen Einsatztruppen, darunter von Polizei, Feuerwehr und dem Roten Kreuz sowie freiwilligen Helfern und der lokalen Bevölkerung. Insgesamt sind rund 200 Einsatzkräfte im Einsatz.

Am Samstag wurden drei der Todesopfer geborgen: ein sechsjähriges Kind, eine 30-jährige Frau und ein 70-jähriger Mann. Die Bergung gestaltete sich aufgrund der schwierigen Topografie, instabilen Böden und widrigen Wetterbedingungen als herausfordernd.

Generalmajor Budi Irawan, stellvertretender Leiter der BNPB, ist vor Ort und koordiniert die Rettungsmaßnahmen. Er betont die Notwendigkeit, die Suche mit schwerem Gerät zu beschleunigen, um weitere Opfer zu finden. Der Leiter der BNPB, Generalleutnant Dr. Suharyanto, reist am Freitagnachmittag ins Katastrophengebiet, um die Einsatzkräfte zu unterstützen und sicherzustellen, dass alle Maßnahmen umfassend und koordiniert erfolgen. Die Regierung hat sichere Umsiedlungsgebiete für die 28 Anwohner ausgewiesen, deren Häuser als besonders gefährdet gelten.

„Wir evakuieren zunächst die Bewohner gefährdeter Gebiete, um Opfer im Falle weiterer Erdrutsche zu vermeiden“, so Suharyanto. Neben der Bergung der Vermissten stellt die BNPB auch die Versorgung der Betroffenen sicher und richtet Notunterkünfte ein.

Bis Freitagmittag wurden 23 Überlebende registriert, die bei Verwandten untergekommen sind. Die Zahl der Sachschäden umfasst zwölf schwer beschädigte und 16 gefährdete Häuser. Trotz der schwierigen Bedingungen werden die Such- und Rettungsarbeiten mit hoher Priorität fortgesetzt.

Die betroffene Region liegt zwischen den Vulkanen Gunung Galunggung und Slamet. Letzterer ist aktuell seismisch aktiv und könnte sich auf neue Eruptionen vorbereiten. Der Gunung-Galunggung sorgte 1982 für Schlagzeilen, als eine Boeing 747 in eine Aschewolke des Vulkans geriet und beinahe abstürzte.

Fuego erzeugt starke Explosionen zu Beginn der Saison

Fuego begrüßt Touristen mit starken Explosionen – Reisesaison in Guatemala beginnt

Der guatemaltekische Vulkan Fuego ist in guter Form und erzeugt mehrmals stündlich starke Explosionen, die glühende Tephra bis zu 300 m über Kraterhöhe ausspeien. Manchmal wird soviel Lava ausgeworfen, dass die glühenden Lavabrocken den oberen Flankenbereich komplett eindecken. Gestern Nacht kam es um 3:14 Uhr Lokalzeit zu einem besonderen Doppelschlag, als sich der Gipfel des Vulkans noch in dünne Wolken hüllte, was der Szenerie eine besondere Magie verlieh.

Laut den VONA-Meldungen fördern die Eruptionen Vulkanasche bis auf 4300 m Höhe: Ein starker Ostwind verhindert dabei, dass die Asche höher aufsteigt, und verdriftet sie schnell in Richtung Westen, wo es unter der Eruptionswolke zu leichten Ascheniederschlägen kommt.

In Guatemala beginnt nun die Trockenzeit und damit auch die Reisezeit: Der Zustrom von Touristen aus aller Welt nimmt deutlich zu. Viele Studenten besuchen Antigua, die Stadt zwischen den Vulkanen Agua und Acatenango/Fuego, zu Sprachstudien. Viele nehmen die Gelegenheit wahr, eine organisierte Tour auf den Acatenango zu unternehmen, um von dort die Eruptionen des benachbarten Fuego zu beobachten. Abenteuerlustige werden dazu angehalten, vor dem Aufstieg den Wetterbericht des INSIVUMEH (Guatemaltekisches Institut für Seismologie, Vulkanologie, Meteorologie und Hydrologie) zu prüfen, einen erfahrenen Bergführer zu engagieren und geeignete Ausrüstung mitzubringen.

Es gilt zu bedenken, dass der Vulkan Acatenango aktuell zwar inaktiv ist, sich aber fast 4000 Meter über dem Meeresspiegel erhebt. Der Aufstieg ist nicht nur anstrengend und erfordert eine gewisse Fitness, sondern es kann besonders nachts empfindlich kalt werden. Die Temperaturen liegen oft deutlich unter dem Gefrierpunkt, zudem ist es meistens stark windig bis stürmisch. Die Übernachtung erfolgt in Zelten auf einer Höhe von 3.756 Metern, wo die Temperaturen zwischen 5 °C und -10 °C liegen können. Touristen wird daher empfohlen, sich entsprechend warm und wetterfest zu kleiden.

Tatsächlich kann es auf den Aussichtsterrassen und am Gipfel des Acatenangos mittlerweile voll werden: täglich werden zahlreiche Gruppen von etwa 40 bis 45 Personen zum Fuß des Vulkans gebracht, von wo aus sie zu Fuß losmarschieren. Die rund 7 Kilometer lange Route gilt als anspruchsvoll und ist nicht für Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen geeignet.

Großbritannien: Überflutungen in Herefordshire

Sturm Claudia hinterlässt schwere Schäden durch Überflutungen – Geologie und Hydrologie verstärken die Flutlage in Herefordshire

Sturm Claudia hat in Teilen von Herefordshire und den West Midlands innerhalb weniger Stunden starke Schäden angerichtet. Besonders betroffen war das Dorf Ewyas Harold im Golden Valley, wo am Freitag der Fluss Dulas Brook über die Ufer trat und zahlreiche Gebäude, darunter ein legendärer Imbiss und Wohnhäuser, überflutete. Einsatzkräfte waren stundenlang damit beschäftigt, Wasser aus Kellern zu pumpen, während Anwohner versuchten, ihre Häuser mit Sandsäcken zu schützen. Trotz der Bemühungen konnten größere Schäden nicht verhindert werden: überflutete Straßen, beschädigte Infrastruktur und zahlreiche Stromausfälle prägten das Bild.

Die Intensität der Überschwemmungen ist nicht allein auf den Starkregen von 80 mm auf den Quadratmeter zurückzuführen, der auf die sanft geschwungene Hügellandschaft niederprasselte. Die geologische Lage des Golden Valley spielt eine entscheidende Rolle. Das Tal ist von sanft geschwungenen Hängen umgeben, die aus tonigen und wenig wasserdurchlässigen Böden bestehen. Diese Böden können bei anhaltendem Niederschlag nur geringe Mengen Wasser aufnehmen, sodass große Teile des Regens oberflächlich abfließen. Dadurch gelangt das Wasser innerhalb kurzer Zeit in die kleinen Bäche und Flüsse der Region – ein hydrologischer Mechanismus, der vor allem bei Extremwetterereignissen zu schnellen und steilen Hochwasserwellen führt.

Der Dulas Brook, ist ein eher unscheinbarer Wasserlauf, reagierte aber entsprechend empfindlich: Am Freitag stieg der Pegel rapide an, zeitweise um bis zu zehn Zentimeter pro Minute und erreichte einen Stand von 2,36 Meter. Das entspricht einem klassischen Muster kleiner Einzugsgebiete in Mittelgebirgslandschaften, in denen die Kombination aus gesättigten Böden, engen Tallagen und fehlenden natürlichen Rückhalteflächen zu einer hochdynamischen Hochwasserentwicklung führt. Zwar existieren im Einzugsgebiet Projekte zum natürlichen Wasserrückhalt, doch stoßen diese bei extremen Regenereignissen schnell an ihre Grenzen.

Meteorologisch wurde die Lage zusätzlich durch das Tiefdrucksystem Claudia zugespitzt, das von den Kanarischen Inseln aus über den Atlantik zog. Das Tief brachte außergewöhnlich starke und lang anhaltende Regenfälle mit sich. In Teilen von Wales und den Midlands fielen innerhalb eines Tages Niederschlagsmengen, die sonst einem ganzen Monat entsprechen. Obwohl der Kern des Tiefs westlich der britischen Inseln blieb, erzeugte es dennoch kräftige Niederschlagsbänder, die über Stunden hinweg dieselben Regionen trafen. Die gesättigten Böden, die topografische Form des Tals und der hydrologische Charakter der lokalen Gewässer führten so zu einer Kombination, die das extreme Ausmaß der Überschwemmungen ermöglichte.