Kilauea vor 40. Eruptionsphase seit Dezember 2024 – kleine Lavafontänen nehmen deutlich zu
Am Kilauea auf Hawaii verdichten sich die Anzeichen für den Beginn einer neuen Eruptionsphase. Seit den frühen Morgenstunden des 10. Januar 2026 zeigen beide aktiven Schlote im Halemaʻumaʻu-Krater eine zunehmende Aktivität, die durch sogenannte Gaspistons verursacht wird. Besonders auffällig sind immer heftigere Episoden meterhohen Lavaspatterings und die Bildung kleiner Fontänen, die nach Angaben des Hawaiian Volcano Observatory (HVO) auf den Aufstieg gasreichen Magmas hindeuten. Aktuell sieht man auf den LiveCams eine anhaltende Aktivität, bei der bis zu 5 m hohe Fontänen gefördert werden, die kleinere Lavaströme speisen.
Gegen 7:00 Uhr HST (17:00 UTC) sprudelten sowohl am nördlichen als auch am südlichen Schlot wiederholt Lavafontänen, begleitet von einer Zunahme seismischer Erschütterungen. Zwar blieb die Neigung des Kraterbodens zunächst unverändert, doch bereits seit Ende des letzten Ausbruchs hatten Messinstrumente eine langsame, anhaltende Aufblähung des Gipfelbereichs registriert. Diese Bodenverformung gilt als klassisches Vorzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch. Momentan liegt die Bodenhebung aber noch unter dem Wert vor der 39. Eruption.
Während der Nacht wechselte die Aktivität zwischen den beiden Kratern: Während der südliche Krater zeitweise schmale Lavaströme von bis zu 200 Metern Länge speiste, dominierten im nördlichen Krater kräftige Fontänen, die kurze Ströme auf dem Boden des Halemaʻumaʻu bildeten. Wiederholte kurze Pausen und sogenannte Rücklaufereignisse erzeugten dabei Tremorspitzen, ohne das Gesamtsystem spürbar zu entspannen.
Nach Einschätzung der Vulkanologen steht der Kilauea kurz vor dem Beginn der 40. Lavafontänen-Episode seit Wiederaufnahme der Aktivität im Dezember 2024. Prognosemodelle sehen den wahrscheinlichen Startzeitraum zwischen dem 10. und 14. Januar. Bereits nach dem Ende von Episode 39 am 24. Dezember hatte sich der Vulkan rasch wieder aufgeladen: Das Neigungsmessgerät Uēkahuna registrierte seitdem eine erneute Aufblähung von mehr als 21 Mikroradian, was auf Magmanachschub aus tieferen Reservoirs hindeutet.
Während die Ost- und Südwest-Riftzone weiterhin ruhig bleiben, konzentriert sich die Aktivität klar auf den Gipfelbereich. Die Vulkanwarnstufe steht derzeit auf „Beobachtung“, der Luftfahrtfarbcode auf Orange. Das HVO überwacht die Lage engmaschig und steht in engem Austausch mit dem Hawaii-Volcanoes-Nationalpark und dem Katastrophenschutz.




