Ätna: Erdbeben deuten weiteren Magmenaufstieg an

Eruptionsstatus unklar – Weitere Erdbeben deuten Magmenaufstieg am Ätna an

Häufige Wolkenbedeckung verhinderte in den letzten Tagen visuelle Beobachtungen am sizilianischen Vulkan Ätna. Doch heute Morgen ist es klar und die Thermalcam zeigt im Valle del Bove einen erkalteten Lavastrom. Dennoch berichtet das INGV, dass es in den letzten Tagen gelegentlich zu Leuchterscheinungen im Bereich der neuen Schlote auf der Ostflanke und an der Basis der Voragine gekommen ist. Von daher deklariere ich den Aktivitätsstatus des Vulkans als unklar, obgleich ich davon ausgehe, dass die Episode erstmal vorüber ist.




Ätna. © INGV

Für diese Einschätzung spricht auch die vergleichsweise niedrige Tremoramplitude, die ich entlang der Grenze zwischen niedrigem und mittelstarkem Tremor beobachte Die Tremorquellen befinden sich in gut 2400 m Höhe im Vulkangebäude und konzentrieren sich auf ein Areal nordwestlich des Nordostkraters. Signifikante Bodenverformungen hat es in den letzten Tagen nicht gegeben.

Dass dieser Zustand der Ruhe lange anhält, glaube ich nicht, denn in den letzten Tagen gab es im Westen des Vulkans wieder Erdbeben – die eine Magnitude bis 3,3 erreichten – in Tiefen, die darauf hindeuten, dass neues Magma in die Erdkruste unter dem Ätna eindringt. Wie lange das Magma braucht, um in das flache Reservoir aufzusteigen, von wo aus es Eruptionen speist, ist ungewiss. Dennoch kann es durch das aufsteigende Magma zu einem Zahnpastatuben-Effekt kommen: Die aufsteigende Schmelze erhöht von unten her den Druck im Fördersystem, was nicht nur Erdbeben auslöst, sondern weiter oben befindliche Schmelze anschiebt, so dass insgesamt Bewegung ins System kommt und Eruptionen getriggert werden.

Erdbeben gab es aber nicht nur in größerer Tiefe, sondern auch nahe der Oberfläche. Hier sind vor allem die Beben im Gipfelbereich, aber auch unter der Ostflanke des Ätnas bemerkenswert. Die Beben deuten zwar noch keine unmittelbar bevorstehende Intensivierung der Ausbruchsaktivität an, zeigen aber, dass der aktivste Vulkan Europas bereits wieder auflädt.

Sol: Neue Koronale Löcher und Sonnenstürme am 13.01.2026

2 neue Löcher in der Sonnenatmosphäre – starke Sonnenstürme detektiert

Die Sonne wirkt ruhig, doch hinter dieser scheinbaren Gelassenheit verbirgt sich derzeit eine dynamische und für die Erde spürbare Phase erhöhter Aktivität. In den vergangenen Tagen haben sich zwei außergewöhnlich große koronale Löcher auf der Sonnenoberfläche geöffnet. Sie sind beide so ausgerichtet, dass ihre Strahlungsstürme direkt in Richtung der Erde weisen. Astronomen sprechen von einem anhaltenden solaren Druck, nicht von einem einzelnen Ereignis.

Sonnenstürme

Koronale Löcher sind keine echten Löcher, sondern Regionen, in denen das Magnetfeld der Sonne offen ist. Dort kann heißes Plasma ungehindert ins All entweichen. Das Ergebnis ist ein schneller Sonnenwind, der Geschwindigkeiten von über 500 bis 700 Kilometern pro Sekunde erreichen kann. Trifft dieser Strom auf das Magnetfeld der Erde, gerät es ins Schwingen und es entstehen geomagnetische Stürme, die in Polarlichtern, aber auch in Störungen von Satelliten und dem Stromsystem gipfeln können.

Eines der beiden koronalen Löcher hat bereits geomagnetische Aktivität ausgelöst. Messstationen registrierten erhöhte Störwerte, die mit leichten bis moderaten geomagnetischen Stürmen übereinstimmen. Das zweite Loch, noch größer und nahe des Sonnenäquators gelegen, rotiert nun vollständig in Erdposition. Seine Lage ist entscheidend: Äquatornahe koronale Löcher koppeln besonders effizient mit dem Magnetfeld der Erde und können ihre Wirkung über mehrere Tage entfalten.

Hinzu kommt, dass diese Phase nicht isoliert auftritt. Zeitgleich wurden koronale Massenauswürfe (CMEs) beobachtet, die aber nicht auf die Erde gerichtet waren. Hierbei handelt es sich um riesige Wolken aus geladenen Teilchen, die von der Sonne abgestoßen werden. Treffen CMEs auf einen bereits beschleunigten Sonnenwind aus koronalen Löchern, können sich die Effekte verstärken. Fachleute sprechen dann von einer „Stacking“-Wirkung: Die Erde wird nicht einmal, sondern wiederholt und anhaltend getroffen.

Größenabschätzungen anhand von EUV-Sonnenbildern zeigen, dass diese koronalen Löcher mehrere hunderttausend Kilometer breit sind – vielfach größer als die Erde. Es sind gewaltige Strukturen, die eindrucksvoll verdeutlichen, wie aktiv unsere Sonne derzeit ist.