Anhaltender Ausbruch des Vulkans Sakurajima – Aschewolke zieht nach Nordosten
Heute eruptierte der japanische Vulkan Sakurajima eine Aschewolke, die nach Angaben des VAAC Tokio bis auf eine Höhe von 2400 m über dem Meeresspiegel aufstieg und mit dem Wind in nordöstlicher Richtung driftete. Die meteorologischen Observatorien in Kagoshima und Fukuoka detektierten die Eruption ebenfalls und bestätigten die Aschewolke, die sich nach ihren Angaben 1200 m über den Krater erhob. Der explosive Vulkanausbruch begann am 16. Januar 2026 um 15:47 Uhr Ortszeit (06:47 UTC) und dauert zum Zeitpunkt der Meldung noch an. Die erste internationale Aschewarnung wurde um 07:17 UTC veröffentlicht.

Der Ausbruch ereignete sich am Minamidake-Gipfelkrater, einem der aktivsten Krater des Sakurajima. Die Eruptionswolke wurde von Vulkanbeobachtern am Boden als dunkelgrau beschrieben. Zudem war Dampf enthalten.
Die japanischen Behörden halten weiterhin die Eruptionswarnstufe 3 aufrecht, die mit Zutrittsbeschränkungen im Berggebiet verbunden ist. In einem Umkreis von bis zu einem Kilometer um den Gipfel- und den Showa-Krater wurden große vulkanische Gesteinsbrocken sowie kleinere Auswurfmaterialien festgestellt. Zudem besteht die Gefahr von pyroklastischen Strömen, insbesondere bei stärkeren Explosionen.
Eine erste Eruption hatte es bereits am Vormittag des 16. Januar um 10:19 Uhr Ortszeit gegeben. Die dabei aufsteigende Aschewolke erreichte etwa 1.000 Meter über dem Kraterrand des Minamidake, zudem wurde Feuerschein am Krater beobachtet. Am benachbarten Showa-Krater hingegen traten keine Eruptionen auf.
Seismologisch wurden in den vergangenen Tagen nur wenige vulkanische Erdbeben, jedoch gelegentlich vulkanische Erschütterungen registriert. Langfristige GNSS-Messungen zeigen eine anhaltende Aufwölbung tief unter der Aira-Caldera, was auf eine fortgesetzte Magmaansammlung hindeutet. Auch die Emission von Schwefeldioxid bleibt auf hohem Niveau. Bei der letzten Messung am 6. Januar wurde eine Emission von 2800 Tonnen am Tag registriert, was darauf schließen lässt, dass die vulkanische Aktivität auch in der nächsten Zeit anhalten könnte.
Die Behörden warnen Anwohner und Besucher eindringlich vor herabfallenden vulkanischen Bomben, Asche und Schlackenpartikeln, die insbesondere auf der windabgewandten Seite weit transportiert werden können. Zudem können starke Luftdruckwellen Fensterscheiben beschädigen. Bei anhaltendem Ascheregen besteht in Verbindung mit Niederschlägen die Gefahr von Schlammlawinen.