Nationalpark Vulkan Poás vorübergehend geschlossen – Sicherheitsmaßnahmen treffen auf anhaltende vulkanische Aktivität
Vulkanspotter und Naturliebhaber haben es in den letzten Monaten in Costa Rica nicht einfach, denn eine der vulkanischen Hauptattraktionen wurde im letzten Jahr aufgrund erhöhter Aktivität des Vulkans Póas über das Frühjahr hinweg bis zum Sommer geschlossen. Nun wurde eine erneute mehrtägige Schließung angekündigt. Grund hierfür ist aber nicht die erhöhte Aktivität des Vulkans, sondern eine marode Brücke.

In einer offiziellen Meldung der Nationalparkverwaltung heißt es, dass der Nationalpark Vulkan Poás ab dem 21. Januar bis einschließlich 25. Januar, vorübergehend für Besucher geschlossen wird. Grund ist die vorsorgliche Sperrung der Brücke über den Bach Tigre im Sektor Poasito de Poás, nachdem das Ministerium für öffentliche Arbeiten und Verkehr bei einer technischen Inspektion erhebliche strukturelle Schäden festgestellt hat. Die Maßnahme dient der öffentlichen Sicherheit und ist unabhängig von der aktuellen vulkanischen Aktivität, fällt jedoch in eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit rund um den Poás. Ob die Schäden an der Brücke durch die Aktivität des Vulkans verursacht wurden, in deren Rahmen es im letzten Jahr auch zu Bodendeformationen gekommen war, wurde nicht kommuniziert.
Während der Schließung sollen Sicherungsarbeiten durchgeführt und eine provisorische Metallbrücke installiert werden. Parallel dazu wird eine Fertigteilbrücke vorbereitet, über die der Verkehr auf der Nationalstraße 120 innerhalb der kommenden Wochen wiederhergestellt werden soll.
Die Sperrung des Parks erfolgt vor dem Hintergrund einer Aktivitätsphase des Vulkans Poás, die bereits seit Herbst 2024 andauert. In der vergangenen Woche registrierten die Überwachungsinstrumente der OVSICORI-UNA wiederholt kleine phreatische Eruptionen. Diese äußerten sich durch plötzliche Emissionen von Wasserdampf, vulkanischen Gasen und feinen Partikeln, ausgelöst durch das Zusammenwirken von heißem Gestein, Gasen und Grundwasser.
Erdbeben bei San José sorgt für zusätzliche Aufmerksamkeit
Für zusätzliche Aufregung sorgte am 19. Januar ein Erdbeben der Magnitude 4,4, das sich in geringer Tiefe nur wenige Kilometer westnordwestlich des Stadtzentrums von San José ereignete. Das Beben war im zentralen Hochland – in dem auch der Póas liegt – deutlich spürbar, verursachte jedoch nach bisherigen Informationen keine größeren Schäden.
Geoforscher betonen, dass kein direkter Zusammenhang zwischen dem Erdbeben und der Aktivität des Vulkans Poás besteht. Das Epizentrum lag rund 30 bis 35 Kilometer südöstlich des Vulkans und wird dem tektonisch aktiven Störungssystem des Valle Central zugeordnet. Solche Beben sind in Costa Rica keine Seltenheit und stehen in der Regel nicht mit magmatischen Prozessen in Verbindung.