Aso-san: Hubschrauber stürzte auf dem Nakadake ab

Hubschrauber stürzte am Aso-san auf aktiven Vulkankraterkegel – Tragödie wirft Fragen auf

Am japanischen Vulkan Aso auf Kyushu kam es am 20. Januar zu einem schweren Unfall, der international Aufmerksamkeit erregte: Ein Touristenhubschrauber mit drei Menschen an Bord stürzte im Bereich des aktiven Nakadake ab. Offenbar kamen alle drei Insassen ums Leben. Die Bergung gestaltet sich schwierig – nicht zuletzt wegen der besonderen Gefahren, die von einem der aktivsten Vulkane Japans ausgehen.



Aso
Aso-Nakadake

Der Vulkan Aso liegt in der Präfektur Kumamoto und zählt zu den größten Calderavulkanen der Welt. Im Zentrum der weitläufigen Caldera befindet sich der Nakadake. Im Krater befindet sich temporär ein säurehaltiger See, der vulkanische Gase ausstößt und zu phreatischen Eruptionen neigt. Ansonsten ist der Nakedake für seine Ascheeruptionen bekannt, die er phasenweise produziert. Zuletzt war das 2021 der Fall gewesen. Trotz – oder gerade wegen – seiner Aktivität ist der Vulkan eine bedeutende Touristenattraktion. Bei niedrigen Warnstufen dürfen Besucher den Kraterbereich unter strengen Auflagen betreten oder aus der Luft besichtigen.

Zum Zeitpunkt des Unglücks galt für den Aso ein vergleichsweise niedriger Alarmstatus. Der Zugang war nicht grundsätzlich gesperrt, auch touristische Rundflüge waren erlaubt. Aus der Luft lassen sich die Dimensionen der Caldera und der tiefblaue Kratersee des Nakadake besonders eindrucksvoll erleben.  Der abgestürzte Hubschrauber befand sich auf einem dieser Rundflüge und hatte ein älteres Touristenpaar aus Taiwan an Bord. Der Hubschrauber startete am Vormittag zu seinem dritten Flug und sollte nur wenige Minuten unterwegs sein, als der Kontakt abbrach.

Der Nakadake-Krater gilt selbst bei niedriger Warnstufe als anspruchsvolles Fluggebiet, dass von starken auf- und abwinden dominiert wird. Nebel und Gase beeinträchtigen oft die Sicht und es kommt zu Turbulenzen. Doch warum der hubschraub plötzlich abstürzte ist bislang unklar. Erst nach einiger Suche wurden die Wrackteile des Hubschraubers an einer schwer zugänglichen Stelle der Nakadake-Nordflanke entdeckt.

Bergungsmaßnahmen waren nach der Sichtung von Wrackteilen bisher nicht möglich, da dichte Gase und wechselnde Winde einen Abstieg zur Absturzstelle vereitelten. Der Absturzort liegt in einem Gebiet, das selbst für erfahrene Bergretter nur schwer zugänglich ist. Die drei Insassen gelten offiziell als vermisst. Ob und wann eine Bergung möglich sein wird, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung der vulkanischen und meteorologischen Lage ab.

Der Vorfall dürfte eine erneute Debatte darüber auslösen, wie nah touristische Aktivitäten an aktive Vulkane heranreichen dürfen.

Dem nicht genug, kam es kürzlich auch am Fuji zu einem Bergunfall, der die Diskussion über Kostenübernahme im Falle eines Rettungseinsatzes entfachte.