Stromboli: Erdbeben in großer Tiefe und Sturmschäden

Erdbeben Mb 3,3 vor der Nordküste – Hafen aufgrund von Sturmschäden bis auf Weiteres geschlossen

Wenige Kilometer vor der Nordküste der Liparischen Insel Stromboli manifestierte sich gestern Abend um 20:34:37 UTC ein Erdbeben der Magnitude 3,3. Aufgrund der großen Tiefe des Hypozentrums von 271 Kilometern wurde es auf der Insel nicht verspürt. Dahingegen wurde die gefährliche Brandung, die in den letzten Tagen infolge des Zyklons „Harry“ aufkam, sehr wohl verspürt. Zudem verursachte sie Schäden am Hafen des kleinen Inselvulkans.




Stromboli
Stromboli. © EMSC/Leaflet

Obwohl der Fährverkehr zu den Liparischen Inseln heute wieder anlief, war der Hafen von Stromboli davon ausgenommen: Die Schäden am Anleger sind so groß, dass er bis auf Weiteres gesperrt wurde. Erst nach einer sorgfältigen Inspektion soll entschieden werden, ob hier demnächst wieder Tragflächenboote und Fähren anlegen dürfen. In Notfällen kann eine Abreise von Stromboli über den kleinen Hafen von Ginostra organisiert werden. Ob es im Zuge des Sturms auch wieder zu Murenabgängen kam, wurde nicht kommuniziert. Vermutlich waren die Regenfälle hier nicht so stark wie zuletzt im Frühsommer, als die Lahare und Muren abgingen.

Das eingangs erwähnte Erdbeben fand in ungewöhnlich großer Tiefe statt und könnte sich an einem Stück subduzierter Ionischer Platte zugetragen haben. Das Erdbeben kam nicht allein, sondern reiht sich in eine Bebenserie ein, die in den letzten 2 Wochen Süditalien heimsuchte. Neben dem ionischen Meer wurde auch die Nordküste von Sizilien von mittelstarken Erdbeben erschüttert.

Die Beben wirkten sich bis jetzt nicht auf die Aktivität des Vulkans Stromboli aus. Der Tremor bewegt sich im gelben Bereich und ist seit Tagen unauffällig. Die meisten geophysikalischen Messwerte bewegen sich auf mittlerem Niveau, sofern welche vorliegen. Viele Daten wurden zuletzt nicht aktualisiert. Vermutlich sind die Geräte oder Verbindungen infolge des Sturms ausgefallen oder konnten keine Daten sammeln. Ungewöhnliche Eruptionen haben sich aber nicht ereignet. Hinweise auf eine bevorstehende Aktivitätssteigerung gibt es ebenfalls nicht.