Merapi: 79 Abgänge glühender Schuttlawinen

Anhaltende Aktivität am Lavadom des Merapi – Abgänge glühender Schuttlawinen beobachtet

Am indonesischen Vulkan Merapi auf Java hält die Steinschlag- und Schuttlawinenaktivität weiter an, hat sich seit Oktober aber verringert. Aus den Statistiken des VSI geht hervor, dass gestern 79 sogenannte Lawinenbeben registriert wurden. Hierbei handelt es sich um seismische Signale, die durch Steinschläge und Schuttlawinen entstehen. Sie hatten Amplituden zwischen 2 und 50 Millimeter und dauerten von teils mehr als zwei Minuten. Diese Signale spiegeln die Instabilität der Gipfelregion und der Lavadome wider. Livecamaufahmen dokumentierten die Ereignisse.

Merapi

Darüber hinaus traten 59 Hybrid- beziehungsweise Mehrphasenbeben auf. Diese gelten als typisch für aktive Vulkane, da sie sowohl Bruchprozesse im Gestein als auch die Bewegung von Magma oder vulkanischen Gasen anzeigen. Ihre Amplituden lagen zwischen 2 und 27 Millimetern, die gemessenen Magnituden reichten von 0,2 bis 0,8, bei Dauern von bis zu rund einer Minute. Ergänzt wird das seismische Bild durch vier flache vulkanische Erdbeben mit vergleichsweise hohen Amplituden sowie drei tektonische Fernbeben, die ihren Ursprung außerhalb des Vulkans hatten, aber dennoch deutlich registriert wurden.

Auf Basis dieser Daten warnen die Überwachungsbehörden vor einem weiterhin deutlich ausgeprägten Gefahrenpotenzial. Besonders im süd-südwestlichen Sektor des Merapi können Lavalawinen und pyroklastische Ströme auftreten, die dem Lauf des Boyong-Flusses bis zu fünf Kilometer folgen und die Flüsse Bedog, Krasak und Bebeng sogar bis zu sieben Kilometer erreichen können. Im Südosten sind der Woro-Fluss bis zu drei Kilometer und der Gendol-Fluss bis zu fünf Kilometer potenziell betroffen. Sollte es zu einem explosiven Ausbruch kommen, kann ausgeworfenes vulkanisches Material einen Umkreis von bis zu drei Kilometern um den Gipfel erreichen.

Die Beobachtungsdaten deuten darauf hin, dass weiterhin Magma in das Fördersystem nachströmt. Dieser anhaltende Magmanachschub erhöht die Wahrscheinlichkeit von Abbrüchen am Lavadom und kann innerhalb der Gefahrenzonen jederzeit neue Lawinen und sogar pyroklastische Ströme auslösen. Die Bevölkerung wird daher eindringlich aufgefordert, alle Aktivitäten in den ausgewiesenen Gefahrenbereichen zu unterlassen.

Vulcano: 3 schwache Erdbeben im Norden der Insel

Seismometer registrierten 3 schwache Erdbeben im Norden von Vulcano bzw. Vulcanello

Die Lipareninsel Vulcano wurde in den letzten Tagen von 3 Mikrobeben erschüttert, die sich im Norden der Insel manifestierten. Zwei der Beben lagen offshore, kurz vor der Küste der Halbinsel Vulcanello, ein drittes Beben wurde an der Ostküste registriert. Die Beben waren alle sehr schwach und hatten Hypozentren in Tiefen von weniger als 5 Kilometern. Über den Ursprung der Beben lässt sich nur spekulieren. Sie könnten rein tektonischer Natur gewesen sein oder von Fluidaufstieg entlang von Störungszonen verursacht worden sein. Eine Bedrohung stellen sie nicht dar, verdeutlichen aber, dass der Untergrund der Region weiterhin sehr lebendig ist.

Vulcano ist komplett vulkanischen Ursprungs und da macht die Halbinsel Vulcanello keine Ausnahme. Sie bildet den jüngsten Teil von Vulcano und ist erst etwas mehr als 2000 Jahre alt.  Zu Zeiten der Römer begann sie, aus dem Meer aufzutauchen, und stellte zunächst eine eigenständige Insel dar. Antike Autoren berichten, dass sich 183 v. Chr. nahe der Küste Siziliens eine neue Insel aus dem Meer erhob. Diese Beschreibung wird heute allgemein mit der Entstehung von Vulcanello in Verbindung gebracht. Sie wuchs in mehreren Phasen und man kann davon ausgehen, dass auch diese Geburt nicht ohne Wehen ablief: Normalerweise dauert es mehrere Jahrzehnte, bis sich eine stabile Vulkaninsel bildet, die nicht schnell wieder erodiert wird.

Die eruptierte Lava war vergleichsweise zäh und führte zur Bildung von flachen, blockreichen Lavaströmen. In den folgenden Jahrhunderten kam es zu mehreren weiteren Ausbruchsphasen, insbesondere um 126 v. Chr. und im 4. Jahrhundert. Der bislang jüngste Ausbruch ereignete sich im 16. Jahrhundert. Insgesamt entstanden bei den Eruptionen drei kleine Schlackenkegel, die heute das charakteristische Erscheinungsbild von Vulcanello prägen.

Erst im 16. Jahrhundert wurde Vulcanello dauerhaft mit der Hauptinsel Vulcano verbunden. Pyroklastische Ablagerungen und Küstensedimente füllten den Meeresarm zwischen beiden Inseln auf und bildeten den heutigen Isthmus. Seitdem ist Vulcanello eine Halbinsel.

Die Entstehungsgeschichte von Vulcanello ist eines der seltenen Beispiele, bei denen vulkanische Neubildung von Land nicht nur geologisch nachweisbar, sondern auch historisch überliefert ist.

Popocatépetl mit nächtlichen Explosionen Mitte Dezember

Popocatépetl zeigt wiederauflebende Aktivität – Ascheemissionen, Rotglut und anhaltende Warnstufe Gelb

Der Vulkan Popocatépetl hat in den vergangenen beiden Tagen eine leicht verstärkte Aktivität gezeigt, die sich bereits am Wochenende durch Warmglühen des Vulkans ankündigte. Nach Angaben des Nationalen Zentrums für Katastrophenprävention (CENAPRED) wurden am 14. und 15. Dezember mehrere Explosionen, sowie ein wiederauflebender Tremor registriert. Zudem kam es zu einem vulkanotektonischen Erdbeben. Die Vulkanwarnstufe bleibt unverändert auf Gelb, Phase 2.

El Popo

Heute Morgen meldete das Washingtoner Vulkanasche-Warnzentrum (VAAC) eine Ascheemission des Vulkans, die mehrere Minuten lang anhielt. Demnach stieg die Asche bis in Höhen von etwa 5.800 Metern über dem Meeresspiegel (FL190) auf und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von fünf Knoten (ca. 10 km/h) in nordwestlicher Richtung. Satellitenbilder zeigten zwar keine deutlich ausgeprägte Aschewolke, dennoch schließen die Vulkanologen weitere Emissionen nicht aus. Die Prognose gilt aufgrund wechselnder Windbedingungen als unsicher.

Parallel dazu registrierte Cenapred innerhalb von 24 Stunden sieben Exhalationen von Asche-Dampf-Wolken, einen etwa vier Minuten andauernden Tremor sowie das oben erwähnte vulkanotektonische Erdbeben. Bereits am Vortag waren acht Ausatmungen und 54 Minuten Tremor aufgezeichnet worden, nachdem in den Tagen zuvor der Tremor ausgeblieben war. Nachts zeigte sich auf hoch lichtempfindlichen Kameras eine schwache Rotglut die Wolken und Dampf illuminierte. Diese Signale deuten auf die fortgesetzte Bewegung von Magma und Gasen im Fördersystem des Vulkans hin. Möglicherweise wächst ein Lavadom im Schlot.

Die Behörden warnen die Bevölkerung eindringlich davor, sich dem Popocatépetl zu nähern. Insbesondere der Kraterbereich gilt als hochgefährlich, da es jederzeit zu Explosionen mit dem Auswurf glühender Gesteinsfragmente kommen kann. Die Sperrzone mit einem Radius von zwölf Kilometern um den Krater bleibt strikt bestehen. Zudem weist Cenapred darauf hin, dass bei starken Regenfällen in den Schluchten rund um den Vulkan die Gefahr von Schlamm- und Gerölllawinen besteht.

Der Popocatépetl, einer der aktivsten Vulkane Mexikos, wird rund um die Uhr überwacht. Behörden betonen, dass sich die Bevölkerung ausschließlich über offizielle Kanäle informieren und Anweisungen des Zivilschutzes befolgen soll. Änderungen der Aktivität oder der Warnstufe würden umgehend bekannt gegeben.

Mayon: Steinschlagaktivität und Überflugverbot

Anhaltende Unruhe am Vulkan Mayon: Steinschläge, Gasemissionen und Flugbeschränkungen

Am philippinischen Vulkan Mayon (Provinz Albay) hält die vulkanische Unruhe weiter an. Das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (PHILVOLCS) registrierte innerhalb von 24 Stunden sechs Steinschlagereignisse am Vulkankegel. Die Beobachtungen erfolgten zwischen Sonntagmittag und Montagmittag und sind Teil der laufenden Überwachung des als aktivsten Vulkan des Landes geltenden Mayon.

Nach Angaben der Vulkanologen wurden im selben Zeitraum keine vulkanischen Erdbeben aufgezeichnet. Dennoch beobachteten die Wissenschaftler ein schwaches Kraterglühen, das nur mit einem Teleskop sichtbar war. Phivolcs-Direktor Teresito Bacolcol erklärte, dass diese Phänomene weiterhin auf eine geringe, aber anhaltende Aktivität des Vulkans hinweisen. Zudem bleibt der Vulkan aufgebläht, was auf magmatische Prozesse im Inneren des Fördersystems schließen lässt. Der Dom wächst langsam weiter – erst in der letzten Woche schoben sich markante Spines aus ihm heraus. Diese turmartigen Gebilde aus Lava sind kollapsgefährdet.

Bei den jüngsten Schwefeldioxidmessungen vom 10. Dezember wurden Emissionswerte von 307 Tonnen pro Tag gemessen. Mäßige Dampffahnen stiegen aus dem Gipfelbereich auf und drifteten in Richtung Westnordwest und Westsüdwest.

Angesichts der anhaltenden Unruhe bleibt für den Mayon weiterhin Alarmstufe 1 in Kraft. Diese steht für eine geringe vulkanische Aktivität, schließt einen kurzfristigen Ausbruch jedoch nicht völlig aus. Laut Phivolcs besteht derzeit keine unmittelbare Ausbruchsgefahr.

Die philippinische Zivilluftfahrtbehörde (CAAP) verlängerte unterdessen ihre Flugsicherheitswarnung (NOTAM) und hält die Flugbeschränkungen im Umfeld des Vulkans aufrecht. Der gesperrte Luftraum reicht bis in eine Höhe von 11.000 Fuß (ca. 3350 m). Flugbetreiber werden angewiesen, das Gebiet zu meiden.

Anwohner werden weiterhin vor möglichen Gefahren gewarnt, darunter plötzlich auftretende phreatische Eruptionen, Steinschläge, Erdrutsche sowie Schlammströme, sofern starke Regenfälle auftreten sollten. Das Betreten der permanenten Gefahrenzone im Umkreis von sechs Kilometern um den Gipfel bleibt strikt untersagt.

Der Mayon ist nicht der einzige als aktiv eingestufte Vulkan der Philippinen. Obwohl es in den letzten Wochen um den Kanlaon ruhiger geworden ist, könnte er jederzeit seine Aktivität verstärken. Der Vulkan gilt immer noch als aufgebläht und in den letzten 24 Stunden wurden 6 vulkanotektonische Erdbeben registriert. Der Schwefeldioxidausstoß lag bei 1340 Tonnen am Tag und somit deutlich höher als man Mayon.

Fuego: Starke strombolianische Explosionen beobachtet

Fuego erzeugte Serie stärkerer explosiver Eruptionen – Vulkanasche in 5500 m Höhe detektiert

Der Fuego in Guatemala ist in den letzten Stunden ausgesprochen aktiv gewesen und erzeugte mehrere starke Explosionen, bei denen Vulkanasche bis auf eine Höhe von 5500 m aufgestiegen ist und sich mit dem Wind in südwestlicher Richtung ausbreitete. Dabei erreichte sie mit einer Geschwindigkeit von 5 Knoten (fast 10 km/h) fast die Pazifikküste. Die geringe Windgeschwindigkeit dürfte mit ein Grund dafür sein, dass die Asche wesentlich höher als sonst aufgestiegen ist. Unter der Aschewolke kam es zu leichtem Ascheregen.

Zumindest eine der Explosionen wurde heute Nacht von der Afar-TV-Livecam gefilmt. Das Bild hier ist ein mit Hilfe von KI verbesserter Screenshot, der aber das Wesen der Eruption unverfälscht wiedergibt.

Am Samstag bewegte sich die Aktivität noch im normalen Rahmen, wie aus einem INSIVUMEH-Bericht von heute hervorgeht. Die Vulkanbeobachtungsstation am Volcán de Fuego berichtete von günstigen Bedingungen für die Kraterbeobachtung, was ja nicht immer der Fall ist. Pro Stunde traten vier bis neun schwache bis mittelstarke Explosionen auf, die graue Aschesäulen in Höhen von 4.500 bis 4.800 Metern über dem Meeresspiegel aufsteigen ließen. Diese Eruptionssäulen wurden vom Wind nach Südwesten getragen und konnten Entfernungen von 10 bis 40 Kilometern erreichen.

Manche Explosionen schleuderten glühendes Material bis zu 100 Meter über den Kraterrand hinaus, während andere ein leises Grollen erzeugten, das in den Orten am Fuß des Vulkans zu hören gewesen war. Außerdem hörten Vulkanbeobachter Entgasungsgeräusche, die an das Pfeifen einer Lokomotive erinnerten. Leichter Ascheregen wurde über den Orten Panimaché I und II, Morelia sowie den umliegenden Gebieten erwartet.

Die Vulkanologen halten ihre Warnung aufrecht, dass bei Regenfällen die Gefahr von Schlammlawinen (Laharen) besteht, weshalb geraten wird, sich von den betroffenen Schluchten fernzuhalten. Außerdem gilt weiterhin das Besteigungsverbot für den Fuego, was auch für den Grat zwischen Acatenango und Fuego gilt. Dort war es Anfang des Monats zu einem Unfall gekommen, als ein Vulkantourist von Lavabomben getroffen wurde.

Popocatépetl: Nächtliches Warmglühen und Ascheemissionen

Auflebende Aktivität am Popocatépetl: Ascheemissionen und nächtliches Anglühen

Der mexikanische Vulkan Popocatépetl hat heute erneut vulkanische Asche freigesetzt. Am 14. Dezember veröffentlichte das Washington Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) eine Warnmeldung zu gelegentlichen Ascheemissionen, die sich bis in Höhen von 6000 m erstreckten. Die Aschewolke verlagerte sich mit etwa 10 Knoten in südöstliche Richtung, konnte jedoch auf Satellitenbildern nicht eindeutig identifiziert werden, vermutlich aufgrund dichter meteorologischer Bewölkung. Modellrechnungen deuteten darauf hin, dass die Emissionen noch mehrere Stunden anhalten könnten.

Diese kurzfristigen Ereignisse fügen sich in ein seit Jahrzehnten bekanntes Aktivitätsmuster ein. Nach Angaben des Nationalen Zentrums für Katastrophenprävention (CENAPRED) ist der Popocatépetl seit 1994 in einer Phase anhaltender erhöhter Aktivität. Kennzeichnend dafür sind die wiederholte Bildung kleiner Lavadome im Krater sowie deren Zerstörung durch Explosionen und Eruptionen unterschiedlicher Stärke.

Der am Freitag veröffentlichte Monatsbericht für November 2025 beschreibt insgesamt eine stabile Entwicklung. Im Vergleich zum Oktober gingen die Zahl der Tremorereignisse sowie der langperiodischen und vulkanisch-tektonischen Erdbeben zurück; gleichzeitig wurde die niedrigste Tremoraktivität des gesamten Jahres registriert. Dennoch traten weiterhin Exhalationen auf, die gelegentlich geringe Aschemengen und vereinzelt ballistische Fragmente freisetzten, welche in unmittelbarer Kraternähe niedergingen.

Satellitenanalysen zeigten nahezu durchgehend eine thermische Anomalie am Boden des inneren Kraters, die auf das Vorhandensein kleiner Lavakörper oder eines geringmächtigen Lavastroms hindeutet. Fachleute führen diese Erscheinungen auf einen magmatischen Zustrom geringen Volumens zurück.

Für die kommenden Wochen erwarten die Experten keine grundlegende Veränderung des Aktivitätsniveaus. Möglich bleiben jedoch sporadische Explosionen, Ascheemissionen und kleinere Eruptionen. Der Vulkan wird daher weiterhin rund um die Uhr überwacht, da sich sein Verhalten jederzeit ändern kann.

Während der Trend des niedrigen Tremors auch in den letzten Tagen anhielt – gestern wurde überhaupt kein Tremor registriert – wurden nächtliche Beobachter vom Popocatépetl überrascht, denn er zeigte zum ersten Mal seit mehreren Tagen wieder roten Lichtschein, der Dampf und Wolken illuminierte, die über seinem Gipfel schwebten. Ein Anzeichen für Magma im Förderschlot oder sogar für still ablaufendes Domwachstum.

Marapi auf Sumatra eruptierte 1200 m hohe Aschewolke

Vulkan Marapi stößt bis zu 1200 Meter hohe Aschewolke aus – VONA-Warnung ausgegeben

Der Vulkan Marapi auf der indonesischen Insel Sumatra ist am Sonntag, dem 14. Dezember 2025, erneut ausgebrochen. Nach Angaben der lokalen Vulkanbeobachtungsstation (PGA) ereignete sich die Eruption um 16:37 Uhr Ortszeit (WIB). Dabei wurde eine Aschesäule bis in eine Höhe von rund 1200 Metern über dem Gipfel ausgestoßen, was einer Gesamthöhe von etwa 4091 Metern über dem Meeresspiegel entspricht.

Das VAAC Darwin gab eine VONA-Warnung aus, nach der sich die Asche auf FL140 in Richtung Norden bewegt. FL140 entspricht einer Höhe von ca. 4300 m über dem Meeresspiegel.

Beobachter beschrieben die Aschewolke von heute als grau mit mittlerer Intensität, die sich überwiegend in nördlicher Richtung ausbreitete. Der Ausbruch wurde seismisch deutlich registriert: Ein Seismograph zeichnete eine maximale Amplitude von 9,8 Millimetern bei einer Dauer von etwa 61 Sekunden auf.

Die Seismizität des Vulkans ist eher gering, mit nur wenigen vulkanotektonischen Erdbeben am Tag. Gestern wurden aber 4 nicht-harmonische Tremorphasen registriert.

Es war die vierte Eruption im Dezember. Anfang des Monats hatte es bereits zwei vergleichbare Ereignisse gegeben. Zuletzt brach der Marapi am 11. Dezember aus, doch aufgrund des schlechten Wetters konnte die Eruptionswolke nicht beobachtet werden.

Der Marapi liegt in den Regierungsbezirken Agam und Tanah Datar in der Provinz Westsumatra und zählt zu den aktivsten Vulkanen Indonesiens. Der etwa 2891 Meter hohe Stratovulkan ist Teil des pazifischen Feuerrings und bekannt für häufige, meist explosive Ausbrüche. Aufgrund seiner Nähe zu dicht besiedelten Regionen stellt er eine erhebliche Gefahr für die lokale Bevölkerung dar.

Aktuell gilt für den Vulkan weiterhin Alarmstufe II (Waspada). Das indonesische Zentrum für Vulkanologie und geologische Gefahrenabwehr (PVMBG) hat die Bevölkerung sowie Touristen eindringlich aufgefordert, einen Sicherheitsradius von mindestens drei Kilometern um den aktiven Verbeek-Krater einzuhalten. Zudem wird vor sekundären Gefahren gewarnt, insbesondere vor durch starke Regenfälle ausgelösten Laharen.

Diese Schlamm- und Geröllströme können sich entlang der Flüsse entwickeln, die am Vulkan entspringen, und stellen vor allem während der Regenzeit eine große Bedrohung dar. Ein vergleichbares Ereignis im Mai 2024 hatte zahlreiche Todesopfer gefordert.

Puracé: Anhaltende Eruptionen fördern Aschewolken

Warnung vor Vulkanaschewolken am Vulkan Puracé – Asche bis in 5500 Metern Höhe aufgestiegen

Der Vulkan Puracé in Kolumbien stößt weiterhin Aschewolken aus. Am Morgen des 13. Dezember wurde 09:10 UTC eine Aschewolke beobachtet, die bis in etwa 5.500 Meter Höhe reichte und nach Westen driftete. Es wurde eine VONA-Warnung für den Flugverkehr ausgegeben. Die Aschewolke bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 19 km/h in westlicher Richtung. In den nächsten Stunden wird die Wolke voraussichtlich weiterziehen und sich leicht nach Nordwesten verlagern.

Puracé

Satellitenbilder zeigen die Aschewolke ungefähr 18 Kilometer westlich vom Gipfel. Vulkanologen gehen davon aus, dass die Asche-Emissionen anhalten und sich die Aschewolke in den nächsten 12 Stunden weiter in Richtung Nordwesten ausbreiten wird. Für tieffliegende Flugzeuge könnte sie eine Gefahr darstellen, zudem kommt es am Boden unter der Aschewolke zu Ascheregen.

MIROVA registriert eine sehr schwache Thermalstrahlung mit der VIIRS35-Sensorik.

Die kolumbianischen Behörden haben wegen der anhaltenden Aktivität die Alarmstufe Orange für den Vulkan Puracé ausgerufen. Der Geologische Dienst (SGC) meldet weiterhin seismische Aktivitäten unter dem Krater, die auf Bewegungen von Flüssigkeiten und Gasen im Inneren des Vulkans hinweisen. Diese Aktivitäten gehen einher mit mehreren schwachen Erdbeben und Gesteinsbrüchen in einer Tiefe von weniger als 3 Kilometern.

Die Ascheausstöße, die sich je nach Windrichtung ausbreiten, wurden insgesamt zehnmal registriert und haben auch Warnungen der Luftfahrtbehörden ausgelöst. Außerdem werden weiterhin hohe Mengen an Schwefeldioxid (SO₂) in der Atmosphäre gemessen, die sich bis zu 300 Kilometer vom Vulkan entfernt verteilen.

Im Kraterbereich wird ein Temperaturanstieg verzeichnet, der vermutlich durch den Austritt heißer Gase aus dem Vulkaninneren verursacht wird.

Die Behörden bitten die Bevölkerung dringend, den Krater und umliegende Gebiete zu meiden. Außerdem sollten alle Anweisungen der Notfalldienste und Katastrophenschutzbehörden befolgt werden.

Da Vulkanasche für Gesundheit und Technik gefährlich sein kann, sollten Menschen in betroffenen Regionen bei Aschefall Fenster und Türen geschlossen halten, im Freien eine Maske oder ein feuchtes Tuch vor Mund und Nase tragen und empfindliche Geräte schützen.

Fuego: Langanhaltende Eruption verursachte Ascheregen

Lang anhaltende Eruption am Fuego verursachte Ascheniederschlag im Süden des Vulkans

Der guatemaltekische Vulkan Fuego bleibt auch Mitte Dezember aktiv und stößt mehrmals stündlich glühende Tephra sowie Aschewolken aus. Der ortsansässige Fotograf Diego Rizzo dokumentierte gestern eine ungewöhnlich lang anhaltende Ascheeruption, als er am benachbarten Acatenango unterwegs war. Die Asche wurde vom Wind in Richtung Süden verfrachtet und stieg bis auf eine Höhe von 4.900 m auf. Für den Flugverkehr wurde eine VONA-Warnung ausgelöst. In den Gemeinden unter der Aschewolke kam es zu Ascheniederschlag.

Die Katastrophenschutzbehörde CONRED warnt regelmäßig vor den Folgen des Ascheregens am Fuego und empfiehlt der Bevölkerung in solchen Fällen, sich in Gebäuden aufzuhalten, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Zisternen abzudecken. Im Freien wird das Tragen von Staubschutzmasken empfohlen: Anders als etwa gerundete Sandpartikel ist Vulkanasche scharfkantig und kann die Atemwege ähnlich schädigen wie Flugzeugturbinen. Ascheablagerungen auf Fahrzeugen sollten nicht abgefegt, sondern mit viel Wasser abgespült werden, da sonst Lackschäden drohen. Hausdächer sind ebenfalls regelmäßig zu reinigen, da bereits wenige Zentimeter mächtige, feuchte Ascheablagerungen so schwer werden können, dass sie Dächer einstürzen lassen.

Die Vulkanologen vom INSIVUMEH bestätigten die anhaltenden Eruptionen und bestimmten die Ausbruchsfrequenz auf 8 bis 11 Explosionen pro Stunde, wobei die Asche normalerweise bis auf 4.800 m Höhe aufsteigt. Die Explosionen fördern glühende Tephra bis zu gut 200 m über den Krater. Sie werden von grollenden Geräuschen und gelegentlichen Druckwellen begleitet, die in den Ortschaften am Fuß des Vulkans Fensterscheiben klirren lassen. Im Falle von Niederschlägen wird ausdrücklich vor Laharen gewarnt.

Eine Warnung gilt auch für die Besteigung des Grates, der den Acatenango mit dem Fuego verbindet. Bei stärkeren Eruptionen droht dort ein Bombardement mit glühenden Schlacken, dem man nur schwer entkommen dürfte. Problematisch ist jedoch, dass sich einheimische Vulkanführer offenbar wenig um die Verbote kümmern und weiterhin Hunderte ahnungsloser oder naiver Touristen über den Grat bis in Kraternähe führen. Ähnlich überlaufen ist inzwischen auch der Krater des Acatenango, in dem sich ein regelrechtes Zeltdorf etabliert hat. Offenbar schläft es sich mitten im Krater eines noch als aktiv geltenden Vulkans besonders gut und sicher. Der Acatenango brach zuletzt übrigens im Jahr 1972 aus.