Japan: Schadenbilanz zum Erdbeben Mw 6,8

Starkes Erdbeben in Kumamoto – Schäden, Opfer und keine unmittelbare Reaktion der Vulkane in Japan

Am 28. Juli 2026 wurde die japanische Insel Kyūshū, wie berichtet, von einem starken Erdbeben der Magnitude 6,8 erschüttert. Das Beben ereignete sich um 16:27 Uhr Ortszeit in der Präfektur Kumamoto und hatte ein Hypozentrum in 10 Kilometern Tiefe, etwa 14 Kilometer südöstlich der Stadt Kumamoto. Die JMA registrierte örtlich die höchste Erdbebenintensität Shindo 7, die stärkste Kategorie des japanischen Intensitätssystems.

Direkt nach dem Erdbeben waren die genauen Auswirkungen der starken Erschütterungen noch nicht absehbar. Zwei Tage nach dem Ereignis zeichnet sich nun eine erste Schadensbilanz ab.

Kumamoto

Die schwersten Schäden traten in den Gemeinden rund um Kumamoto, Yatsushiro, Uki und Kashima auf. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt, wobei großflächige Totalkollapse, wie sie zuletzt nach dem schweren Erdbeben in Venezuela zu beobachten waren, ausblieben. Dennoch stürzten Fassaden ein, und in mehreren Bereichen kam es zu Bränden sowie Gaslecks. Auch Straßen, Brücken und Versorgungsleitungen wurden in Mitleidenschaft gezogen. Besonders betroffen waren einzelne Industrie- und Gewerbeanlagen, in denen es infolge des Bebens zu schweren Unfällen kam. In einem Werk von Nippon Paper Industries stürzte ein Schornstein ein und verschüttete acht Mitarbeiter. Besonders folgenschwer war eine Explosion in einer Aeon-Mall, die sich rund 80 Minuten nach dem Erdbeben infolge eines Gaslecks ereignete. Der Vorfall verdeutlicht, wie wichtig es ist, nach einem starken Erdbeben die Gaszufuhr umgehend abzustellen. Zudem stürzten Teile der Befestigungsmauer der historischen Burg von Kumamoto ein.

Die Zahl der Todesopfer stieg nach den ersten Rettungsmaßnahmen weiter an und liegt inzwischen bei 35. Bei einigen der zuletzt gemeldeten Todesfälle wird allerdings noch geprüft, ob sie unmittelbar auf die Auswirkungen des Erdbebens zurückzuführen sind. Darüber hinaus wurden zahlreiche Menschen verletzt.

Die Erschütterungen des Hauptbebens und der zahlreichen Nachbeben hatten bislang keine erkennbaren Auswirkungen auf die nahe gelegenen Vulkane Aso und Unzen, die von den Vulkanologen aufmerksam überwacht werden. Trotz der starken Erschütterungen wurden bisher keine ungewöhnlichen Veränderungen der vulkanischen Aktivität festgestellt. Das gilt ebenso für den Vulkan Kirishima.

Der bereits vor dem Erdbeben aktive Sakurajima eruptierte in den vergangenen Tagen zwar verstärkt Vulkanasche. Da sich der Vulkan jedoch bereits zuvor in einer aktiven Phase befand, lässt sich derzeit kein ursächlicher Zusammenhang zwischen der erhöhten Eruptionsaktivität und dem Erdbeben herstellen.