Kanaren: Erdbeben Mb 3,3 vor El Hierro

Erdbeben vor der Südküste der Kanareninsel El Hierro – Erinnerungen an 2010 werden wach

Heute Vormittag registrierten Seismologen ein Erdbeben der Magnitude 3,3 im Gebiet der Kanarischen Inseln, mit Epizentrum nahe der Südküste der Insel El Hierro. Das Beben ereignete sich um 11:16 Uhr UTC und lag rund 14 Kilometer südwestlich von Frontera. Mit einer Herdtiefe von etwa 27 Kilometern gehört es zu den tiefer gelegenen Erschütterungen, wie sie für die jüngste Insel der Kanaren typisch sind.




El Hierro, © EMSC

Vermutlich handelte es sich um ein vulkanotektonisches Erdbeben, das durch Spannungsumlagerungen infolge von Fluidbewegungen im Untergrund ausgelöst wurde. El Hierro liegt direkt über einem Hotspot, aus dem Magma aus dem oberen Erdmantel aufsteigt. Auch wenn dieses Magma nicht zwangsläufig die Oberfläche erreicht, kann es in der Tiefe Druck auf das umgebende Gestein ausüben. Die Folge sind Brüche und kleine Verschiebungen, die sich seismisch bemerkbar machen. Einzelne Beben dieser Stärke gelten als Teil der normalen Hintergrundaktivität der Insel und stellen für sich genommen keinen Hinweis auf einen bevorstehenden Ausbruch dar.

Die aktuelle Erschütterung weckt jedoch Erinnerungen an die Ereignisse im Jahr 2010, als El Hierro eine ausgeprägte seismische Krise erlebte, die letztendlich zum Ausbruch eines submarinen Vulkans unweit des aktuellen Erdbebengebiets führte. Damals begannen tief liegende Erdbebenschwärme vor der Nordküste, die im Laufe mehrerer Wochen gen Süden migrierten. Die ersten Erschütterungen lagen ebenfalls in Tiefen von 20 bis 30 Kilometern. Innerhalb von Monaten nahmen Anzahl und Intensität der Beben zu, begleitet von messbaren Bodenhebungen. Diese Prozesse deuteten auf aufsteigendes Magma hin und mündeten schließlich im Unterwasservulkanausbruch von 2011 südlich von La Restinga.

Bis jetzt deuten die vereinzelten Beben der letzten Zeit nicht auf eine Wiederholung der damaligen Ereignisse hin. Solange keine Häufung von Erdbeben und auch keine Bodendeformationen auftreten, bleibt das aktuelle Ereignis ein geologisch erklärbares Einzelbeben.

Während das Beben auf El Hierro ein Einzelbeben ist, gab es in der letzten Woche wieder zahlreiche Erschütterungen auf Teneriffa und unter der Meerenge Richtung Gran Canaria. Das aktuelle GUAYOTA von INVOLCAN bescheinigte das Auftreten von 69 Erschütterungen und anhaltende CO₂-Emissionen. Aktuell sieht es so aus, dass der nächste Vulkanausbruch der Kanaren auf Teneriffa stattfinden wird.