Kanlaon mit Eruption am 17. Mai 2026 – Aschewolke in 4000 m Höhe
Der philippinische Vulkan Kanlaon hat am Morgen des 17. Mai 2026 erneut Vulkanasche ausgespien. Nach Angaben des VAAC Tokyo ereignete sich der Vulkanausbruch um 10:08 Uhr Ortszeit (02:08 UTC) und brachte eine 46 Minuten andauernde Ascheemission aus dem Gipfelkrater hervor. Dabei wurden graue Aschewolken gefördert, die bis auf 4000 m Höhe aufsteigen. PHILVOLCS bestätigte die Eruption und schreibt von einer Eruptionswolke, die bis zu 1.500 Meter über den Krater aufstieg und bei schwachem Wind langsam in südwestliche Richtung driftete.
Livecamaufnahmen dokumentierten die Eruption, die bei schönstem Wetter stattfand. Dass die Aschewolke höher als üblich aufstieg, war nicht unbedingt einer signifikant stärkeren Explosion als sonst zu verdanken, sondern dem geringen Wind, der mit nur ca. 4 km/h wehte, wie der VONA-Meldung zu entnehmen ist.
Das VAAC Tokyo registrierte die Eruption anhand von Satellitendaten des Wettersatelliten Himawari-9. Demnach erreichte die eruptive Wolke zeitweise etwa Flugniveau FL130.
Darüber hinaus registrierten die Messstationen am Vulkan in den letzten 24 Stunden sechs vulkanisch bedingte Erdbeben, darunter zwei vulkanische Tremorphasen mit einer Dauer von vier bis sechs Minuten. Zusätzlich bleibt der Vulkanbaukörper aufgebläht, was ein Hinweis darauf ist, dass sich weiterhin Magma oder vulkanische Fluide im Untergrund bewegen.
Die gemessene Schwefeldioxid-Emission (SO₂) lag am 16. Mai bei 206 Tonnen pro Tag, was deutlich unter den früheren Werten liegt. Messreihen zeigen, dass sich die Werte im Wochenverlauf deutlich verringerten und nur noch etwa 10% dessen betragen, was in der Vorwoche gemessen wurde. Wenn die Messungen korrekt waren, dann entgast deutlich weniger Magma oberflächennahe als zuvor.
Die Behörden halten ihre eindringliche Warnung aufrecht, die permanente Gefahrenzone im Radius von vier Kilometern um den Gipfel nicht zu betreten. Besonders gefährlich bleiben plötzliche phreatische (dampfgetriebene) Explosionen, die ohne Vorwarnung auftreten können.
Die aktuelle Ascheemission verdeutlicht, dass der Kanlaon weiterhin in einer Phase erhöhter Aktivität bleibt. Ob sich daraus eine stärkere Eruption entwickelt, ist derzeit offen.
