Mayon zeigt frische Lava am Dom – Zahlreiche pyroklastische Ströme unterwegs
Der philippinische Vulkan Mayon steigerte in den letzten Stunden seine Aktivität weiter und erzeugt am laufenden Band Steinschläge, Schuttlawinen und pyroklastische Dichteströme, die immer größere Gleitstrecken haben. Die Ursache liegt in einem beschleunigten Domwachstum: Auf Livecamaufnahmen erkennt man zwischen den Aschewolken der pyroklastischen Ströme, dass sich am Dom eine neue, schwarze Lavafläche gebildet hat. Hierbei handelt es sich prinzipiell um einen sehr zähen, instabilen Lavastrom, an dem es infolge nachströmender Lava zu ständigen Abbrüchen kommt, die die eingangs beschriebenen Phänomene verursachen.

Auch die geophysikalischen Daten von PHIVOLCS spiegeln die gesteigerte Aktivität der letzten 24 Stunden wider. Das seismische Netzwerk registrierte nicht nur ein vulkanotektonisches Erdbeben, sondern auch 162 Steinschlagereignisse, teils gepaart mit Schuttlawinenabgängen, sowie die Signale von 50 pyroklastischen Dichteströmen – eine bemerkenswert hohe Anzahl.
Visuelle Beobachtungen ergaben, dass der Dom am Banaag-Krater heißer geworden ist: Die Rotglut intensivierte sich und war bei günstigen Bedingungen mit bloßem Auge erkennbar. Zuvor konnte sie nur mithilfe eines Teleskops beobachtet werden.
Die Messungen der Schwefeldioxid-Emissionen (SO₂) ergaben am 5. Januar 2026 einen Ausstoß von rund 702 Tonnen pro Tag, was auf eine weiterhin aktive Magmazufuhr hinweist.
Die Eruptionswolke erreichte eine Höhe von etwa 200 Metern über dem Krater. Es handelte sich um eine moderate Emission, wobei die Asche- und Gasfahne in nordöstliche Richtung verfrachtet wurde. Diese Höhenangaben decken sich in etwa mit den zahlreichen VONA-Warnungen für den Flugverkehr, die Vulkanasche in rund 2.700 Metern Höhe detektierten. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Aschewolken von den pyroklastischen Strömen aufsteigen und ihre volle Ausdehnung erst unterhalb des Kraters entfalten, der sich auf 2.462 Metern Höhe über dem Meeresspiegel befindet.
Darüber hinaus zeigen geodätische Messungen eine Inflation des Vulkangebäudes, was auf einen anhaltenden Druckaufbau im Untergrund schließen lässt.
Die Alarmstufe steht seit dem 1. Januar auf Stufe 3, und es gilt eine 6-Kilometer-Sperrzone um den Gipfel des Mayon. Sollten größere pyroklastische Ströme entstehen, könnten diese das Sperrgebiet verlassen. Besondere Gefahr besteht entlang von Schluchten und Flussläufen.
