Lavadom am Mayon bleibt aktiv: Lavaströme, Ascheemissionen und strombolianische Eruptionen
Der auf der philippinischen Insel Luzon liegende Vulkan Mayon bleibt auch am 10. Mai aktiv und zeigt weiterhin deutliche Anzeichen magmatischer Aktivität. Nach Angaben des Instituts PHILVOLCS geht die effusive Eruption am Lavadom weiter, die Alarmstufe bleibt auf Level 3, was auf eine Phase intensiver Unruhe mit erhöhter Wahrscheinlichkeit gefährlicher Eruptionen hinweist.
Am Sonntagmorgen registrierte das VAAC Tokio eine neue Ascheemission des Vulkans. Laut einer VONA-Meldung begann die Eruption um 09:05 UTC, wobei Vulkanasche bis auf 2700 Meter Höhe über dem Meeresspiegel aufstieg. Die Aschewolke driftete in Richtung West-Südwest, was vor allem für den regionalen Flugverkehr von Bedeutung ist. Satellitendaten des Wettersatelliten Himawari-9 bestätigten die Aktivität nahezu in Echtzeit.
Bereits seit Anfang des Jahres fließen auf den Flanken des nahezu symmetrischen Stratovulkans mehrere Lavaströme. Diese bewegen sich durch die Schluchten von Basud über eine Länge von 3,8 Kilometern, Bonga mit 3,2 Kilometern sowie Mi-isi mit rund 1,6 Kilometern. Von den Lavafronten gehen Schuttlawinen und pyroklastische Dichteströme ab. Begleitet wird die Effusion von episodischer strombolianischer Aktivität und kurzlebigen Lavafontänen, so wie es gestern wieder beobachtet wurde.
Innerhalb der vergangenen 24 Stunden verzeichnete PHIVOLCS elf vulkanisch bedingte Erdbeben, darunter drei Tremorphasen von bis zu 133 Minuten Dauer. Hinzu kamen 313 Steinschlagsignale sowie zwölf Signale pyroklastischer Dichteströme, die auf Instabilitäten und potenziell gefährliche Prozesse hindeuten. Besonders die Entstehung größerer pyroklastischer Ströme bleibt eine Gefahr.
Die Schwefeldioxid-Emission lag zuletzt bei 2443 Tonnen pro Tag, während aus dem Krater eine moderate Gas- und Dampffahne rund 200 Meter über den Gipfel aufstieg und ebenfalls nach Westen bis West-Südwesten verweht wurde.
Die Behörden warnen eindringlich vor einem Betreten der 6-Kilometer-Sperrzone rund um den Vulkan. Gefahren bestehen insbesondere durch pyroklastische Ströme, Lavaflüsse, ballistische Auswürfe, Steinschläge sowie Lahare bei starken Niederschlägen.
