Vulkanausbruch am Puracé fördert Asche auf 5200 m Höhe

Aschefall am Puracé in Kolumbien – Behörden warnen vor Annäherung an die Krater

Am kolumbianischen Vulkan Puracé kam es zu einer Eruption, bei der Vulkanasche bis in eine Höhe von 5200 Metern aufstieg. Die Aschewolke breitete sich mit einer Geschwindigkeit von 19 km/h nach Westen aus. Bereits am 9. Mai berichteten Anwohner von Ascheniederschlag in Gebieten rund um die Vulkankette Puracé–Los Coconucos. Überwachungsdaten bestätigen eine anhaltende Unruhe des Vulkansystems. Die Behörden halten die Warnstufe weiterhin auf Gelb und mahnen zu erhöhter Vorsicht.

Eine aktuelle VONA-Meldung (Volcano Observatory Notice for Aviation) des VAAC Washington aus der Nacht zum 10. Mai weist auf eine Ascheemission hin. Demnach wurde gegen 04:20 UTC eine Aschewolke beobachtet, die – vom Meeresspiegel aus gemessen – bis auf etwa 5,2 Kilometer Höhe aufstieg. Die Aschewolke wurde vom Satelliten GOES-19 detektiert.

Jaime Raigosa, Koordinator des Vulkanologischen und Seismologischen Observatoriums von Popayán, erklärte in einer aktuellen Stellungnahme des SGC, dass der Komplexvulkan weiterhin aktiv sei, sich jedoch nach wie vor in der gelben Alarmstufe befinde. Zugleich riefen die Behörden eindringlich dazu auf, sich den Kratern von Puracé, Curiquinga und Piocollo nicht zu nähern.

Das jüngste Wochenbulletin des Servicio Geológico Colombiano (SGC) veröffentlichte geophysikalische Daten, die bereits auf erhöhte Unruhe hinwiesen. Im Zeitraum vom 28. April bis 4. Mai registrierten die Messstationen anhaltende seismische Signale, die auf die Bewegung vulkanischer Fluide hindeuten. Besonders auffällig waren sogenannte Langperiodenbeben und Tremorimpulse unterhalb des Puracé-Kraters in weniger als einem Kilometer Tiefe. Diese Erdbeben deuten auf Fluidbewegungen und Entgasungsprozesse von Magma hin.

Zudem wurden Tremorsignale und vulkanotektonische Erdbeben unter den Nachbarkratern Piocollo und Curiquinga registriert. Dies sind Hinweise darauf, dass auch diese Vulkane erwachen könnten. Außerdem wurden erhöhte Schwefeldioxid-Emissionen gemessen. Im Bereich der drei Vulkankrater – die entlang eines von Nordwest nach Südost verlaufenden Störungssystems aufgereiht sind – hält ein langsamer Deformationsprozess an. Dieses Phänomen wurde bereits nach der eruptiven Phase am Curiquinga im Januar 2025 beobachtet.

Die geophysikalischen Daten deuten darauf hin, dass die Krater entlang der Los-Coconucos-Vulkankette aktiv bleiben und ihre Aktivität sogar verstärken könnten.