Pavlof: Erhöhung der Warnstufe

Vulkan Pavlof: Erdbebenschwarm sorgt für Erhöhung der Warnstufe

Der im US-Bundesstaat Alaska gelegene Vulkan Pavlof geriet in den letzten Tagen in den Fokus der Vulkanologen des AVO: Am 14. Januar registrierten Messstationen einen deutlichen  Anstieg langperiodischer Erdbeben unter der Ostflanke des Vulkans. Als Reaktion darauf erhöhte das Alaska Volcano Observatory die Vulkanwarnstufe auf „Achtung“ und den Luftfahrt-Farbcode auf „Gelb“.

Langperiodische Erdbeben gelten als möglicher Hinweis auf Magmabewegungen oder die Zirkulation vulkanischer Fluide im Untergrund. Entsprechend vorsichtig fiel die Einschätzung der Experten aus, zumal der Pavlof für überraschend einsetzende Ausbrüche bekannt ist. Visuelle Beobachtungen lieferten jedoch keine Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Eruption. Weder Satellitendaten noch Webcam-Aufnahmen zeigten thermische Anomalien bzw. frische Ascheablagerungen oder sichtbare Veränderungen am schnee- und eisbedeckten Gipfelbereich.

Bereits zwei Tage nach Beginn der seismischen Unruhe ging die Erdbebenaktivität wieder auf das normale Hintergrundniveau zurück. Dennoch setzt das AVO die intensive Überwachung fort. In der Vergangenheit gingen ähnliche Signale sowohl eruptiven Phasen voraus als auch Episoden, die ohne Vulkanausbruch wieder endeten.

Der Pavlof ist ein 2.518 Meter hoher Stratovulkan und zählt zu den aktivsten Feuerbergen des Aleutenbogens. Seit dem späten 18. Jahrhundert wurden mehr als 40 Ausbrüche dokumentiert. Seine Aktivität ist überwiegend strombolianisch geprägt, mit gelegentlicher Produktion von Lavafontänen und Ascheemissionen, die sich über Wochen oder Monate erstrecken können. Besonders problematisch sind dabei Aschewolken, die Höhen von bis zu 15.000 Metern erreichen und eine ernsthafte Gefahr für den internationalen Flugverkehr darstellen.

Der Vulkan liegt rund 950 Kilometer südwestlich von Anchorage. Die nächstgelegene Ortschaft ist King Cove, etwa 48 Kilometer entfernt. Überwacht wird der Pavlof durch ein dichtes Netz aus seismischen und Infraschallsensoren, Satellitenbeobachtungen und Webcams. Ob die jüngste Unruhe ein harmloses Zwischenspiel war oder ein mögliches Vorsignal weiterer Aktivität, bleibt vorerst offen.