Explosive Eruptionen fördern Aschewolken auf 2400 m Höhe – Vulkan dehnt sich aus
Der japanische Vulkan Sakurajima ist wieder in eine Phase erhöhter eruptiver Aktivität eingetreten und verursachte mehrere Explosionen, bei denen Vulkanasche bis auf 2400 m Höhe über dem Meeresspiegel ausgestoßen wurde. Starker Wind verhinderte einen höheren Aufstieg und verfrachtete die Aschewolken in Richtung Nordwesten. Seit vorgestern wurden 9 VONA-Warnungen ausgegeben, die den Flugverkehr vor den Aschewolken warnen.
Die Eruptionen manifestierten sich aus dem Gipfelkrater Minami-dake. Der etwas tiefer gelegene Shōwa-dake dampft, bleibt aber ansonsten ruhig. Auf den Livecams sieht man heute Morgen zwar keine Ascheeruptionen, aber dafür eine enorme Dampfentwicklung, die einerseits durch besondere atmosphärische Bedingungen entstehen kann, andererseits aber auch auf erhöhten Gasausstoß hindeutet. Bei den letzten Messungen des Schwefeldioxidausstoßes, die am 20. August durchgeführt wurden, ergab sich ein SO2-Ausstoß von 3300 Tonnen am Tag, was fast 1000 Tonnen mehr war als bei der vorherigen Messung.
In einem Update vom 29. August berichteten die Vulkanologen vom JMA über eine anhaltende Ausdehnung des Vulkans, die sich sowohl via GPS-Messungen als auch mit Hilfe von Neigungsmessungen verifizieren ließ. Darüber hinaus dehnt sich auch der tiefe Untergrund der Aira-Caldera seit Monaten aus. Beide Phänomene sprechen dafür, dass sich Magma in verschiedenen Tiefen akkumuliert und sich unter der Caldera, aber auch direkt im Sakurajima, Magmenspeicher bilden bzw. an Volumen dazugewinnen. Kurzfristig könnte sich die Explosivität des Sakurajimas steigern und auch langfristig betrachtet wird der Nachschub an Schmelze nicht schnell abbrechen, so dass mit weiteren Eruptionen zu rechnen ist. Die Aktivität könnte sogar in einen größeren Ausbruch gipfeln, bei dem starke Explosionen das weitere Umland mit Asche bedecken und sogar Lavaströme gefördert werden. Zuletzt geschah das am Sakurajima im Jahr 1914. Damals wurde aus der Vulkaninsel eine Halbinsel, da ein Lavastrom den Sakurajima mit dem Festland verband.