
Schwere Unwetter treffen Sizilien – Liparische Inseln zeitweise von Fährverbindungen abgeschnitten
Sizilien steht im Zentrum einer schweren Unwetterlage, deren Höhepunkt am Dienstag erreicht wird. Der italienische Zivilschutz hat für weite Teile der Insel sowie für Sardinien und Kalabrien die höchste Warnstufe „Rot“ ausgerufen. Besonders betroffen sind die östlichen Landesteile Siziliens sowie die ionische Küste Kalabriens. Auch die Liparischen Inseln sind deutlich von den Auswirkungen des Sturmsystems betroffen. Am Ätna wütet der Sturm so stark, dass bereits Bäume abknickten, die zuvor schon Opfer von Waldbränden wurden.
Seit den frühen Morgenstunden kommt es auf Sizilien zu intensiven und teils anhaltenden Regenfällen, die lokal zu Überflutungen und Erdrutschen führten, von denen auch Straßen blockiert wurden. Dadurch kam es zu starken Verkehrsbehinderungen. In mehreren Gemeinden mussten Straßen komplett gesperrt werden. Die Feuerwehr verzeichnete zahlreiche Einsätze, unter anderem wegen überfluteter Unterführungen, umgestürzter Bäume und feststeckender Fahrzeuge. In besonders gefährdeten Gebieten blieben Schulen vorsorglich geschlossen.
In Küstennähe verschärft sich die Lage zusätzlich durch starke Scirocco-Winde, die in Böen Orkanstärke erreichen können. Entlang exponierter Küstenabschnitte wird vor Sturmfluten und starkem Seegang gewarnt. Häfen sind nur eingeschränkt nutzbar, der Schiffsverkehr ist stark beeinträchtigt.
Die Auswirkungen des Unwetters sind auch auf den Liparischen (Äolischen) Inseln deutlich spürbar. Aufgrund des hohen Wellengangs und der starken Winde wurden Fähr- und Tragflächenbootverbindungen von und nach Milazzo zeitweise eingestellt. Damit waren (und sind noch) Inseln wie Lipari, Vulcano oder Stromboli vorübergehend von der Außenwelt abgeschnitten. Berichte über größere Sachschäden auf den Inseln liegen bislang nicht vor, die Einschränkungen im Verkehr treffen jedoch Bevölkerung und Touristen gleichermaßen und erschweren die Versorgung. Bei einem Unwetter in der letzten Woche kam es zu Überflutungen in den Hafenbereichen von Lipari und Vulcano, wo von den Wellen Mauern beschädigt wurden.
Die derzeitige Unwetterlage wird von einem ausgedehnten Tiefdruckgebiet nordafrikanischen Ursprungs verursacht, das feuchte Luftmassen nach Süditalien lenkt und sich nur langsam weiterbewegt. Die Energie stammt primär aus Temperaturgegensätzen in der Atmosphäre, bei denen kalte und warme Luftmassen kollidieren.
Der Zivilschutz ruft die Bevölkerung weiterhin zu äußerster Vorsicht auf. Auch in den kommenden Stunden bleibt die Situation insbesondere auf Sizilien angespannt.