Taal: Phreatomagmatische Eruption nach Gasausstoßrückgang

Taal-Vulkan mit weiterer phreatomagmatischer Eruption – Schwefeldioxid-Ausstoß zuvor deutlich gesunken

Der philippinische Vulkan Taal hat eine weitere kleine phreatomagmatische Eruption erzeugt. Nach Angaben von PHIVOLCS-DOST ereignete sich der Ausbruch am 17. Juli 2026 am Hauptkrater auf Volcano Island und dauerte etwa zweieinhalb Minuten. Die Aktivität wurde durch seismische Signale, Infraschallmessungen und visuelle Beobachtungen bestätigt. Eine VONA-Meldung blieb aus, was auf nur geringen Ascheausstoß hindeutet, weshalb ich meine, dass es sich eher um eine phreatische Eruption gehandelt haben könnte.

Taal-Vulkan-Archivbild. © PHILVOLCS

Bei der Eruption entstand eine dampfreiche und nur leicht aschehaltige Wolke, die bis zu 600 Meter über den Krater aufstieg und anschließend in Richtung Nordosten driftete. Phreatomagmatische Ausbrüche entstehen, wenn aufsteigendes Magma mit Grundwasser in Kontakt kommt. Dabei verdampft das Wasser explosionsartig, wodurch Wasserdampf, Asche und fragmentiertes Gestein ausgestoßen werden. Diese Ereignisse können auch ohne eine größere Magmabewegung an der Oberfläche auftreten. Bei phreatischen Eruptionen kommt es hingegen nicht zu einem direkten Kontakt zwischen Magma und Wasser und wenn Vulkanasche ausgestoßen wird, handelt es sich um abgelagertes Material aus dem Schlot.

Es handelte sich bereits um die zweite Eruption innerhalb weniger Tage. Zuvor hatte Taal am 12. Juli eine etwa dreiminütige phreatomagmatische Explosion produziert. Bereits im Juni registrierten die Vulkanologen fünf vergleichbare Ereignisse. Trotz der wiederholten Ausbrüche bleibt der Vulkan weiterhin auf Alarmstufe 1, die eine geringe, aber anhaltende Unruhe beschreibt.

Bemerkenswert war die Entwicklung der vulkanischen Gasemissionen. Am 15. Juli meldete PHIVOLCS einen stark reduzierten Schwefeldioxid-Ausstoß von lediglich 59 Tonnen pro Tag – der niedrigste Tageswert des Jahres 2026. Zwei Tage später stieg der Wert aber wieder deutlich auf 289 Tonnen SO₂ pro Tag an, was allerdings immer noch ein niedriger Wert war. Zum Vergleich: Während einer Phase erhöhter Aktivität im Juni wurden Spitzenwerte von bis zu 5.287 Tonnen pro Tag gemessen. Der Rückgang des Schwefeldioxid-Ausstoßes weist auf eine mögliche Blockade des Fördersystems hin, wodurch der Druck stieg und sich die Eruption aufbauen konnte.

PHIVOLCS warnt weiterhin vor dem Betreten der permanenten Sperrzone auf Taal Volcano Island sowie vor Aufenthalten auf dem See vor der Insel.