Vulkan Mayon: Kollapse an der Lavafront

Vulkanausbruch am Mayon hat sich verstärkt: Kollapse an der Front eines neuen Lavastromarms

Auf der philippinischen Insel Luzon steigerte der Mayon seine Aktivität und fördert mehr Lava als zuvor. Dadurch kommt es vermehrt zu Kollapsereignissen am Lavadom und an den Fronten der drei Lavaströme, wodurch Schuttlawinen und pyroklastische Ströme entstehen, von denen Aschewolken ausgehen. Der Vulkan steht unverändert auf Alarmstufe 3 und es gilt eine 6-Kilometer-Sperrzone.

Mayon

Am 16. Juli wurde eine Eruption registriert, bei der eine Aschewolke bis in eine Höhe von etwa 13.000 Fuß (rund 4.000 Meter) aufstieg und sich in Richtung Südsüdost ausbreitete. Das VAAC Tokio veröffentlichte auch am Folgetag mehrere VONA-Warnungen. Die Satellitendaten des Wettersatelliten Himawari-9 konnten die Aschewolken aufgrund dichter Bewölkung allerdings nicht eindeutig identifizieren und so blieben Höhendaten aus.

Nach Angaben von PHIVOLCS wird aktuell weiterhin Asche emittiert, die durch das Vorrücken und den teilweisen Kollaps der Front eines neuen Arms des Lavastroms in der Mi-isi-Schlucht entsteht. Schwache Winde können leichte Ascheniederschläge in Gemeinden südlich und östlich des Vulkans verursachen. Dieser Lavastrom auf der Südwestflanke ist der kürzeste der drei Lavaströme und seine Front stagnierte lange Zeit bei 1800 m Länge. Nun ist der Mi-isi-Lavastrom 2100 m lang. Die beiden anderen Lavaströme in den Schluchten Basud und Bonga sind weiterhin aktiv, ihre Fronten stagnieren allerdings bei 3,8 und 3,2 Kilometern Länge.

Das seismische Netzwerk von PHILVOLCS registrierte in den letzten 24 Stunden 196 vulkanische Erdbeben, darunter 51 lang anhaltende Tremorphasen, sowie 251 Signale von Steinschlägen und 16 pyroklastische Dichteströme. Die Kraterglut ist weiterhin mit bloßem Auge sichtbar und deutet auf heißes Magma nahe der Oberfläche hin.

Die Schwefeldioxidfreisetzung bleibt erhöht. Am 16. Juli wurden 4814 Tonnen SO₂ pro Tag gemessen. Der Vulkan stößt eine etwa 2000 Meter hohe Gaswolke aus, die überwiegend nach Südwesten driftet.

Die Behörden warnen weiterhin vor dem Betreten der permanenten Sperrzone im Radius von sechs Kilometern um den Krater. Als mögliche Gefahren gelten Lavafontänen, größere Explosionen, pyroklastische Ströme, Steinschläge sowie Lahare bei starken Regenfällen.

Meiner Meinung nach könnte es im Rahmen der Aktivitätsverstärkung sinnvoll sein, die Gefahrenzone auszudehnen, da große pyroklastische Ströme durchaus Entfernungen von mehr als 6 Kilometer zurücklegen können.