Island: Forscher sieht Katla nahe an Belastungsgrenze

Erhöhte Erdbebenaktivität: Geophysiker sieht Katla an der Belastungsgrenze

Die Erdbebenaktivität auf Island war in der letzten Woche besonders hoch und der Fokus der Seismizität konzentrierte sich auf die Spalten- und Vulkansysteme Hengill und Langjökull. Aber auch abseits dieser beiden Erdbebenschwärme gab es zahlreiche Erdbeben unter den großen Zentralvulkanen Bardarbunga und Katla. Die Aktivität hat seit dem Wochenende wieder abgenommen, wirkt in der medialen Berichterstattung aber nach.



Einem MBL-Bericht zufolge trat der Geophysikprofessor Halldór Geirsson in der Sendung Dagmál auf und äußerte sich in einem Interview besorgt darüber, dass der subglaziale Vulkan Katla in vielerlei Hinsicht nahe an seiner Belastungsgrenze sein könnte. Bereits kleinste Veränderungen des Magmastands im Speicher- und Fördersystem der Katla könnten demnach ausreichen, um Erdbeben auszulösen. Einen Teil der beobachteten seismischen Aktivität führte Halldór genau darauf zurück. Der Professor geht also von einer weiterhin andauernden Magmaakkumulation unter Katla aus. Auch andere Wissenschaftler sind der Meinung, dass sich der Vulkan auf einen Ausbruch vorbereitet. Allerdings lässt sich nach wie vor kein Zeitfenster für eine mögliche Eruption eingrenzen. Dass der Vulkan für eine Eruption bereit sein könnte, sind Spekulationen, die bereits seit mehr als einem Jahrzehnt andauern.

Tatsächlich gibt es seit Wochen kaum einen Tag, an dem keine Erdbeben unter dem Myrdalsjökull registriert werden. Bei diesem Gletscher handelt es sich um die Eisbedeckung der Katla.

Einschränkend wurde in dem Interview darauf hingewiesen, dass diese Einschätzung nicht unumstritten ist. Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor besteht darin, dass nur ein relativ kurzer Zeitraum an Messdaten zur Verfügung steht und die Erfassung von Krustenbewegungen unter einem Gletscher technisch besonders schwierig ist. Zudem wurde in den letzten Jahren das seismische Netzwerk auf Island kontinuierlich ausgebaut, so dass nun auch besonders schwache Erdbeben registriert werden, die früher unbemerkt blieben. Schließt man nur unter Berücksichtigung der Seismizität auf eine Belastungsgrenze, gewinnt man den Eindruck, Gesamtisland würde kurz vor einer Eruption stehen. Dabei sind hier tektonische und magmatische Prozesse am Werk, die sich gegenseitig beeinflussen.

Betrachtet man die neue IMO-Shakemap in der Monatsansicht, erkennt man, dass es in den letzten 4 Wochen unter mehreren Zentralvulkanen, einschließlich Hekla, vermehrt zu Erdbeben gekommen ist. Früher galt gerade dieser Vulkan als seismisch vergleichsweise ruhig und es hieß, dass jede Erdbebenhäufung auf einen bevorstehenden Vulkanausbruch hinweisen könnte. Eine gute Messlatte, um dem Problem einer vermeintlich gesteigerten Registrierung und Wahrnehmung von Erdbeben auf die Spur zu kommen.

Weiterführender Link: MBL- Artikel zum Interview

Erdbebenaktivität auf Island weiterhin erhöht

Hohe Erdbebenaktivität auf Island – Katla im Fokus des Geschehens

Auf Island bleibt die Erdbebenaktivität erhöht. Insbesondere unter der Katla, wo es gut 20 Beben gab, aber auch unter Bárðarbunga, Krýsuvík und im Bereich von Eldey vor der Südwestspitze von Reykjanes, bebte die Erde oft. Das seismische Netzwerk des IMO registrierte innerhalb von 48 Stunden 141 Erschütterungen. Zwar ist das kein Spitzenwert, dennoch sind die Beben ein Anzeichen für den fortlaufenden Spannungsabbau in der dünnen Erdkruste Islands.

Die Spannungen entstehen einerseits infolge tektonischer Prozesse entlang der beiden isländischen Riftzonen, die divergenter Natur sind: Dadurch, dass sich die Kontinentalplatten Europas und Nordamerikas voneinander entfernen, wird die Erdkruste ausgedünnt und reißt quasi auf, was zu Erdbeben führt. Die gleichen Prozesse bewirken auch, dass Wege für aufsteigendes Magma freigemacht werden. Dieses steigt aus der Tiefe auf und versucht gewissermaßen, die Risse und die Krustenausdünnung auszugleichen. Der Magmenaufstieg sowie die Bewegung von Fluiden entlang von Störungszonen verursachen ihrerseits ebenfalls Erdbeben.

Insbesondere unter den großen Zentralvulkanen und im bekannten Bodenhebungsgebiet bei Svartsengi akkumuliert sich bereits Magma in der Erdkruste, und die Vulkane bereiten sich auf mögliche Ausbrüche vor. Wann es tatsächlich zu einem Ausbruch kommt, lässt sich derzeit jedoch nicht vorhersagen.

Am weitesten fortgeschritten ist der Prozess der Magmenakkumulation offenbar im Gebiet von Svartsengi. Dort bestätigen die GNSS-Messwerte ein anhaltendes Bodenheben – mit der Einschränkung, dass die letzten beiden Messwerte wieder aus dem Rahmen fallen und eine leichte Subsidenz anzeigen. Seit dem Ende der letzten Eruption Anfang August 2025 hob sich der Boden hier um gut 38 Zentimeter. Damit wurde ungefähr das Niveau erreicht, das bereits vor Beginn der letzten Eruption gemessen worden war.

Da sich das Magma nicht überall gleichmäßig ansammelt und die aktuelle Hebungszone ausgedehnter ist als vor dem letzten Ausbruch, dürfte sich inzwischen mehr Magma angesammelt haben als vor jedem anderen Ausbruch der Sundhnúkur-Serie. Eine weitere Eruption gilt daher weiterhin als wahrscheinlich und könnte jederzeit einsetzen. Es wird allerdings nur eine kurze Vorwarnzeit erwartet.

Island: Von Erdbeben und Bodenhebung

Erdbeben unter verschiedenen Vulkansystemen auf Island – Katla und Bárðarbunga im Fokus

Unter mehreren isländischen Vulkansystemen entlang der beiden Arme der Rift- und Vulkanzonen ist die Erdbebenaktivität erhöht. Besonders im Fokus stehen die Vulkane Katla und Bárðarbunga, wo es heute kleine Erdbebenschwärme gab. Im Bereich von Bárðarbunga und Askja wurden in den letzten 48 Stunden 30 Beben registriert. Unter Katla waren es 20 Erschütterungen. Im Gegensatz zu den Beben der letzten Woche war die Signalqualität diesmal hoch und lag bei 99 %, sodass davon ausgegangen werden kann, dass die Beben real waren und nicht durch Störungen verursacht wurden.

Erdbeben der letzten sieben Tage auf Island. © IMO

Beide großen Zentralvulkane befinden sich in einem stetigen Stadium der Aufladung, die zumindest im Fall der Katla langsamer verläuft, als man vor Jahren annahm. Statistisch gesehen ist dieser subglaziale Vulkan im Süden Islands, der unter dem Gletscher Mýrdalsjökull verborgen liegt, überfällig. Anders sieht es bei Bárðarbunga aus, der erst im Jahr 2014 eine große Eruption erzeugte. Damals ging man davon aus, dass der Wiederaufladungsprozess Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte dauern könnte. Inzwischen vermuten einige Forscher jedoch, dass die nächste Eruption nicht ganz so lange auf sich warten lassen könnte. Seit Jahresanfang wird hier eine erhöhte Seismizität festgestellt, die sich weniger in massiven Schwarmbeben äußert als in einer recht kontinuierlichen Aktivität mit bis zu zehn schwachen Beben pro Tag.

In Bezug auf die Bodenhebung sieht es an beiden Vulkanen eher ruhig aus. Anders verhält es sich bei Svartsengi auf Reykjanes, wo die Inflation anhält und der Boden mit einer Rate von etwa 0,7 mm pro Tag langsam, aber stetig ansteigt. Es haben sich bereits über 25 Millionen Kubikmeter Magma angesammelt, und die IMO-Vulkanologen rechnen weiterhin mit einer Eruption entlang der Sundhnúkur-Kraterreihe.

Die Seismizität in der Bodenhebungszone bleibt gering, und es zeichnet sich eine seismische Lücke ab, da sich in den Spaltensystemen westlich und östlich von Svartsengi durchaus Erdbeben ereignen. Die meisten werden derzeit im Krýsuvík-System und in den Brennisteinsfjöll registriert.

Abseits der beiden Riftarme Islands manifestieren sich an der Basis der Snæfellsnes-Halbinsel Erdbeben beim Grjótárvatn. Auch hier gibt es Hinweise auf Magmaakkumulation in der Tiefe, und langfristig könnte sich ein Vulkanausbruch anbahnen.

Island: Schwarmbeben unter Katla am 26. März

Katla und Myrdalsjökull von Schwarmbeben getroffen – stärkste Magnitude Mb 3,1

In der Nacht zum 26. März manifestierte sich unter dem subglazialen Vulkan Katla ein Erdbebenschwarm. Laut EMSC hatte die stärkste Erschütterung eine Magnitude von 3,1 und eine Herdtiefe von 0 km, womit Meeresspiegelniveau gemeint ist. Das IMO stufte den Erdstoß schwächer ein und zeigt eine Magnitude von 2,7 an. Insgesamt wurden in dem Bereich des Gletschers Myrdalsjökull, unter dem die Katla verborgen liegt, innerhalb von 48 Stunden 28 Erdbeben registriert. Eines dieser Erdbeben ereignete sich unter dem benachbarten Vulkan Hekla.

Katla. © IMO

Erdbebenschwärme dieser moderaten Intensität manifestieren sich unter Katla mehrmals im Jahr und sind kein Grund zur Beunruhigung. Allerdings zeigen sie, dass es sich bei Katla um ein aktives und dynamisches Vulkansystem handelt, in dessen Speicher- und Fördersystem magmatische Fluide zirkulieren. Stärkere Schwarmbeben in geringen Tiefen wurden in der jüngeren Vergangenheit mit kleinen Eruptionen unter dem Gletschereis in Verbindung gebracht, dessen zweifelsfreien Nachweis die Wissenschaft bis heute schuldig bleibt. Stärkste Hinweise hierauf lieferten Gletscherläufe, die nach Schwefelwasserstoff riechendes Schmelzwasser unter dem Gletscher hervorschießen ließen. Doch dieses Schmelzwasser könnte auch „nur“ auf eine gesteigerte hydrothermale Tätigkeit des Vulkans hindeuten.

Dennoch bleibt Katla einer jener genaustens unter Beobachtung stehenden Zentralvulkane Islands, der als ein Kandidat für eine große Eruption innerhalb weniger Jahre gilt. Doch trotz allen wissenschaftlichen Fortschritts ist es bis heute nicht möglich, Eruptionen über längere Zeiträume hinweg vorherzusagen. Bei subglazialen und submarinen Feuerbergen ist das besonders schwierig, da schon die reine Datensammlung besonders aufwendig und damit kostenintensiv ist.

Das Beispiel Svartsengi verdeutlicht diesen Umstand: Obwohl man ein engmaschiges Messnetzwerk betreibt und neueste Techniken zum Einsatz kommen, gibt es im Untergrund eines vulkanisch aktiven Gebiets zu viele unbekannte und unbestimmbare Faktoren, die darüber entscheiden, ob und wann es zu einem Vulkanausbruch kommt, so dass selbst wenn bekannt ist, wie viel Magma sich in welchem Tempo im Speichersystem ansammelt, keine zuverlässige Prognose getroffen werden kann. Wie sich zeigte, geschehen Prognosen eigentlich immer aus einem „Bauchgefühl“ heraus, das gepaart mit wissenschaftlichen Daten zwar oft, aber nicht immer Treffer in Bezug auf die Vorhersage von Vulkanausbrüchen zulässt. In noch komplexeren Systemen ohne regelmäßige Ausbrüche in historischen Zeiten, wie etwa bei den italienischen Campi Flegrei, sind Prognosen noch schwieriger und unzuverlässiger als auf Island.

Island: Schwarmbeben unter der Katla Anfang März

Erdbebenschwarm unter Katla auf Island – stärkstes Beben Mb 3,0?

Unter einem der gefährlichsten Vulkane Islands gab es in den letzten Tagen eine erhöhte Seismizität in Form eines Erdbebenschwarms, der aus mehr als 20 Einzelerschütterungen besteht. Während das IMO die Magnituden alle als gering einstuft und das stärkste Beben eine Magnitude von 1,5 aufweist, zeigt die Shakemap des EMSC ein Beben Mb 3,0 an, das sich um 06:41:50 UTC in 7 Kilometern Tiefe zugetragen haben soll. Als Quelle wird IMO angegeben. Vermutlich handelt es sich bei dieser Angabe um eine erste automatische Bewertung eines schwächeren Bebens, die anschließend herabgestuft wurde.

Katla

Doch auch ohne ein Beben im spürbaren Magnitudenbereich spiegelt der Erdbebenschwarm die anhaltend hohe Dynamik des subglazialen Vulkans wider, der in den letzten Jahren oft im Fokus des Interesses stand, da Gletscherläufe als mögliche Anzeichen kleinerer Vulkanausbrüche unter dem Eis des Gletschers Myrdalsjökull interpretiert wurden Das aktuelle Schwarmbeben könnte Vorspiel eines solchen Ereignisses sein.

Einige GNSS-Messstationen im Bereich der Katla und des bedeckenden Gletschers Myrdalsjökull zeigen eine leichte Bodenhebung von bis zu 40 mm an. Ein Trend, der in mehreren Vulkanregionen der Insel zu beobachten ist und möglicherweise mit sich verändernden Satellitenbahnen in Verbindung stehen könnte. Ohne Einordnung der IMO-Forscher, die über die Bahnkorrekturen verfügen, lässt sich das schwer einschätzen. Es ist aber nicht auszuschließen, dass es sich um eine echte Bodenhebung handelt, die zu denken geben sollte.


Der Boden hebt sich auch weiterhin im Svartsengi-Gebiet. Der frühere leicht rückläufige Trend hat sich in einer ebenso leichten Beschleunigung der Hebung gedreht. Der Druckaufbau im Untergrund geht also weiter und das Resultat könnte ein erneuter Ausbruch oder eine Gangbildung bei Sunhnúkur sein. Ein Ausbruch könnte plötzlich und mit nur wenigen Minuten Vorwarnung erfolgen.

Island: Spürbare Erdbeben unter 2 gefährlichen Vulkanen

Erdbeben unter zwei der gefährlichsten Vulkanen Islands: Bardarbunga (M 5,3) und Katla (M 3,0)

Datum: 31.01.2026 | Zeit: 11:54:53 UTC | Koordinaten 64.671 ; -17.426 | Tiefe: 1,1 km | Mb 5,3

Auf Island bebte heute die Erde unter zwei der gefährlichsten Vulkane der Insel. Das stärkste Beben ereignete sich um 11:54 Uhr unter Bardarbunga und hatte eine Magnitude von 5,3 bei einer Herdentiefe von nur 1100 m unter dem Meeresspiegel. Das Epizentrum lag rund fünf Kilometer nordöstlich des Zentrums des Calderavulkans, tief unter dem Vatnajökull-Gletscher. Der zweite Erdstoß hatte eine Magnitude von 3,0 und traf die Katla nur rund 2 Minuten nach dem Beben unter Bardarbunga. Das Hypozentrum hatte eine Tiefe von 5,2 Kilometern. Unter beiden Vulkanen folgten weitere Nachbeben.

Beide Vulkane sind von Gletschern bedeckt und ihre Eruptionen bergen aufgrund von potenziellem Schmelzwassereinfluss ein hohes Gefahrenpotenzial. Zum einen können Schmelzwasser Explosionen dramatisch verstärken, zum anderen können unter dem Gletscher hervorbrechende Schmelzwasserströme ganze Landstriche überfluten und dabei Straßen, Brücken und Ortschaften zerstören. Letztere sind vor allem im Bereich der Katla gefährdet, da die Gegend in Südisland dichter besiedelt ist als im Osten der Insel, wo Bardarbunga relativ weit von der nächsten Siedlung entfernt liegt. Daher war auch der deutlich schwächere Erdstoß bei der Katla von Bewohnern Südislands deutlich zu spüren gewesen, während das Beben unter Bardarbunga zwar im spürbaren Bereich lag, aber tatsächlich keine Wahrnehmungsmeldungen eingegangen sind. Darüber hinaus gibt es sehr unterschiedliche Angaben zur Magnitude des Bebens: Während das EMSC auf die hier genannte Magnitude M 5,3 kommt, meldete das INGV eine Magnitude von 5,8. Beim zuständigen IMO kursieren 2 Zahlen: einmal 4,1 und dann 5,3.

Bardarbunga gilt als eines der mächtigsten Vulkansysteme Europas. Sein letzter Ausbruch 2014/2015 führte zu monatelangen Lavaergüssen und erheblichen Gasemissionen. Der letzte Ausbruch der Katla liegt schon länger zurück und datiert auf das Jahr 1918. Damals richteten Gletscherfluten große Zerstörungen an.

Die beiden Ereignisse deuten nicht unmittelbar auf einen bevorstehenden Vulkanausbruch hin, obwohl sie Teil der anhaltenden Aufladungsprozesse der Vulkane sind.

Island bleibt ein Land in ständiger Bewegung – obwohl die Erddynamik rund um die Uhr überwacht wird, gehören die Manifestationen der Naturgewalten zum Leben der Menschen und treten häufig überraschend auf.

Katla: Studie weist Eruption silikatreicher Lava nach

Neue Studie liefert Hinweise auf bislang unbekannte Ausbrüche der Katla – wichtige Erkenntnisse für die Gegenwart

Eine neue geowissenschaftliche Untersuchung zeigt, dass der isländische Vulkan Katla, der noch heute unter dem Gletscher Mýrdalsjökull verborgen liegt, am Ende der letzten Eiszeit deutlich aktiver war als bisher angenommen. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Reykjavik konnten an zwei Nunataks (Felseninseln im Eis) am Rand des Mýrdalsjökull erstmals silikatreiche vulkanische Ablagerungen in Form von Rhyolith nachweisen. Diese könnten die Quelle der berühmten Vedde-Ascheschicht sein, die in weiten Teilen Nordeuropas und des Nordatlantiks vorkommt und als wichtiges stratigraphisches Leithorizont gilt. Ein Zusammenhang mit Katla wurde lange vermutet, doch direkte Belege fehlten bislang.

Der Katla zählt zu den mächtigsten aktiven Zentralvulkanen Islands. Er besteht überwiegend aus Basalt, eruptierte aber oft explosiv und liegt nahezu vollständig unter dem Eis des Mýrdalsjökull. Gerade diese Kombination aus heißem Magma und massivem Gletscher macht ihn potenziell gefährlich: Schmelzwasser kann bei einem Ausbruch explosive Eruptionen verstärken und katastrophale Gletscherläufe (Jökulhlaups) auslösen, die große Teile der Südküste bedrohen. Historische Ausbrüche haben gezeigt, wie rasch solche Flutwellen ganze Landstriche verwüsten können.

Die neuen Erkenntnisse in Bezug auf die Eruption silikatreicher Laven sind aus mehreren Gründen bedeutsam: Zum einen belegen sie, dass die Magmenentwicklung der Katla komplexer als bisher angenommen ist und dass explosive Eruptionen nicht ausschließlich unter Einfluss von Schmelzwasser zustande kamen, sondern direkt durch zähflüssige rhyolithische Schmelze ausgelöst wurden. Zum anderen datiert die Studie diese Ablagerungen mit Hilfe der Argon-Argon-Methode auf etwa 12.000 Jahre. Damit fallen die Eruptionen genau in die Phase des raschen Gletscherschwunds am Ende der letzten Eiszeit. Das stützt die Hypothese, dass eine abnehmende Eismasse den Druck auf die Erdkruste reduziert und dadurch vulkanische Aktivität begünstigen kann.

Warum wurden diese wichtigen Proben erst jetzt entdeckt? Viele der Ablagerungen lagen jahrtausendelang unter hunderten Metern dickem Eis. Erst die aktuell beschleunigte Gletscherschmelze und der damit einhergehende Rückzug des Mýrdalsjökull haben die nun beprobten Aufschlüsse freigelegt. Zudem waren die exponierten Nunataks Enta und Klakksfjöl früher schwer zugänglich; erst heutige Logistik, präzise Kartierungstechnik und gezielte Forschungskampagnen ermöglichten systematische Untersuchungen.

Die Studie erweitert damit nicht nur das Bild der vulkanischen Vergangenheit Islands, sondern liefert auch Hinweise darauf, wie Klimaänderungen und Vulkanismus zusammenwirken – ein Thema, das für die Zukunft des Katla aktueller ist denn je.

Quelle: Cole, R. P., Gudmundsson, M. T., Jicha, B. R., Gallagher, C. R., Högnadóttir, Þ., Guðmundsdóttir, E. R., Óskarsson, B. V., White, J. D. L. & Larsen, G. (2025). Proximal products of ~12 ka silicic explosive–effusive eruptions at Katla volcano: implications for volcano–glacier interactions and paleoenvironment. Bulletin of Volcanology, 87, 117.
https://doi.org/10.1007/s00445-025-01912-2 – Lizenz: Open Access unter Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0).

Island: Erdbeben Mb 4,4 rockt Katla

Katla auf Island von starkem Erdbebenschwarm erschüttert  -Stärkste Magnitude Mb 4,4

Die subglaziale Caldera Katla, die unter dem Gletscher Mýrdalsjökull auf Island liegt, wird seit heute Vormittag, 10:27:49 Uhr UTC, von einem Schwarmbeben erschüttert. Das Initialbeben hatte eine Magnitude von 3,3. Wenig später ereignete sich ein Beben Mb 3,4. Das stärkste Beben manifestierte sich um 10:51:22 UTC und hatte eine Magnitude 4,4. Die Herdtiefe wird mit 100 m unter dem Meeresspiegel angegeben. Insgesamt besteht der Schwarm bis jetzt aus über 30 Beben.

Es ist einer der stärksten Schwärme der letzten Monate unter Katla. Ähnlich hohe Magnituden wurden zuletzt im Mai und Juni 2023 erreicht. Damals rechnete man bereits mit einem bevorstehenden Ausbruch, auf den wir bekanntermaßen immer noch warten. Dennoch könnten sich seitdem kleinere Ausbrüche unter dem Eis ereignet haben, die Gletscherläufe verursachten. Auch dieses Mal ist es nicht ausgeschlossen, dass sich ein kleiner Ausbruch ereignet, obwohl ich vor einer Eruption deutlich stärkere Erdbebenschwärme erwarten würde.

Eine erhöhte elektrische Leitfähigkeit im Wasser der Flüsse am Mýrdalsjökull wurde bis jetzt nicht gemessen, von daher ist es unwahrscheinlich, dass die Beben mit einem sich anbahnenden Gletscherlauf in Verbindung stehen.

Da der Vulkan vom mächtigen Eispanzer des Myrdalsjökull bedeckt ist, ist es schwierig, die genaue Höhe der Caldera unter dem Eis zu bestimmen. Der Myrdalsjökull ist ca. 1500 m hoch, der Eispanzer im Zentrum des Gletschers soll ca. 750 m mächtig sein. Demnach liegt der Calderaboden auf etwa 750 m über dem Meeresspiegel. Die große Eisbedeckung verhindert direkte Beobachtungen des vulkanischen Geschehens und erschwert Messungen. Daher ist vieles, was wir vom Zustand dieses Vulkans zu wissen glauben, Spekulation.

Island: Erdbeben Mb 3,1 unter Katla

Erdbeben Mb 3,1 unter Katla – insgesamt 6 Beben mit Magnituden ab 3,0 auf Island registriert

Gestern Abend registrierten seismische Messstationen unter dem Gletscher Mýrdalsjökull, der den Vulkan Katla bedeckt, mehrere Erdbeben. Die stärksten Erschütterungen erreichten Magnituden von 2,7 und 3,1. Das Hypozentrum eines dieser Beben lag nur 700 Meter unter der Oberfläche. Die Erschütterungen unter Katla sind meist vulkanotektonischer Natur und deuten auf aufsteigende Fluide hin, die mit anhaltender geothermischer Aktivität unter dem Eis verbunden sind.

Katla zählt zu den aktivsten Vulkanen Islands und liegt im Süden des Landes. Ihre Caldera misst etwa zehn Kilometer im Durchmesser und ist vollständig vom Gletscher Mýrdalsjökull bedeckt. Die letzte größere Eruption ereignete sich im Oktober 1918 und führte zu heftigen Gletscherläufen mit katastrophalen Folgen, ausgelöst durch das Schmelzen von Eis infolge vulkanischer Aktivität. Solche Überschwemmungen können enorme Mengen Wasser und Sedimente transportieren und die Landschaft nachhaltig verändern.

Seismische Aktivitäten wie die jüngsten Beben sind nicht ungewöhnlich. Seit 2011 werden immer wieder Beben und kleinere Gletscherläufe beobachtet, die auf eine erhöhte geothermische Aktivität unter dem Gletscher hindeuten. Obwohl diese Phänomene nicht zwangsläufig auf einen bevorstehenden Ausbruch hindeuten, behalten Geologen die Region aufmerksam im Blick.

Neben Katla wurden auch in anderen Regionen Islands seismische Aktivitäten registriert. Am 2. Oktober begann ein Erdbebenschwarm am Grjótárvatn, wobei das stärkste Beben eine Magnitude von 3,5 erreichte; insgesamt wurden vier Beben mit Magnituden ab 3 verzeichnet. Am 3. Oktober wurde westlich des Kleifarvatn ein Beben der Stärke 3,3 gemessen. Auf der IMO-Shakemap sind nun sechs grüne Sterne an drei Lokalitäten sichtbar, ein eher seltenes Bild. Innerhalb von 48 Stunden wurden auf ganz Island 166 Beben registriert.