Im Krater des Vulkans Mayon auf den Philippinen wächst ein neuer Lavadom. Dieser ist noch recht klein und die Magmaintrusion verursacht weder Erdbeben, noch Tremor. Dafür wurden leichte Bodendeformation und ein erhöhter Schwefeldioxid-Ausstoß registriert. Der Alarmstatus wurde auf „gelb“ erhöht.
Lavadom
Domvulkane weltweit
Kelut: ein Bild des Thermalsatelliten MODIS zeigt eine thermische Anomali im Krater. Diese Aufnahme ist ein weiteres Indiz für einen neuen Lavadom.
Popocatepetl: neben 3 Asche- und Dampfexhalationen erzeugte der Vulkan in Mexiko gestern eine etwas stärkere Eruption. Im Krater wächst ein neuer Lavadom
Sinabung: am Vulkan in Sumatra sind ebenfalls thermische Anomalien sichtbar. Diese verteilen sich überraschend auf mehrere hot spots und nicht nur am Dom.
Chaiten: thermische Anomalie
Am chilenischen Vulkan Chaiten wurde jüngst ein thermisches Signal mit Hilfte des MODIS-Satelliten entdeckt. Die thermische Anomalie lässt vermuten, dass der Lavadom in der Caldera des Vulkans wieder aktiv geworden ist.
Chaiten sorgte im Jahr 2008 für Schlagzeilen, als der Lavadom explodierte und eine große Eruption auslöste. Die Druckwelle der Explosion und pyroklastische Ströme vernichteten große Waldflächen. Lahare zerstörten die 10 km entfernt gelegene Stadt Chaiten.
Anak Krakatau: wachsender Lavadom im Krater
Wie unser Indonesien-Guide Andi und volcano discovery berichten, ist der Dom im Krater des Anak Krakatau weiterhin gewachsen. 2 Schlote entgasen stark, zudem haben sich an der Flanke weiter Fumarolenfelder gebildet.
Die Seismik bewegt sich seit Wochen auf hohem Niveau und mit einem explosiven Ausbruch muss jederzeit gerechnet werden.
Die Anfänge des Doms konnten Andi und die Geonauten im August beobachten. Hier gibt es eine Fotogalerie des letzten explosiven Ausbruches im November 2010.
Starke Explosion am Kirishima
Am Dienstag kam es zur bisher stärksten Explosion am japanischen Vulkan Kirishima, seit Beginn der aktuellen Ausbruchsphase. Die Explosion des Vulkanausbruches ließ in einem Umkreis von 8 km Fensterscheiben zerbersten. Augenzeugen berichten, dass sie von einer heißen Druckwelle erfasst wurden. Vulkanische Bomben gingen im weiten Umfeld des Vulkans nieder und verursachten kleinere Brände.
Vor 6 Tagen kam es zu einem ersten Vulkanausbruch im Shinmoe-dake Krater des Vulkankomplexes Kirishima. Im Krater des Shinmoe-dake wächst ein Lavadom. Noch befindet sich sein Gipfel unterhalb des Kraterrandes, doch in wenigen Tagen wird er ihn sehr wahrscheinlich überragen. Dann drohen bei einem Domkollaps Pyroklastische Ströme. Vorsorglich wurden einige Anwohner evakuiert.
Besonders in den Eruptionswolken der ersten Ausbruchsphase wurden zahlreiche Blitze beobachtet. Erste Analysen der Lava deuten auf ein variationsreiches andesitisches Magma mit hohem Gasgehalt hin. Der Dom scheint aus Andesit zu bestehen, dass weniger Gasreich ist, als die Lava der ersten Eruptionsphase. Eine Fotostrecke gibt es bei der BBC.
Vulkanausbruch am Kizimen
Der Vulkanausbruch am Kizimen (google map) auf Kamtschatka geht weiter. Bei hohem Tremor produzierte der Vulkan Explosionen und Pyroklastische Ströme. Auf Thermalaufnahmen war im Gipfelbereich eine thermale Anomalie sichtbar, die entweder auf einen Lavastrom, oder einen Lavadom hindeutet.
Eine Aschewolke driftete am 1. Januar 500 km in südwestlicher Richtung und verursacte über Petropavlovsky-Kamchatsky Ascheniederschlag. 5 Tage später verteilte sich die Asche in nordöstlicher Richtung bis in 836 km Entfernung.
Der 2485 m hohe Stratovulkan Kizimen liegt in 265 km Entfernung zur Provinzhauptstadt Petropavlov-Kamchatsky. Der Vulkan fördert Andesit und andesitischen Basalt. In seinem Krater wächst ein kleiner Lavadom. Vulkanologen schätzen, dass sein explosives Potenzial Eruptionen mit einem VEI 4 – 5 hervorrufen könnte. Bekannt ist der Kizimen für die Produktion vulcanischer Eruptionen und die Bildung von Pyroklastischen Strömen.
Die letzte eruptive Phase vor der Aktuellen, fand 1928 – 1929 statt. (Quelle KVERT)
Semeru und Bromo
Die beiden Vulkane des Bromo-Semeru Komplexes an- und in der Tengger-Caldera auf Java, zeichnen sich durch zunehmende Aktivität aus.
Der Vulkan Bromo produzierte eine Serie kleinerer Ascheeruptionen, die aber stark genug waren, um die Behörden zur Schließung des nahgelegenen Flughafens von Malang zu veranlassen.
Explosive Eruptionen am Semeru ließen Vulkanasche bis zu 4,6 km hoch aufsteigen. Im Krater des Semeru wächst ein Lavadom.
Mit einem stärkeren Vulkanausbruch ist in Indonesien jederzeit zu rechnen. Insgesamt befinden sich 19 Vulkane auf Alarmstufe 2 und 2 Vulkane (Merapi und Bromo) auf Alarmstufe 4.
Merapi weiterhin ruhiger
Die Aktivität am indonesischen Vulkan Merapi geht auf verringertem Niveau weiter. Gestern wurde nur noch 1 vulkanisches Beben aufgezeichnet, am Vortag waren es noch 13. Auch die Anzahl pyroklastischer Ströme verringerten sich von 7 auf 1. Am Dienstag wurden 22 Lavalawinen reistriert.
Mittlerweile ist eine neue LiveCam online und die Website des vulkanologischen Observatoriums wurde überarbeitet.
Birger Lühr vom GFZ Potsdam berichtete mir, dass die Vulkanologen vor Ort mit einer lang anhaltenden Eruption rechnen. Auf welchem Niveau sie weitergeht ist indess ungewiss.
Die jetzige eruptive Phase unterscheidet sich von den Ausbrüchen der letzten Jahrzehnte am Merapi durch ihre Explosivität. Wurden in den letzten Jahrzehnten überwiegend Lavadome gebildet, die aus effusiv geförderter Lava entstanden, so kommt es in der jetzigen Eruptionsphase vermehrt zu explosiven Ausbrüchen, die den Lavadom schnell zerstören. Bisher wurden ungefähr 0.14 Kubikkilometer Tephra gefördert. Ich würde den Vulkanausbruch mit einem VEI 3 einschätzen.





