Mayon generiert kleine strombolianische Eruptionen

Kleine strombolianische Eruptionen aus dem Mayon-Lavadom – mögliche Vorzeichen für Paroxysmen

Der philippinische Mayon ist seit gut 50 Tagen aktiv und baut an seinem Lavadom, der beschleunigt wächst. Wie PHIVOLCS meldete, wurden letzte Nacht kleine strombolianische Eruptionen aus dem Lavadom beobachtet, die für rot illuminierte und wabernde Wolken im Gipfelbereich sorgten. Außerdem sind mindestens drei Lavaströme in Schluchten am Vulkanhang unterwegs. Von den Lavafronten gehen glühende Schuttlawinen und pyroklastische Dichteströme ab.

mayo
Mayo

Heute um 12:00 Uhr mittags meldeten die Vulkanologen, dass in den vorherigen 24 Stunden 19 pyroklastische Dichteströme und 375 Schuttlawinen seismisch registriert wurden. Dazu gesellten sich 20 vulkanisch bedingte Erdbebensignale. Die pyroklastischen Ströme ließen Aschewolken aufsteigen, die beim VAAC Tokio VONA-Warnungen für den Flugverkehr auslösten. Aufgrund der Bewölkung am Mayon ließ sich die Höhe der Aschewolken nicht bestimmen. Typischerweise erreichen sie Höhen von etwa 2.700 m.

Aus dem gleichen Grund war es gestern auch schwierig, die strombolianischen Eruptionen per Livecam zu beobachten. Ich selbst sah immer nur wabernde Wolken, aber keine typischen Glutspuren explosiv ausgeworfener Tephra. Die Vulkanbeobachter vor Ort verfügen aber sicherlich über Teleskope und Telekameras, mit denen sie entsprechende Beobachtungen machen konnten. In dem fortgeschrittenen Eruptionsstadium, in dem sich der Mayon aktuell befindet, könnte bereits eine schwache explosive Komponente der ansonsten effusiven Eruption ein frühes Warnzeichen für Paroxysmen sein, wie sie sich bei den beiden vorangegangenen Eruptionsphasen am Mayon nach einigen Wochen Domaktivität eingestellt hatten.

Bei Paroxysmen entstehen mehrere Hundert Meter hohe Lavafontänen, Aschewolken, die Höhen von mehr als 10 Kilometern erreichen können, sowie ein beschleunigter Ausfluss von Lavaströmen. Typischerweise können besonders während Paroxysmen größere Kollapsereignisse am Lavadom stattfinden, die entsprechend kraftvolle pyroklastische Ströme generieren, welche auch das Sperrgebiet verlassen können. Dieses soll ja bekanntlich Menschen aussperren und nicht die pyroklastischen Ströme einsperren.

Am ehesten ließen sich noch die Lavaströme „einsperren“. Freiwillig machen sie im Moment allerdings keine Anstalten zu stoppen. Sie haben derzeit folgende Längen:

  • Basud: 3,8 km
  • Bonga: 1,6 km
  • Mi-isi: 1,3 km

Darüber hinaus entweicht dem Mayon eine große Menge Schwefeldioxid. Sie betrug am 13. Februar 3.788 Tonnen pro Tag.

Mayon: Gefahrenpotenzial des Vulkanausbruchs bleibt hoch

Hohes Aktivitätsniveau des Mayon bestätigt – pyroklastische Ströme glitten bis zu 4 Kilometer weit

Der Vulkan Mayon auf den Philippinen bleibt laut Einschätzung der zuständigen Vulkanologen von PHILVOLCS weiterhin hochaktiv. Die überwiegend effusive Eruption des Lavadoms und die damit einhergehenden Abgänge von pyroklastischen Strömen und die hohe Lahar-Gefahr stellen für die umliegenden Gemeinden weiterhin eine ernste Gefahr dar.



PDC
PDC Mayon

Die Eruption hat seit dem 6. Januar deutlich an Fahrt aufgenommen: Vom Dom ausgehend fließen Lavaströme an den Süd- und Osthängen. Diese Aktivität wird begleitet von häufigen Felsstürzen, glühenden Schuttlawinenabgängen und pyroklastischen Dichteströmen (PDCs). Diese fließen besonders durch die Schluchten Mi-isi, Bonga und Basud und bewegen sich noch innerhalb der permanenten Gefahrenzone von sechs Kilometern.

Laut der aktuellen Tätigkeitszusammenfassung der Vulkanologen kam es am 8. und 9. Februar zu einer markanten Intensivierung der Aktivität. Die Zahl der Felsstürze erreichte einen neuen Höchstwert. Am Folgetag wurden die bislang größten PDC-Ereignisse registriert. Mehrere Abgangsserien erzeugten kilometerhohe Aschewolken, die westwärts verfrachtet wurden und in Teilen von Camalig und Guinobatan teils kräftigen Ascheregen verursachten. Als besonders alarmierend werden die Abgänge von bis zu 4 Kilometer langen PDCs gewertet, die sich in der Mi-isi-Schlucht bewegten. Es waren die längsten Dichteströme seit Beginn der Eruption. Sie sind auf Einstürze instabiler Lavafronten nahe dem Krater zurückzuführen, die große Mengen Materials mobilisierten.

Die geophysikalischen Überwachungsdaten belegen – abseits der sichtbaren Aktivität – die anhaltende Unruhe: häufige niederfrequente Erdbeben als Hinweis auf Gasbewegungen im flachen Untergrund, hohe Schwefeldioxid-Emissionen sowie messbare Bodenaufblähung durch Magmaintrusionen. Trotz der jüngsten PDC-Serie bewerten Vulkanologen die Ereignisse als kurzzeitige Zuspitzung innerhalb eines insgesamt stabil hohen Aktivitätsniveaus.

Die Alarmstufe bleibt bei 3. Das bedeutet: Eine weitere Aktivitätssteigerung bis hin zu einem Vulkanausbruch mit deutlich höherem Gefahrenpotenzial ist jederzeit und ohne weitere Vorwarnung möglich. Die Situation könnte eskalieren und pyroklastische Dichteströme hervorbringen, die die Grenzen der Sperrzone überschreiten Zudem sind Paroxysmen möglich. Behörden mahnen, die Sechs-Kilometer-Sperrzone strikt zu meiden und auch im Umkreis bis acht Kilometer wachsam zu bleiben.

Mayon: größerer pyroklastischer Dichtestrom angegangen

Größerer pyroklastischer Strom am Mayon – Anzahl der Steinschläge auf Rekordniveau

Nachdem am Samstag deutlich weniger pyroklastische Dichteströme abgegangen sind, als es in den Vortagen der Fall gewesen war, steigerte sich die Tätigkeit bereits gestern wieder Heute wurde dann ein Dichtestrom gesichtet, der größer als die meisten anderen war und bis fast zum Fuß des Vulkans glitt. Das Ereignis wurde von der Afar-Livecam gefilmt und manifestierte sich während eines Unwetters. Daher ist nur der untere Teil des Dichtestroms zu sehen gewesen.




Tatsächlich handelte es sich nicht um einen einzigen Dichtestrom, sondern um eine kontinuierlich anhaltende Aktivität, die mindestens eine Dreiviertelstunde andauerte und gegen 10:45 Uhr Lokalzeit begann. Ein längeres Anhalten ist möglich, doch dichte Wolken blockierten später die Sicht.

Die seismischen Messstationen registrierten in den letzten 24 Stunden 43 pyroklastische Dichteströme sowie 469 Steinschlagereignisse, was einen neuen Rekord der aktuellen Tätigkeitsphase darstellt. Die Schwefeldioxid-Emissionen betrugen am 7. Februar 2026 etwa 1.799 Tonnen pro Tag. Die Asche- und Gasfahne stieg gut 1.000 Meter über dem Krater auf. Die von den pyroklastischen Strömen verursachten Ascheemissionen lösten beim VAAC Tokio zahlreiche VONA-Warnungen aus, allerdings ohne Höhenangaben. Von daher ist anzunehmen, dass die Asche nur niedrig fliegende Flugzeuge gefährdete.

PHILVOLCS-Vulkanbeobachter meldeten darüber hinaus rot illuminierte Wolken über dem Dom, die mit bloßem Auge sichtbar waren. Messungen der Bodenverformung zeigen eine Aufblähung des Vulkangebäudes, was auf Magmazufuhr im Untergrund hindeutet.

Aufgrund dieser Aktivität wird dringend davon abgeraten, den permanenten Gefahrenbereich im Umkreis von sechs Kilometern zu betreten oder sich ohne besondere Vorsicht in der erweiterten Gefahrenzone aufzuhalten. Ebenso sollte das Überfliegen des Vulkans mit Fluggeräten strikt unterlassen werden. Mögliche Gefahren umfassen Steinschläge, Erdrutsche oder Lawinen, ballistische Auswurfprodukte, Lavaströme und Lavafontänen, pyroklastische Dichteströme, mittelgroße Explosionen sowie Lahare, insbesondere bei starkem und anhaltendem Regen.

Von einem weiteren Vulkan der Philippinen gibt es Anzeichen der Entspannung: Der Alarmcode am Bulusan wurde auf „Grün“ reduziert, da seit längerem keine Erdbeben oder Gasemissionen beobachtet wurden. Die Sperrzone gilt aber weiterhin.

Update: Laut PHILVOLCS hatte der pyroklastische Strom eine Reichweite von 4 Kilometern.

Mayon: Hohe Steinschlagaktivität hält an

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Hohe Steinschlagaktivität geht weiter – Anzahl der pyroklastischen Ströme rückläufig

Am Mayon auf Luzon (Philippinen) geht die Aktivität auf hohem, aber leicht rückläufigem Niveau weiter. Nach dem vorläufigen Höhepunkt der Tätigkeit am 5. Februar reduzierten sich die Abgänge pyroklastischer Ströme auf 8. Tags zuvor waren es noch 33. Dafür wurde aber eine anhaltend hohe Zahl an Steinschlägen und Schuttlawinen registriert. Laut PHILVOLS waren es 335 innerhalb von 24 Stunden. Aufnahmen dokumentierten das Geschehen während der Abenddämmerung. Zu sehen sind die typischen Glutspuren der Steinschläge und Schuttlawinen, die auf lange belichteten Aufnahmen oft wie Lavaströme aussehen. Vom Dom gehen mehrere Lavazungen aus, deren Stabilität entscheidend für die Anzahl der Abgänge sind. Die geringere Anzahl der pyroklastischen Ströme bedeutet in erster Linie, dass weniger große Lavapakete abbrechen als zuvor.




Neben diesen Phänomenen beobachteten die Vulkanologen noch eine Reihe anderer vulkanischer Erscheinungen. Hierzu zählen rot illuminierte Dampfwolken, die vom Lavadom ausgehen und gestern über den Tag hinweg 1800 Tonnen Schwefeldioxid ausgestoßen haben. Außerdem registrierten die Seismometer 2 vulkanotektonische Erdbeben, die darauf hinweisen, dass weiterhin Magma aufsteigt. Der Vulkan gilt als aufgebläht und es gibt trotz des Rückgangs an Abgängen pyroklastischer Ströme keine Hinweise auf ein baldiges Ende der Eruption.

Taal mit langer Tremorphase

Neben dem Mayon ist auf Luzon auch der Taal aktiv. Heute wurde wieder eine lang anhaltende Tremorperiode mit einer Dauer von 840 Minuten registriert. Hinzu kamen 4 vulkanotektonische Erdbeben. Gegenüber den letzten Jahren hat sich der Schwefeldioxid-Ausstoß drastisch reduziert und beläuft sich nur noch auf 100 bis 200 Tonnen am Tag. Zu Spitzenzeiten vor 2 Jahren wurde das 100-fache dieses Wertes gemessen, was extreme Werte für einen Vulkan mit offen liegender Lava waren Tatsächlich gab es zu dieser Zeit aber deutlich weniger phreatische Eruptionen, als es im letzten Jahr der Fall gewesen war, als sich der Gasausstoß deutlich reduziert hatte.

Kanlaon stößt Gas aus

Der dritte aktive Vulkan der Philippinen ist der Kanlaon auf Negros, der ebenfalls weiterhin als aufgebläht gilt. Gestern gab es hier 5 vulkanotektonische Erdbeben und einen Schwefeldioxid-Ausstoß von gut 1700 Tonnen am Tag. Obwohl in den letzten Tagen keine Ascheemissionen gemeldet wurden, könnte es jederzeit wieder zu welchen kommen.

Von den drei erwähnten Vulkanen weist der Mayon aktuell die größte Aktivität auf und es ist der einzige Feuerberg der Philippinen, der aktiv Lava eruptiert. Die Tätigkeit ist unberechenbar und kann sich ohne weitere Warnung steigern. Der Alarmstatus steht auf „3“ und es gilt eine 6-Kilometer-Sperrzone.

Mayon: pyroklastische Ströme werden länger

Phivolcs warnt vor steigender Gefahr am Vulkan Mayon – Lava nähert sich der Vier-Kilometer-Marke

Das Philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) hat am Dienstag vor einer zunehmenden vulkanischen Gefährdung am Vulkan Mayon gewarnt. Anlass sind weit fortgeschrittene Lavaströme, die vom Dom ausgehend durch Schluchten fließen und über 3 Kilometer lang sein sollen. Pyroklastische Ströme legten Gleitstrecken von bis zu 4 Kilometern zurück und kamen damit der Grenze des Spergebiets mit einem Radius von 6 Kilometern um den Krater gefährlich nahe. Das Gefahrenpotenzial wächst, da auch von den Fronten weit fortgeschrittener Lavaströme Schuttlawinen und pyrokalstische Ströme abgehen, so dass sie bald über die Grenzen des Sperrgebiets hinausfließen könnten.

Paul Karson Alanis, Vulkanologe an der Beobachtungsstation Ligñon Hill Mayon, erklärte gegenüber der Lokalpresse, dass die Lavaströme mittlerweile rund 3,7 Kilometer zurückgelegt haben, das entspricht etwas mehr als der Hälfte der sechs Kilometer großen permanenten Gefahrenzone. Er bezeichnet es „als äußerst riskant“, sich der Gefahrenzone zu nähern.

Die größte Gefahr gehe von den pyroklastischen Strömen aus, die in einigen Bereichen Entfernungen von bis zu vier Kilometern vom Krater zurücklegten, so der Vulkanbeobachter. Er ergänzte, dass es sich hierbei um eine Mischung aus extrem heißem Gas und vulkanischem Material handelt. Tatsächlich gelten pyroklastische Ströme als so ziemlich das gefährlichste, was ein Vulkan zu bieten hat.

Gestern wurden 31 pyroklastische Ströme gezählt. Hinzu kamen 369 seismische Signale von Steinschlägen und Schuttlawinen und ein extrem hoher Schwefeldioxid-Ausstoß von 6400 Tonnen am Tag. Das sind die stärksten SO2-emissionen am Mayon seit mehr als 15 Jahren. Sie zeugt davon, dass viel Lava unterwegs ist und möglicherweise eine große Magmamenge dabei ist, aufzusteigen.

Nach Angaben von Phivolcs bleibt der Vulkan nach 28 aufeinanderfolgenden Tagen effusiver Eruptionen weiterhin auf Alarmstufe 3. Die Behörde weist erneut auf hohe vulkanische Risiken innerhalb der permanenten Gefahrenzone hin. Besonders betroffen seien die Schluchten Miisi im Süden, Bonga im Südosten und Basud im Osten, die zusätzlich von langsam vorrückenden Lavaströmen gespeist werden, so die Behörde.

Anhand der LiveCam-Aufnahmen lassen sich die angegebenen Längen der Lavaströme nur schwer oder überhaupt nicht nachvollziehen. Am rechten Bildrand des Fotos oben, das vom 30. Januar stammt, steigt Rauch von einem Brand auf, der die Front eines Lavastroms markieren könnte. Der Lavastrom selbst fließt durch eine nicht einsehbare Schlucht. Was man sonst an Rotglut sieht, sind Spuren der glühender Schuttlawinen.

Mayon: Überarbeitete Hinweise zum Verhalten

Mayon bleibt 4 Wochen nach Eruptionsbeginn aktiv – Verhaltenshinweise wurden überarbeitet

Der philippinische Vulkan Mayon bleibt auch vier Wochen nach Beginn der Eruptionen, die durch Lavadomwachstum und die Abgänge von Schuttlawinen und pyroklastischen Strömen gekennzeichnet sind, aktiv. In den letzten 24 Stunden wurden vom seismischen Netzwerk Signale von 317 Steinschlagereignissen sowie 30 pyroklastischen Dichteströmen registriert. Zudem gab es 5 vulkanotektonische Erdbeben. Von den Dichteströmen gingen Aschewolken aus, die beim VAAC Warnungen für den Flugverkehr auslösten.

Die anhaltenden Ascheemissionen beeinträchtigen das Leben der Menschen in Vulkannähe. Es kam bereits zu Evakuierungen von Anwohnern, die sich innerhalb der 6-Kilometer-Sperrzone befanden. PHILVOLCS und der Zivilschutz überarbeiteten nun die  Empfehlungen für das richtige Verhalten der Bevölkerung, die bereits seit 2015 gelten, und stellten sie in einem 2-seitigen Schaubild (von dem ich hier nur die erste Seite bringe) anschaulich dar. So wird z.B. empfohlen, Vulkanasche von Hausdächern zu fegen und von Autos mit viel Wasser abzuspülen. Offen gelagertes Trinkwasser solle man abkochen, wobei mir nicht so ganz klar ist, wie das gegen Asche helfen soll. Filtrieren wäre hier wohl angebrachter.

Ein Ende der Eruption ist nicht in Sicht. Darauf deuten die Beobachtungen der Vulkanologen hin. Neben den oben aufgeführten Daten zu den Erdbebensignalen beobachtete man nachts ein mit bloßem Auge mäßig gut sichtbares Kraterleuchten, was auf glühende Lava und Gasflammen im Gipfelbereich hinweist. Der Schwefeldioxid-Ausstoß (SO₂) konnte am 1. Februar 2026 nicht gemessen werden, da die Gasfahne von meteorologischen Wolken verdeckt war. Bei der letzten Messung am 31. Januar wurden mehr als 4100 Tonnen SO₂ emittiert.

Messungen der Bodenverformung zeigen, dass der Vulkankörper aufgebläht (inflatiert) ist. Dies deutet auf einen anhaltenden Magmenaufstieg im Untergrund hin.

Aus Sicherheitsgründen wird dringend empfohlen, den permanenten Gefahrenbereich (PDZ) im Umkreis von 6 Kilometern nicht zu betreten. Auch das Betreten der erweiterten Gefahrenzone (EDZ) sollte ohne erhöhte Wachsamkeit unterlassen werden. Zudem ist es nicht erlaubt, mit Flugzeugen in die Nähe des Vulkans zu fliegen.

Mögliche Gefahren, die jederzeit auftreten können, sind Steinschläge, Erdrutsche oder Lawinen, ballistische Auswurfprodukte, Lavaflüsse und Lavafontänen, pyroklastische Dichteströme, mittelstarke Explosionen sowie Lahare bei starkem und anhaltendem Regen.

Kanlaon: Gasflammen als Warnung vor Vulkanausbruch

Vulkanologen sichten Gasflammen am Krater des Kanlaon – Sorge vor größerem Vulkanausbruch

Der auf der philippinischen Insel Negros gelegene Vulkan Kanlaon zeigt weiterhin deutliche Anzeichen erhöhter Aktivität. Im Mittelpunkt der aktuellen Beobachtungen von PHILVOLCS-Vulkanologen stehen Gasflammen, die in den vergangenen Nächten mithilfe von Wärmebildkameras am Krater sichtbar wurden. Dabei handelt es sich um den Austritt stark überhitzter vulkanischer Gase, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind, im Infrarotbereich jedoch wie flackernde Flammen erscheinen. Für Vulkanologen gelten diese Emissionen als wichtiges Warnsignal aus dem Inneren des Berges.

kanlaon
Kanlaon

Die Interpretation der Gasflammen ist für Vulkanologin Mari Andylene Quintia eindeutig: Sie weist in einem Statement gegenüber der lokalen Presse darauf hin, dass Magma in geringer Tiefe unter dem Vulkan vorhanden ist und kontinuierlich Gase freisetzt. Dieser Entgasungsprozess erhöht den Druck im vulkanischen System und kann sowohl zu plötzlichen phreatischen Explosionen als auch zu einem magmatischen Ausbruch führen. Ähnliche Phasen intensiver Gasfreisetzung wurden am Kanlaon bereits vor früheren Eruptionen beobachtet, zuletzt im Dezember 2024 sowie im Mai und Oktober 2025.

Die Messdaten von heute stärken die Einschätzung der Vulkanologin. In den vergangenen 24 Stunden registrierten die Überwachungsstationen fünf vulkanotektonische Erdbeben, was auf Bewegungen von Fluiden oder Magma im Untergrund hindeutet. Gleichzeitig wurde ein hoher Schwefeldioxid-Ausstoß von 2020 Tonnen pro Tag gemessen. Schwefeldioxid ist ein typisches magmatisches Gas und gilt als verlässlicher Indikator für eine offene Verbindung zwischen Magma und Oberfläche. Hinzu kommt eine bis zu 1500 Meter hohe, voluminöse Gas- und Dampfwolke, die vom Krater aufstieg und in nordöstlicher Richtung geweht wurde. Messungen der Bodenverformung zeigen zudem, dass sich der Vulkankörper aufbläht, was ein klassisches Zeichen für Magmaansammlungen im Inneren des Vulkans darstellt.

Trotz der klaren Warnsignale ist der weitere Verlauf des Geschehens schwer vorherzusagen. Die Aktivität kann sich stabilisieren, aber auch kurzfristig eskalieren. Aus diesem Grund wiederholen die Behörden, dass das Betreten der vier Kilometer umfassenden permanenten Gefahrenzone strikt verboten ist. Die aktuellen Gasflammen sind damit nicht nur ein spektakuläres Naturphänomen, sondern vielmehr ein ernstzunehmender Hinweis darauf, dass der Kanlaon in einer kritischen Phase steht und größere Eruptionen folgen könnten.

Mayon: Lavastrom am Dom wächst

Vulkanausbruch am Mayon hält an – Lavastrom am Dom wird länger

Die erhöhte eruptive Aktivität am Mayon hält an. Diese äußert sich in anhaltendem Domwachstum und Abgängen von Schuttlawinen und pyroklastischen Dichteströmen, die über die Ostflanke des Vulkans gleiten. Bis jetzt haben sie zwar noch kein bewohntes Gebiet erreicht, doch die Gefahr größerer Abgänge mit mehr Reichweite besteht weiterhin. PHILVOLCS belässt die Warnstufe auf „3“.

Wer sich das Zahlenwerk der Vulkanologen genauer anschaut, staunt über die hohe Anzahl an Schuttlawinenabgängen, bei denen teils glühendes Material die Vulkanflanken hinabrollt: In den letzten 24 Stunden wurden 351 Schuttlawinen und 64 pyroklastische Dichteströme registriert. Die beiden vulkanischen Manifestationen sind eng miteinander gekoppelt und entstehen durch die gleichen Mechanismen: Am Lavadom, bzw. an dem von ihm abgehenden Lavastrom kommt es zu Kollapsereignissen. In erster Linie entscheiden Größe und Gasgehalt der abgebrochenen Lavapakete darüber, ob eine Schuttlawine oder ein pyroklastischer Strom entsteht. Ist genug Gas in der Lava vorhanden, kommt es zu Explosion und Fragmentation des Lavapakets, wodurch Gas freigesetzt und die Lava größtenteils zu Staub verwandelt wird und als pyroklastischer Strom den Hang hinab rast. Ohne explosionsartige Fragmentation geht das Material als Schuttlawine ab.

Fotos dokumentieren das anhaltende Wachstum des zähen Lavastroms, der vom Dom abgeht. Auf Satellitenaufnahmen erkennt man zudem seine Wärmesignatur, die sich in den Rinnen fortsetzt, durch die die Dichteströme und Schuttlawinen abgehen.

Die pyroklastischen Ströme erzeugen zudem Aschewolken, die beim VAAC Tokio regelmäßig VONA-Warnungen auslösen Die Vulkanasche steigt meistens bis auf FL 090 und bleibt damit unter der 3000-Meter-Marke.

Gegenüber der Vorwoche ist der Ausstoß an Schwefeldioxid zurückgegangen und belief sich bei den letzten Messungen auf knapp 1500 Tonnen am Tag. Das Vulkangebäude ist aufgebläht und es steigt weiter Magma auf. Ein Ende der Eruption ist nicht in Sicht.

Behörden rufen die Bevölkerung in der Umgebung dazu auf, Sperrzonen strikt einzuhalten. Der Mayon ist bekannt für plötzlich einsetzende explosive Ausbrüche, die selbst bei scheinbar moderater Aktivität lebensgefährlich sein können.

Philippinen: Starker Erdbebenschwarm im Süden

Starke Erdbebensequenz erschüttert Moro-Golf vor Mindanao auf den Philippinen

Datum: 28.01.2026 | Zeit: 06:47:01 UTC | Koordinaten 6.475 ; 123.795 | Tiefe: 10 km | Mw 5,9

Nach Daten des EMSC (European-Mediterranean Seismological Centre) ereignete sich am 28. Januar 2026 um 06:47 UTC im philippinischen Moro-Golf vor der Insel Mindanao ein Erdbeben der Magnitude 5,9. Das Hypozentrum lag in rund 10 Kilometern Tiefe bei den Koordinaten 6,475° Nord und 123,795° Ost. Das Epizentrum befand sich etwa 97 Kilometer süd-südwestlich von Cotabato sowie 30 Kilometer west-südwestlich von Kalamansig. Das Beben war der stärkste Stoß einer ungewöhnlich intensiven Serie weiterer Beben, darunter mehrere Ereignisse mit Magnituden zwischen 5,0 und 5,7. Der Schwarm begann bereits vor 10 Tagen, intensivierte sich in den letzten 24 Stunden aber signifikant. Insgesamt wurden bis jetzt 119 Beben registriert. An gleicher Stelle hatte es im November 2024 bereits ein sehr starkes Erdbeben Mw 7,1 in der ungewöhnlichen Tiefe von 620 Kilometern gegeben.

Philippinen. © EMSC/Leaflet

Die aktuellen Erschütterungen wurden in weiten Teilen des südwestlichen Mindanao deutlich wahrgenommen. Augenzeugen berichteten von schwankenden Möbeln, klirrenden Fenstern und grollenden Geräuschen sowie einem kurzzeitigen Stromausfall, von dem einzelne Gemeinden betroffen waren.

In Küstenorten wie Kalamansig und Palimbang verließen zahlreiche Menschen aus Angst vor möglichen Nachbeben oder einem Tsunami vorsichtshalber ihre Häuser und hielten sich im Freien auf oder flüchteten auf höher gelegenem Gelände. Offizielle Tsunamiwarnungen wurden nicht ausgegeben. Bestätigte Berichte über größere Sachschäden oder Verletzte lagen zunächst nicht vor, dennoch war die Verunsicherung in der Bevölkerung groß, da sich die Erdstöße über viele Stunden hinweg fortsetzten.

Seismologen ordnen das Ereignis als intensive Nachbebenserie mit schwarmähnlichem Charakter ein. Zwar hebt sich das Beben der Magnitude 5,9 als Hauptstoß ab, doch die Vielzahl vergleichsweise starker Folgebeben ist ungewöhnlich und deutet auf ein komplexes Muster hin. Tektonisch liegt der Moro-Golf in einer seismisch besonders aktiven Region, in der die Philippinische Seeplatte mit den Molukken- und Celebes-Mikroplatten – die der Sunda-Platte vorgelagert sind – aufeinandertreffen. Subduktionsprozesse entlang des Cotabato-Graben, bei dem eine Erdplatte in den Erdmantel abtaucht, dürften die treibende Kraft hinter der Erdbebensequenz sein.

In der Region gibt es zahlreiche aktive Vulkane, wie jene des Sangihe-Inselbogens und der Molukken. Besonders der Karangetang könnte durch die Erdbeben zu Eruptionen angeregt werden.

Die zuständigen Behörden beobachten die Lage weiterhin aufmerksam und rufen die Bevölkerung zur Vorsicht auf, insbesondere im Hinblick auf mögliche Nachbeben.