Philippinen: Erdbeben Mw 6,2 löste Tsunamialarm aus

Starkes Erdbeben erschütterte erneut den Süden der Philippinen – Kurzzeitig Tsunamialarm ausgerufen

Datum: 14.07.2026 | Zeit: 15:49:41 UTC | Koordinaten: 5.362 ; 125.200 | Tiefe: 55 km | Mw 6,2

Ein starkes Erdbeben der Magnitude 6,2 hat am späten Dienstagabend die Küstenregion südlich der philippinischen Insel Mindanao erschüttert. Das Hypozentrum lag nach Angaben des EMSC in 55 Kilometern Tiefe, etwa 84 Kilometer südöstlich von General Santos. Das philippinische Institut DOST-PHIVOLCS bestimmte eine Magnitude von 6,3 bei einer Herdtiefe von 33 Kilometern und lokalisierte das Epizentrum vor der Küste von Davao Occidental.



Philippinen. © EMSC/Leaflet

Das Beben ereignete sich um 23:49 Uhr Ortszeit und war in weiten Teilen des südlichen Mindanao deutlich zu spüren. Vorsorglich veröffentlichte DOST-PHIVOLCS unmittelbar nach dem Ereignis eine Tsunami-Warnung für die Küstengebiete der Provinzen Sarangani und Davao Occidental sowie für die Stadt General Santos. Die Behörden warnten vor möglichen geringfügigen Meeresspiegelschwankungen und empfahlen Anwohnern in Küstennähe erhöhte Aufmerksamkeit. Während einer dreistündigen Beobachtungsphase überwachten Pegelmessstationen die Entwicklung des Meeresspiegels. Da weder Messstationen noch Augenzeugen ungewöhnliche Wellen registrierten, wurde die Warnung kurz nach Mitternacht (Ortszeit) wieder aufgehoben.

Nach ersten Berichten liefen zahlreiche Menschen aus Gebäuden ins Freie. Vereinzelt wurden herabgefallene Gegenstände und kleinere Gebäudeschäden gemeldet. Größere Zerstörungen oder Todesopfer wurden nicht bekannt. Aufgrund der Magnitude rechnen Seismologen mit weiteren Nachbeben.

Die Region war bereits vor wenigen Wochen von einer schweren Erdbebenkatastrophe heimgeuscht worden. Am 8. Juni 2026 ereignete sich nahezu am selben Abschnitt der Plattengrenze ein Erdbeben der Magnitude 7,8. Dabei kamen mindestens 35 Menschen ums Leben, Hunderte wurden verletzt, Gebäude stürzten ein und Erdrutsche richteten schwere Schäden an. General Santos wurde besonders stark getroffen. Das Hauptbeben löste zudem einen kleinen Tsunami aus und zog eine intensive Nachbebensequenz nach sich. PHIVOLCS registrierte bereits unmittelbar nach dem Hauptbeben zahlreiche Nachbeben, die sich über Wochen fortsetzten. Auch in den Tagen vor dem jetzigen Erdbeben war die Region weiterhin seismisch aktiv, sodass sich das aktuelle Ereignis in eine anhaltende Erdbebenserie einfügt.

Tektonisch gehört Süd-Mindanao zu den aktivsten Erdbebengebieten der Erde. Hier treffen die Philippinische Seeplatte, die Sunda-Platte und mehrere Mikroplatten aufeinander. Entlang des Mindanao-Grabens und der Cotabato-Subduktionszone wird ozeanische Kruste in den Erdmantel geschoben. Die dabei entstehenden Spannungen entladen sich regelmäßig in starken Erdbeben. Die vergleichsweise große Herdtiefe des aktuellen Bebens deutet darauf hin, dass der Bruch innerhalb der bereits abtauchenden ozeanischen Platte stattfand. Solche intermediären Erdbeben sind oft über große Entfernungen spürbar, verursachen an der Oberfläche jedoch meist geringere Schäden als flachere Ereignisse vergleichbarer Magnitude.

Vulkane im Wirkungskreis der Erdbeben

Die Philippinen und das angrenzende Indonesien sind Teil des Pazifischen Feuerrings und als solche nicht nur von Erdbeben betroffen, sondern auch von Vulkanausbrüchen. Auf den Philippinen sind aktuell Bulusan, Kanlaon, Mayon und Taal aktiv bzw. stehen unter besonderer Beobachtung der Vulkanologen. Im Norden Indonesiens machen gerade Awu und Karangetang von sich reden, aber auch Dukono und Ibu. Diese Vulkane liegen im Wirkungskreis der starken Erdbeben in Südmindanao und könnten entsprechend auf die Erschütterungen reagieren.

Mayon: Signifikante Aktivitätssteigerung am Domvulkan

Vulkan Mayon intensiviert seinen Vulkanausbruch – Domwachstum, strombolianische Eruptionen und pyroklastische Ströme beobachtet

Der philippinische Vulkan Mayon auf Luzon hat seine Aktivität nach den Vorwarnzeichen der letzten Tage gestern deutlich gesteigert. Die zuständige Vulkanüberwachungsbehörde PHILVOLCS-DOST meldete mehrmals am Tag eine Intensivierung des Domwachstums mit zusätzlicher Speisung der Lavaströme, strombolianische Eruptionen und Kollapse, die pyroklastische Dichteströme auslösten. Außerdem gab es Hunderte Erdbeben, die auf weiteren Magmenaufstieg hindeuten. Laut einer VONA-Warnung erreichte Vulkanasche eine Höhe von gut 4000 m. Die Asche stieg deutlich höher auf, als es in den letzten Monaten der Fall war.

Der Vulkan steigerte seine Aktivität am 191. Tag seiner ununterbrochen anhaltenden, überwiegend effusiven Eruption, die neben dem Lavadom im Gipfelkrater 3 permanente Lavaströme hervorbrachte, die durch Abflussrinnen am Hang fließen und zwischen 2,1 und 3,8 Kilometer lang sind. Dem regelmäßigen Vnet-Leser wird aufgefallen sein, dass der kürzeste Lavastrom im Mi-isi-Kanal in den letzten Tagen um 300 m angewachsen ist und nicht mehr bei 1,8 Kilometern stagniert.

Gestern wurden immer wieder strombolianische Eruptionen am Dom beobachtet. Die letzte Meldung stammt vom Abend des 14. Juli, als Kameras erneut mehrere Phasen intensiver Lavaförderung mit strombolianischen Explosionen dokumentierten. Die Aktivität wurde um 20:09 Uhr, 21:13 Uhr, 22:27 Uhr und 22:48 Uhr Ortszeit aufgezeichnet und bestätigte, dass der Vulkan weiterhin große Mengen Magma an die Oberfläche transportiert.

Neben den Lavaströmen entstehen regelmäßig glühende Steinschläge sowie pyroklastische Dichteströme. Diese heißen Gemische aus Gas, Asche und Gesteinsfragmenten gehören zu den gefährlichsten Begleiterscheinungen einer Eruption. Nachdem es in den letzten Wochen nur noch selten zu Abgängen von Dichteströmen kam, steigerte sich ihre Anzahl gestern auf 10.

Darüber hinaus registrierten Seismometer 398 Steinschlagsignale und 187 vulkanische Erdbeben, darunter 43 vulkanische Tremorphasen mit einer Dauer zwischen fünf und 45 Minuten. Der Schwefeldioxid-Ausstoß lag am 14. Juli bei sehr hohen 9.028 Tonnen pro Tag, was auf eine hohe Magmaförderung schließen lässt.

Über dem Krater stieg eine bis zu 1.200 Meter hohe Asche- und Dampffahne auf, die vom Wind nach Ostnordost und Südsüdost verfrachtet wurde. Messungen der Bodendeformation zeigen zudem eine anhaltende Inflation des Vulkangebäudes, lediglich im Nordostsektor wurde kurzfristig eine leichte Deflation festgestellt. Die Aufblähung gilt als Hinweis darauf, dass sich im Untergrund weiterhin Magma ansammelt.

Die Daten und Beobachtungen sprechen für eine deutliche Intensivierung der Eruption, vergleichbar mit der bisherigen Hochphase der Eruption. Die Alarmstufe bleibt auf Alert Level 3. Das Betreten der sechs Kilometer umfassenden permanenten Gefahrenzone ist weiterhin strikt untersagt.

Vulkanausbruch am Mayon erzeugte Aschephase

Aschephase am Mayon nach verstärkter Seismizität – Druck im Fördersystem könnte wieder steigen

Der philippinische Schichtvulkan Mayon bleibt auch am 189. Tag seiner überwiegend effusiven Eruption hochaktiv. Am Morgen des 13. Juli dokumentierten Beobachter des Vulkaninstituts PHIVOLCS kurzlebige Lavafontänen und Ascheemissionen aus dem Gipfelkrater. Darüber hinaus speist der wachsende Lavadom weiterhin Lavaströme, die durch die Schluchten Basud, Bonga und Mi-isi fließen und Längen von bis zu 3,8 Kilometern erreichen. Begleitet wird die Aktivität von Steinschlägen und pyroklastischen Dichteströmen, die lokal als „uson“ bezeichnet werden.

Mayon. © PHILVOLCS-DOST

Am 13. Juli stieg um 01:13 UTC eine Aschewolke bis auf etwa 2,7 Kilometer Höhe über dem Meeresspiegel auf. Aufgrund dichter Bewölkung konnte die Wolke auf Satellitenbildern nicht eindeutig nachgewiesen werden. Livecams dokumentierten jedoch die intensive Fontänenphase, wie sie von den Vulkanbeobachtern vor Ort bezeichnet wurde. Die Aufnahmen zeigen, wie Asche mit relativ hohem Druck aus dem Dom ausgestoßen wird. Zwar wurden auch rotglühende Schlacken gefördert, doch meiner Einschätzung nach war das Geschehen noch weit von einer echten Lavafontäne entfernt, wie sie die Beschreibung des Ereignisses in einem PHIVOLCS-Beitrag in den sozialen Medien suggeriert.

Die geophysikalischen Daten sprechen weiterhin für eine Verstärkung der Eruption, die in den vergangenen Wochen etwas nachgelassen hatte. Innerhalb von 24 Stunden registrierten die Messstationen 92 vulkanotektonische Erdbeben sowie 299 Signale von Steinschlägen. Der Schwefeldioxid-Ausstoß lag zuletzt bei 5.840 Tonnen pro Tag – ein sehr hoher Wert, der deutlich über den Messungen der Vorwoche liegt, als an den meisten Tagen rund 2.000 Tonnen SO₂ emittiert wurden. Ein erster signifikanter Anstieg der Schwefeldioxid-Emissionen wurde bereits am 10. Juli registriert, als mehr als 7.000 Tonnen des vulkanischen Gases gemessen wurden. Einen Tag später verdoppelte sich dieser Wert nahezu auf rund 13.100 Tonnen SO₂. Der hohe Schwefeldioxid-Ausstoß deutet darauf hin, dass vermehrt Magma im Fördersystem aufsteigt oder bereits den Lavadom erreicht. Dadurch steigt auch die Wahrscheinlichkeit größerer pyroklastischer Dichteströme deutlich an.

Zudem zeigen Messungen der Bodenverformung eine kurzfristige Deflation des Vulkangebäudes, während gleichzeitig an der Nordostflanke eine Inflation registriert wird. Auch diese Entwicklung könnte auf eine erneute Intensivierung der Aktivität hindeuten.

Für den etwa 2.460 Meter hohen Vulkan gilt weiterhin Alarmstufe 3, die auf eine erhöhte Wahrscheinlichkeit weiterer explosiver Eruptionen hinweist. Das Betreten der permanenten Gefahrenzone mit einem Radius von sechs Kilometern bleibt untersagt. Auch der Luftverkehr sollte den Gipfelbereich meiden, da jederzeit Ascheeruptionen, stärkere Lavafontänen, ballistische Blöcke oder neue pyroklastische Dichteströme auftreten können. Hinzu kommt während der Regenzeit die Gefahr von Laharen, wenn lockere Asche und vulkanisches Geröll durch starke Niederschläge mobilisiert werden.

Taal-Vulkan erzeugte am Sonntag phreatische Eruption

Weitere phreatische Eruption aus dem Kratersee von Volcano Island in der Taal-Caldera

Am Sonntagabend hat der philippinische Vulkan Taal seine anhaltende Unruhe ein weiteres Mal unter Beweis gestellt, als sich um 20:27 Uhr Ortszeit eine kurze phreatomagmatische Eruption ereignete. Wie die Vorgängereruptionen auch manifestierte sie sich aus dem Kratersee auf Volcano Island, dem aktuellen Eruptionszentrum des großen Calderavulkans nahe der philippinischen Hauptstadt.

Das Zusammenspiel von magmatisch bedingter Erdwärme und Wasser löste eine rund drei Minuten andauernde Explosion aus, die asche- und dampfreiche Fontänen bis auf etwa 1.200 Meter Höhe schleuderte. Die Wolke zog anschließend nach Nordosten. Das Ereignis wurde seismisch, infrasonisch und visuell erfasst. Hinzu kam eine thermische Erfassung mit Hilfe der automatisch betriebenen Messstationen am Westrand des Kraters und bei Daang Kastila.

Die Aschewolke erreichte nach Angaben des VAAC Tokyo eine Höhe von Flughöhe 050, was rund 1.500 Metern entspricht. Trotz des Ausbruchs bleibt die Alarmstufe 1 bestehen, die für geringe, aber anhaltende vulkanische Unruhe steht. Die Insel im Taal-See bleibt Sperrgebiet, da jederzeit weitere Ausbrüche auftreten können.

Die Eruption kam keineswegs überraschend und wurde eigentlich bereits früher erwartet, denn besonders in der ersten Juniwoche gab es eine signifikant erhöhte Seismizität, mit einer Spitze von 120 vulkanisch bedingten Erdbeben am 6. Juni. Interessanterweise ließen die Beben nach und in den 244 Stunden vor der Eruption wurde nicht eine einzige Erschütterung registriert.

Bemerkenswert ist, dass bei der letzten Messung am 9. Juli eine Schwefeldioxid-Emission von lediglich 542 Tonnen SO₂ pro Tag gemessen wurde, während es in der Vorwoche mehr als 800 Tonnen am Tag waren. Dieser Rückgang lässt erneut auf eine Teilblockade des Fördersystems schließen, weswegen sich ein hoher Druck im Vulkaninneren aufbaute, der letztendlich die Explosion verursacht haben könnte.

Die derzeit registrierte kurzfristige Inflation der Vulkaninsel deutet zudem darauf hin, dass sich weiterhin Druck im hydrothermalen und magmatischen System aufbaut. Für die Bevölkerung rund um den Taal bedeutet dies, wachsam zu bleiben und die Anweisungen der Behörden strikt zu befolgen.

Mayon: Warnung vor möglicher Aktivitätssteigerung

Hoher Schwefeldioxidausstoß am Mayon lässt Alarmglocken läuten: Vulkanologen warnen vor möglicher Aktivitätssteigerung

In den letzten Wochen war es um den Mayon relativ ruhig bestellt, was zum einen an einem Aktivitätsrückgang lag, zum anderen an dem schlechten Wetter auf den Philippinen, die von der Regenzeit erfasst wurden. Deshalb gab es kaum visuelle Beobachtungen des Geschehens und auch weniger Medienberichte. Während das schlechte Wetter bleibt, warnen die Vulkanbeobachtungsbehörden nun vor einer möglichen Aktivitätsverstärkung.

eruption
Mayon Archiv

Nach Angaben der Vulkanologen von DOST-PHIVOLCS befindet sich der Vulkan am 10. Juli 2026 weiterhin auf Alarmstufe 3. Die aktuelle Eruptionsphase dauert inzwischen den 186. Tag in Folge an. Zwar haben Steinschlagereignisse und pyroklastische Dichteströme zuletzt abgenommen, doch ein anderer Messwert deutet auf eine mögliche erneute Verstärkung der Aktivität hin: die außergewöhnlich hohen Schwefeldioxid-Emissionen.

Am 9. Juli wurde ein SO₂-Ausstoß von durchschnittlich 4.569 Tonnen pro Tag gemessen. Einen Tag später erreichte der Wert mit 7.475 Tonnen pro Tag den höchsten am Mayon registrierten Wert der vergangenen 16 Jahre. Zum Vergleich: Seit Beginn der aktuellen Eruptionsphase am 6. Januar 2026 lag der durchschnittliche Schwefeldioxid-Ausstoß bei gut 2.300 Tonnen pro Tag.

Die Vulkanologen warnen, dass der starke Anstieg der Gasemissionen ein Hinweis auf eine mögliche Zunahme der magmatischen Aktivität im Gipfelbereich sein könnte. Besonders auffällig ist, dass die erhöhten SO₂-Werte in eine Phase fallen, in der andere Anzeichen der Eruption bereits nachlassen. Weniger Steinschläge und eine rückläufige Aktivität pyroklastischer Ströme könnten zunächst auf eine Abschwächung des Domwachstums hindeuten, doch der Gasüberschuss zeigt, dass weiterhin große Mengen magmatischer Gase aus dem Untergrund aufsteigen.

Hinzu kommt, dass man auf dem Afar-TV-Livestream in Phasen geringerer Bewölkung intensive roten Lichtschein beobachten kann. Dieser deutet auf eine signifikante Verstärkung des Domwachstums hin.

Aktuell fördert der Mayon weiterhin Lava, die über die Basud-, Bonga- und Mi-isi-Schluchten an den Hängen des Vulkans abfließt. Die Lavaströme reichen bis auf 3,8 Kilometer (Basud), 3,2 Kilometer (Bonga) und 2,1 Kilometer (Mi-isi) unterhalb des Gipfels. Zusätzlich wurden innerhalb von 24 Stunden 14 vulkanisch bedingte Erdbeben und 75 Steinschlagereignisse registriert.

PHIVOLCS weist darauf hin, dass eine erneute Steigerung der Eruption möglich ist. Gefahren bestehen weiterhin durch Lavaströme, explosive Ereignisse, pyroklastische Dichteströme und bei Starkregen auch durch Lahare. Die Bevölkerung darf die sechs Kilometer große permanente Sperrzone um den Vulkan nicht betreten.

Kanlaon erzeugt stärkere Explosion am 9. Juli

Kanlaon erzeugt stärkere Explosion, die als Schloträumer interpretiert wird – Schockwellen erreichen Ort

Am 9. Juli ist der philippinische Vulkan Kanlaon auf der Insel Negros in einer deutlich stärkeren Explosion als üblich ausgebrochen. Der Ausbruch ereignete sich nach einer dreitägigen Phase ohne VAAC-Meldungen, was allerdings auch dem schlechten Wetter mit starker Bewölkung geschuldet sein kann. Auch die Eruption heute fand unter dichter Bewölkung statt, weswegen keine genaue Höhenangabe der Aschewolke vorhanden ist. Nach Angaben lokaler Medien dauerte die eruptive Phase rund 20 Minuten, während PHILVOLCS die reine Explosionsdauer mit 3 Minuten angibt. Es wurden pyroklastische Ströme und glühende Auswurfprodukte beobachtet; zudem war in mehreren Ortschaften am Fuß des Vulkans eine Druckwelle zu spüren. Östlich des Vulkans wurde Ascheniederschlag festgestellt. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Kanlaon

Fotografien aus der Region zeigen eine Aschewolke, die trotz dichter Bewölkung zwischen den Wolkenschichten mehrere Kilometer hoch aufstieg. Aufgrund der ausgeprägten Bewölkung konnte die Aschewolke satellitengestützt nur eingeschränkt verfolgt werden, weshalb die zuständige Aschewarnzentrale keine genaue Höhenbestimmung vornehmen konnte.

Bereits am Vortag hatten die geophysikalischen Messdaten auf eine erhöhte Unruhe des Vulkans hingedeutet, als sich die Anzahl vulkanisch bedingter Erdbeben innerhalb von 24 Stunden fast verdoppelte und 19 Erschütterungen registriert wurden. Auffällig ist die Lage der meisten Erdbeben, die sich nicht unter dem Gipfelbereich des Kanlaon konzentrierten, sondern auf einer Linie nordwestlich davon. Ob die Erdbeben unmittelbar mit der Explosion des Folgetages zusammenhingen, lässt sich daher nicht beurteilen. Sie könnten vielmehr auf tiefen Magmenaufstieg entlang einer Nordwest-Südost-streichenden Störungszone hindeuten, der aber den Druck im flacheren Magmenreservoir erhöhte. Es wird auch darüber spekuliert, dass sich im Förderschlot eine Blockade gebildet hatte, die nun mit der Explosion herausgesprengt wurde.

Die Schwefeldioxid-Emission lag bei rund 2.454 Tonnen pro Tag, was ebenfalls fast doppelt so hoch wie am Vortag war. Zugleich blieb der Vulkankegel aufgebläht, ein Hinweis darauf, dass sich weiterhin Magma oder vulkanische Fluide im Untergrund bewegen.

Die Alarmstufe bleibt vorerst auf Stufe 2. Das Betreten der vier Kilometer umfassenden permanenten Gefahrenzone ist weiterhin untersagt; zudem wird der Luftverkehr aufgefordert, den Bereich um den Gipfel zu meiden. Die jüngste Eruption unterstreicht, dass am Kanlaon auch bei scheinbar ruhigen Oberflächenbedingungen jederzeit weitere plötzliche explosionsartige Ausbrüche möglich sind.

Taal-Vulkan: Hohe seismische Aktivität detektiert

Seismische Aktivität am Taal-Vulkan deutlich erhöht – 120 vulkanische Erdbeben registriert

Die Unruhe am philippinischen Taal-Vulkan hat sich in den letzten Tagen deutlich verstärkt. Wie PHILVOLCS gestern meldete, wurden am 5. Juli 2026 insgesamt 120 vulkanische Erdbeben registriert. Darunter befanden sich 113 Episoden vulkanischen Tremors, die jeweils zwischen einer und drei Minuten andauerten. Gestern reduzierte sich die Anzahl seismischer Ereignisse zwar auf 27, darunter 23 Tremore, lag damit aber immer noch deutlich über dem Durchschnitt. Trotz des Anstiegs der seismischen Aktivität und der erhöhten Explosionsgefahr bleibt die Alarmstufe bei 1.

Taal-Archiv

Die jüngsten Messwerte markieren einen deutlichen Anstieg gegenüber den Vortagen. Am Sonntag wurden 75 Tremorphasen registriert, am Samstag 61 vulkanische Erdbeben und 60 Tremorereignisse. Noch Anfang Juli hatte der Vulkan lediglich vereinzelte Erdbeben gezeigt, während im gesamten Juni an mehreren Tagen überhaupt keine seismische Aktivität festgestellt worden war.

Neben der erhöhten Erdbebentätigkeit wurden am 2. Juli Schwefeldioxidemissionen von durchschnittlich 829 Tonnen pro Tag gemessen. Gestern stieg eine bis zu 1200 Meter hohe Dampffahne aus dem Kratersee von Volcano Island auf und driftete anschließend nach Südwesten. Gleichzeitig wurde weiterhin eine kurzfristige Inflation der Vulkaninsel festgestellt, was auf Druckaufbau im Untergrund hindeutet. Interessant ist, dass inzwischen nicht nur der südöstliche Flankenbereich von der Bodenhebung betroffen zu sein scheint, sondern die gesamte Insel. Darüber hinaus fehlt seit einigen Wochen in den PHILVOLCS-Updates der Vermerk, dass es im übrigen Bereich der Caldera Deflation gibt. Das erhöht die mittelfristige Wahrscheinlichkeit einer stärkeren Eruption, die über die mittlerweile als üblich angesehene phreatische Eruption hinausgeht. Diese sind nicht mehr als Anzeichen eines Abkühlungsprozesses zu sehen, sondern deuten eher auf eine erneute Aufwärmungsphase hin.

Die Vulkanologen von PHILVOLCS weisen darauf hin, dass Alarmstufe 1 keineswegs Entwarnung bedeutet. Auch bei diesem Warnniveau können plötzlich phreatische Explosionen, vulkanische Erdbeben, leichter Ascheregen sowie gefährliche Ansammlungen vulkanischer Gase auftreten. Aus Sicherheitsgründen bleiben das Betreten der gesamten Vulkaninsel einschließlich des Hauptkraters und der Daang-Kastila-Spalte, Bootsfahrten auf dem Taal-See sowie Flüge in unmittelbarer Nähe des Vulkans weiterhin verboten.

75 Tremorphasen am philippinischen Taal-Vulkan

Taal-Vulkan bleibt unruhig – 75 Tremorphasen und anhaltende Inflation der Vulkaninsel

Nachdem der philippinische Taal-Vulkan Ende Juni bereits mehrere phreatomagmatische Eruptionen erzeugte, zeigt er weiterhin Anzeichen erhöhter Unruhe. Nach Angaben des philippinischen Instituts für Vulkanologie und Seismologie (PHILVOLCS) wurden innerhalb der vergangenen 24 Stunden 75 Episoden vulkanischen Tremors registriert. Die Erschütterungen dauerten jeweils zwischen einer und drei Minuten und deuten darauf hin, dass sich weiterhin magmatische Fluide unter dem Vulkan bewegen.

Taal-Archivbild

Der hohe Tremor lässt es als wahrscheinlich erscheinen, dass sich in den nächsten Stunden bzw. Tagen weitere Eruptionen aus dem Kratersee auf Volcano Island ereignen könnten. Es ist nicht auszuschließen, dass diese unter stärkerem magmatischem Einfluss geraten und stärker werden.

Die Schwefeldioxid-Emissionen lagen zuletzt bei 829 Tonnen pro Tag und sind damit gegenüber den Spitzenwerten der vergangenen Tage deutlich zurückgegangen. Diese erreichten am 3. Juli 3.194 Tonnen pro Tag, gestern waren es immerhin noch 1.847 Tonnen pro Tag. Die Spitzenwerte könnten verschiedene Ursachen haben. Dazu zählt, dass ein neuer Schub Magma in das flache Speichersystem unter Volcano Island intrudierte. Der aktuell niedrigere Wert könnte auf eine Teilblockade des entgasenden Fördersystems zurückzuführen sein, was den Druck im System erhöht und den Tremor verstärkt, wodurch die Wahrscheinlichkeit von Explosionen steigt.

Zudem wurde auf Volcano Island weiterhin eine kurzfristige Inflation festgestellt, die sich in Form von Bodenhebung äußerte. Eine solche Aufwölbung des Untergrundes entsteht häufig, wenn sich Magma oder vulkanische Fluide im Untergrund ansammeln und erhöhten Druck aufbauen, was zur oben aufgeführten These passt.

Die Alarmstufe bleibt unverändert auf Stufe 1. Diese bedeutet eine geringe, aber anhaltende vulkanische Unruhe. PHILVOLCS warnt ausdrücklich davor, die gesamte Vulkaninsel zu betreten. Insbesondere der Hauptkrater und die Daang-Kastila-Spalten gelten als Gefahrenbereiche. Auch der Aufenthalt auf dem Taal-See sowie Bootsfahrten sind untersagt. Darüber hinaus sollten Flugzeuge den Bereich des Vulkans meiden.

Taal-Vulkan: Zwei phreatomagmatische Explosionen Ende Juni

Zwei phreatomagmatische Eruptionen am Taal innerhalb weniger Stunden – Aschewolke bis 1.500 Meter

Auf der philippinischen Insel Luzon hat der Calderavulkan Taal innerhalb weniger Stunden zwei phreatomagmatische Eruptionen erzeugt. Wie bei früheren Vulkanausbrüchen auch manifestierten sich die beiden Explosionen aus dem Kratersee auf Volcano Island heraus und wurden von Asche-Dampffontänen begleitet, die auch Sedimente vom Seeboden enthielten. Es entwickelte sich eine deutlich erkennbare Eruptionswolke. Die Aktivität führte zu erneuten Warnungen vor einem weiterhin instabilen Zustand des Vulkansystems, dessen Alarmstufe 1 (niedriges Unruheniveau) trotz der Explosionen nicht erhöht wurde.



Die erste bestätigte Eruption wurde am Abend des 29. Juni um 23:13 Uhr UTC (07:13 Uhr Ortszeit am 30. Juni) gemeldet. Die Eruption war vergleichsweise schwach und förderte eine Dampfwolke 900 Meter hoch. Obwohl sie wenig Asche enthielt, wurde eine VONA-Warnung ausgegeben. Diese Eruption war meiner Meinung nach phreatischer Natur und fand ohne direkten Kontakt zwischen Grundwasser und Magma statt.

Um 06:34 UTC (14:34 Ortszeit) folgte eine weitaus stärkere phreatomagmatische Explosion. Laut seismischen und Infraschalldaten sowie visuellen Beobachtungen dauerte das Ereignis rund viereinhalb Minuten. Es handelte sich um drei klar unterscheidbare Explosionspulse, die dichte, dunkelgraue Asche förderten sowie wasserdampfdominierte Eruptionssäulen erzeugten. Im Untergrund kam es zu einem Kontakt zwischen Magma und Grundwasser, was die typische phreatomagmatische Eruption erzeugte. Laut PHILVOLCS erreichte die Eruptionssäule dabei Höhen von etwa 1.200 Metern über dem Krater und driftete unter dem Einfluss der Winde nach Südwesten. Das VAAC Tokio meldete eine Eruptionswolke in 1500 m Höhe über dem Meeresspiegel, was sich mit den PHILVOLCS-Angaben deckt, da sich der Krater auf etwa 300 m Höhenniveau befindet.

Nur wenig später bestätigte das Tokyo Volcanic Ash Advisory Center (VAAC Tokyo) eine weitere eruptive Episode um 06:34 UTC, bei der Asche bis auf Fluglevel FL050 (etwa 1.500 Meter Höhe) aufstieg und ebenfalls südwestwärts verfrachtet wurde. Satellitendaten der Himawari-9 sowie Beobachtungen der philippinischen Vulkanbehörde PHIVOLCS bestätigten die anhaltende Emission von vulkanischem Material in die Atmosphäre.

Trotz der eruptiven Aktivität zeigen die Überwachungsparameter weiterhin ein gemischtes, aber insgesamt moderates Unruheniveau. Im Hauptkrater wurden in den Stunden vor den Eruptionen keine vulkanischen Erdbeben registriert. Meldungen über Tremor stehen ebenso aus, was ungewöhnlich ist.

Der Schwefeldioxid-Ausstoß war erhöht und lag zuletzt bei 881 Tonnen pro Tag. Die seit Jahren gemessene und immer noch als kurzfristig bezeichnete Inflation der Vulkaninsel hält an, was ein Hinweis auf mögliche Magma- oder Fluidbewegungen im Untergrund ist.

PHIVOLCS betont, dass der Zutritt zur Permanent-Danger-Zone, insbesondere zum Hauptkrater und zu den Fissuren der Daang-Kastila-Linie, weiterhin streng verboten bleibt. Auch das Befahren des Taal-Sees sowie Flugaktivitäten in Kraternähe werden ausdrücklich untersagt.