Santiaguito: Zahlreiche Blocklawinen unterwegs

Domvulkan Santiaguito erzeugt Lavaüberlauf – zahlreiche Blocklawinen und Dichteströme dokumentiert

Während der Nacht und in den frühen Morgenstunden des 6. September wurde eine lebhafte vulkanische Aktivität am Caliente-Dom des Santiaguito beobachtet. Diese war durch schwache bis mäßige Explosionen gekennzeichnet, die Aschesäulen mit einer Höhe von bis zu 3.200 m ü. NN erzeugten, allerdings keine VONA-Warnungen beim VAAC Washington auslösten. Die letzte stammt vom 4. September. Laut Angaben der Vulkanologen des INSIVUMEH driftete die Asche über eine Entfernung von etwa 15 km in westliche Richtung und verursachte in den Gemeinden Loma Linda, San Marcos Palajunoj sowie weiteren nahegelegenen Ortschaften Ascheniederschlag.

Blocklawiene

An den südwestlichen und nordöstlichen Flanken des Lavadoms setzt sich die Extrusion von Lava fort. Kurze Lavazungen bewegen sich über die Domflanken, wobei immer wieder Lavapakete abbrechen, zu Tal stürzen und dabei fragmentieren. In den meisten Fällen entstehen beeindruckende Blocklawinen, die nachts eine enorme Rotglut erzeugen. Dadurch brennen die Aufnahmen der Livestream-Kameras teilweise weiß aus und zeigen nur noch helle Spuren.

In einigen Fällen entstehen auch kurze pyroklastische Dichteströme, die aktuell noch unbesiedelte Gebiete erreichen. Dies kann sich allerdings jederzeit und ohne weitere Vorwarnung ändern. Die Instabilität des Doms lässt weiterhin partielle Kollapsereignisse möglich erscheinen, die pyroklastische Ströme mit größerer Reichweite auslösen können. Die Abgänge belegen das Vorhandensein von aktivem Magma in geringer Tiefe.

Der guatemaltekische Zivilschutz CONRED empfiehlt, sich nicht den Lavadomen zu nähern und sich nicht in Schluchten aufzuhalten, da diese Bereiche als besonders gefährlich gelten. Bei starken Regenfällen können hier zudem Lahare entstehen, die eine zusätzliche Gefahr darstellen.

Um den Domkomplex gilt eine 5-Kilometer-Sperrzone, in der sich niemand aufhalten sollte. Insbesondere ist das Campieren dort verboten. Dennoch ist auf den Livestreams zu erkennen, dass sich auf den Flanken des Muttervulkans Santa María in einer Entfernung von etwa zwei Kilometern Vulkanbeobachter aufhalten. Bei der aktuellen Aktivität sind sie zwar nicht unmittelbar durch pyroklastische Ströme oder Blocklawinen gefährdet, allerdings ist das Gelände steil und rutschig, sodass Absturzgefahr besteht.

Vulkan Santiaguito: Pyrokastischer Dichtestrom gefilmt

Livecam filmt pyroklastischen Dichtestrom am Santiaguito – Vulkanasche in 4300 m Höhe detektiert

Trotz der Regenzeit in Guatemala war das Wetter am Sonntag in Teilen des Landes freundlich. So konnte eine Livecam in den frühen Morgenstunden den Abgang eines pyroklastischen Dichtestroms am Lavadom des Santiaguito aufzeichnen. Zudem kam es zu mehreren Explosionen, die Vulkanasche bis auf eine Höhe von 4300 Metern über dem Meeresspiegel förderten. Die Aschewolken wurden vom Wind nach Westen verfrachtet und verursachten in mehreren Ortschaften leichten Ascheniederschlag.

Der pyroklastische Dichtestrom ging um 06:06 Uhr Ortszeit ab und wurde durch eine explosive Eruption ausgelöst, die am Kraterrand einen kleineren Kollaps verursachte. Dabei brach ein heißes Lavapaket ab und wurde durch die explosionsartige Freisetzung der im Inneren eingeschlossenen Gase fragmentiert. Dadurch entstand die Glutwolke aus heißen Gasen, Asche und gröberen Lavafragmenten. Auf den Videoaufnahmen ist gut zu erkennen, wie der Dichtestrom einer Erosionsrinne folgt, entlang derer bei starken Regenfällen Wasser abfließt. Erst in der Nähe der Dombasis trat der Strom über die Begrenzung der Rinne hinaus, stellte jedoch keine Gefahr für die Bewohner der Plantagen am Fuß des Vulkans dar.

Dem aktuellen Bulletin des INSIVUMEH zufolge werden am Lavadom weiterhin kontinuierliche Entgasungen beobachtet. Die Gasfahne steigt bis auf etwa 400 Meter über den Dom auf. Zusätzlich wurden schwache bis mäßige Explosionen registriert, die Gas- und Aschewolken erzeugten, welche bis zu 800 Meter über den Dom aufstiegen.

Während der Nacht und in den frühen Morgenstunden ist im Gipfelbereich des Doms sowie entlang seiner westlichen und südwestlichen Flanken ein deutliches Glühen sichtbar. Dieses steht im Zusammenhang mit wiederkehrenden glühenden Block- und Schuttlawinen, die an diesen Hängen niedergehen.

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Aufgrund der anhaltenden Aktivität kann die Bildung weiterer pyroklastischer Dichteströme jederzeit nicht ausgeschlossen werden. Die Bevölkerung und Besucher werden daher aufgefordert, das Gebiet um den Vulkan zu meiden und die bereits kommunizierten Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten.

Darüber hinaus besteht bei stärkeren Niederschlägen im Bereich des Vulkans die Gefahr der Entstehung von Laharen. Besonders gefährdet sind die Abflussrinnen an der Südflanke des Vulkans, darunter die Bachläufe Nimá I, Tambor und Cabello de Ángel. Eine Besteigung des Lavadoms ist ebenso untersagt wie ein Aufenthalt im Tal zwischen dem Santa-María-Vulkan und dem Santiaguito-Domkomplex.

Explosion am Vulkan Santiaguito: Wanderer laufen um ihr Leben

Vom explosiven Vulkanausbruch am Santiaguito-Dom überrascht – Wanderer rennen um ihr Leben

Am guatemaltekischen Domvulkan Santiaguito haben sich dramatische Szenen abgespielt, die auf einem heute geteilten Video zu sehen sind: Eine Gruppe Wanderer, die sich verbotenerweise auf dem aktiven Domvulkan Santiaguito aufhielt, wurde beim Abstieg vom Krater von einem explosiven Vulkanausbruch überrascht und rannte in Panik um ihr Leben, als große vulkanische Bomben um sie herum einschlugen. Auf dem Video ist zu sehen, dass einige Wanderer auf dem steilen Hang schwer stürzten. Bis jetzt liegen zu dem Ereignis keine weiteren Informationen vor, aber wer das Gelände an einem Vulkanhang kennt, der weiß, dass solche Stürze nicht ohne Verletzungen bleiben.

Auf der Flucht

Beim Santiaguito handelt es sich um einen Domkomplex an der Basis des größeren Vulkans Santa Maria. Der jüngste Dom wird „El Caliente“ („der Heiße“) genannt und ist der einzig aktive. Er ist neben der effusiven Tätigkeit auch für seine Explosionen bekannt, die meistens alle paar Stunden, manchmal aber auch mehrmals in der Stunde auftreten. Außerdem gehen vom Dom Schuttlawinen und gelegentlich auch pyroklastische Ströme und Lahare ab, die auch umliegende Gemeinden gefährden.

Das Besteigen des Doms ist nicht nur strengstens untersagt, sondern tatsächlich lebensgefährlich. Die Eruptionen können relativ gefahrlos vom Gipfel des Santa-Maria aus beobachtet werden. Zudem gibt es tiefer gelegene Aussichtspunkte auf der Vulkanflanke.

Besonders Wagemutige steigen auf den Nachbardom des Caliente, wo man noch vergleichsweise sicher ist. Allerdings führt der Weg hierin durch ein Tal zwischen Santa Maria und dem Domkomplex, in dem pyroklastische Ströme auftreten können. Besonders starke Explosionen können auch Lavabomben bis ins Tal werfen.

Laut dem zuständigen Institut INSIVUMEH wurden in den Morgenstunden des 20. Aprils zwischen 2 und 4 Explosionen pro Stunde beobachtet, die als schwach bis mittelstark eingestuft wurden. Dennoch reichten diese aus, um die lebensmüden Wanderer in Teufels Küche zu bringen. Ein Beispiel, wie man es nicht machen sollte!

Santiaguito: Pyroklastischer Strom vom Dom abgegangen

 

Domvulkan Santiaguito erzeugte weiteren pyroklastischen Strom – Explosionen halten an

Am guatemaltekischen Santiaguito ging gestern um 9:57 Uhr ein kleiner pyroklastischer Strom ab. Er floss in Richtung Nordosten auf den Rand des Tals zwischen dem Domkomplex und dem Muttervulkan Santa Maria zu. Nach Angaben der guatemaltekischen Vulkanwarte INSIVUMEH löste sich das heiße Gemisch aus Gasen, Asche und Gesteinsfragmenten am Caliente-Dom und bewegte sich hangabwärts – ein typisches, wenn auch stets gefährliches Phänomen dieses seit Jahrzehnten aktiven Vulkankomplexes.

Parallel zu dem Ereignis meldete das Washington VAAC in einer VONA-Warnung neue Ascheemissionen. Satellitendaten von GOES-19 zeigten am Morgen eine diskrete Vulkanaschewolke, die sich bodennah bis in etwa 4.300 Meter Höhe ausbreitete und mit rund 19 km/h nach Westen driftete. Die Prognosen gingen davon aus, dass sich die Aschewolke im Tagesverlauf weiter nach West-Südwesten verlagert, bevor keine signifikanten Aschekonzentrationen mehr erwartet wurden.

Die Vulkanologen berichten zudem von einem anhaltenden Austritt weißer bis bläulicher Dampfwolken, die bis zu 200 Meter über den Dom aufsteigen. An mehreren Flanken – insbesondere im Südwesten, Süden und Nordosten – rollen weiterhin Lavablöcke bis zum Fuß des Vulkans hinab. Pro Stunde werden ein bis zwei schwache bis mäßige Explosionen registriert, die Gas- und Aschewolken bis auf etwa 3.000 Meter über dem Meeresspiegel fördern. Durch den vorherrschenden Wind kam es zu Aschefall in Loma Linda und San Marcos Palajunoj in der Gemeinde El Palmar.

Der Santiaguito ist kein einzelner Gipfel, sondern ein Lavadom-Komplex am Fuß des Vulkans Santa María, dessen katastrophale Eruption von 1902 den Grundstein für die heutige Aktivität legte. Seit 1922 wächst hier Domlava, begleitet von Explosionen, Kollapsereignissen und pyroklastischen Strömen. Gerade diese Mischung aus scheinbar moderater, aber dauerhaft instabiler Aktivität macht den Santiaguito zu einem der gefährlichsten Vulkane Mittelamerikas – insbesondere für die umliegenden Gemeinden und den regionalen Flugverkehr.

In Teilen von Guatemala kam es zu starken Unwettern, die Schlammlawinen und lokale Überflutungen auslösten. Das Gebiet um den Santiaguito blieb davon offenbar verschont, zumindest wurde keine explizite Lahar-Warnung ausgegeben.

Santiaguito: Zivilschutz warnt vor Betreten des Sperrgebiets

Erhöhte Aktivität am Santiaguito: Behörden warnen vor pyroklastischen Strömen

Der guatemaltekische Vulkan Santiaguito zeigt derzeit eine anhaltend hohe Aktivität. Über dem Caliente-Dom steigt eine dichte, weiße Entgasung auf, wobei Fumarolen Höhen von bis zu 500 Metern erreichen und sich vor allem nach Südwesten ausbreiten. Nach Angaben des nationalen vulkanologischen Instituts INSIVUMEH ereignen sich stündlich ein bis drei schwache bis mittelstarke Explosionen. Diese schleudern Aschesäulen bis zu 900 Meter über den Dom und verursachen Aschefall in mehreren umliegenden Ortschaften, darunter San Marcos Palajunoj, Santa Anita und Loma Linda.

Santiaguito

Außerdem gibt es VONA-Warnungen vom VAAC Washington, nach denen Vulkanasche bis auf FL140 aufsteigt. Das entspricht einer Höhe von 4300 m über dem Meeresspiegel. Die Asche driftet Richtung Westen.

Besonders in der Nacht und in den frühen Morgenstunden wurde ein deutliches Glühen im Krater beobachtet. Dieses geht mit Einstürzen innerhalb des Doms sowie dem Abgang glühender Gesteinsbrocken an den Flanken einher. Vulkanologen warnen, dass unter diesen Bedingungen größere Kollapsereignisse möglich sind. In deren Folge könnten pyroklastische Ströme entstehen, deren Ausbreitungsrichtung nicht vorhersehbar ist.

Der Santiaguito ist ein aktiver Lavadomkomplex am Südwesthang des Vulkans Santa María, der 1902 mit einer der stärksten Eruptionen des 20. Jahrhunderts weltweit bekannt wurde. Seit 1922 wächst der Santiaguito kontinuierlich durch den Aufbau mehrerer Dome, wobei explosive Phasen und Domeinstürze regelmäßig auftreten. Der Komplex gilt als einer der dauerhaft aktivsten Vulkane Mittelamerikas.

Angesichts der aktuellen Lage und der inzwischen angelaufenen Reisesaison in Guatemala rufen INSIVUMEH und der Katastrophenschutz CONRED dazu auf, die fünf Kilometer umfassende Sperrzone um die Dome strikt einzuhalten. Touristische Aktivitäten und das Zelten in diesem Bereich seien lebensgefährlich.

Insbesondere richtet sich diese Aufforderung an Vulkantouristen, die in das Tal zwischen dem Santa Maria und dem Domkomplex absteigen, um dann oft einen der inaktiven Dome zu besteigen. Sollten hierin pyroklastische Ströme gelangen, sitzt man praktisch in der Falle. Was wenigen bewusst ist: Die Ablagerungen frischer pyroklastischer Ströme sind nicht begehbar, da sie unter der Oberfläche lange Zeit glühend heiß bleiben und man bei jedem Schritt in diese einsinkt. Selbst wenn man auf einem der inaktiven Dome von einem pyroklastischen Strom im Tal erstmal verschont bleibt, könnte der Rückweg abgeschnitten sein.

Santiaguito: Pyroklastischer Strom am 30. November

Santiaguito. © Afar-TV-LiveCam

Pyroklastischer Strom am Domvulkan Santiaguito – Vulkanasche in 4300 m Höhe

In Guatemala ist der Domvulkan Santiaguito – der an der Basis des Stratovulkans Santa Maria wächst – weiterhin aktiv und fördert Aschewolken, die gemäß einer Meldung des VAAC Washington heute bis auf eine Höhe von 4200 m über dem Meeresspiegel aufstiegen. Dem noch nicht genug, filmte gestern die Afar-Tv-Livecam den Abgang eines pyroklastischen Stroms, der in Richtung des Tals zwischen den beiden Vulkanen floss. Dieser Umstand verdeutlicht, warum es strikt verboten ist, dieses Tal zu betreten.

Der pyroklastische Strom war von einer ungewöhnlich orangebraunen Farbe, ein Umstand, der zum Teil dem Licht zum Sonnenaufgang geschuldet war. Generell sind die Aschewolken pyroklastischer Ströme heller als explosiv geförderte Aschewolken, was dem Umstand geschuldet ist, dass ein Teil der Schmelze bereits zum Zeitpunkt der Fragmentation länger erstarrt ist und begonnen hat, zu oxidieren. Vulkanasche aus explosiven Eruptionen, deren Schmelze zum Zeitpunkt der Fragmentation noch teilweise glühend war, ist von dunkelgrauer Färbung.

Die für die Vulkanbeobachtung in Guatemala zuständige Behörde INSUVIUMEH berichtete gestern, dass  am Caliente-Dom des Vulkankomplexes Santiaguito anhaltende vulkanische Aktivität beobachtet wird. Über dem Krater steigen schwache, weiße Fumarolen rund 300 Meter in die Höhe, begleitet von ein bis drei schwachen bis mäßigen Explosionen pro Stunde. Dabei werden Gas- und Aschewolken bis auf etwa 3.400 Meter über Meereshöhe geschleudert, bevor sie vom Wind nach Westen und Südwesten verfrachtet werden. Glühende Gesteinsfragmente lösen sich vom Dom und rollen die Kraterflanken hinab. Infolge der Windrichtung kann es in San Marcos Palajunoj und den umliegenden Ortschaften zu leichtem Aschefall kommen. Da sich am Caliente-Dom sowie an dem Felsvorsprung oberhalb des Lavastroms auf der Südwestseite große Mengen lockeren Materials angesammelt haben, besteht zudem das Risiko, dass sich jederzeit pyroklastische Ströme in verschiedene Richtungen entwickeln.

Darüber hinaus besteht im Falle von Niederschlägen eine latente Lahargefahr. Die Schlammströme gehen meistens entlang von Schluchten und Flussläufen ab, weshalb man diese meiden sollte.

Santiaguito eruptiert Aschewolken bis zu 800 m hoch

Santiaguito. © Afar-TV-Livecam

Aschewolken am Santiaguito steigen bis zu 800 über Kraterhöhe – Abgänge zahlreicher Schuttlawinen

In Guatemala stehen zwei der aktivsten Vulkane Mittelamerikas weiterhin im Fokus der Vulkanologen, die eine erhöhte Wachsamkeit aufrechterhalten. Besonders der Santiaguito-Domkomplex des Vulkans Santa María zeigt anhaltend dynamisches Verhalten und eruptiert 1 bis 2 Mal stündlich Aschewolken, die bis zu 800 m hoch über den Dom aufsteigen. Bei den explosiven Eruptionen entstehen nicht nur Aschewolken, sondern auch teils glühende Schuttlawinen, die über die Vulkanhänge abgehen. Zudem quillt der Lavadom im Südwesten über den Kraterrand und Abbrüche verursachen auch unabhängig von explosiver Tätigkeit Schuttlawinen, die sich gelegentlich zu kleinen pyroklastischen Strömen auswachsen. Die Abbrüche legen frische Lava frei. Besonders nachts ist daher rotglühendes Material zu beobachten.

Die Aschewolken bleiben bei sonnigem und klarem Wetter auch den Satelliten nicht verborgen und es werden VONA-Warnungen ausgegeben. Demnach erreicht die Asche eine Höhe von 4300 m über dem Meeresspiegel und driftet in Richtung Westen. Diese Eruptionswolken können Aschefall in umliegenden Siedlungen wie Monte Claro, Montebello und weiteren westlich gelegenen Gebieten verursachen.

Beobachtungen des Nationalen Instituts für Seismologie, Vulkanologie, Meteorologie und Hydrologie (INSIVUMEH) dokumentieren eine kontinuierliche Entgasung, deren weiße Gasfahnen bis zu 400 Meter über das Kuppeldach aufsteigen.

Die Vulkanologen warnen wegen der anhaltenden hohen Aktivität, dass die Bildung größerer pyroklastischer Ströme – wie wir sie erst vor kurzem am Semeru sahen – nicht ausgeschlossen werden kann. Zudem besteht bei Niederschlägen die Gefahr von Laharen, vor allem in den südseitigen Abflussrinnen wie Nimá I, Tambor und Cabello de Ángel.

Fuego bleibt aktiv

Auch der nahe gelegene Vulkan Fuego zeigt sich weiterhin aktiv. Hier steigen weiße Entgasungsfahnen bis etwa 4.200 Meter über Meereshöhe auf. Schwache bis mäßige Explosionen fördern Gas- und Aschesäulen auf 4.300 bis 4.800 Meter. Diese werden bis zu 15 Kilometer weit nach Westen und Südwesten verfrachtet. Nachts sind glühende Auswürfe sichtbar, die 150 bis 200 Meter über den Krater aufsteigen und die unmittelbare Umgebung mit heißen Gesteinsfragmenten bedecken. Aschefall kann Orte wie Panimaché I und II, Morelia und Yepocapa treffen.

Die Katastrophenschutzbehörde CONRED ruft die Bevölkerung dazu auf, gefährdete Flussbetten und Vulkanhänge zu meiden und den Anweisungen der Behörden strikt zu folgen.

Fuego generiete kleinen pyroklastischen Dichtestrom

Fuego in Guatemala weiterhin aktiv – Webcam nahm pyroklastischen Dichtestrom auf

In Guatemala ist der Fuego weiterhin sehr aktiv und generiert pro Stunde bis zu 12 explosive Eruptionen. Das VAAC Washington registriert Vulkanasche in 4900 m Höhe, die vornehmlich in Richtung Südwesten driftet. In Ortschaften am Fuß des Vulkans kommt es zu leichtem Ascheniederschlag. Glühende Tephra erreicht eine Höhe von bis zu 300 m. Eine der Explosionen warf gestern so viel glühende Tephra aus, dass deren Impakt auf der Krateraußenflanke einen kleinen pyroklastischen Dichtestrom erzeugte. Der Vorgang wurde von der Afar-TV-Livecam dokumentiert. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand aber nicht.

Anders sieht es aus, wenn große pyroklastische Ströme entstehen, was am Fuego hauptsächlich infolge von Paroxysmen geschieht. Bei einer dieser Gelegenheiten im Jahr 2018 erreichten pyroklastische Ströme Siedlungen am Fuß des Vulkans, richteten große Zerstörungen an und töteten mehr als 250 Menschen. Spätestens seit diesem Ereignis lebt man in ständiger Angst vor ähnlichen Ereignissen. Im Juni dieses Jahres wurden erneut größere Glutwolken produziert, die bewohntes Gebiet aber verschonten.

Der Fuego ist nur einer von drei Vulkanen Guatemalas, die unter besonderer Beobachtung der Vulkanologen von INSIVUMEH stehen. Während der Pacaya aktuell ruhig ist und nur dampft, ist der Domvulkan Santiaguito ebenfalls in Eruption begriffen. Dieser Vulkan ist sowohl effusiv als auch explosiv tätig und seine Aschewolken erreichen eine Höhe von 4300 m über Kraterhöhe. In diesem wächst ein Lavadom, von dem glühende Schuttlawinen abgehen. Manchmal bringt auch der Santiaguito pyroklastische Dichteströme hervor. Zudem besteht besonders während der Regenzeit eine hohe Lahargefahr.

Der Vulkanismus in Guatemala hängt in erster Linie mit der Subduktion der Cocos-Platte unter die Karibikplatte entlang des pazifischen Mittelamerikagrabens zusammen. Dieser Prozess erzeugt durch partielles Schmelzen Magma, das an den Vulkanen eruptiert wird.

Santiaguito eruptiert Aschewolken 4300 m hoch

Auf diesem Archivbild erkennt man gut die 4 Dom-Generationen des Santiaguito. © Marc Szeglat

Eruptionen vom Santiaguito lösten VONA-Warnungen aus – Vulkanasche in 4300 m Höhe

Der guatemaltekische Domvulkan Santiaguito erzeugte gestern mehrere Ascheeruptionen, bei denen Asche bis auf einer Höhe von 4300 m aufstieg und nach Südwesten driftete. Einige der Eruptionen erzeugten kleine Dichteströme, die im oberen Flankenbereich des Doms unterwegs waren. Zudem gingen Schuttlawinen ab, die nachts zum Teil rot glühen.
Die Vulkanologen von INSIVUMEH berichten darüber hinaus, dass über dem Caliente-Dom eine anhaltende Gasfreisetzung zu beobachten ist, die bis zu 400 m hoch über dem Dom aufsteigt. Zudem wurden schwache bis mäßige Explosionen registriert, die eine Gas- und Aschesäule bis zu 800 m über den Dom aufsteigen ließen und deren Ausbreitung nach Westen und Südwesten erfolgte. In der Nacht und am frühen Morgen ist auf dem Dom sowie an seinen West- und Südwestflanken ein Glühen erkennbar, verursacht durch wiederkehrende Lawinen, die diese Flanken hinabstürzen. Ein Auftreten größerer pyroklastischer Dichteströme kann nicht ausgeschlossen werden.

Da die Regenzeit noch nicht vorbei ist und heftige Regenfälle auftreten können, warnt man auch weiterhin vor Schlammströmen, die vor allem im Bereich der Südflanke problematisch sein können, da die Abflussrinnen hier in besiedeltes Gebiet entwässern. Als Gebiet mit einem besonders hohen Gefährdungspotenzial durch Lahare werden die Flüsse Nimá i Tambor und Cabello de Ángel ausgewiesen.

Beim Santiaguito handelt es sich um einen Komplex mehrerer Lavadome, die sich erst vor etwas mehr als 100 Jahren gebildet haben. Nachdem die Südflanke des Vulkans Santa Maria infolge einer katastrophalen Eruption 1902 abgerutscht war, bildete sich an der Basis der Narbe ein Seitenkrater. Im Jahr 1922 begann hier der erste Dom zu wachsen. Mittlerweile ist es der vierte Dom, der hier wächst. Tatsächlich ist es auch inzwischen der Größte. Die drei anderen Domgenerationen bilden eine kleine Kette, aus der ersichtlich wird, dass sich das Eruptionszentrum in Richtung des Muttervulkans verlagert.