Deutlich erhöhte Seismizität bei weiterhin geringer Gasemission könnte auf bevorstehende phreatische Eruption hinweisen
Am philippinischen Calderavulkan Taal hat sich die seismische Unruhe in den vergangenen Tagen teils signifikant verstärkt. Nach 14 vulkanischen Erdbeben am 20. August registrierte das seismische Netzwerk von PHIVOLCS am folgenden Tag 46 vulkanische Erdbeben, darunter zwei vulkanische Tremorphasen mit einer Dauer von zwei bis 245 Minuten. Im Bulletin vom 22. August wurden innerhalb von 24 Stunden erneut 29 vulkanische Erdbeben sowie zwei Tremorphasen mit einer Dauer von sechs bis 342 Minuten registriert. In den vergangenen 24 Stunden waren es 19 Beben, darunter ein Tremor von 297 Minuten, also fast 5 Stunden Dauer.

Auffällig ist dabei die Kombination aus erhöhter Seismizität und weiterhin vergleichsweise geringer Entgasung. Der Schwefeldioxid-Ausstoß lag bei der jüngsten Messung am 20. August bei 271 Tonnen pro Tag. Gleichzeitig wird nur eine schwache Dampffahne beobachtet. Damit ist die Gasfreisetzung nicht vollständig unterbunden, liegt aber deutlich unter den durchschnittlichen Werten der vergangenen Monate.
Eine solche Konstellation kann darauf hindeuten, dass sich im hydrothermalen bzw. im oberflächennahen Fördersystem infolge einer teilweisen Blockierung der Förderwege Druck aufbaut. Sie lässt sich aus den vorliegenden Messwerten allerdings nicht sicher ableiten. Insbesondere bedeutet die erhöhte Seismizität nicht automatisch, dass unmittelbar eine Eruption bevorsteht. Dennoch könnte der Druckaufbau zu einer weiteren phreatischen Explosionsserie führen, wie wir sie in der Vergangenheit öfters sahen.
Durch den zunehmenden Druck kann überhitztes Wasser schlagartig verdampfen und das darüberliegende Gestein sowie bereits abgelagerte Vulkanasche explosionsartig ausstoßen.
PHIVOLCS hält deshalb ausdrücklich plötzliche Dampf- beziehungsweise phreatische Explosionen, vulkanische Erdbeben, geringe Ascheemissionen und die Ansammlung oder Freisetzung giftiger Gase für möglich. Der Alarmstatus bleibt bei 1.
Der Zugang zur Taal Volcano Island, insbesondere zum Main Crater und zu den Daang-Kastila-Spalten, bleibt untersagt. Auch Flugzeuge sollen sich dem Gipfelbereich nicht nähern. Zusätzlich wurde eine kurzfristige Bodenhebung auf der Taal Volcano Island festgestellt. Zusammen mit der erhöhten Seismizität unterstreicht dies, dass der Vulkan weiterhin sorgfältig überwacht werden muss.







