Taal-Vulkan erzeugte weitere phreatomagmatische Eruption – Video zeigt Schlammfontäne
Der südlich von Manila gelegene Taal-Vulkan erzeugte am Freitagnachmittag eine kurze phreatomagmatische Eruption. Nach Angaben der Vulkanbeobachtungsbehörde PHIVOLCS ereignete sich das Ereignis zwischen 16:24 Uhr und 16:28 Uhr Ortszeit im Hauptkrater von Volcano Island, einer Insel im Calderasee des Taal. Der Krater beherbergt einen Kratersee und so förderte die Explosion neben Dampf mit etwas Vulkansache vor allem schlammige Sedimente vom Seegrund. Diese mehrere Dutzend Meter hohe Schlammfontäne mit anschließender Dampfwolke ist sehr gut auf Livecam-Aufnahmen zu sehen. Auffällig ist die ungewöhnliche Stelle am südlichen Seerand, von dem die Eruptionswolke aus aufstieg. Hier scheint sich ein Schlot zu befinden, der in den letzten Monaten selten aktiv war.

Die Dampf- und Aschewolke stieg etwa 300 m über Kraterhöhe auf. Das Ereignis wurde von den Beobachtungsstationen Main Crater (VTMC) am westlichen Kraterrand sowie Daang Kastila (VTDK) am nördlichen Kraterrand aufgezeichnet. PHIVOLCS klassifizierte den Ausbruch als geringfügige phreatomagmatische Eruption, bei der Magma mit Wasser in Kontakt kommt und explosionsartig Dampf erzeugt.
Das VAAC Tokio registrierte den Ausbruch ebenfalls. Einer VONA-Warnung zufolge begann die Eruption um 08:24 UTC und erzeugte eine Eruptionswolke, die bis auf 600 Meter Höhe über dem Meeresspiegel aufstieg. Satellitenbilder von Himawari-9 zeigten eine Ausbreitung der Vulkanasche in südwestlicher Richtung.
Die tägliche Aktivitätsübersicht von PHIVOLCS attestiert dem Vulkan eine insgesamt niedrige, aber weiterhin bestehende innere Unruhe. In dem Bericht für den 5. Juni werden die Daten des Vortages veröffentlicht, in dem auch die größere phreatomagmatische Eruption gelistet ist, die sich für uns am Mittwochabend zutrug, als es auf den Philippinen aber bereits Donnerstagmorgen war. Neben dieser zweiminütigen Eruption wurden innerhalb von 24 Stunden zwei vulkanische Tremorphasen mit einer Dauer von einer bis neun Minuten registriert. Die Schwefeldioxid-Emissionen lagen am 4. Juni bei 3.105 Tonnen pro Tag. Über dem Hauptkrater stieg eine bis zu 1.500 Meter hohe Dampffahne auf, die vom Wind nach Nordosten verfrachtet wurde.
Trotz der beiden phreatomagmatischen Eruptionen bleibt die Alarmstufe bei Alert Level 1, was einem Zustand niedriger vulkanischer Unruhe entspricht. PHIVOLCS verweist aber darauf, dass weiterhin plötzliche Explosionen, vulkanische Erdbeben, kleinere Ascheniederschläge sowie gefährliche Konzentrationen vulkanischer Gase möglich sind. Das Betreten der Vulkaninsel, insbesondere des Hauptkraters und der Daang-Kastila-Spalten, bleibt verboten.
Häufiger auftretende phreatomagmatische Explosionen und der deutlich gestiegene Schwefeldioxid-Ausstoß könnten auf ein gestiegenes Risiko für das Auftreten größerer Eruptionen hindeuten.







