USA: Blizzard legt Teile des Landes lahm

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Stoppt nicht nur den Blizzard, sondern auch Trump!

Blizzard legt die USA lahm – Ausnahmezustand von den Plains bis nach Washington

Der gestern angekündigte Wintersturm hat weite Teile der Vereinigten Staaten lahmgelegt und in einen Ausnahmezustand versetzt. Heftige Schneefälle, gepaart mit Eisregen und extremer Kälte, führten zu katastrophalen Zuständen, von denen besonders der Osten des Landes betroffen ist. Auch die Hauptstadtregion Washington D.C. wurde schwer getroffen: Die Straßen sind teilweise unpassierbar, der öffentliche Nahverkehr wurde eingeschränkt oder eingestellt. Tausende Flüge fielen landesweit aus.




In mehreren Bundesstaaten meldeten Energieversorger großflächige Stromausfälle, von denen hunderttausende Haushalte betroffen sind. Behörden berichten zudem von zahlreichen Verkehrsunfällen, Versorgungsengpässen und mehreren Todesfällen, die in direktem Zusammenhang mit Kälte, Glätte oder medizinischen Notlagen stehen. Insgesamt sind mehr als 160 Millionen Menschen von den Auswirkungen des Blizzard betroffen. Zahlreiche Bundesstaaten riefen den Notstand aus.

Besonders problematisch war die Kombination aus starkem Schneefall und gefrierendem Regen. Während in manchen Regionen mehr als 30 Zentimeter Schnee fielen, bildete sich andernorts eine dicke Eisschicht auf den Straßen, was zu unzähligen Unfällen führte. Auch Bäume und Stromleitungen wurden mit einem dicken Eispanzer überzogen. Das zusätzliche Gewicht ließ Äste brechen und Masten umstürzen.

Meteorologisch betrachtet handelt es sich um ein außergewöhnlich intensives Ereignis, das sich aber durchaus erklären lässt: Auslöser des Blizzards ist eine stark mäandrierende Strömung des Jetstreams, die sehr kalte arktische Luft weit nach Süden lenkte. Gleichzeitig wurde feuchte und vergleichsweise milde Luft aus dem Golf von Mexiko nach Norden geführt. Dort, wo diese Luftmassen aufeinandertreffen, entwickelte sich ein sehr großes Energiepotenzial und schuf die idealen Voraussetzungen für einen großräumigen Wintersturm mit Schnee, Eis und starken Winden. Verstärkt wurde das System durch eine gestörte Zirkulation des Polarwirbels, die Kaltluft länger über Nordamerika festhielt und den Sturm verlangsamte.

Medien berichten, dass es sich möglicherweise um den stärksten Blizzard der letzten 40 Jahre handelt. Ob dem so ist, wird unter Meteorologen kontrovers diskutiert. Seine Stärke ist jedenfalls historisch bemerkenswert und könnte im Kontext mit dem Klimawandel stehen, der immer stärkere Störungen von Jetstream und Polarwirbel bewirkt. Was im Winter zu extremen Kälteperioden führen kann, löst im Sommer häufig Omega-Wetterlagen mit Hitzewellen aus und sind zwei Seiten der gleichen Münze.

Klimawandelleugner Trump spottet über globale Erwärmung

Klimawandelleugner und Wissenschaftsfeind Donald Trump – der auch sonst ein Freund von Desinformation, Unwissenheit und historischem Eigenlob ist – bezeichnete die Auswirkungen des Blizzards als katastrophal und spottete zugleich über den Klimawandel und fragte, wo denn die „globale Erwärmung“ geblieben sei. Zusammenhänge wollen verstanden werden. Stoppt die Dummheit!

Der Wintersturm zeigt nicht nur die Verwundbarkeit moderner Gesellschaften gegenüber Naturereignissen, sondern auch, wie eng Wetter, Wissenschaft und politische Deutung miteinander verwoben sind.

USA: Blizzard-Warnung für Washington DC

Blizzard-Warnung für Washington D.C. – vorsorglich Alarmstufe Rot und Notstand ausgerufen

In der Region um die US-amerikanische Hauptstadt Washington D.C. wird ein Blizzard erwartet, der neben großen Schneemengen eisige Temperaturen mit sich bringen soll. Die winterlichen Bedingungen könnten auch zu Glatteis führen, in dessen Folge massive Verkehrsbehinderungen erwartet werden. Vorsorglich wurde bereits gestern die Unwetterwarnstufe „Rot“ ausgerufen und der Notstand über die Hauptstadt verhängt. Doch am Samstagmorgen zeigt sich das Wetter überraschend ruhig – der erwartete Schneesturm lässt noch auf sich warten.

Dass er kommt, erscheint aber als gesichert, denn andere Landesteile sind bereits fest im Griff arktischer Luftmassen des Blizzards „Fern“ der einen Bogen schlägt und nicht direkt aus dem Norden auf Washington zuhält, sondern aus dem Südwesten kommt. Besonders betroffen sind bis jetzt die Northern Plains und Teile des Mittleren Westens, wo Windchill-Temperaturen von unter minus 40 Grad Celsius gemessen wurden. In der Hauptstadtregion werden hingegen bis zu -10 Grad erwartet,

Die meteorologischen Bedingungen für den angekündigten Blizzard sind komplex und typisch für einen schweren Wintersturm an der US-Ostküste. Ein kräftiges Tiefdruckgebiet zieht aus dem Süden heran, nimmt dabei feuchte Luftmassen vom Atlantik auf und trifft auf kalte, arktische Luft, die aus dem Norden einfällt. Diese Mischung sorgt für intensiven Niederschlag in Form von Schnee, Schneeregen und gefrierendem Regen, was eine gefährliche Kombination darstellt und den Verkehr zu Wasser, zu Lande und in der Luft schnell lahmlegen kann. Besonders gefährlich ist dabei die Eisbildung auf Straßen und Stromleitungen. Letzteres kann zu großen Stromausfällen führen.

Der Sturm erinnert an das ähnliche Wetterereignis zum Jahreswechsel, als die Region bereits von heftigen Schneefällen und gefährlichen Straßenbedingungen getroffen wurde. Damals hatten die Behörden ebenfalls frühzeitig reagiert, um Verkehr und Versorgung aufrechtzuerhalten, was im Bereich der großen Metropolen auch gut gelang. Zwischen Weihnachten und Neujahr hielt ich mich selbst in New York und Washington auf: Während der damals anrollende Wintersturm New York in abgeschwächter Form traf, blieb das angekündigte Chaos in Washington aus.

Pavlof: Erhöhung der Warnstufe

Vulkan Pavlof: Erdbebenschwarm sorgt für Erhöhung der Warnstufe

Der im US-Bundesstaat Alaska gelegene Vulkan Pavlof geriet in den letzten Tagen in den Fokus der Vulkanologen des AVO: Am 14. Januar registrierten Messstationen einen deutlichen  Anstieg langperiodischer Erdbeben unter der Ostflanke des Vulkans. Als Reaktion darauf erhöhte das Alaska Volcano Observatory die Vulkanwarnstufe auf „Achtung“ und den Luftfahrt-Farbcode auf „Gelb“.

Langperiodische Erdbeben gelten als möglicher Hinweis auf Magmabewegungen oder die Zirkulation vulkanischer Fluide im Untergrund. Entsprechend vorsichtig fiel die Einschätzung der Experten aus, zumal der Pavlof für überraschend einsetzende Ausbrüche bekannt ist. Visuelle Beobachtungen lieferten jedoch keine Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Eruption. Weder Satellitendaten noch Webcam-Aufnahmen zeigten thermische Anomalien bzw. frische Ascheablagerungen oder sichtbare Veränderungen am schnee- und eisbedeckten Gipfelbereich.

Bereits zwei Tage nach Beginn der seismischen Unruhe ging die Erdbebenaktivität wieder auf das normale Hintergrundniveau zurück. Dennoch setzt das AVO die intensive Überwachung fort. In der Vergangenheit gingen ähnliche Signale sowohl eruptiven Phasen voraus als auch Episoden, die ohne Vulkanausbruch wieder endeten.

Der Pavlof ist ein 2.518 Meter hoher Stratovulkan und zählt zu den aktivsten Feuerbergen des Aleutenbogens. Seit dem späten 18. Jahrhundert wurden mehr als 40 Ausbrüche dokumentiert. Seine Aktivität ist überwiegend strombolianisch geprägt, mit gelegentlicher Produktion von Lavafontänen und Ascheemissionen, die sich über Wochen oder Monate erstrecken können. Besonders problematisch sind dabei Aschewolken, die Höhen von bis zu 15.000 Metern erreichen und eine ernsthafte Gefahr für den internationalen Flugverkehr darstellen.

Der Vulkan liegt rund 950 Kilometer südwestlich von Anchorage. Die nächstgelegene Ortschaft ist King Cove, etwa 48 Kilometer entfernt. Überwacht wird der Pavlof durch ein dichtes Netz aus seismischen und Infraschallsensoren, Satellitenbeobachtungen und Webcams. Ob die jüngste Unruhe ein harmloses Zwischenspiel war oder ein mögliches Vorsignal weiterer Aktivität, bleibt vorerst offen.

USA: Erdbeben Mw 6,0 nahe Axial Seamount

Erdbeben der Magnitude 6,0 vor der Küste Oregons – tektonische Aktivität nahe Unterwasservulkan Axial Seamount

In den frühen Morgenstunden kam es um 03:25:53 UTC zu einem starken Erdbeben bzw. Seebeben der Magnitude 6,0, das den Nordostpazifik vor der Küste des US-Bundesstaates Oregon erschütterte. Das Epizentrum lag bei den Koordinaten 43,727° N; 127,985° W, rund 300 Kilometer westlich von Coos Bay und fast 400 Kilometer west-südwestlich von Eugene. Die Herdtiefe betrug etwa 10 Kilometer, was auf ein vergleichsweise flaches, potenziell stark spürbares Beben hindeutet, auch wenn es aufgrund der großen Distanz zur Küste keine Schäden verursachte.




Lage des Erdbebens zum Axial Seamount. © Google Maps

Tektonisch lässt sich das Ereignis klar der Blanco Transform Fault Zone (BTF) zuordnen. Diese markante Störungszone verbindet den Juan-de-Fuca-Rücken mit dem Gorda-Rücken und ist eine der seismisch aktivsten Transformverwerfungen im Nordostpazifik. Entlang der BTF gleiten ozeanische Platten (Juan de Fuca und Pazifikplatte) seitlich aneinander vorbei, wodurch sich regelmäßig Spannungen aufbauen, die sich in starken bis sehr starken Erdbeben entladen können. Das aktuelle Beben passt in dieses bekannte Muster und gilt als klassisch tektonisches Ereignis.

Besondere Aufmerksamkeit erhält das Beben jedoch durch seine relative Nähe zum Axial Seamount, einem großen submarinen Schildvulkan etwa 330 Kilometer nordwestlich des Epizentrums. Der Axial Seamount gilt als aktivster Unterwasservulkan im Nordostpazifik und wird seit Jahrzehnten intensiv überwacht. Seine letzten Eruptionen fanden 1998, 2011 und 2015 statt.

Vulkanologen hatten aufgrund der gemessenen Hebung des Calderabodens prognostiziert, dass es im letzten Jahr erneut zu einem Ausbruch kommen könnte, doch dieser blieb bekanntlich aus. Neuere Daten deuteten zuletzt auf eine Verzögerung der Magmainflation hin und die Forscher gehen von einem Ausbruch in 2026 aus.

Das aktuelle Erdbeben liefert keinen direkten Hinweis auf eine unmittelbar bevorstehende Eruption des Axial Seamount. Allerdings liegt der Vulkan im Wirkungskreis des Erdbebens, und der erwartete Vulkanausbruch könnte von den Vibrationen der Erschütterung getriggert werden. Bis jetzt wurden aber noch keine Anzeichen bekannt, dass es zu einem Ausbruch gekommen wäre. Starke Erdbeben können aber noch über ein Jahr nachwirken, was bewirkt, dass es wissenschaftlich schwierig ist, zu beweisen, ob ein Vulkanausbruch von einem länger zurückliegenden Erdbeben ausgelöst wurde.

USA: Boote kentern in Alaska unter Schneelast

Extreme Winterlage in den USA durch Blizzard: Schneelast lässt Boote in Alaska kentern

Im US-Bundesstaat Alaska zeigt sich der Winter derzeit von seiner extremsten Seite. In der Hafenstadt Juneau haben außergewöhnlich starke Schneefälle zu starken Schäden an der Infrastruktur geführt und Hausdächer zum Einsturz gebracht und den Verkehr ausgebremst, so dass das öffentliche Leben zum Stillstand kam. Zudem sanken innerhalb weniger Tage mehrere Boote im Hafen, nachdem schwere, nasse Schneemassen ihre Stabilität überforderten. Mit Schneehöhen von teils über einem Meter und Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt erlebte die Region einen der schneereichsten Jahreswechsel seit Beginn der Aufzeichnungen. Mehrere atmosphärische Flüsse in Kombination mit arktischer Kaltluft sorgten dafür, dass ungewöhnlich viel Niederschlag als Schnee fiel.

Doch Alaska ist kein Einzelfall. Auch in weiten Teilen der übrigen USA kam es in den vergangenen Wochen zu massiven Wintereinbrüchen. Im Westen brachten kräftige Schneestürme der Sierra Nevada große Neuschneemengen, insbesondere in höheren Lagen Kaliforniens. Straßenverbindungen wurden zeitweise gesperrt, Skigebiete meldeten Rekordschneefälle, während Lawinengefahr und Stromausfälle zunahmen.

Im Mittleren Westen und in den nördlichen Plains sorgten arktische Luftmassen für Blizzards mit starkem Schneefall, eisigen Winden und extrem niedrigen Temperaturen. In einigen Regionen kam es zu Whiteout-Bedingungen, die den Verkehr nahezu zum Erliegen brachten. Auch der Nordosten der USA war betroffen: Schneeschauer, Eisregen und stürmische Böen beeinträchtigten den Flug- und Bahnverkehr, während Städte mit glatten Straßen und Frost zu kämpfen hatten. So erlebte ich den Central Park in New York im Schnee und das Sylvester-Feuerwerk fiel aus.

Meteorologisch betrachtet sind diese Ereignisse Teil einer großräumigen Winterzirkulation. Ein stark mäandrierender Jetstream und Störungen im Polarwirbel ermöglichen es kalter Polarluft, weit nach Süden vorzudringen. Gleichzeitig beeinflussen diese Prozesse den Nordatlantikraum. Die Folge können blockierende Hochdruckgebiete und veränderte Strömungsmuster sein, die nicht nur Nordamerika, sondern auch Europa betreffen.

So steht das extreme Winterwetter in den USA nicht isoliert da. Die gleichen atmosphärischen Mechanismen können dazu beitragen, dass auch in Europa und Deutschland vermehrt kalte Luftmassen, Schneefälle und winterliche Bedingungen auftreten. Der Winter auf beiden Seiten des Atlantiks ist damit Ausdruck eines eng vernetzten globalen Wettergeschehens.

Großflächiger Stromausfall nach Brandanschlag in Berlin

Unter diesen winterlichen Bedingungen – die man bei uns noch nicht als extrem bezeichnen kann – fiel im Berliner Südwesten nach einem Brandanschlag auf Leitungen der Strom für ca. 45.000 Haushalte aus. Die Reparatur dauert voraussichtlich bis Donnerstag. Für die Betroffenen eine Notlage, denn mit dem Strom fielen selbst Gasheizungen aus. Banken, Geldautomaten, Tankstellen und Geschäfte bleiben geschlossen. Das THW ist im Einsatz. Gut, wer für den Krisenfall vorgesorgt hat!

USA: Massive Überflutungen in San Diego

Starke Überflutungen an der Küste von San Diego – Atmosphärischer Fluss verursachte Starkregen

Heftige Regenfälle haben am Neujahrstag in San Diego zu großflächigen Überschwemmungen geführt, die enorme Schäden verursachten. Besonders stark betroffen war das tiefliegende Mission Valley, wo Straßen, Parkplätze und Unterführungen innerhalb kurzer Zeit unter Wasser standen. Die Kanalisation konnte die Wassermassen nicht aufnehmen, so dass sie wie Geysire aus den Gullies schossen und sich das Hochwasser rasch ausbreitete. Zahlreiche Fahrzeuge wurden von den Fluten eingeschlossen oder beschädigt, der Straßenbahnverkehr in der Innenstadt musste zeitweise eingestellt werden. Auch Einkaufsbereiche wie das Fashion Valley standen stellenweise knietief unter Wasser. 

Die Einsatzkräfte waren den ganzen Tag über gefordert. Feuerwehr, Polizei und Rettungsschwimmer führten zahlreiche Wasserrettungen durch. In Mission Valley wurden unter anderem ein Erwachsener und ein Kind aus einem von den Fluten eingeschlossenen Fahrzeug gerettet. In einem weiteren Einsatz saß ein Mann unter einer Brücke nahe der State Route 163 im hüfthohen Wasser fest und musste mit einem Rettungsboot in Sicherheit gebracht werden. Auch außerhalb der Stadt kam es zu gefährlichen Situationen: Am Lake Hodges wurde eine Frau von der starken Strömung eines Bachs mitgerissen, konnte jedoch von Rettungskräften gefunden und ins Krankenhaus gebracht werden. Alle Geretteten befinden sich nach Behördenangaben in stabilem Zustand.

Ursache der Unwetter war eine ausgeprägte Wetterlage über dem Pazifik. Meteorologen sprechen von einer feuchten Luftströmung, die große Mengen Wasserdampf nach Südkalifornien transportierte. Dieses Phänomen wird als sogenannter „atmosphärischer Fluss“ bezeichnet. Trifft diese feuchte Luft auf kühlere Luftmassen, kommt es zu intensiven und anhaltenden Niederschlägen. In San Diego führte dies dazu, dass innerhalb kurzer Zeit ungewöhnlich viel Regen fiel und die Infrastruktur überfordert war.

Für die kommenden Tage erwarten Wetterdienste zwar weitere Schauer, diese sollen jedoch deutlich schwächer ausfallen. Die Behörden mahnen dennoch zur Vorsicht und rufen dazu auf, überflutete Straßen und Wege konsequent zu meiden.

Blizzard in den USA verursacht Verkehrschaos

Bombenzyklon über den USA: Blizzard im Norden, Tornado im Süden – ein Sturm mit vielen Gesichtern

Ein außergewöhnlich starkes Wintersturmsystem hat in den letzen Tagen weite Teile der USA erfasst und dabei eindrucksvoll gezeigt, wie unterschiedlich die Auswirkungen ein und desselben Wetterereignisses sein können. Während ein sogenannter Bombenzyklon über den Großen Seen und Michigan zu Blizzard-Bedingungen führte, kam es im Süden des Systems – unter anderem in Illinois – zu schweren Gewittern und sogar zu einem Tornado.

Der Bombenzyklon, meteorologisch als „rapide Zyklogenese“ bezeichnet, entwickelte sich, als der Luftdruck im Kern des Tiefdruckgebiets innerhalb von 24 Stunden extrem schnell fiel. Diese rasche Intensivierung sorgte für Orkanböen, dichte Schneefälle und teils lebensgefährliche Bedingungen in Regionen rund um die Großen Seen. In Michigan, Wisconsin und Teilen von New York meldeten Behörden Stromausfälle für zehntausende Haushalte, gesperrte Autobahnen und massive Einschränkungen im Flugverkehr. In einigen Gebieten sank die Sicht durch Schneeverwehungen zeitweise auf nahezu null.

Gleichzeitig spielte sich weiter südlich ein völlig anderes, aber eng verbundenes Wetterdrama ab. Im Bundesstaat Illinois, insbesondere im Macon County zwischen Decatur und Mount Zion, setzte ein Tornado auf, der über mehr als 35 km am Boden blieb und mindestens neun Wohnhäuser beschädigte. Mehrere Dächer wurden abgedeckt, ganze Straßenzüge verwüstet. Glücklicherweise wurden keine Verletzten gemeldet; evakuierte Anwohner fanden in Notunterkünften Schutz.

Der Zusammenhang zwischen Blizzard und Tornado mag auf den ersten Blick überraschend wirken, ist meteorologisch jedoch erklärbar. Beide Phänomene waren Teil desselben großräumigen Sturmkomplexes. Während auf der Nord- und Westseite des Tiefs eisige Luftmassen für Schnee und Sturm sorgten, traf auf der Süd- und Südostseite warme, feuchte Luft auf kalte Höhenluft. Diese Konstellation erzeugte eine starke Windscherung – eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Entstehung von Tornados.

Solche Kombinationen aus winterlichen Extrembedingungen und schwerem Unwetter sind selten, treten aber bei besonders kräftigen Tiefdrucksystemen immer wieder auf. Meteorologen warnen, dass der Klimawandel die Intensität solcher Stürme erhöhen könnte, da stärkere Temperaturgegensätze und ein dynamischerer Jetstream extreme Wetterlagen begünstigen.

Für Millionen Menschen in den betroffenen Regionen bleibt die Erkenntnis, dass Wetterextreme nicht isoliert betrachtet werden können, sondern oft Teil eines komplexen, miteinander verknüpften Systems sind.

USA: Schlammlawinen verwüsteten Bergdorf in Kalifornien

Schlammlawinen nach Weihnachtssturm: Wrightwood schwer getroffen

Ein heftiger Wintersturm hat am Weihnachtstag den Bergort Wrightwood im Süden Kaliforniens besonders hart getroffen. Ein sogenannter atmosphärischer Fluss – ein schmaler, aber extrem feuchter Luftstrom aus den Tropen – brachte innerhalb kurzer Zeit enorme Regenmengen in die Region. Die Folge waren Sturzfluten und Schlammlawinen, die sich durch Straßen und Wohngebiete wälzten und teils massive Schäden verursachten.

In mehreren Vierteln wurden Autos vollständig von Schlamm, Geröll und Holzresten begraben. Bilder und Videos aus Wrightwood zeigen Fahrzeuge, aus denen nur noch Dächer oder Seitenspiegel herausragen. Auch zahlreiche Häuser wurden beschädigt: Schlamm drang in Garagen und Wohnräume ein, einige Gebäude standen zeitweise bis zu den Fenstern im braunen Wasser. Straßen verwandelten sich in reißende Bäche, wichtige Zufahrtswege waren stundenlang oder sogar tagelang unpassierbar.

Rettungskräfte und freiwillige Helfer waren im Dauereinsatz, um Anwohner in Sicherheit zu bringen. Die Behörden verhängten Evakuierungsanordnungen für besonders gefährdete Gebiete, da der durchnässte Boden weitere Erdrutsche begünstigte. Nach ersten Angaben gab es in Wrightwood keine bestätigten Todesopfer, doch der Sachschaden ist erheblich. Viele Bewohner verbrachten die Feiertage ohne Strom oder mussten ihre Häuser vorübergehend verlassen.

Der Sturm war Teil einer größeren Unwetterlage, die weite Teile Kaliforniens über die Weihnachtstage erfasste. Meteorologen warnten vor den Risiken solcher Wetterereignisse, die durch gesättigte Böden und steile Hänge besonders gefährlich werden. Zwar ließ der Starkregen nach den Feiertagen allmählich nach, doch die Gefahr von Nachrutschungen bestand zunächst weiter.

Für Wrightwood beginnt nun die Aufräumphase. Schlamm muss von Straßen entfernt, beschädigte Infrastruktur repariert und die Sicherheit der Häuser überprüft werden. Gleichzeitig wirft das Ereignis erneut Fragen auf, wie gut Berggemeinden auf extreme Wetterlagen vorbereitet sind, die in Kalifornien zunehmend häufiger und intensiver auftreten.

Wie es der Zufall will, verweile ich gerade in New York City, wo es eine Schneesturmwarnung gibt. Aktuell schneit es bei kräftigen Minustemperaturen und es liegen bereits mehrere Zentimeter Schnee. Morgen wird sich zeigen, wie gut die Millionenmetropole auf den Schneefall vorbereitet ist. Erste Unfälle hat es bereits gegeben.

USA: Starke Unwetter vor Weihnachten fordern ein Todesopfer

Starke Unwetter wüten in Nordkalifornien – der Süden bereitet sich auf stürmische Weihnachten vor

Während es in Nordkalifornien bereits vielerorts „Land unter“ heißt, bereitet sich Südkalifornien zu Weihnachten auf eine schwere Unwetterlage vor, die durch einen intensiven atmosphärischen Fluss – auch bekannt als „Pineapple Express“ – ausgelöst wird. Dieses Wetterphänomen, das feuchte Luftmassen vom Pazifik über Hawaii nach Kalifornien transportiert, bringt in der Weihnachtswoche Starkregen und erhöhtes Risiko für Sturzfluten mit sich. Besonders betroffen sind die Landkreise Los Angeles, Orange, San Bernardino, Riverside und Ventura.

Der Regen setzt bereits am Dienstagnachmittag ein und verstärkt sich bis in die Nacht zum Mittwoch deutlich. Für Heiligabend werden besonders heftige Niederschläge erwartet, die bis in die frühen Morgenstunden anhalten sollen und wahrscheinlich Zigtausende auf dem Weg in den Weihnachtsurlaub beeinträchtigen werden Innerhalb von 24 Stunden können regional zwischen 5 und 10 Zentimeter Niederschlag fallen, was zusammen mit einem begleitenden Temperatursturz die Gefahr von Überflutungen und Sturzfluten deutlich erhöht. Auch am ersten Weihnachtsfeiertag ist mit Regen zu rechnen. Das nasse Wetter soll voraussichtlich bis Freitag anhalten, bevor eine kurze Wetterberuhigung mit sonnigen Abschnitten am Wochenende folgt. Bereits für den kommenden Montag ist jedoch ein neues Tiefdruckgebiet mit erneutem Regen prognostiziert.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Gebiet des Palisades-Feuers, wo die Folgen der jüngsten Waldbrände das Risiko von Erdrutschen und Schlammlawinen erhöhen. Dort wurden Hänge mit Planen abgedeckt, Leitplanken installiert und Sandsäcke verteilt, um mögliche Schäden zu begrenzen. Aufgrund der hohen Gefahr wurde eine Evakuierungswarnung für Dienstagvormittag ausgesprochen. Auch in Malibu und umliegenden Gemeinden bereitet man sich auf erhebliche Regenfälle und mögliche Einschränkungen im Straßenverkehr vor.

Der Sturm hat bereits in Nordkalifornien zu einem Todesfall durch Überflutung geführt. Zudem mussten Einsatzkräfte zahlreiche Wasserrettungen durchführen und in überflutete Autos Eingeschlossene Retten. Behörden warnen, dass die Serie von aufeinanderfolgenden Stürmen und die ungewöhnlich starken Regenfälle sowohl an der Küste als auch in den Bergen schwere Überschwemmungen, Erdrutsche und Verkehrsbehinderungen verursachen können. Einsatzkräfte rüsten sich für mögliche Rettungseinsätze und die Sicherung von Infrastruktur, während die Bevölkerung gebeten wird, besondere Vorsicht walten zu lassen.

Die Wetterlage stellt eine ernste Herausforderung dar, gerade inmitten der Weihnachtszeit, und erinnert eindringlich an die Gefahren, die atmosphärische Flüsse für Kalifornien mit sich bringen.