Vulkan Shiveluch eruptiert kontinuierlich Aschewolken

Seit gestern anhaltende Ascheemissionen am Shiveluch gefährden den Flugverkehr

Der Vulkan Shiveluch auf Kamtschatka ist seit gestern, dem 1. Juni, anhaltend aktiv und emittiert Vulkanasche, was eine Serie von VONA-Meldungen auslöste. Laut dem VAAC Tokio wurde am 1. Juni um 13:20 UTC eine erste Aschewolke registriert. Sie erzeugte eine Aschesäule bis auf Flughöhe FL350 und driftete mit einer Geschwindigkeit von etwa 48 km/h nach Westen. Satellitendaten des Wettersatelliten Himawari-9 zeigten eine ausgedehnte Aschewolke, die sich über mehr als 280 Kilometer nach Westen erstreckte. Zum Berichtszeitpunkt hielt die Ausbreitung weiter an, sodass die Asche noch größere Entfernungen zurücklegen konnte. FL350 entspricht einer Höhe von rund 10.700 Metern. Damit bewegte sich die Aschewolke in einem Höhenbereich, in dem der internationale Flugverkehr abgewickelt wird, und stellte somit eine erhebliche Gefahr für die Luftfahrt dar. Flugzeuge auf Transpazifikrouten mussten teilweise umgeleitet werden.

VONA-Warnung

Am 2. Juni setzten sich die Eruptionen fort, und es wurden mehrere weitere VONA-Warnungen herausgegeben. Die jüngste Meldung wurde um 05:20 UTC veröffentlicht und warnte vor Vulkanasche in einer Höhe von bis zu 6.700 Metern. Die Aschewolke bewegte sich weiterhin westwärts über den Nordpazifik und erreichte große Distanzen.

Nach Angaben von KVERT kam es in Ortschaften unter der Eruptionswolke zu Ascheniederschlägen. Betroffen waren die Orte Esso und Anavgaj. Zudem wiesen die Forscher darauf hin, dass der Lavadom im Gipfelbereich weiter wächst. Besonders im nördlichen Sektor wird dieser Prozess von starken Gas- und Dampfausstößen begleitet. Dort wird kontinuierlich neues Lava-Material gefördert und ein frischer Lavablock aufgebaut.

Geowissenschaftler weisen darauf hin, dass die anhaltende Domwachstumsphase weiterhin explosive Ereignisse begünstigt, insbesondere wenn instabile Lavapartien kollabieren und dabei neue Asche freisetzen. In diesem Zusammenhang können auch pyroklastische Ströme entstehen. Satellitengestützte Beobachtungen zeigen derzeit keine Anzeichen einer raschen Abschwächung der Aktivität, sodass kurzfristig weitere Eruptionspulse möglich bleiben. Auch die Bevölkerung in den umliegenden Tälern wird zu erhöhter Vorsicht aufgerufen, insbesondere im Hinblick auf möglichen Ascheniederschlag und eingeschränkte Sichtverhältnisse.