Zyklon Harry wütete in Griechenland

Zyklon Harry wütete in Griechenland und richtete Zerstörungen an – mindestens 2 Menschen starben

Nachdem der Zyklon Harry in den letzten Tagen über Süditalien hinweggezogen war und große Schäden an der küstennahen Infrastruktur angerichtet hatte, erreichte er gestern Griechenland. Anders als in Italien, wo offenbar keine Menschenleben zu beklagen waren, starben hier mindestens zwei Personen.




Griechenland

Sturmtief Harry, ein sogenannter Mittelmeerzyklon, der auch als Medicane (mediterraner Hurricane) bezeichnet werden kann, traf vor allem die Küstenregionen sowie Teile des griechischen Festlands mit voller Wucht. Heftige Regenfälle mit Orkanböen und außergewöhnlich hoher Seegang führten innerhalb weniger Stunden zu Überschwemmungen und Erdrutschen, die starke Sachschäden verursachten. In der Region Attika wurden Straßen überflutet, Keller liefen voll, und der Verkehr kam zeitweise zum Stillstand. Einsatzkräfte mussten zahlreiche Menschen aus Fahrzeugen und Gebäuden retten.

Besonders dramatisch war die Lage an den Küsten. Ein Angehöriger der griechischen Küstenwache kam ums Leben, als er während eines Einsatzes von einer gewaltigen Welle erfasst wurde. Ein weiterer Todesfall ereignete sich, als eine Frau von den Wassermassen mitgerissen wurde. Dabei wurde sie unter ein – ebenfalls von den Fluten erfasstes – Auto gedrückt und kam ums Leben. Die Behörden warnten eindringlich davor, sich während des Sturms in Küstennähe oder in ausgetrockneten Flussbetten aufzuhalten.

Auch mehrere Inseln der Ägäis waren betroffen. Dort registrierten die Meteorologen Windgeschwindigkeiten von teils über 120 Kilometern pro Stunde. Fähren blieben in den Häfen, zahlreiche Verbindungen wurden gestrichen. Auf einigen Inseln kam es zu Stromausfällen, nachdem Leitungen beschädigt oder Masten umgestürzt waren. Landwirte berichten zudem von Ernteverlusten durch Starkregen und Sturm.

In den sozialen Medien wurden teils dramatische Aufnahmen geteilt, auf denen man sieht, wie sich die Straßen in reißende Flüsse verwandelten und alles mitrissen, was nicht niet- und nagelfest war. Dabei wurden Unmengen an Geröll mitgeschwemmt und auf der Straße abgelagert. Wer diese Bilder gesehen hat oder sogar selbst direkt betroffen war, wird klar, dass der Klimawandel bittere Realität ist, und dürfte sich von Klimawandelleugner Trump vor den Kopf gestoßen gefühlt haben, sofern er gestern Zeit hatte, die Rede des offenbar geisteskranken Präsidenten zu hören.

Während sich der Zyklon weiter nach Osten zieht und sich dabei abschwächt, beginnen in Griechenland die Aufräumarbeiten. Die Regierung kündigte Soforthilfen für besonders betroffene Regionen an. Meteorologen sehen in Harry ein weiteres Beispiel für die zunehmende Intensität extremer Wetterereignisse im Mittelmeerraum. Vor allem sogenannte Medicanes, also tropenähnliche Stürme über dem Mittelmeer, treten nach Einschätzung vieler Klimaforscher häufiger und stärker auf. Umso erstaunlicher die wirre Rede von Präsident Trump gestern in Davos, in der einer der mächtigsten (und auch einer der gestörtesten) Menschen der Welt den Klimawandel offen als „großen Schwindel“ bezeichnete. Einfach irre!