Zyklon Harry wütete in Griechenland

Zyklon Harry wütete in Griechenland und richtete Zerstörungen an – mindestens 2 Menschen starben

Nachdem der Zyklon Harry in den letzten Tagen über Süditalien hinweggezogen war und große Schäden an der küstennahen Infrastruktur angerichtet hatte, erreichte er gestern Griechenland. Anders als in Italien, wo offenbar keine Menschenleben zu beklagen waren, starben hier mindestens zwei Personen.

Griechenland

Sturmtief Harry, ein sogenannter Mittelmeerzyklon, der auch als Medicane (mediterraner Hurricane) bezeichnet werden kann, traf vor allem die Küstenregionen sowie Teile des griechischen Festlands mit voller Wucht. Heftige Regenfälle mit Orkanböen und außergewöhnlich hoher Seegang führten innerhalb weniger Stunden zu Überschwemmungen und Erdrutschen, die starke Sachschäden verursachten. In der Region Attika wurden Straßen überflutet, Keller liefen voll, und der Verkehr kam zeitweise zum Stillstand. Einsatzkräfte mussten zahlreiche Menschen aus Fahrzeugen und Gebäuden retten.

Besonders dramatisch war die Lage an den Küsten. Ein Angehöriger der griechischen Küstenwache kam ums Leben, als er während eines Einsatzes von einer gewaltigen Welle erfasst wurde. Ein weiterer Todesfall ereignete sich, als eine Frau von den Wassermassen mitgerissen wurde. Dabei wurde sie unter ein – ebenfalls von den Fluten erfasstes – Auto gedrückt und kam ums Leben. Die Behörden warnten eindringlich davor, sich während des Sturms in Küstennähe oder in ausgetrockneten Flussbetten aufzuhalten.

Auch mehrere Inseln der Ägäis waren betroffen. Dort registrierten die Meteorologen Windgeschwindigkeiten von teils über 120 Kilometern pro Stunde. Fähren blieben in den Häfen, zahlreiche Verbindungen wurden gestrichen. Auf einigen Inseln kam es zu Stromausfällen, nachdem Leitungen beschädigt oder Masten umgestürzt waren. Landwirte berichten zudem von Ernteverlusten durch Starkregen und Sturm.

In den sozialen Medien wurden teils dramatische Aufnahmen geteilt, auf denen man sieht, wie sich die Straßen in reißende Flüsse verwandelten und alles mitrissen, was nicht niet- und nagelfest war. Dabei wurden Unmengen an Geröll mitgeschwemmt und auf der Straße abgelagert. Wer diese Bilder gesehen hat oder sogar selbst direkt betroffen war, wird klar, dass der Klimawandel bittere Realität ist, und dürfte sich von Klimawandelleugner Trump vor den Kopf gestoßen gefühlt haben, sofern er gestern Zeit hatte, die Rede des offenbar geisteskranken Präsidenten zu hören.

Während sich der Zyklon weiter nach Osten zieht und sich dabei abschwächt, beginnen in Griechenland die Aufräumarbeiten. Die Regierung kündigte Soforthilfen für besonders betroffene Regionen an. Meteorologen sehen in Harry ein weiteres Beispiel für die zunehmende Intensität extremer Wetterereignisse im Mittelmeerraum. Vor allem sogenannte Medicanes, also tropenähnliche Stürme über dem Mittelmeer, treten nach Einschätzung vieler Klimaforscher häufiger und stärker auf. Umso erstaunlicher die wirre Rede von Präsident Trump gestern in Davos, in der einer der mächtigsten (und auch einer der gestörtesten) Menschen der Welt den Klimawandel offen als „großen Schwindel“ bezeichnete. Einfach irre!

Italien: Medicane Harry verursachte Zerstörungen auf Sizilien

Starke Zerstörungen entlang der Ostküste von Sizilien – Medicane „Harry“ wütete mit voller Kraft

Mit Merkmalen eines Zyklons bzw. Medicanes wütete Wintersturm Harry in weiten Teilen Süditaliens und hat insbesondere entlang der Ostküste Siziliens eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Italienische Medien sprechen von einem außergewöhnlichen Wetterereignis, das in seiner Intensität für den winterlichen Mittelmeerraum ungewöhnlich war. Eine Kombination aus orkanartigen Winden, gepaart mit extremen Regenfällen und schweren Sturmfluten, führte lokal zu starken Schäden an der küstennahen Infrastruktur. Noch heute fließt durch zahlreiche Küstenstraßen Meerwasser. Ufermauern und Kaianlagen wurden stark beschädigt oder sogar völlig zerstört.

Besonders betroffen waren Sizilien, der Süden Kalabriens und Sardinien. Dort trafen meterhohe Wellen ungebremst auf die Küsten und richteten schwere Schäden an Promenaden, Hafenanlagen und Stränden an. In einigen Orten drang das Meer weit ins Landesinnere vor, überschwemmte Straßen und Erdgeschosse und machte Verkehrswege unpassierbar. Küstenstraßen mussten gesperrt werden, weil Asphalt unterspült oder durch Geröll und Treibgut blockiert war. An mehreren Abschnitten brachen Fahrbahnen ein, was den Verkehr zum Erliegen brachte und die Verwundbarkeit der Küsteninfrastruktur verdeutlichte.

Riposto am Fuß des Ätnas

In den sozialen Medien geteilte Aufnahmen zeigen das Ausmaß der Zerstörungen, die bis jetzt noch nicht bilanziert werden konnten. Im Großraum Catania und entlang der Küste von Aci Trezza und Aci Reale wurden zahlreiche Küstenmauern – aus Lavagestein des Ätnas erbaut – zerlegt und die Trümmer gegen Vorgärten und Hauswände geschoben, die ihrerseits beschädigt wurden. Die durch den rauen Seegang ausgelösten Überflutungen in den küstennahen Bereichen verwandelten Straßen in Flüsse, die allerlei Unrat mit sich führten. Der Fährverkehr zu den Liparischen Inseln vor der Nordküste Siziliens wurde eingestellt, die Inseln waren zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten. Berichte über neue Murenabgänge auf Stromboli liegen bis jetzt nicht vor.

Im Landesinneren sorgten anhaltende Starkregenfälle für Überflutungen und Erdrutsche. Bäche und kleine Flüsse traten über die Ufer und setzten Wohngebiete sowie landwirtschaftliche Flächen unter Wasser. Hangrutsche beschädigten Straßen und isolierten zeitweise kleinere Gemeinden. Der Bahn- und Fährverkehr wurde in vielen Regionen eingestellt, da Wind und Wellengang den sicheren Betrieb unmöglich machten.

Die Behörden veranlassten umfangreichen Schutzmaßnahmen. Für besonders gefährdete Gebiete wurden Evakuierungen angeordnet. Die Schulen blieben geschlossen. Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Zivilschutz arbeiteten im Dauereinsatz. Auch freiwillige Helfer sicherten Gebäude, pumpten Wasser ab und unterstützten Menschen, die ihre Häuser vorübergehend verlassen mussten.

Der Wintersturm Harry zeigte einmal mehr, wie anfällig der Mittelmeerraum für extreme Wetterlagen ist, die durch den Klimawandel an Häufigkeit und Intensität zunehmen können.

Sizilien: Meterhohe Wellen Durchbrechen Schutzmauer bei Catania

Medicane Harry wütet auf Sizilien – meterhohe Wellen überfluten Küstenstraße von Catania

Ein schweres Unwetter hat heute auf Sizilien gewütet und die Ostküste bei Catania am Ätna besonders hart getroffen: Meterhohe Wellen brandeten gegen die Küsten und richteten Schäden an der Infrastruktur an. Verantwortlich ist das mediterrane Tiefdrucksystem „Harry“, das seit den frühen Morgenstunden mit Sturm, Starkregen und extremem Seegang über die Region zieht. In Catania und dem Küstenort Fondachello drang das Seewasser in Küstenstraßen ein, nachdem es Brandungsmauern überwunden bzw. zerstört hatte.

Videos aus Fondachello dokumentieren eindrucksvoll, wie meterhohe Wellen die Küstenschutzbarrieren überwinden. Der Wellengang ist so stark, dass das Wasser über Mauern und Dämme schießt und die Uferstraße überspült. Augenzeugen sprechen von einer „Wasserwand“, die in kurzen Abständen auf die Küste trifft. Autos mussten umgeleitet werden und Fußgänger brachten sich hastig in Sicherheit.

In Catania kam es zu ähnlichen Problemen: Im Hafenbereich schlug das Wasser über die Wellenbrecher und Schutzmauern. Plätze und Zufahrten wurden überflutet.

Meteorologen berichten von einem sehr starken Sturm über dem Ionischen Meer, der einen außergewöhnlich hohen Seegang erzeugt. In Kombination mit tiefem Luftdruck und anhaltenden Böen treffen die Wellen nahezu ungebremst auf die Küste. Italienische Medien bezeichnen den Wirbelsturm als Zyklon, den man getrost auch als Medicane bezeichnen kann.

Der Zivilschutz Siziliens rief die Bevölkerung in Küstennähe zur Vorsicht auf. Strände und Uferpromenaden sollten gemieden werden, da jederzeit weitere Überschwemmungen durch Brecher möglich seien. In einigen Gemeinden wurden vorsorglich Straßenabschnitte gesperrt, um Unfälle zu vermeiden.

Neben dem hohen Seegang an der Küste sorgt Zyklon „Harry“ auch im Landesinneren für Schwierigkeiten. Starke Regenfälle führten lokal zu überlasteten Kanälen und kleineren Erdrutschen. Einsatzkräfte sind seit Stunden im Dauereinsatz, um Gefahrenstellen zu sichern und die Lage zu überwachen.

Die Wetterlage bleibt angespannt. Nach Angaben der Behörden ist erst im Laufe der kommenden Stunden mit einer langsamen Abschwächung des Sturms zu rechnen. Bis dahin gilt entlang der sizilianischen Ostküste erhöhte Alarmbereitschaft.

USA: Massive Überflutungen in San Diego

Starke Überflutungen an der Küste von San Diego – Atmosphärischer Fluss verursachte Starkregen

Heftige Regenfälle haben am Neujahrstag in San Diego zu großflächigen Überschwemmungen geführt, die enorme Schäden verursachten. Besonders stark betroffen war das tiefliegende Mission Valley, wo Straßen, Parkplätze und Unterführungen innerhalb kurzer Zeit unter Wasser standen. Die Kanalisation konnte die Wassermassen nicht aufnehmen, so dass sie wie Geysire aus den Gullies schossen und sich das Hochwasser rasch ausbreitete. Zahlreiche Fahrzeuge wurden von den Fluten eingeschlossen oder beschädigt, der Straßenbahnverkehr in der Innenstadt musste zeitweise eingestellt werden. Auch Einkaufsbereiche wie das Fashion Valley standen stellenweise knietief unter Wasser. 

Die Einsatzkräfte waren den ganzen Tag über gefordert. Feuerwehr, Polizei und Rettungsschwimmer führten zahlreiche Wasserrettungen durch. In Mission Valley wurden unter anderem ein Erwachsener und ein Kind aus einem von den Fluten eingeschlossenen Fahrzeug gerettet. In einem weiteren Einsatz saß ein Mann unter einer Brücke nahe der State Route 163 im hüfthohen Wasser fest und musste mit einem Rettungsboot in Sicherheit gebracht werden. Auch außerhalb der Stadt kam es zu gefährlichen Situationen: Am Lake Hodges wurde eine Frau von der starken Strömung eines Bachs mitgerissen, konnte jedoch von Rettungskräften gefunden und ins Krankenhaus gebracht werden. Alle Geretteten befinden sich nach Behördenangaben in stabilem Zustand.

Ursache der Unwetter war eine ausgeprägte Wetterlage über dem Pazifik. Meteorologen sprechen von einer feuchten Luftströmung, die große Mengen Wasserdampf nach Südkalifornien transportierte. Dieses Phänomen wird als sogenannter „atmosphärischer Fluss“ bezeichnet. Trifft diese feuchte Luft auf kühlere Luftmassen, kommt es zu intensiven und anhaltenden Niederschlägen. In San Diego führte dies dazu, dass innerhalb kurzer Zeit ungewöhnlich viel Regen fiel und die Infrastruktur überfordert war.

Für die kommenden Tage erwarten Wetterdienste zwar weitere Schauer, diese sollen jedoch deutlich schwächer ausfallen. Die Behörden mahnen dennoch zur Vorsicht und rufen dazu auf, überflutete Straßen und Wege konsequent zu meiden.

USA: Schlammlawinen verwüsteten Bergdorf in Kalifornien

Schlammlawinen nach Weihnachtssturm: Wrightwood schwer getroffen

Ein heftiger Wintersturm hat am Weihnachtstag den Bergort Wrightwood im Süden Kaliforniens besonders hart getroffen. Ein sogenannter atmosphärischer Fluss – ein schmaler, aber extrem feuchter Luftstrom aus den Tropen – brachte innerhalb kurzer Zeit enorme Regenmengen in die Region. Die Folge waren Sturzfluten und Schlammlawinen, die sich durch Straßen und Wohngebiete wälzten und teils massive Schäden verursachten.

In mehreren Vierteln wurden Autos vollständig von Schlamm, Geröll und Holzresten begraben. Bilder und Videos aus Wrightwood zeigen Fahrzeuge, aus denen nur noch Dächer oder Seitenspiegel herausragen. Auch zahlreiche Häuser wurden beschädigt: Schlamm drang in Garagen und Wohnräume ein, einige Gebäude standen zeitweise bis zu den Fenstern im braunen Wasser. Straßen verwandelten sich in reißende Bäche, wichtige Zufahrtswege waren stundenlang oder sogar tagelang unpassierbar.

Rettungskräfte und freiwillige Helfer waren im Dauereinsatz, um Anwohner in Sicherheit zu bringen. Die Behörden verhängten Evakuierungsanordnungen für besonders gefährdete Gebiete, da der durchnässte Boden weitere Erdrutsche begünstigte. Nach ersten Angaben gab es in Wrightwood keine bestätigten Todesopfer, doch der Sachschaden ist erheblich. Viele Bewohner verbrachten die Feiertage ohne Strom oder mussten ihre Häuser vorübergehend verlassen.

Der Sturm war Teil einer größeren Unwetterlage, die weite Teile Kaliforniens über die Weihnachtstage erfasste. Meteorologen warnten vor den Risiken solcher Wetterereignisse, die durch gesättigte Böden und steile Hänge besonders gefährlich werden. Zwar ließ der Starkregen nach den Feiertagen allmählich nach, doch die Gefahr von Nachrutschungen bestand zunächst weiter.

Für Wrightwood beginnt nun die Aufräumphase. Schlamm muss von Straßen entfernt, beschädigte Infrastruktur repariert und die Sicherheit der Häuser überprüft werden. Gleichzeitig wirft das Ereignis erneut Fragen auf, wie gut Berggemeinden auf extreme Wetterlagen vorbereitet sind, die in Kalifornien zunehmend häufiger und intensiver auftreten.

Wie es der Zufall will, verweile ich gerade in New York City, wo es eine Schneesturmwarnung gibt. Aktuell schneit es bei kräftigen Minustemperaturen und es liegen bereits mehrere Zentimeter Schnee. Morgen wird sich zeigen, wie gut die Millionenmetropole auf den Schneefall vorbereitet ist. Erste Unfälle hat es bereits gegeben.

USA: Starke Unwetter vor Weihnachten fordern ein Todesopfer

Starke Unwetter wüten in Nordkalifornien – der Süden bereitet sich auf stürmische Weihnachten vor

Während es in Nordkalifornien bereits vielerorts „Land unter“ heißt, bereitet sich Südkalifornien zu Weihnachten auf eine schwere Unwetterlage vor, die durch einen intensiven atmosphärischen Fluss – auch bekannt als „Pineapple Express“ – ausgelöst wird. Dieses Wetterphänomen, das feuchte Luftmassen vom Pazifik über Hawaii nach Kalifornien transportiert, bringt in der Weihnachtswoche Starkregen und erhöhtes Risiko für Sturzfluten mit sich. Besonders betroffen sind die Landkreise Los Angeles, Orange, San Bernardino, Riverside und Ventura.

Der Regen setzt bereits am Dienstagnachmittag ein und verstärkt sich bis in die Nacht zum Mittwoch deutlich. Für Heiligabend werden besonders heftige Niederschläge erwartet, die bis in die frühen Morgenstunden anhalten sollen und wahrscheinlich Zigtausende auf dem Weg in den Weihnachtsurlaub beeinträchtigen werden Innerhalb von 24 Stunden können regional zwischen 5 und 10 Zentimeter Niederschlag fallen, was zusammen mit einem begleitenden Temperatursturz die Gefahr von Überflutungen und Sturzfluten deutlich erhöht. Auch am ersten Weihnachtsfeiertag ist mit Regen zu rechnen. Das nasse Wetter soll voraussichtlich bis Freitag anhalten, bevor eine kurze Wetterberuhigung mit sonnigen Abschnitten am Wochenende folgt. Bereits für den kommenden Montag ist jedoch ein neues Tiefdruckgebiet mit erneutem Regen prognostiziert.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Gebiet des Palisades-Feuers, wo die Folgen der jüngsten Waldbrände das Risiko von Erdrutschen und Schlammlawinen erhöhen. Dort wurden Hänge mit Planen abgedeckt, Leitplanken installiert und Sandsäcke verteilt, um mögliche Schäden zu begrenzen. Aufgrund der hohen Gefahr wurde eine Evakuierungswarnung für Dienstagvormittag ausgesprochen. Auch in Malibu und umliegenden Gemeinden bereitet man sich auf erhebliche Regenfälle und mögliche Einschränkungen im Straßenverkehr vor.

Der Sturm hat bereits in Nordkalifornien zu einem Todesfall durch Überflutung geführt. Zudem mussten Einsatzkräfte zahlreiche Wasserrettungen durchführen und in überflutete Autos Eingeschlossene Retten. Behörden warnen, dass die Serie von aufeinanderfolgenden Stürmen und die ungewöhnlich starken Regenfälle sowohl an der Küste als auch in den Bergen schwere Überschwemmungen, Erdrutsche und Verkehrsbehinderungen verursachen können. Einsatzkräfte rüsten sich für mögliche Rettungseinsätze und die Sicherung von Infrastruktur, während die Bevölkerung gebeten wird, besondere Vorsicht walten zu lassen.

Die Wetterlage stellt eine ernste Herausforderung dar, gerade inmitten der Weihnachtszeit, und erinnert eindringlich an die Gefahren, die atmosphärische Flüsse für Kalifornien mit sich bringen.

Italien: Unwetter auf Elba verursachte Überflutungen

Unwetter mit Starkregen verursachte Flutkatastrophe auf Elba – ein Todesopfer geborgen

Die Unwetterserie im Mittelmeerraum reißt nicht ab: Gestern traf es die beliebte italienische Urlaubsinsel Elba, die z.B. von der Toskana aus per Fähre zu erreichen ist. Innerhalb weniger Stunden fiel so viel Niederschlag wie sonst in einem Monat. In der Folge traten zahlreiche kleine Bäche über die Ufer und legten das öffentliche Leben der Insel lahm. Eine 81-jährige Frau stürzte in ihrer überfluteten Wohnung und starb. Mehrere Personen erlitten Verletzungen.

Besonders betroffen waren die Orte Marina di Campo und Portoferraio, wo sintflutartige Regenfälle zu Überschwemmungen und kleineren Erdrutschen führten, die starke Schäden an der Infrastruktur verursachten. Schäden führten. Straßen verwandelten sich in reißende Bäche, Keller und Erdgeschosse liefen voll Wasser, Verkehrsverbindungen brachen zeitweise zusammen.

Meteorologisch war das Unwetter kein isoliertes Inselphänomen. Elba lag im Einflussbereich eines ausgedehnten Tiefdrucksystems über dem westlichen Mittelmeer. Feuchte, relativ warme Luftmassen strömten vom Tyrrhenischen Meer – wo die Liparischen Inseln vulkanischen Ursprungs liegen – gegen die Küste der Toskana. Aufgrund einer blockierenden Wetterlage durch ein Hochdruckgebiet im Osten konnte das Tief nicht abziehen und verharrte lange über Elba. Das Ergebnis waren lang anhaltende, teils stationäre Starkregenfälle. Innerhalb weniger Stunden fielen lokal Regenmengen, die sonst einem Großteil des Monatsdurchschnitts entsprechen. Die Regenfälle beschränkten sich nicht nur auf Elba, sondern griffen auch auf die Südtoskana über. Dort blieben katastrophale Zustände aber aus.

Das Unwetter allein erklärt das Ausmaß der Schäden nicht: Die Morphologie Elbas wirkte als Verstärker. Die Insel ist stark reliefiert: Zwischen den über 1.000 Meter hohen Gipfeln des Monte-Capanne-Massivs und der Küste liegen oft nur wenige Kilometer. Regenwasser fließt daher extrem schnell talwärts. Statt großer Flüsse gibt es zahlreiche kurze Bäche, sogenannte Torrenti, die bei Starkregen in kürzester Zeit anschwellen und Sturzfluten verursachen.

Besonders kritisch sind die flachen Küstenebenen an den Bachmündungen, auf denen viele Ortschaften entstanden sind. In Marina di Campo trat der Bach Alzi über die Ufer, während in Portoferraio mehrere kleine Einzugsgebiete zusammenwirkten. Verbaute, eingeengte Bachläufe, Brücken und versiegelte Flächen verschärften die Lage zusätzlich, da dem Wasser kaum Raum zur Ausbreitung blieb.

USA: Dramatische Überschwemmungen im Nordwesten

Schwere Überschwemmungen im pazifischen Nordwesten der USA: Washington kämpft mit den Folgen extremer Regenfälle

Anhaltender Starkregen infolge eines „Atmosphärischen Flusses“ und mehreren aufeinanderfolgenden Sturmsystemen haben im pazifischen Nordwesten der USA schwere Überschwemmungen ausgelöst. Besonders betroffen ist der Bundesstaat Washington, wo das tatsächliche Ausmaß der Schäden nach mehr als einer Woche extremer Wetterbedingungen weiterhin unklar bleibt. Rekordniederschläge ließen Flüsse über die Ufer treten, Ortschaften überfluten und wichtige Verkehrsverbindungen unpassierbar werden.

In einigen Regionen fielen innerhalb weniger Tage bis zu 60 Zentimeter (600 mm) Regen auf den Quadratmeter. Die Wassermassen setzten Deiche unter Druck, von denen mehrere nachgaben, und führten zu großflächigen Überflutungen und Evakuierungen. Nach Angaben der Behörden wurden in zehn Landkreisen mehr als 600 Rettungseinsätze durchgeführt. Zeitweise waren bis zu 100.000 Menschen von Evakuierungsanordnungen betroffen, vor allem im Einzugsgebiet des Skagit River nördlich von Seattle.

Neben den Überschwemmungen sorgten starke Sturmböen für massive Schäden an der Infrastruktur. Umgestürzte Bäume und beschädigte Stromleitungen führten zu Stromausfällen, von denen mehr als 400.000 Haushalte in Washington und dem benachbarten Oregon betroffen waren.

Die Unwetter forderten auch ein Todesopfer. Ein Mann kam ums Leben, nachdem er mit seinem Fahrzeug in ein überflutetes Gebiet geraten war und dabei offenbar bestehende Warnhinweise ignoriert hatte. Zahlreiche Straßen und Autobahnen wurden unterspült, verschüttet oder weggespült. Besonders schwer getroffen ist die State Route 2, eine zentrale Verkehrsverbindung über die vulkanisch geprägte Kaskadenkette, deren Wiederöffnung sich voraussichtlich über Monate verzögern wird.

Meteorologen warnen vor weiteren Belastungen. Der Nationale Wetterdienst rechnet mit anhaltend hohen Flusspegeln und einer erhöhten Hochwassergefahr bis mindestens zum Monatsende. Weitere Stürme könnten erneut Starkregen, kräftige Winde und in höheren Lagen starken Schneefall bringen. Auch zusätzliche Erdrutsche gelten als möglich, da die Böden vielerorts vollständig gesättigt sind.

Um die unmittelbaren Folgen abzufedern, haben der Bundesstaat Washington und mehrere Landkreise finanzielle Hilfen in Millionenhöhe bereitgestellt. Die Mittel sollen Betroffenen unter anderem bei der Finanzierung von Unterkünften, Lebensmitteln und anderen notwendigen Ausgaben helfen, bis umfassendere Unterstützungsprogramme auf Bundesebene greifen.

Gaza: Starkregen verursachte Überschwemmungen

Schwere Überschwemmungen verschärfen humanitäre Krise im Gazastreifen – mindestens 16 Menschen tot

Heftige Regenfälle und Stürme haben in den vergangenen Tagen im Gazastreifen zu großflächigen Überschwemmungen geführt und die ohnehin katastrophale Lage der Bevölkerung weiter verschärft. Mehr ein Dutzend Menschen kamen infolge der Unwetter ums Leben, darunter ein Neugeborenes, das nach Angaben der Gesundheitsbehörden an Unterkühlung starb. Tausende Familien verloren erneut ihre wenigen Habseligkeiten, als provisorische Zeltlager überflutet und beschädigte Gebäude zum Einsturz gebracht wurden.

Ausgelöst wurden die Überschwemmungen durch ein winterliches Tiefdrucksystem, das über mehrere Tage hinweg anhaltenden Starkregen brachte und nicht nur Gaza überflutete, sondern auch in anderen Regionen des Mittelmeerraums für Überschwemmungen sorgte. In einzelnen Gebieten fielen mehr als 150 Millimeter Niederschlag. Während solche Regenmengen während des winters im östlichen Mittelmeerraum nicht außergewöhnlich sind, trafen sie im Gazastreifen auf eine Bevölkerung, die kaum noch über Schutzräume verfügt. Die meisten der rund zwei Millionen Einwohner leben derzeit in provisorischen Zelten oder notdürftig hergerichteten Unterkünften.

Der gut 2 Jahre dauernde Gaza-Krieg hat weite Teile der Infrastruktur zerstört. Wohnhäuser, Entwässerungssysteme, Straßen und Stromnetze sind stark beschädigt oder funktionsunfähig. 70% der Wohnhäuser sollen zerstört worden sein. Diese Zerstörungen haben entscheidend dazu beigetragen, dass Regenwasser nicht abfließen konnte und selbst mäßige Überschwemmungen verheerende Folgen hatten. Internationale Hilfsorganisationen sprechen von einer sich zuspitzenden humanitären Katastrophe.

Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International sehen die Tragödie nicht als reine Naturkatastrophe. Sie kritisieren, dass die Blockade des Gazastreifens die Einfuhr von Baumaterialien, Unterkünften und technischer Ausrüstung stark einschränkt und damit dringend notwendige Reparaturen verhindert. Dadurch seien die Auswirkungen der Unwetter erheblich verschärft worden.

Israel kontrolliert weiterhin große Teile der Grenzübergänge und weist Vorwürfe zurück, Hilfslieferungen unzureichend zuzulassen. Gleichzeitig berichten Hilfswerke von Engpässen bei Lebensmitteln, sauberem Trinkwasser und wetterfesten Unterkünften. Trotz eines formell geltenden Waffenstillstands kommt es weiterhin zu Spannungen und gegenseitigen Vorwürfen von Verstößen.

Die jüngsten Überschwemmungen machen deutlich, wie verwundbar die Zivilbevölkerung im Gazastreifen ist. Ohne eine nachhaltige Verbesserung der humanitären Lage und den Wiederaufbau grundlegender Infrastruktur dürfte selbst gewöhnliches Winterwetter weiterhin lebensbedrohliche Folgen haben.

Ich persönlich hege keinerlei Sympathien für islamistischen Terror im Allgemeinen und die Hamas im Speziellen und bin eher pro Israel eingestellt, doch das, was in den letzten Jahren im Gazastreifen passiert ist, geht meiner Meinung nach weit über das Selbstverteidigungsrecht Israels hinaus. Die Lage im Gazastreifen wird das Gedankengut, das die Hamas antreibt, vermutlich nicht dauerhaft beseitigen. Im Gegenteil: Die prekäre Lebenssituation der Palästinenser schürt weiteren Hass und die Armutsverhältnisse und Perspektivlosigkeit im Gazastreifen werden eine neue Terroristengeneration hervorbringen. Offensichtlich ist es Ziel der israelischen Regierung, die Palästinenser auszurotten – nichts anderes als Genozid, von Menschen, die vor gerade einmal 80 Jahren selbst Opfer des Nazi-Genozids geworden sind. Die Menschheit lernt – trotz ihrer grundlegenden Genialität – wohl nicht oder nur sehr langsam dazu.

Die Trumpschen Vorschläge, quasi ein großes Ferienressort aus den Ruinen Gazas entstehen zu lassen, sind einfach nur menschenverachtend und pervers und zeugen von Geisteskrankheit!