Wie ein Vulkanausbruch funktioniert

Der obere Erdmantel besteht aus plastischem Gestein, das sich wie Knetgummi verhält. An manchen Stellen wird es im Erdmantel aber besonders heiß und das plastische Gestein kann schmelzen und zu Magma werden.
Das Magma im Inneren der Erde ist leichter als das Gestein um das Magma herum und es steht unter sehr hohem Druck. Das ist so, weil die schweren Gesteinsmassen auf ihm lasten. Außerdem enthält das Magma viel Gas, so dass der Druck noch höher wird. Das Magma versucht dem Druck auszuweichen und sucht sich einen Weg nach oben. Durch Risse, die von der Erdkruste bis in den Erdmantel reichen, beginnt es seinen Aufstieg in die Erdkruste. Dort sammelt es sich zunächst in großen Hohlräumen. So ein Hohlraum heißt Magmakammer.
Nach einiger Zeit ist die Magmakammer voll. Weil dort weniger Druck als im Erdmantel herrscht, setzt das Magma mehr Gas frei. Der Druck im Inneren der Magmakammer wird wieder größer. Irgendwann ist in der Magmakammer kein Platz mehr. Das Gas drückt das Magma in den Vulkanschlot und unter lautes Fauchen, Zischen und Grollen schießt das Magma aus dem Vulkan hinaus. Der Vulkan bricht aus.

Ein Vulkan kann auf zwei sehr unterschiedliche Arten ausbrechen: Es gibt: explosive Ausbrüche und effusive Ausbrüche

Pinatubo
Bild: Eine große explosive Ascheeruption am Pinatubo. © USGS

Bei einem explosiven Vulkanausbruch ist das Magma zäh wie ein Kuchenteig und enthält viel Gas. Weil das Magma so zäh ist, kann das Gas nicht nach oben steigen. Im Magma bilden sich große Blasen. Sind die Blasen groß genug, dann steigen sie auf. Erreichen die Blasen den Vulkankrater, dann zerplatzen sie. Dabei werden Lavafetzen in die Luft geschleudert. Der Vulkan bricht aus.

Ein explosiver Vulkanausbruch kann aber auch noch anders entstehen. Das Gas ist in dem Magma gelöst, ähnlich wie Kohlensäure in einer Limonadenflasche gelöst ist. Wird der Druck im Inneren der Magmakammer geringer, weil etwas Lava aus dem Krater fließt, oder das Magma in den Vulkanschlot aufsteigt, dann wird das Gas auf einmal freigesetzt. Das Gas schießt explosionsartig nach oben und reist einen Teil des Magmas mit. Schüttelst oder erhitzt du die Limonadenflasche und öffnest sie kurz darauf, dann siehst du, wie sich ganz viele Bläschen in der Limonade bilden und nach oben zischen. Das ist die "Kohlensäure", die vorher in der Limonade gelöst war. Beim öffnen der Flasche sprudelt die Limonade mit hinaus. Genauso ist es bei den Vulkanen.
Die Lavabrocken können bei einem Ausbruch sogar Überschallgeschwindigkeit erreichen. Wegen der ungeheueren Wucht der Explosionen ist ein Vulkanausbruch so laut.

Bei einem effusiven Vulkanausbruch befindet sich weniger Gas im Magma. Dadurch ist der Gasdruck in der Magmakammer niedriger. Außerdem ist das Magma dünnflüssiger, so dass das Gas leichter nach oben steigen kann. Bricht der Vulkan aus, dann fließt die Lava relativ ruhig aus dem Krater. Wie ein brennender Fluss strömt die Lava an den Hängen des Vulkans hinab.


Bild: Lavastrom am Fogo. © Marc Szeglat

Solche Vulkanausbrüche sind nicht so gefährlich wie explosive Ausbrüche. Die Lavaströme fließen meistens langsam, so dass Menschen und Tiere genug Zeit haben sich in Sicherheit zu bringen. Wenn die Lava sehr dünnflüssig ist, dann kann ein Lavastrom aber auch sehr schnell werden. Es wurden schon Lavaströme beobachtet, die so schnell wie ein Auto waren.


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