Fruchtbare vulkanische Böden

Soufriere


Unmittelbar nach einem Vulkanausbruch scheint alles Leben auf den lavabedeckten Flächen verschwunden zu sein. Keine Pflanze wächst mehr auf dem schroffen Gestein. Mit der Zeit wird das Gestein jedoch von Wasser, Wind, Sonne und Frost zerkleinert. Eine dünne Bodenschicht bildet sich auf dem Gestein. Dieser Boden ist locker, durchlässig und sehr mineralstoffreich. Da Mineralstoffe zur Nahrung der Pflanzen gehören, finden diese nun ideale Lebensbedingungen.

Aber die Pflanzen benötigen auch Wasser zum Wachsen. Auf der einen Seite versickert Regenwasser sehr schnell in den lockeren, vulkanischen Aschen. Auf der Insel Island ist das gesamte Hochland vulkanischen Ursprungs eine Wüste. Auf der anderen Seite kann sich in den Poren der Tephra Wasser speichern. Dass funktioniert genauso wie in einem Badeschwamm. In Gegenden wo es wenig regnet kann sich das Wasser also gut in den Poren der vulkanischen Böden halten. Manchmal genügt schon der nächtliche Tau um Pflanzen wachsen zu lassen. Dieses Phänomen macht man sich auf der Insel Lanzarote zunutze. Dort wird Wein im Trockenfeldbau kultiviert. Jede Weinrebe wird in eine Mulde gesetzt, die mit eine dicken Lapillischicht bedeckt ist. Die Lapilli fangen nicht nur Tau, sondern schützen den Boden darunter vor Austrocknung.

Es ist auch erstaunlich, wie schnell Pflanzen und Tiere auf zerstörten Boden wieder fuß fassen können. Nach dem katastrophalen Ausbruch des Mount St. Helens, der sich 1980 ereignete, fanden Wissenschaftler bereits nach wenigen Wochen Fußspuren von Bären und Rotwild in den Ascheablagerungen. Die zerstörten Wälder sind heute wieder grün.

Farn

Auf der jungen Vulkaninsel Anak Krakatau wuchs wenige Jahrzehnte nach ihrer Geburt bereits ein Wald. Oft dauert es aber auch Jahrhunderte, bis auf Vulkanasche wieder etwas wächst. Wie schnell sich eine Bodenschicht bildet, auf der wieder Pflanzen wachsen können, hängt von mehreren Faktoren ab. Das Klima ist ein sehr wichtiger Faktor. Wenn es warm und trocken ist, dauert es viel länger bis sich fruchtbarer Boden bildet, als wenn es viel regnet und größere Temperaturschwankungen gibt.


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