Dukono mit hoher Anzahl an explosiven Vulkanausbrüchen

Dukono auf Halmahera steigerte Explosivität – fast 300 Eruptionen am Tag

Tobelo, 13.07.2025Der Dukono auf Halmahera in Indonesien eruptierte gestern 282 Mal explosiv und förderte dabei Aschewolken, die mehrere Hundert Meter hoch aufsteigen. Heute blieb der entlegene Vulkan ähnlich aktiv und ließ Aschewolken sogar bis 1200 m über Kraterhöhe aufsteigen. Das VAAC gab Warnungen für den Flugverkehr aus, nach denen die Asche eine Höhe von 2400 m über dem Meeresspiegel erreichte.

Vulkanausbruch am Dukono

Obwohl, oder gerade weil, der Vulkan auf der bei uns wenig bekannten und entlegenen Gewürzinsel Halmahera liegt, ist er ein beliebtes Ziel bei Vulkanspottern. Der Pfad zum Gipfel des Vulkans führt zunächst durch Kakao-Plantagen, die in höheren Lagen in dichtes Buschwerk übergehen. Da die Blätter der Büsche meistens voller Vulkanasche sind, die von den Wanderern auf dem schmalen Pfad abgestreift wird, sieht man am Ziel aus wie ein Bergarbeiter. Daher ist Dukono auch als „Dreckschleuder“ bekannt. Normalerweise eruptiert der Vulkan zwischen 150 und 200 Mal am Tag, doch gelegentlich werden so hohe Werte wie aktuell erreicht.

Die Seismizität bewegt sich hingegen auf niedrigem Niveau, womit er dem Stromboli in Italien ähnelt – ein Zeichen dafür, dass die Aufstiegswege des Magmas frei sind. Dafür gibt es aber in der Molukkensee häufig tektonische Erdbeben und möglicherweise gibt es einen Zusammenhang zwischen deren Häufung und Stärke und der Aktivität des Vulkans. So gab es gestern einen Erdstoß Mb 4,5, der sich in 10 Kilometern Tiefe 62 km ost-nordöstlich von Tobelo manifestierte. Hierbei handelt es sich um die größte Stadt der Region, in der rund 10.000 Menschen leben. Es ist gut möglich, dass dieses Erdbeben die besonders heftige Eruptionsserie auslöste.

Übrigens, wer zum Vulkanspotten nach Halmahera fährt, der sollte sich auch ein paar Tage Zeit nehmen, die Strände und Unterwasserwelt zu erkunden, denn hier gibt es auch noch ein paar einigermaßen intakte Riffe.

Japan: Erdbeben im Tokara-Archipel verstärken sich wieder

Erneute Verstärkung der Erdbebenaktivität im Tokara-Inselgruppe in Japan – Fast 2000 Beben seit 21. Juni

Kagoshima, 13.07.2025Nachdem es in den vergangenen Tagen so aussah, als würde das starke Schwarmbeben in der Tokara-Inselgruppe langsam nachlassen, verstärkte sich die seismische Aktivität in den letzten Stunden wieder. Es gab gleich 2 Erdbeben mit der Magnitude 5,0. Seit dem 21. Juni wurden 1958 Erdbeben registriert.

Die Epizentren der Beben manifestieren sich in einem Gebiet zwischen den beiden kleinen Vulkaninseln Kodakarajima und Akusekijima, wobei letztere Insel bewohnt ist. Im Dorf Toshima, das zur Präfektur Kagoshima gehört, leben normalerweise 76 Menschen. Sogar eine Grundschule gibt es dort. Letzte Woche wurden ca. zwei Drittel der Bevölkerung in 2 Wellen evakuiert. Einer der zurückblieb, ist Schulleiter Yoshiro Tobo. In einem CNN-Interview gab er zu, dass die ewigen Beben nicht nur an die Bausubstanz gehen, sondern auch aufs Gemüt schlagen, ihn am Schlafen hinderten und er deshalb erschöpft sei. Einige der Beben sind so stark, dass man sich kaum auf den Füßen halten kann und Möbel umfallen.

Der Schulleiter meinte, dass Erdbebenschwärme öfters vorkommen, doch noch nie seien sie so intensiv gewesen wie jetzt. Auch die Anzahl der schwachen Erdbeben ist diesmal ungewöhnlich hoch.

Die Erschütterungen sind auf Akusekijima besonders stark zu spüren, aber auch die Bewohner der nördlichste Insel der Tokara-Gruppe können sie wahrnehmen: Auf Suwanosejima ist der Inselvulkan zudem aktiv und eruptiert Aschewolken. Nachdem der Vulkan seine Aktivität zu Anfang des Schwarmbebens verstärkt hatte, war er nun fast eine Woche lang vergleichsweise ruhig. Heute stieß er dann wieder eine Aschewolke aus.

Die Kommunalverwaltung von Toshima teilte mit, dass die Bevölkerung erst nach Akusekijima zurückkehren darf, wenn es an mindestens 5 Tagen keine Erdbeben mit Magnituden größer 4,0 gab. Nachdem in den letzten Tagen die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr aufgekeimt war, wurde sie heute wieder jäh zerstört, denn neben den beiden erwähnten Beben mit der Magnitude 5,0 ereigneten sich zwei weitere Beben größer als M 4,0. Damit wurde der Erdbebenzähler wieder auf Null zurückgesetzt. 36 weitere Beben mit Magnituden größer als 1. Mikrobeben exklusive.

Japanische Wissenschaftler vermuten als Grund für die Erdbeben tektonische Spannungen, die durch die Subduktion entlang des Ryukyu-Grabens verursacht werden.

USA: Waldbrand am Grand Canyon North Rim

Rauchschwaden zeihen durch den Grand Canyon. © Joelle Braid, Nationalpark Grand Canyon

Waldbrände bedrohen Grand Canyon – Teil des Nationalparks evakuiert

Jakob Lake, 13.07.2025Am Mittwoch löste ein Blitzschlag auf dem Kaibab-Plateau des Grand Canyon in den USA einen Waldbrand aus, der sich rasend schnell ausbreitete. Am Wochenende spitzt sich die Lage dramatisch zu: Die Behörden im Norden Arizonas mussten Teile des weltberühmten Nationalparks evakuieren. Besonders betroffen ist der weniger frequentierte North Rim, der am Freitag vorsorglich geräumt wurde. Rund 500 Besucher mussten das Gebiet verlassen, ebenso mehrere Anwohner und Beschäftigte. Der Zugang zum North Rim bleibt vorerst gesperrt, auch ein Hotel und mehrere Einrichtungen wurden geschlossen.

Zunächst loderte das als „White-Sage-Brand“ bekannte Feuer außerhalb des eigentlichen Parkgebiets, näherte sich jedoch gefährlich schnell der Ortschaft Jacob Lake, die als Tor zum North Rim bekannt ist. Dann brach das „Dragon Bravo Fire“ innerhalb der Parkgrenzen aus. Aufgrund starker Trockenheit und hohen Temperaturen von bis zu 46 Grad und unberechenbarer Winde gestaltet sich die Brandbekämpfung äußerst schwierig. Über 200 Einsatzkräfte versuchen derzeit, das Feuer einzudämmen.

Spruen eines Waldbrandes

Waldbrände sind hier nicht unüblich, denn als ich vor genau einem Jahr den Grand Canyon North Rim besuchte, fuhr ich auf dem Weg dorthin durch ein von verkohlten Bäumen und Büschen gesäumtes Gelände.

Die Wetterlage verschärft die Situation zusätzlich: Der Nationale Wetterdienst warnte vor extremer Hitze im Großraum Grand Canyon, mit Temperaturen jenseits der 40-Grad-Marke, insbesondere in den tiefer gelegenen Bereichen der Schlucht.

Die Parkverwaltung hatte bereits vor der Schließung infolge des Waldbrandes davon abgeraten, Wanderungen im Canyon zu unternehmen. In den tieferen Zonen unterhalb von etwa 1.200 Metern wird weiterhin mit gefährlicher Hitze und erhöhter Rauchbelastung gerechnet. Außerdem ist die Versorgung mit Trinkwasser gestört, da Leitungen repariert werden.


Der Grand Canyon, eines der bekanntesten Naturwunder der Welt, zieht jährlich Millionen Besucher an. Die riesige Schlucht entstand im Laufe von Millionen Jahren durch die Erosionskraft des Colorado River und erreicht Tiefen von über 1.600 Metern sowie eine Breite von bis zu 30 Kilometern. Der aktuelle Waldbrand stellt eine ernste Bedrohung für das empfindliche Ökosystem und die touristische Infrastruktur am North Rim dar. Bilder zeigen, wie dichte Rauchschwaden in den Canyon gedrückt werden und die Lebewelt dort – einschließlich der Wanderer – ebenfalls gefährden.

Neben dem Brand in Arizona gibt es auch andernorts alarmierende Entwicklungen: In Utah brennt es nahe des Bryce Canyons. In Colorado wurde der Black-Canyon-of-the-Gunnison-Nationalpark wegen eines sich ausbreitenden Waldbrands geschlossen, mehrere Gemeinden in der Nähe wurden evakuiert. Darüber hinaus sorgen massive Brände in Kanada, wo es vor allem in Manitoba und Saskatchewan brennt, für grenzüberschreitende Auswirkungen: Rauch zieht weit in den Mittleren Westen der USA hinein und verschlechtert die Luftqualität in mehreren Bundesstaaten deutlich. Besonders betroffen sind Minnesota, North Dakota und Wisconsin.

Wer eine Reise in die Gegend plant, kann sich auf der Seite des Nationalparks über die aktuelle Lage und Sperrungen erkundigen.

Teneriffa: 53 Erdbeben in einer Woche

Auf den Kanaren bebte es innerhalb einer Woche 61 Mal – 53 Erdbeben allein im Bereich von Teneriffa

Santa Cruz de Teneriffa, 13.07.2025In der vergangenen Woche registrierte das Seismische Netzwerk der Kanarischen Inseln insgesamt 61 Erdbeben geringer Stärke. Die stärkste Erschütterung erreichte eine Magnitude von 2,4 und ereignete sich am Samstag, dem 5. Juli, rund 20 Kilometer vor der Küste Teneriffas. Die seismische Energie, die während der gesamten Woche freigesetzt wurde, belief sich auf vergleichsweise geringe 0,09 Gigajoule.

Die meisten Erdbeben manifestierten sich im Bereich von Teneriffa, wo 53 Beben festgestellt wurden. Vor 2 Wochen waren es 10 weniger. Die Epizentren verteilten sich im Wesentlichen auf 2 Cluster: Der eine bestand aus 13 Erschütterungen und lag in der Meerenge zwischen Teneriffa und Gran Canaria in der Nähe des submarinen Vulkans Enmedio. Dort lag auch das stärkste Erdbeben der Magnitude 2,4. Der zweite Erdbebencluster konzentriert sich auf das Areal der Caldera de Las Cañadas und den Pico del Teide. Die meisten Beben hier waren allerdings sehr schwach und hatten Magnituden im Bereich der Mikroseismizität. Solche Mikrobeben werden an Vulkanen oft durch Fluidbewegungen entlang von lokalen Störungen verursacht. Generell sind Fluide ein Indiz für einen aktiven Magmenkörper in der Tiefe, von dem Gase und Flüssigkeiten aufsteigen. Auf Teneriffa handelt es sich bei diesen Fluiden überwiegend um Gase, die eine hohe CO₂-Konzentration enthalten. Eine entsprechende Anomalie wird seit 2016 festgestellt. Sie geht mit einem langsamen Druckaufbau im vulkanisch-hydrothermalen System einher. Mittelfristig geht hiervon keine Gefahr aus. Sollte der Trend allerdings noch länger anhalten, könnte ein Vulkanausbruch resultieren. Die Vulkanalarmampel steht dennoch auf „Grün“ und es gelten keine Einschränkungen für Bewohner und Touristen. Allerdings sollten sich Gipfelstürmer im klaren darüber sein, dass es zu stärkeren Erdbeben kommen könnte, die wohlmöglich Steinschläge auslösen.

Auch auf La Palma setzt sich eine leichte seismische Aktivität fort. Hier steht die Vulkanwarnampel seit dem Ende des Ausbruchs von 2021 auf „Gelb“. Es werden noch geophysikalische und geochemische Bedingungen außerhalb der Norm festgestellt. In einigen Gebieten könnte es aufgrund hoher Gaskonzentration zu einer Gesundheitsgefährdung kommen. Die Bevölkerung wird daher aufgefordert, die Hinweise der Katastrophenschutzbehörden weiterhin aufmerksam zu verfolgen. Generell können Urlauber aber ihren Aufenthalt auf den Kanarischen Inseln genießen.