Taal: Erhöhte Seismizität Ende November

Vulkan Taal zeigt weiterhin erhöhte seismische Aktivität – Risiko phreatischer Eruptionen hoch

In den letzten 24 Stunden registrierten die Geoforscher am philippinischen Vulkan Taal insgesamt 20 vulkanische Erdbeben, darunter 4 Tremorereignisse, die zwischen 2 und 403 Minuten andauerten. Die Temperatur im Hauptkratersee lag bei 58,1 Grad Celsius, während der Säuregrad des Wassers bei einem pH-Wert von 0,3 blieb. Die Schwefeldioxid-Emissionen beliefen sich auf rund 208 Tonnen pro Tag, was ein vergleichsweise niedriger Wert ist. Eine Dampffahne stieg bis zu 800 Meter hoch und wurde als moderate Emission eingestuft, die in südwestlicher Richtung abtrieb. Gleichzeitig zeigten Messungen eine Aufwölbung der Vulkaninsel, ein Hinweis auf eine mögliche Magmabewegung unter der Oberfläche.

Aufgrund dieser Entwicklungen bleibt das Betreten der Vulkaninsel, insbesondere des Hauptkraters und der Daang-Kastila-Spalten, weiterhin verboten. Auch das Befahren des Taal-Sees mit Booten sowie Flüge in unmittelbarer Nähe des Vulkans sind untersagt, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.

Ein Blick auf die gesamte Aktivität im November zeigt, dass der Vulkan Taal mit 514 vulkanischen Erdbeben und 98 Tremorereignissen deutlich aktiver war als in den Vormonaten. Im Oktober wurden 367 Beben und 69 Tremore registriert, im September 189 Beben und 129 Tremore. Diese Zunahme unterstreicht die anhaltende Unruhe des Vulkans.

Die Vulkanbeobachter erklären, dass vulkanische Erdbeben durch magmatische Bewegungen im Untergrund verursacht werden. Die Tremore sind niederfrequente Schwingungen, die durch resonierendes Magma oder kleinere interne Explosionen entstehen. Trotz der erhöhten seismischen Aktivität gilt weiterhin Alarmstufe 1, was ungewöhnliche Bedingungen und die Möglichkeit plötzlicher, dampfgetriebener Eruptionen signalisiert. Dazu kommen mögliche Aschefälle und gefährliche Gasfreisetzungen, die vor allem die Insel rund um den Vulkan betreffen können. Die Bevölkerung wird daher weiterhin dringend aufgefordert, die Gefahrenzone nicht zu betreten und den Sicherheitsanweisungen Folge zu leisten.

Generell sprechen 2 Beobachtungen für ein Abkühlen des magmatischen Systems: der deutlich verringerte Schwefeldioxidausstoß sowie die deutlich verringerte Temperatur des Kratersees. Hier scheint es nicht nur zu einer kurzfristigen Blockade des Fördersystems gekommen zu sein, sondern zu einer Verringerung der Entgasung der Schmelze in der Tiefe. Trotzdem ist in Vulkannähe weiterhin Vorsicht geboten.

Masaya: Ascheeruption am Samstag

Unerwartete Explosion am Vulkan Masaya: Aschewolke verursachte Ascheregen in Nachbargemeinden

Am Samstag, den 29. November 2025, kam es am Santiago-Krater des Vulkans Masaya in Nicaragua zu einer plötzlichen und gut hörbaren Explosion. Dabei stieg eine mehrere Hundert Meter hohe Eruptionswolke aus Gasen und Vulkanasche auf, die von mehreren Punkten im Nationalpark Vulkan Masaya sowie aus umliegenden Gemeinden wie San Juan de la Concepción aus sichtbar war.

Obwohl der Großteil des ausgestoßenen pyroklastischen Materials wieder in den Krater fiel, wurde Vulkanasche durch den Wind in die nahegelegenen Orte Palo Solo, Ticuantepe und Teile von La Concepción getragen, wo sie sich in einer feinen Schicht ablagerte, wie Anwohner gegenüber der lokalen Presse berichteten. Zuvor hörten sie laute Knallgeräusche. Im Stadtgebiet von Masaya selbst wurden weder Geräusche noch Aschefall wahrgenommen, was auf die lokal begrenzte Wirkung des Ereignisses hinweist.

Das Nicaraguanische Institut für Territorialstudien (INETER) hat bislang keine offizielle Stellungnahme zur aktuellen Explosion veröffentlicht und auch eine VONA-Warnung blieb aus. Dennoch weiß man, dass solche Eruptionen Teil der normalen Aktivität eines dauerhaft aktiven Vulkans wie Masaya sind. Im Oktober 2025 wurde der Vulkan bereits während einer Inspektion genauer untersucht: Dabei zeigten sich Einstürze an der inneren südlichen Kraterwand, die den Schlot des früheren Lava-Sees teilweise bedeckten. Der Lavasee, auch „Boca del Infierno“ („Mund der Hölle“) genannt, bildete sich bei der Eruption 2015 und war in abgeschwächter Form bis zum Frühjahr 2024 aktiv. Vulkanologen hatten die Temperatur des Lavasees mehrfach gemessen und kamen auf Werte um 1100 Grad.

Seit dem Jahr 1520 wurden mindestens 18 bedeutende Ausbrüche des Masaya dokumentiert, darunter die historisch bedeutsamen Eruptionen von 1772 und 1820, die in der Region große Schäden anrichteten.

Der Vulkan Masaya ist einer der aktivsten und meistüberwachten Vulkane Zentralamerikas. Er beeindruckte nicht nur durch seinen Lavasee, sondern auch durch häufige Gas- und Ascheemissionen und ist zugleich eine bedeutende Touristenattraktion. Trotz seiner Aktivität gilt er als potenziell gefährlich für die umliegenden Gemeinden, weshalb die Behörden eine kontinuierliche Überwachung und Vorsichtsempfehlungen für die Bevölkerung aussprechen.

Ätna: Lebenszeichen vom Südostkrater

Strombolianische Eruptionen am Ätna-Südostkrater während der Nacht – Infraschall und Wärmeanomalie detektiert

Nachdem es am Ätna in den letzten Wochen eruptionsmäßig eher still war, abgesehen von ein paar Ascheexhalationen vom Zentralkrater, wurden heute Livecamaufnahmen aus der Nacht veröffentlicht, die schwach strombolianische Eruptionen aus dem Südostkrater dokumentierten. Die hier gezeigte Aufnahme wurde von Galvagna Giuseppe 2023 gecaptured und via FB verbreitet.

Der Tremor blieb von den Eruptionen unbeeinflusst, dafür wurde Infraschalltätigkeit registriert, die von starken Entgasungen und gelegentlichen Explosionen zeugt. Zudem registrierte MIROVA eine schwache thermische Anomalie mit 6 MW Leistung.

Die Erdbebentätigkeit ist am Wochenende bis jetzt unauffällig geblieben. Die letzten Auffälligkeiten gab es Mitte der Woche, als es – wie berichtet – zu einem Schwarmbeben im Süden des Vulkans gekommen war. Die jüngsten Erdbebenschwärme und die Eruptionen letzte Nacht zeugen davon, dass der Druck im magmatischen System des Ätnas langsam wieder zunimmt, was mittelfristig betrachtet wieder in einer neuen Eruptionsphase gipfeln wird. Wie ich bereits bei früheren Gelegenheiten meinte, ist Ätna immer für eine Überraschung gut und eine neue Eruptionsphase könnte früher beginnen, als man jetzt anhand der Daten und Beobachtungen meinen mag.

Dieses Jahr erzeugte der Ätna zwei stärkere Eruptionsphasen: Sie manifestierten sich im Februar und August und brachten subterminale Lavaströme hervor, die das 1900-m-Höhenniveau erreichten und mehrere Wochen lang aktiv blieben. Zeitweise gab es auch rege Aktivität aus dem Südostkrater, allerdings ohne dass es zu Serien von Paroxysmen gekommen wäre, wie wir sie etwas während der Coronazeit erlebten. Damals kam es zwischen Ende 2020 und Mitte 2022 zu mehr als 60 Paroxysmen. In den letzten 20 Jahren gab es 16 Phasen mit mehreren Paroxysmen. Zwischen manchen Phasen lagen nur wenige Monate, bei einigen gab es Pausenintervalle von bis zu mehreren Jahren.

Typisch für das Entstehen von Paroxysmen ist, dass primitives Basaltmagma aus einem tiefer gelegenen Reservoir in ein flaches Reservoir unter dem Gipfel eindringt, in dem sich weiter entwickelte Schmelze befindet. Wie die Analysen der Tremorquellen des letzten INGV-Bulletins im Oktober zeigten, ist so ein flaches Magmenreservoir unter dem Gipfel noch vorhanden. Die jüngsten Schwarmbeben deuten darauf hin, dass sich primitives Magma auf den Weg gemacht haben könnte.

Barren Island: Aschewolken und Lavastrom mit Ocean Entry

Effusive und explosive Eruption am indischen Vulkan Barren Island geht weiter – Lava fließt ins Meer

Auf der entlegenen indischen Insel Barren Island findet gerade eines der faszinierendsten Naturspektakel statt, leider weitestgehend unter Ausschluss der Weltöffentlichkeit: Im Norden der kleinen Vulkaninsel erreicht ein Lavastrom die Küste und fließt ins Meer, was normalerweise spektakuläre Bilder hervorbringt. Doch nicht in diesem Fall: Aufgrund der abgelegenen Lage der Insel und eines strikten Betretungsverbots aus Naturschutzgründen sind keine Menschen da, die den Vulkanausbruch fotografieren könnten. Auch Livecams gibt es nicht. Damit gehört Barren Island zu den wenigen weißen Flecken der Erde.

Barren Island, © Copernicus

Dem nicht genug veröffentlichte das VAAC Darwin heute eine VONA-Meldung, nach der um 01:21 UTC eine Aschewolke detektiert wurde, die von Barren Island ausging. Die Asche erreichte eine Höhe von 2100 m und driftete mit dem Wind in Richtung Südosten und verteilte sich bei einer Windgeschwindigkeit von 3 Knoten über ein großes Areal. Die Information basiert auf Satellitendaten des Himawari-9. Der Vulkan wurde mit dem Aviation Colour Code „Orange“ bewertet. Es bestand also eine moderate bis hohe Gefahr für den Flugverkehr.

Die aktuellen Satellitenbilder zeigen, dass die Aschewolke vom Barren Island inzwischen zerfallen ist. Keine weiteren Datenquellen deuten auf eine fortdauernde Eruption hin. Die Warnung wurde daher beendet. Dennoch ist es nicht ausgeschlossen, dass es in den nächsten Stunden oder Tagen zu weiteren Explosionen kommen wird. Barren Island ist für seine strombolianischen Eruptionsphasen bekannt, die oft wochenlang anhalten.

Der Vulkan Barren Island liegt im Andamanen-Archipel des Indischen Ozeans und ist der einzige aktive Vulkan auf dem indischen Hoheitsgebiet. Mit einer Gipfelhöhe von 354 Metern ist es ein eher kleiner Vulkan, wobei zu bedenken gilt, dass sich nur die Spitze des Vulkans als Insel über dem Meeresspiegel erhebt. Barren Island zeigt typischerweise phasenweise Aktivität, unterbrochen von Ruhezeiten. Diese Ausbrüche sind meist strombolianischer Natur, es kommen aber auch stärkere Eruptionen vor.

Shiveluch: Vulkanasche bis auf 7600 m Höhe aufgestiegen

Explosive Eruptionen am Vulkan Shiveluch: erhöhte Gefahr für Luftverkehr

Nachdem in den letzten Tagen der Bezymianny auf Kamtschatka besonders aktiv war, zeigt nun der Shiveluch eine erhöhte Aktivität mit mehreren explosiven Ausbrüchen. Das VAAC Tokio veröffentlichte in den letzten 3 Tagen mehrere VONA-Meldungen, nach denen Aschewolken vom Shiveluch bis auf 7600 m Höhe aufgestiegen sind und in Richtung Nordosten drifteten. Dabei kam es in den Gebieten unter der Eruptionswolke zu Ascheniederschlag. Die Alarmstufe für den Flugverkehr steht aktuelle auf „Orange“.

Nach neuesten Beobachtungen des Kamtschatka Volcano Eruptions Response Team (KVERT) wurden am 26. und 27. November drei starke Explosionen registriert, deren Aschewolken bis in Höhen zwischen 5 und 10 Kilometern aufstiegen. Die Aschewolken drifteten dabei bis zu 385 Kilometer nordöstlich vom Vulkan weg und stellten eine ernsthafte Gefahr für den internationalen Flugverkehr dar.

Der explosive Ausbruch wird begleitet von intensiver Gas- und Dampffreisetzung. Zudem wurde in mehreren thermischen Anomalien am Vulkan festgestellt, dass diese auf anhaltende Magmaaktivität hindeuten. An einigen Tagen war die Sicht durch Wolken jedoch eingeschränkt, was die Überwachung erschwerte.

Offenbar ist nur noch der Dom im Jungen Shiveluch aktiv. Der Karan-Dom im älteren Teil des komplexen Vulkans taucht seit mehreren Monaten nicht mehr in den Berichten der Vulkanologen auf. Dieser Dom wurde nach der letzten großen Eruption im Jahr 2023 aktiv. Damals kollabierte der Dom im jungen Shiveluch und starke Explosionen bliesen seine Reste aus.

Der Shiveluch ist einer der aktivsten und gefährlichsten Vulkane Kamtschatkas. Mit einer Höhe von 3.283 Metern zählt er zu den höchsten Vulkanen der Region. Er ist ein Schichtvulkan, der durch seinen imposanten Lavadom bekannt ist und immer wieder explosive Ausbrüche mit Aschewolken und pyroklastischen Strömen produziert. Aufgrund seiner Lage im pazifischen Feuerring wird der Vulkan kontinuierlich überwacht, um Gefahren für die Bevölkerung und den Luftverkehr frühzeitig zu erkennen.

Die aktuelle Aktivität des Shiveluch erfordert erhöhte Vorsicht, insbesondere für die Luftfahrt, da Aschepartikel die Triebwerke von Flugzeugen gefährden können. Die zuständigen Behörden behalten die Situation genau im Blick und werden bei Bedarf weitere Warnungen herausgeben.

Sri Lanka: Fast 200 bestätigte Todesopfer durch Flutkatastrophe

Zyklon Ditwah traf auf Monsunregenfällen und setzte Sri Lanka unter Wasser – Fast 200 Todesopfer bestätigt

Sri Lanka erlebt derzeit eine der schwersten Naturkatastrophen seit Jahrzehnten. Mindestens 193 Menschen sind durch massive Überschwemmungen und Erdrutsche ums Leben gekommen, hunderte weitere gelten weiterhin als vermisst. Auslöser der Zerstörungen ist der Zyklon Ditwah, der in den vergangenen Tagen über die Insel hinwegzog und außergewöhnliche Niederschlagsmengen mit sich brachte. In einigen Regionen fielen innerhalb kurzer Zeit über 200 Millimeter Regen – Werte deutlich über dem jahreszeitlichen Durchschnitt.

Sri Lanka

Besonders verhängnisvoll ist, dass der Zyklon während der nordöstlichen Monsunperiode auf Sri Lanka traf. Normalerweise bringt der Monsun in diesen Monaten anhaltende, aber vergleichsweise regelmäßige Regenfälle. Ditwah verstärkte diese jedoch massiv und sorgte dafür, dass Flüsse über die Ufer traten, Hänge abrutschten und ganze Ortschaften überschwemmt wurden. Infolge der sintflutartigen Niederschläge gelten zahlreiche Regionen als unzugänglich, Infrastruktur und Versorgungssysteme sind vielerorts zum Erliegen gekommen.

Mehr als 20.000 Häuser wurden vollständig zerstört, über 108.000 Menschen mussten ihre Wohnorte verlassen und Schutz in staatlichen Notunterkünften suchen. Die Regierung rief den Notstand aus, um Hilfsmaßnahmen zu beschleunigen, Rettungskräfte zu koordinieren und internationale Unterstützung anzufordern. Tausende Soldaten, Polizisten und Freiwillige sind im Dauereinsatz, um eingeschlossene Bewohner zu evakuieren, Straßen freizuräumen und Hilfsgüter in abgeschnittene Gebiete zu bringen.

Besonders betroffen sind die Distrikte Badulla und Kandy, in denen viele Dörfer weiterhin isoliert sind. Dort berichten Einwohner von dramatischen Zuständen: fehlendem Trinkwasser, schwindenden Lebensmittelvorräten und blockierten Straßen, die weder Flucht noch Hilfe zulassen. Zu den Opfern zählen auch elf ältere Menschen aus einem Pflegeheim in Kurunegala, das in den Fluten versank. Die gute Nachricht: 69 Passagiere eines in den Wassermassen stecken gebliebenen Busses in Anuradhapura konnten nach stundenlanger Rettungsaktion lebend geborgen werden.

Während Zyklon Ditwah inzwischen weitergezogen ist, warnen Meteorologen weiterhin vor starken Regenfällen. In einem Land mit gesättigten Böden und übervollen Flusssystemen könnte jede weitere Niederschlagsfront neue Erdrutsche und Überschwemmungen auslösen und die ohnehin prekäre Lage weiter verschärfen.

Sri Lanka ist ein Inselstaat im Indischen Ozean, etwa 30 km südöstlich der Küste Indiens, getrennt durch die Palkstraße. Die Insel liegt strategisch am Seeweg zwischen Afrika, dem Nahen Osten und Südostasien. Das Landesinnere ist von Bergland geprägt, während die Küsten überwiegend flach sind und tropisches Klima herrscht. Die Bevölkerung setzt sich hauptsächlich aus Singhalesen, Tamilen und Muslimen zusammen. Das Land ist kulturell vielfältig, mehrheitlich buddhistisch geprägt und wirtschaftlich stark vom Teeexport sowie vom Tourismus abhängig.