Mayon: Steinschlagaktivität und Überflugverbot

Anhaltende Unruhe am Vulkan Mayon: Steinschläge, Gasemissionen und Flugbeschränkungen

Am philippinischen Vulkan Mayon (Provinz Albay) hält die vulkanische Unruhe weiter an. Das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (PHILVOLCS) registrierte innerhalb von 24 Stunden sechs Steinschlagereignisse am Vulkankegel. Die Beobachtungen erfolgten zwischen Sonntagmittag und Montagmittag und sind Teil der laufenden Überwachung des als aktivsten Vulkan des Landes geltenden Mayon.

Nach Angaben der Vulkanologen wurden im selben Zeitraum keine vulkanischen Erdbeben aufgezeichnet. Dennoch beobachteten die Wissenschaftler ein schwaches Kraterglühen, das nur mit einem Teleskop sichtbar war. Phivolcs-Direktor Teresito Bacolcol erklärte, dass diese Phänomene weiterhin auf eine geringe, aber anhaltende Aktivität des Vulkans hinweisen. Zudem bleibt der Vulkan aufgebläht, was auf magmatische Prozesse im Inneren des Fördersystems schließen lässt. Der Dom wächst langsam weiter – erst in der letzten Woche schoben sich markante Spines aus ihm heraus. Diese turmartigen Gebilde aus Lava sind kollapsgefährdet.

Bei den jüngsten Schwefeldioxidmessungen vom 10. Dezember wurden Emissionswerte von 307 Tonnen pro Tag gemessen. Mäßige Dampffahnen stiegen aus dem Gipfelbereich auf und drifteten in Richtung Westnordwest und Westsüdwest.

Angesichts der anhaltenden Unruhe bleibt für den Mayon weiterhin Alarmstufe 1 in Kraft. Diese steht für eine geringe vulkanische Aktivität, schließt einen kurzfristigen Ausbruch jedoch nicht völlig aus. Laut Phivolcs besteht derzeit keine unmittelbare Ausbruchsgefahr.

Die philippinische Zivilluftfahrtbehörde (CAAP) verlängerte unterdessen ihre Flugsicherheitswarnung (NOTAM) und hält die Flugbeschränkungen im Umfeld des Vulkans aufrecht. Der gesperrte Luftraum reicht bis in eine Höhe von 11.000 Fuß (ca. 3350 m). Flugbetreiber werden angewiesen, das Gebiet zu meiden.

Anwohner werden weiterhin vor möglichen Gefahren gewarnt, darunter plötzlich auftretende phreatische Eruptionen, Steinschläge, Erdrutsche sowie Schlammströme, sofern starke Regenfälle auftreten sollten. Das Betreten der permanenten Gefahrenzone im Umkreis von sechs Kilometern um den Gipfel bleibt strikt untersagt.

Der Mayon ist nicht der einzige als aktiv eingestufte Vulkan der Philippinen. Obwohl es in den letzten Wochen um den Kanlaon ruhiger geworden ist, könnte er jederzeit seine Aktivität verstärken. Der Vulkan gilt immer noch als aufgebläht und in den letzten 24 Stunden wurden 6 vulkanotektonische Erdbeben registriert. Der Schwefeldioxidausstoß lag bei 1340 Tonnen am Tag und somit deutlich höher als man Mayon.

Azoren: Anhaltende Erdbebenaktivität auf Terceira Mitte Dezember

Spürbare Erdbeben erschüttern Terceira – Anhaltende seismovulkanische Unruhe auf den Azoren

Zwei Erdbeben innerhalb weniger Stunden haben am 14. und 15. Dezember die Azoreninsel Terceira erschüttert und die anhaltende seismovulkanische Unruhe erneut in den Fokus gerückt. Nach Angaben des Azores Seismic and Volcanic Information and Surveillance Center (CIVISA) stehen die Ereignisse im Zusammenhang mit der seit Juni 2022 andauernden Krise auf der Insel, in deren Zuge die Vulkansysteme im Westen von Terceira aufheizen.

Terceira

Das stärkere der beiden Beben ereignete sich heute Mittag um 12:25 Uhr Ortszeit. Es erreichte eine Magnitude von 2,9 und hatte sein Epizentrum rund vier Kilometer südwestlich von Altares im Nordwesten der Insel. Das Erdbeben war in zahlreichen Ortschaften deutlich zu spüren. In Altares, Serreta, Raminho und Biscoitos erreichte die Intensität IV bis V auf der Modifizierten Mercalli-Skala, was von vielen Bewohnern als kräftiges Rütteln wahrgenommen wurde. Auch in weiteren Gemeinden im Raum Angra do Heroísmo und Praia da Vitória meldeten Anwohner spürbare Erschütterungen.

Bereits in der Nacht zuvor, am 14. Dezember um 23:46 Uhr, registrierte CIVISA ein weiteres, deutlich schwächeres Ereignis. Das Erdbeben erreichte eine Magnitude von 1,5 und lag mit seinem Epizentrum etwa drei Kilometer östlich von Serreta. Es wurde dort mit einer maximalen Intensität von II bis III verspürt und blieb ohne Schäden oder besondere Auswirkungen.

Nach Einschätzung von CIVISA sind beide Erdbeben Teil der anhaltenden seismisch-vulkanischen Aktivität, die Terceira seit über zwei Jahren prägt. Die Insel liegt in einem tektonisch komplexen Bereich der Azoren, wo mehrere Erdplatten auseinanderdriften. Diese geologischen Bedingungen begünstigen wiederkehrende Erdbebenschwärme, die häufig mit magmatischen oder hydrothermalen Prozessen in der Erdkruste in Verbindung stehen.

Die aktiven Vulkansysteme der Insel, darunter Santa Bárbara und Pico Alto, befinden sich weiterhin auf Alarmstufe Gelb (Stufe 2). Diese Stufe weist auf eine erhöhte Aktivität über dem Normalniveau hin, bedeutet jedoch keine unmittelbare Eruptionsgefahr. Die Behörden betonen, dass die Lage fortlaufend überwacht wird und derzeit kein Anlass für besondere Schutzmaßnahmen besteht.

Erdbeben in Deutschland: Mb 2,6 bei Biberbach

Erdbeben in Deutschland – Katastrophenschützer in Oberschwaben ziehen Lehren aus Übung und Realität

Ein schwaches Erdbeben hat am Montagvormittag die Region südlich von Ulm erschüttert. Das Beben erreichte eine Magnitude von 2,6 und hatte sein Epizentrum rund 28 Kilometer süd-südwestlich von Ulm, unweit von Biberach an der Riß. In etwa 22 Kilometern Tiefe entstanden, blieb das Ereignis nach bisherigen Erkenntnissen ohne Schäden und wurde nur bestenfalls vereinzelt wahrgenommen. Dennoch reiht es sich in eine Serie jüngerer seismischer Aktivitäten im südwestdeutschen Raum ein.

Bereits in der vergangenen Woche war es im Raum Filderstadt und Reutlingen zu einem stärkeren Erdbeben mit einer Magnitude von 3,0 gekommen, das vielerorts deutlich spürbar war. Auch wenn beide Ereignisse schadenlos verliefen, verdeutlichen sie, dass Erdbeben in Baden-Württemberg kein rein theoretisches Risiko darstellen.

Vor diesem Hintergrund erhält eine kürzlich durchgeführte Katastrophenschutzübung im Zollernalbkreis besondere Bedeutung. Die Landkreise Zollernalb, Ortenau und Biberach simulierten gemeinsam ein schweres Erdbebenszenario. Nach der Alarmierung durch die Integrierte Leitstelle Zollernalb arbeiteten die Führungsstäbe im Feuerwehrhaus Hechingen unter realitätsnahen Bedingungen zusammen. Mehr als 50 Teilnehmende waren in die Übung eingebunden.

Dass der Landkreis Biberach in das Szenario einbezogen wurde, hat möglicherweise auch geologische Gründe. In der Region wurde ein sogenannter miozäner Seismit nachgewiesen – ein bis zu 15 Meter tiefer sedimentärer Gang, der entstand, als bei einem prähistorischen Erdbeben Sande und Mergel der Oberen Süßwassermolasse verflüssigt und durch Spalten nach oben gepresst wurden. Die Entstehung dieser Struktur wird mit dem Meteoriten­einschlag im heutigen Steinheimer Becken in Verbindung gebracht, der vermutlich ein starkes lokales Erdbeben auslöste. Der Befund gilt als Beleg dafür, dass die Region bereits in der Erdgeschichte erheblichen Erschütterungen ausgesetzt war, die sich in dieser Stärke tektonisch bedingt allerdings kaum wiederholen dürften.

Im Mittelpunkt der Übung standen die überregionale Koordination, belastbare Entscheidungsprozesse und die Sicherstellung der Einsatzfähigkeit über längere Zeiträume hinweg. Die Verantwortlichen zogen ein positives Fazit und kündigten an, die Zusammenarbeit im Katastrophenschutz weiter zu vertiefen – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der jüngsten realen Erdbeben.

Vesuv: Weiteres Erdbeben Md 2,1 im Gipfelbereich

Vesuv, der Golf von Neapel und die Campi Flegrei (links) auf einem Bild. Irre, was da an Häusern zwischen den gefährlichsten Vulkanen Europas steht. © EMSC/Leaflet

Weiteres Erdbeben erschüttert Vesuv-Gipfelregion – Magnitude Md 2,1

Gestern Vormittag ereignete sich um 10:35 UTC am Vesuv ein weiterer Erdstoß mit einer Magnitude im Zweierbereich. Konkret hatte das Beben eine Magnitude von 2,1 und einen Erdbebenherd in nur rund 200 Metern Tiefe. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich Tiefenangaben üblicherweise auf den Meeresspiegel beziehen und nicht auf die jeweilige Landoberfläche. Das Epizentrum lag am westlichen Kraterrand des Gran Cono.




Bereits am Freitag hatte es unter der Westflanke des Gran Cono ein vergleichbares Beben gegeben. Theoretisch hätten diese Erschütterungen aufgrund ihrer geringen Herdtiefe gespürt werden können, entsprechende Wahrnehmungsmeldungen liegen jedoch nicht vor.

Während Mikrobeben am Vesuv zur Tagesordnung gehören, sind Erdbeben mit Magnituden ab 2 relativ selten, insbesondere in einem so kurzen zeitlichen Abstand. Die aktuellen Erschütterungen könnten daher Hinweise darauf liefern, dass sich Prozesse im Vulkansystem verändern. Tatsächlich kam vor gut einem Jahr die langjährige Deflation im Küstenbereich des Vulkans zum Stillstand, während sie im Gipfelbereich weiterhin anhält. Sollten sich langfristige Trends, die bislang auf ein fortschreitendes Abkühlen des Vulkansystems hindeuten, allmählich umkehren, stünde dieser Prozess jedoch noch ganz am Anfang. Kurz- und mittelfristig ist die Wahrscheinlichkeit eines Vulkanausbruchs im Großraum Neapel weiterhin sehr gering; es besteht kein Anlass zur Beunruhigung.

Situation in der Campi-Flegrei-Caldera unweit des Vesuvs

Besorgniserregender ist die Situation hingegen in den benachbarten Campi Flegrei. Dort wurden in der vergangenen Woche vergleichsweise wenige Erdbeben registriert, was bereits Hoffnungen auf ein Abklingen der seismischen Krise nährte – die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Solange jedoch die Bodenhebung anhält, ist ein Ende der Krise nicht in Sicht. Seit dem Wochenende zieht die Erdbebenaktivität erneut an: Seit gestern wurden wieder 23 schwache Erschütterungen registriert. Die meisten davon waren Mikrobeben. Die stärkste Erschütterung ereignete sich heute Morgen mit einer Magnitude von 1,9. Das Hypozentrum lag in 2,8 Kilometern Tiefe im nördlichen Bereich des Hebungszentrums. Die Bodenhebung setzt sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 25 Millimetern pro Monat fort. Auch Gasemissionen und Temperaturen bleiben auf hohem Niveau.

Anders als am Vesuv könnten sich in den Campi Flegrei – und hier am wahrscheinlichsten im Bereich der Solfatara – phreatische Eruptionen ereignen. Mittelfristig ist auch ein magmatisch bedingter Vulkanausbruch nicht auszuschließen.

Unwetter in Spanien: Ausmaß der Katastrophe wird sichtbar

Extreme Unwetter in Spanien: Wenn das erwärmte Mittelmeer zur Wettermaschine wird

Sintflutartige Regenfälle, über die Ufer tretende Flüsse und stürmische See haben in weiten Teilen Spaniens in den vergangenen Tagen eine Ausnahmesituation ausgelöst. Besonders betroffen waren der Süden Kataloniens und die Region Valencia mit den Provinzen Tarragona und Castellón. Was sich dort ereignete, ist kein gewöhnliches Herbstunwetter, sondern das Ergebnis einer meteorologischen Konstellation, die zunehmend häufiger auftritt – und immer zerstörerischer wird.

Im Zentrum der Unwetterlage stand das nahezu stationäres Höhentief Emilia. In Spanien werden solche Wettersituationen oft als DANA (Depresión Aislada en Niveles Altos) bezeichnet. Diese kalte Luft in der Höhe traf auf warme, feuchte Mittelmeerluft. Das westliche Mittelmeer weist derzeit deutlich erhöhte Oberflächentemperaturen auf und wirkt damit wie ein gigantischer Energielieferant: Warme Luft steigt auf, kühlt ab und entlädt sich in intensiven, lang anhaltenden Regenfällen. Da sich das Höhentief kaum verlagerte, regnete es stundenlang über denselben Gebieten.

Die Folgen waren drastisch. In Teilen der Provinz Tarragona fielen lokal über 300 Liter Regen pro Quadratmeter, insbesondere im Raum Montsià und Baix Ebre. Der Ebro führte bei Tortosa ein Vielfaches seiner üblichen Wassermenge, Nebenflüsse und Barrancos verwandelten sich innerhalb kürzester Zeit in reißende Ströme. Straßen wurden unterspült, der Verkehr kam vielerorts zum Erliegen und Keller und Erdgeschosse liefen voll. In Castellón mussten Einsatzkräfte mehrfach Menschen aus Fahrzeugen retten, die in überfluteten Straßen eingeschlossen waren – unter anderem im Raum Vila-real.

Angesichts der Lage aktivierten die Behörden die höchste Warnstufe. Die katalanische Regionalregierung setzte heute vorsorglich den Unterricht in mehreren Regionen aus, um das Risiko für Schüler und Lehrkräfte zu minimieren. Solche Maßnahmen zeigen, wie ernst die Situation inzwischen eingeschätzt wird: Die Dynamik dieser Unwetter lässt oft nur wenig Reaktionszeit.

Doch nicht nur an Land, auch auf See zeigte sich die Gewalt der Wetterlage. Starke Winde und hoher Seegang machten die Überfahrt in Teilen des westlichen Mittelmeers gefährlich. Besonders aufmerksam verfolgt wurde ein Vorfall mit einer Autofähre, die durch schwere Wellen zeitweise ihre Stabilität verlor. Im Frachtraum gerieten Fahrzeuge und Gepäck in Bewegung – ein eindrückliches Beispiel dafür, wie eng Starkregen, Sturm und hohe Wellen in solchen Wetterlagen miteinander verknüpft sind.

Meteorologen warnen, dass solche Ereignisse kein Ausnahmefall mehr sind. Die Kombination aus blockierten Wetterlagen und einem immer wärmeren Mittelmeer erhöht die Wahrscheinlichkeit extremer Niederschläge deutlich. Die Unwetter in Spanien sind damit nicht nur eine akute Krise, sondern auch ein Vorgeschmack auf eine neue, riskantere Wetterrealität im Mittelmeerraum, an der zumindest teilweise der anthropogene Klimawandel eine Mitschuld trägt.