Ätna: Tremorabnahme und Schwarmbeben

Leicht rückläufiger Tremor und Schwarmbebentätigkeit deuten auf Verlagerung der Aktivität am Ätna hin

Am Ätna hat die eruptive Aktivität im Bereich der Gipfelkrater nachgelassen, ist aber noch nicht ganz beendet: es kommt noch zu Ascheemissionen und kleineren strombolianischen Explosionen, die zuletzt hauptsächlich von der Voragine ausgegangen sind. Der Tremor ist entsprechend leicht rückläufig und bewegt sich im oberen gelben Bereich an der Grenze zu Rot. Rot ist auch die vorherrschende Farbe auf der INGV-Shakemap vom Ätna, denn dort haben sich zwei Schwarmbeben in Gipfelnähe ereignet.

Schwarmbeben. © INGV

Während der erste Schwarm seinen Anfang mit Beginn der Eruptionen am Nordostkrater nahm, folgte der zweite Schwarm am 30. Dezember. Die Epizentren der insgesamt 11 Beben verlagerten sich in den oberen Bereich des Valle del Bove in Richtung des Monte Cenetari. Die beiden stärksten Beben hatten die Magnitude 2,2. Die Herdtiefen lagen überwiegend in weniger als 5 Kilometern, teilweise sogar innerhalb des Vulkangebäudes, kurz unter der Oberfläche. Die Tiefenangabe des flachsten Erdstoßes liegt bei -1590 m. Sie deuten auf eine Magmaintrusion hin: die Schmelze suchte sich ihren Weg vom Speicher unter dem Nordostkrater in östliche Richtung und wäre um ein Haar im Valle del Bove ausgetreten. Sollte der Druckanstieg im Speichersystem anhalten, besteht sogar die Möglichkeit einer Spaltenöffnung, sprich einer Flankeneruption im oberen Bereich des Valle del Bove.

Tremorquellen. © INGV

Im letzten Bulletin des INGV taucht der jüngste Erdbebenschwarm noch nicht auf. Die Tremorquellenanalyse zeigt, dass sich die Schmelze zwischen dem 22. und 28.12.2025 noch in dem schmalen Bereich sammelte, der vom Nordostkrater in Richtung Nordwesten streicht. Der oben beschriebene Erdbebenschwarm liegt in der Verlängerung dieser Linie.

Die Wahrscheinlichkeit einer Flankeneruption ist vergleichsweise klein. Wahrscheinlicher ist, dass sich das Magma einen anderen Weg sucht. Sollte es nicht weiter aus den bislang aktiven Gipfelkratern eruptiert werden, könnte auch der Südostkrater jene Schwachstelle im System sein, entlang derer sich das Magma seinen Weg bahnen wird. Doch hier gibt es bislang weder Tremor noch viele Erdbeben.

Guten Rutsch

Das war mein letzter Post in 2025. Vielen Dank an all jene, die mich durch das Jahr hinweg begleitet haben, und ein ganz besonderes Dankeschön an die Spender der Aktion zu Weihnachten! Im neuen Jahr versorge ich Euch weiterhin mit Nachrichten rund um Vulkane, Erdbeben und Naturkatastrophen. Guten Rutsch, Euer Marc Szeglat

Satsuma-Iojima mit Aschewolke in 900 m Höhe

Kleine Ascheeruption am Satsuma-Iojima in der Kikai-Caldera in Japan

Bereits am 28. Dezember 2025 kam es am Vulkan Satsuma-Iojima im Süden Japans zu einer kurzen Ascheeruption. Nach Angaben des Tokyo Volcanic Ash Advisory Centre (VAAC) begann die Aktivität gegen 17:07 UTC. Dabei stieg eine Vulkanaschewolke bis in eine Höhe von etwa FL030 (900 Meter) auf und verlagerte sich zunächst nach Südwesten. In späteren Satellitenbeobachtungen war die Asche jedoch nicht mehr eindeutig identifizierbar, sodass keine weiteren Ascheprognosen ausgegeben wurden. Es war die erste Eruption des Vulkans im auslaufenden Jahr 2025.

Der Satsuma-Iojima liegt auf einer kleinen Insel am Rand der Kikai-Caldera, einer großen submarinen Caldera südlich von Kyushu. Der aktive Schlot auf der Insel ist der Iōdake, der für regelmäßige Gas-, Dampf- und kleinere Ascheemissionen bekannt ist. Die Region gilt als einer der dauerhaft überwachten Vulkangebiete Japans, da frühere Ausbrüche gezeigt haben, dass auch vergleichsweise kurze Eruptionen Auswirkungen auf die Luftfahrt haben können.

Großräumige Gefährdungen für die Bevölkerung wurden bei diesem Ereignis nicht gemeldet. Die VAAC-Meldung diente in erster Linie der Flugsicherheit. Weitere Warnungen oder Beratungen sollen nur dann erfolgen, wenn erneut Vulkanasche in Satellitenbildern nachgewiesen wird.

Japan: Erdbeben Mw 6,0 am 31.12.2025

Erdbeben der Magnitude 6,0 vor Japans Nordostküste – keine Tsunamiwarnung

Ein starkes Erdbeben der Magnitude 6,0 hat am Dienstagabend, 31. Dezember 2025, die Küstenregionen im Nordosten Japans erschüttert. Nach Angaben internationaler und japanischer Erdbebendienste ereignete sich das Beben um 23.26 Uhr Ortszeit (14.26 Uhr UTC) vor der Ostküste der Hauptinsel Honshū.

Japan. © EMSC/Leaflet

Das Epizentrum lag rund 120 Kilometer ostsüdöstlich von Hachinohe und etwa 89 Kilometer nordöstlich von Miyako in der Präfektur Iwate. Die Herdtiefe betrug etwa 21 Kilometer, was das Beben in weiten Teilen der Küstenregion spürbar machte. Bewohner berichteten von deutlich wahrnehmbaren Erschütterungen, vereinzelt kam es zu kurzzeitigen Strom- und Verkehrsunterbrechungen.

Die Japanische Meteorologische Behörde (JMA) gab keine Tsunamiwarnung heraus. Auch internationale Stellen stuften das Tsunamirisiko als gering ein. Berichte über größere Schäden oder Verletzte lagen bis zum späten Abend nicht vor. Die Behörden überprüften vorsorglich Infrastruktur, Häfen und Küstenanlagen.

Seismologen ordnen das Ereignis als typisches Subduktionsbeben entlang des Japan-Grabens ein, wo die Pazifische Platte unter die Nordamerikanische Platte abtaucht. Die Region zählt zu den aktivsten Erdbebenzonen der Welt und wird regelmäßig von teils starken Beben erschüttert. Erst in den vergangenen Wochen war es in Nordostjapan zu mehreren spürbaren Erdstößen gekommen.

Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, aufmerksam zu bleiben und sich auf mögliche Nachbeben einzustellen. Japan verfügt über eines der weltweit dichtesten Frühwarn- und Katastrophenschutzsysteme, dennoch erinnern Ereignisse wie dieses an die anhaltende seismische Gefährdung des Landes.