Südafrika: Kruger-Nationalpark wegen Überflutung geschlossen

Hochwasser im Norden von Südafrika: Kruger-Nationalpark nach Extremregen geschlossen

In dem bei deutschen Auswanderern beliebten Südafrika ereignete sich nach den Buschbränden im Süden nun teils dramatische Überflutungen im Norden des Landes, von denen der beliebte Kruger Nationalpark besonders betroffen ist. Der Nationalpark musste geschlossen werden. Tausende Wildtiere sind in Not geraten. In den Flutgebieten spielten sch teils dramatische Szenen ab, als Tiere versuchten den Wassermassen zu entkommen.




Südafrika

Besonders starke Regenfälle verursachten im Norden Südafrikas eine außergewöhnliche Hochwasserlage, die zu weitreichenden Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens führt. Besonders betroffen ist der weltberühmte Kruger-Nationalpark, der vorübergehend für Besucher geschlossen bleibt. Nach Angaben der Parkverwaltung traten mehrere Flüsse über die Ufer, Straßen und Brücken wurden zerstört oder unpassierbar, ganze Parkabschnitte waren zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten.

Die Schließung sei aus Sicherheitsgründen unvermeidlich gewesen, erklärten die Behörden. Überflutete Flussdurchfahrten, unterspülte Fahrbahnen und instabiler Untergrund stellten ein signifikantes Risiko für Touristen und Mitarbeitende dar. Besucher, die sich zum Zeitpunkt der Überschwemmungen bereits im Park befanden, wurden evakuiert und beim Verlassen der betroffenen Gebiete unterstützt. Laut der Nachrichtenagentur Reuters berichteten Verantwortliche des Nationalparks, dass einige Überschwemmungen ein Ausmaß erreichten, wie es seit Jahren nicht mehr beobachtet worden sei.

Doch auch außerhalb des Nationalparks spitzt sich die Lage zu. In den Provinzen Limpopo und Mpumalanga führten die anhaltenden Niederschläge zu Hochwasser in mehreren Regionen. Um Schäden zu begrenzen, mussten an Stauseen und Wehranlagen kontrollierte Schleißungen bzw. Rückbau vorgenommen werden. Diese sind notwendig, um den Druck auf Dämme zu reduzieren, können flussabwärts jedoch die Hochwassergefahr weiter erhöhen.

Meteorologisch betrachtet führte nicht um ein einzelnes extremes Sturmereignis zu der Hochwasserlage, sondern eine länger anhaltende, ungewöhnlich feuchte Wetterlage. Warme, feuchtigkeitsreiche Luftmassen vom Indischen Ozean trafen wiederholt auf instabile atmosphärische Bedingungen über dem südlichen Afrika. Das begünstigte tagelange Starkregen- und Gewitterserien. Klimatologen verweisen zudem auf den möglichen Einfluss einer La-Niña-Phase, die in Südafrika häufig mit überdurchschnittlichen Sommerniederschlägen einhergeht.

Solche Ereignisse haben in der Region eine Vorgeschichte. Die verheerenden Überschwemmungen in KwaZulu-Natal im Jahr 2022 oder die Hochwasser im Eastern Cape 2025 gelten als Mahnung, wie verwundbar Infrastruktur und Siedlungen sind. Im Kruger-Nationalpark kommen zu den wirtschaftlichen Folgen für den Tourismus auch Risiken für Naturschutz und Wildtiermanagement hinzu, etwa durch eingeschränkten Zugang zu abgelegenen Gebieten.

Mit dem Klimawandel steigt die Wahrscheinlichkeit intensiver Starkregenereignisse, da eine wärmere Atmosphäre mehr Wasserdampf aufnehmen kann. Das bedeutet nicht nur für Südafrika, das Hochwasserlagen künftig häufiger auftreten..

Mayon: Überflutungen und erhöhte Seismizität

Überschwemmungen durch Tropensturm und wachsende Gefahr am Mayon-Vulkan

Die Situation am Mayon bleibt angespannt und gefährlich: Zu den Gefahren infolge pyroklastischer Ströme gesellte sich nun noch ein hohes Lahar-Risiko. Starke Regenfälle setzten Ortschaften am Vulkanfuß bereits unter Wasser. Infolge des Wassereintrags könnten phreatomagmatische Explosionen getriggert werden. In den letzten beiden Tagen wurde zudem eine erhöhte Seismizität registriert, die auf eine Beschleunigung des Magmennachschubs und damit des Domwachstums hindeutet.




Überflutungen

Starke Regenfälle, ausgelöst durch den Tropensturm Ada, haben am Freitag weite Teile der Provinz Albay unter Wasser gesetzt. Besonders betroffen sind Gemeinden am Fuß des Mayon-Vulkans, wo Straßen überflutet wurden und sich Geröll vom Vulkanhang abgelagerte, wodurch Straßen unpassierbar wurden. Behörden warnen eindringlich vor einer erhöhten Lahargefahr, da die intensiven und anhaltenden Niederschläge große Mengen lockeren vulkanischen Materials aus den oberen Hangbereichen mobilisieren können. Entlang von Flussläufen und Entwässerungskanälen besteht akute Gefahr durch Schlammlawinen, die Siedlungen, Felder und wichtige Infrastruktur bedrohen. Einsatzkräfte stehen in erhöhter Bereitschaft, während lokale Verwaltungen Notfallpläne überprüfen und Evakuierungsrouten vorbereiten.

Parallel zur angespannten Wettersituation bleibt auch die vulkanische Aktivität des Mayon auf einem hohen Niveau. Der Vulkan befindet sich weiterhin unter Alarmstufe 3, da der effusive Ausbruch am Gipfel  andauert und den Lavadom wachsen lässt. Aktuelle Beobachtungen zeigen, dass es zu häufigen Felsstürzen, Schuttlawinen und pyroklastischen Dichteströmen kommt. Innerhalb eines Tages wurden 338 Rockfall-Ereignisse sowie 72 pyroklastische Dichteströme registriert, die vor allem die südlichen und östlichen Flanken betreffen. Ein Kraterglühen ist bei günstigen Sichtverhältnissen mit bloßem Auge erkennbar und zeugt von der fortgesetzten Förderung heißen Materials.

Wärmesignatur Mayon

Besonders auffällig sind die derzeit sehr hohen Schwefeldioxid-Emissionen. Am 16. Januar wurde ein durchschnittlicher SO₂-Ausstoß von 4.970 Tonnen pro Tag gemessen, der höchste Wert der vergangenen 15 Jahre. Die Vulkanfahne war zeitweise durch dichte Wolken verdeckt, während Messungen der Bodenverformung weiterhin eine Aufblähung des Vulkangebäudes anzeigen – ein deutlicher Hinweis auf anhaltenden Magmenaufstieg im Untergrund. Vulkanische Erdbeben wurden zuletzt zwar nicht registriert, doch Experten betonen, dass das Fehlen von Erdbeben keine Entwarnung bedeutet.

Zusätzliche Aufmerksamkeit erregt eine erhöhte seismische Energiephase, die an mehreren Messstationen festgestellt wurde. Der Anstieg der seismischen Werte ist auf die Häufung von Felsstürzen und pyroklastischen Strömen zurückzuführen und wird als mögliches Vorzeichen neuer Magmaintrusionen interpretiert. Vulkanologen schließen daher Lavafontänen oder moderat explosive Ausbrüche nicht aus. Die Behörden mahnen zur Vorsicht, halten an den Sperrzonen fest und appellieren an die Bevölkerung, offizielle Warnungen strikt zu befolgen und gefährdete Gebiete konsequent zu meiden.