Chile: Waldbrand zerstört Vegetation auf 300 Hektar

Waldbrand in Chile – Feuer vernichtet Vegetation auf mehr als 300 Hektar Fläche

In Chile wütet aktuell eine neue Welle schwerer Wald- und Vegetationsbrände. Besonders dramatisch ist die Lage in der Region del Biobío, wo ein Feuer nahe Concepción außer Kontrolle geraten ist. Entlang der Ruta 152 in Richtung Chillán bot sich Autofahrern gestern ein apokalyptisches Bild, als Flammen direkt neben der Fahrbahn aufloderten und dichter Rauch die Sicht behinderte. Nach Angaben der Behörden wurden durch dieses Feuer bereits mehr als 300 Hektar Vegetation zerstört. Es wurde die Alarmstufe Rot verhängt und mehrere Straßenabschnitte mussten gesperrt werden. Die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Zivilschutz arbeiten unter extremen Bedingungen.




Penco

Auch in anderen Teilen Chiles sind Brände aktiv. Ein verheerender Waldbrand bei Penco hat sich in den letzten Stunden massiv ausgedehnt und bedroht mehr als 3000 Häuser. In den sozialen Medien geteilte Bilder zeigen, dass die Flammen bereits auf Gebäude übergegriffen haben, und dokumentieren den verzweifelten Kampf von Bewohnern und Feuerwehr gegen die Feuersbrunst.

Seit Dezember letzten Jahres brannte die Vegetation auf fast 4000 Hektar Land ab. Mindestens 2 Personen starben infolge der Feuer, 10 wurden schwer verletzt. Fast 160 Personen erlitten leichtere Verletzungen und Rauchvergiftungen. Es kam zu infrastrukturellen Schäden, Straßensperrungen und Evakuierungen, von denen fast 3000 Personen betroffen sind.

Die Kombination aus anhaltender Trockenheit, hohen Temperaturen und starkem Wind begünstigt eine schnelle Ausbreitung der Feuer. Hinzu kommen strukturelle Faktoren: ausgedehnte Forstplantagen mit leicht entzündlichen Baumarten, trockene Vegetation nach niederschlagsarmen Monaten und menschliche Einflüsse wie fahrlässiger Umgang mit Feuer oder Brandstiftung.

Parallel dazu kämpft auch Patagonien auf argentinischer Seite mit schweren Bränden, etwa in den Provinzen Chubut und Río Negro. Zwar stehen diese Feuer nicht in direktem Zusammenhang mit den Bränden in Zentralchile, doch sie zeigen ein ähnliches Muster und sind großflächiger Trockenheit, starken Winden und extremer Sommerhitze geschuldet. Meteorologen sprechen von einer regionalen Häufung von Extremereignissen im südlichen Südamerika.

Eine mögliche übergeordnete Rolle spielt das Klimaphänomen La Niña. Dabei kühlen sich Teile des tropischen Pazifiks ab, was globale Wetterzirkulationen verändert. In Südamerika kann La Niña zu trockeneren und heißeren Bedingungen führen, insbesondere in Chile und Teilen Argentiniens. In Australien hingegen wird es feuchter, was sich dort aktuell in Überschwemmungen manifestiert. Zwar gilt das aktuelle Signal als eher schwach und unsicher, doch selbst geringe Abweichungen können Wetterextreme deutlich erhöhen.

Póas: Neue Phase phreatischer Eruptionen Mitte Januar

Vulkan Póas steigerte seine Aktivität und erzeugte mehrere phreatische Eruptionen

Der costa-ricanische Vulkan Poás liegt in der Zentralkordillere des mittelamerikanischen Staates und befindet sich ein weiteres Mal in einer Phase erhöhter vulkanischer Unruhe. Nach Angaben von OVSICORI-UNA wurden in den letzten zwei Tagen mehrere phreatische Eruptionen registriert, die in das Bild einer seit 2024 andauernden Aktivitätsphase passen. Aschewolken wurden nicht detektiert und VONA-Warnungen blieben aus.

Póas. © OVISCORI-UNA

Am 16. Januar kam es innerhalb eines Tages zu mindestens drei kleinen phreatischen Ausbrüchen. Die Eruptionen wurden durch Seismographen und Infraschallsensoren eindeutig erfasst. Aufgrund eingeschränkter Sichtverhältnisse durch dauerhafte Bewölkung im Gipfelbereich konnte die Höhe der Eruptionssäulen nicht bestimmt werden. Berichte über Ascheregen lagen nicht vor, was darauf hindeutet, dass überwiegend schlammige Sedimente und Dampf ausgestoßen wurden.

Die Aktivität setzte sich auch am Folgetag fort: Um 03:44 Uhr Ortszeit registrierte das seismische Netzwerk einen weiteren kleinen phreatischen Ausbruch, dessen Energie mit jener der Ereignisse vom Vortag vergleichbar war. Eine zweite phreatische Eruption folgte um 16:27 Uhr, die in puncto Stärke mit ihren Vorgängern vergleichbar war.

Auch bei diesen beiden Ereignissen blieb die Eruptionssäulenhöhe unbekannt, da der Gipfelbereich des Poás wolkenverhangen war. Aschefall wurde nicht gemeldet. Die Vulkanwarnstufe blieb auf „gelb“.

Die aktuelle Entwicklung kam nicht völlig überraschend: Nach einigen Wochen mit Deflation und geringer Seismizität zog der Tremor Mitte Dezember wieder deutlich an und es kam zu einer Ausdehnung der Messstrecke zwischen zwei Messpunkten, was auf Inflation hindeutet. In den letzten 4 Wochen wurden keine Bulletins veröffentlicht, so dass die jüngsten geophysikalischen Entwicklungen nicht öffentlich bekannt geworden sind.

Die aktuellen Ereignisse setzen eine Eruptionsserie fort, die bereits Ende 2024 begann und ihren vorläufigen Höhepunkt in den ersten Monaten des letzten Jahres erreichte. Im vergangenen Jahr fiel der Kratersee trocken und es kam wiederholt zu phreatischen und phreatomagmatischen Explosionen, die oft ohne lange Vorwarnzeit auftraten. Der Póas-Nationalpark wurde daraufhin für mehrere Monate geschlossen, ist seit dem Sommer 2025 aber wieder für Besucher zugänglich.

Angesichts der anhaltenden Aktivität betonen die Vulkanologen von OVSICORI-UNA, dass weitere phreatische Eruptionen jederzeit möglich sind. Entsprechend wird dringend empfohlen, die Vorgaben der zuständigen Behörden wie SINAC und CNE strikt einzuhalten.