Schweiz: Erdbeben Mb 3,4 in der Region Zermatt

Leichtes Erdbeben erschütterte die Region Zermatt in der Schweiz – zahlreiche Wahrnehmungsmeldungen

Datum: 20.01.2026 | Zeit: 20:21:46 UTC | Koordinaten 45.952 ; 7.728 | Tiefe: 2 km | Mb 3,4

Am Dienstagabend wurde die Region rund um Zermatt im Schweizer Kanton Wallis von einem schwachen, aber spürbaren Erdbeben der Magnitude 3,4 erschüttert. Die Erschütterung ereignete sich um 21:21 Uhr Ortszeit in einer Tiefe von nur 2000 m. Das Epizentrum lag rund acht Kilometer südlich von Zermatt, nahe der italienischen Grenze. Nicht zuletzt wegen der geringen Herdtiefe wurde das Erdbeben in der Umgebung deutlich wahrgenommen.



Zermatt

Zahlreiche Anwohner berichteten beim EMSC von grollenden Vibrationen und leichtem Zittern ihrer Häuser, das Fenster und Türen zum Rattern brachte. Meldungen über Schäden oder Verletzte gingen jedoch nicht ein. Die Behörden stuften das Ereignis als harmlos ein und sahen keinen Anlass für besondere Maßnahmen.

Tektonisch betrachtet stand das Erdbeben mit der Alpenorogenese im Zusammenhang. Das Gebirge gehört zu den geologisch aktivsten Regionen Mitteleuropas und ist das Ergebnis der fortdauernden Kollision zwischen der Eurasischen Platte und der Adriatischen Kleinplatte, die dem Afrikanischen Kontinent vorgelagert ist und von diesem in Europa hineingeschoben wird. Diese langsame, aber stetige Konvergenz führt nicht nur zum anhaltenden Wachstum der Alpen, sondern auch zu Spannungen in der Erdkruste, die sich immer wieder in kleineren Erdbeben entladen. Anders als an klassischen Plattengrenzen handelt es sich im Alpenraum überwiegend um sogenannte Intraplattenbeben entlang lokaler Störungszonen.

Der Kanton Wallis gilt innerhalb der Schweiz als besonders erdbebenaktiv. Jährlich werden hier zahlreiche kleinere Erschütterungen registriert, von denen die meisten unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liegen. Ereignisse mit Magnituden im Dreierbereich sind zwar nicht alltäglich, kommen aber immer wieder vor.

Während solche schwachen Erdbeben normalerweise ungefährlich sind und keine größeren Schäden an der Infrastruktur verursachen, könnten sie im Laufe der Zeit dennoch bestehende Instabilität in steilen Felswänden vergrößern, insbesondere im Zusammenhang mit den schmelzenden Permafrostböden und auftauenden Klutffüllungen. Somit steigt insbesondere während der Sommermonate das Felssturzrisiko auch infolge schwacher bis moderater Erdbeben.

Der beschriebene Erdstoß war nicht das einzige Erdbeben, dass sich gestern in der Alpenregion und im Alpenvorland zutrug. In den letzten Tagen gab es eine rege Seismizität entlang der kontinentalen Naht.

Piton Fournaise: Vulkanausbruch hat gestoppt

Ausbruch am Vulkan Piton de la Fournaise stoppte bereits – Erdbebenaktivität hält an, Reaktivierung möglich

Gestern stoppte der Ausbruch am Piton de la Fournaise nach nur 2 Tagen Aktivität. Damit war es eine der kürzesten Eruptionen an diesem faszinierenden Schildvulkan im Indischen Ozean. Anhaltende Seismizität deutet aber an, dass das Magmaspeichersystem weiterhin unter Druck steht – eine Reaktivierung der Aktivität ist durchaus möglich.

Fournaise

Wie das Vulkanologische Observatorium Piton de la Fournaise (OVPF) mitteilte, flachte der Tremor am 20. Januar gegen 5:00 Uhr morgens ab, was als Zeichen für das Ende der eruptiven Phase gilt. An der Oberfläche sind seitdem keine aktiven Lavaströme mehr zu beobachten.

Dennoch geben die Vulkanologen noch keine Entwarnung und halten den Alarmstatus 2-1 aufrecht. Als Grund hierfür wird ein Anhalten der Erdbebenaktivität unter dem Gipfelbereich angegeben. Im Durchschnitt werden etwa zehn Erdbeben pro Stunde gemessen – genauso viele wie vor Beginn der seismischen Krise, die im Ausbruch gipfelte. Diese anhaltenden Beben deuten darauf hin, dass das Magmasystem des Vulkans weiterhin unter Druck steht. Ein erneuter Ausbruch, der entweder an derselben Stelle oder an einem anderen Ort innerhalb der Caldera stattfinden könnte, kann daher nicht ausgeschlossen werden.

Vor Ort werden weiterhin Gasemissionen sowie rötliche Gluterscheinungen entlang der Lavafront und den zuletzt aktiven Förderschloten festgestellt.

Der Vulkanausbruch war nicht nur vergleichsweise kurz, sondern förderte ersten Schätzungen zufolge weniger als eine Million Kubikmeter Lava. ein weiteres Indiz, dass sich im flachen Speichersystem unter dem Gipfelbereich noch Schmelze befinden muss.

Aus Sicherheitsgründen bleibt der Zugang zur Caldera des Piton de la Fournaise weiterhin strikt verboten. Das Tor zu den Treppen in der Calderawand am Parkplatz Pas del Bellecombe ist geschlossen. Auch Drohnenflüge unterliegen strengen Auflagen, da sie den Einsatz von Überwachungs- und Rettungshubschraubern gefährden könnten. Die Behörden erinnern zudem an die Verkehrsprobleme, die es während der ersten Eruptionsnacht auf der Vulkanwaldstraße gab, und appellieren an Besucher, abruptes Anhalten zu vermeiden. Bilder zeigten kilometerlange Schlangen am Straßenrand geparkter Autos.