Mayon: 45 pyroklastische Ströme an einem Tag

Aktivität am Mayon geht auf hohem Niveau weiter – 45 pyroklastische Dichteströme innerhalb von 24 Stunden

Der aktuelle Lagebericht zum philippinischen Vulkan Mayon lässt nichts Gutes erahnen: Innerhalb von nur einem Tag registrierte PHILVOLCS 43 Abgänge pyroklastischer Dichteströme sowie 340 Steinschlagereignisse, bei denen teils glühende Schuttlawinen erzeugt wurden. Von den Dichteströmen steigen Aschewolken auf, die mehrmals VONA_Warnungen auslösten. Aufgrund schlechter Sichtbedingungen war die Höhe der Aschewolken zuletzt nicht bestimmbar gewesen. Die Ereignisse zeugen von anhaltendem Lavadomwachstum und der Förderung eines sehr zähflüssigen Lavastroms, der sich vom Dom ausgehend im oberen Flankenbereich des Kraters bewegt. Vor allem ist es dieser Lavastrom, der für die hohe Anzahl an Steinschlag- und Dichtestromabgängen verantwortlich ist.




Vergleichbare Situationen kenne ich von den indonesischen Vulkanen Karangetang, Sinabung und Semeru wo die Lavazungen teils über lange Wochen und Monate hinweg aktiv waren und auch pyroklastische Ströme mit großer Zerstörungskraft hervorbrachten. Durch die extrem feinkörnigen Ablagerungen der pyroklastischen Dichteströme, die sich vor allem in Schluchten und dem unteren Bereich der Vulkanflanke ablagern, entsteht ein hohes Laharrisiko: Bei starken Regenfällen entstehen Schlammströme, die in der Lage sind Brücken einzureißen und Ortschaften zu fluten.

Die geophysikalischen Daten und Beobachtungen der Vulkanologen deuten nicht auf eine Beruhigung der Aktivität hin:  Die SO₂-Emissionen lagen am 19. Januar 2026 bei 3061 Tonnen pro Tag, ein Hinweis auf fortgesetzte Magmazufuhr. Die ausgestoßen Gasfahne erreicht mittlere Höhen und driftet überwiegend nach Südosten. Messungen der Bodendeformation zeigen eine Inflation des Vulkangebäudes, was den erhöhten inneren Druck bestätigt. Nachts ist bei guten Sichtbedingungen ein Kraterleuchten mit bloßem Auge erkennbar.

Der Zutritt ist nicht erlaubt. Der 6-km-Radius der Permanent Danger Zone (PDZ) sowie die Extended Danger Zone (EDZ) dürfen nicht ohne erhöhte Wachsamkeit betreten werden. Flugbetrieb in Vulkannähe ist zu vermeiden.