Sumatra: Opferzahlen steigen nach Katastrophe weiter

712 Tote und 507 Vermisste nach schweren Überschwemmungen und Erdrutschen in Sumatra

In den südostasiatischen Katastrophengebieten stabilisiert sich die Lage nur langsam. Zwar haben die stärksten Regenfälle nachgelassen, doch noch immer treibt der Monsun hohe Pegelstände an, die nur langsam fallen. Die mit Wasser durchtränkten Böden bleiben instabil und verursachen Hangrutschungen. Dennoch hat man vielerorts mit den Aufräumarbeiten begonnen und zieht Bilanz, wobei die Opferzahlen weiter steigen. Die jüngsten Zahlen aus Sumatra sind erschreckend.

Die katastrophalen Sturzfluten und Erdrutsche in den Provinzen Aceh, West- und Nordsumatra haben besonders viele Todesopfer gefordert. Die Nationale Katastrophenschutzbehörde Indonesiens (BNPB) meldete am Dienstag (2. Dezember 2025) in einer Pressekonferenz den aktuellen Stand der Opferzahlen: 712 Menschen sind tot, 507 werden noch vermisst. Viele der vermissten Personen sind vermutlich tot.

Abdul Muhari, Leiter des Katastrophendaten-, Informations- und Kommunikationszentrums der BNPB, berichtete, dass neben den Todesopfern auch 2.564 Menschen verletzt wurden. Insgesamt sind rund 3,3 Millionen Menschen direkt von der Katastrophe betroffen, mehr als 1,1 Millionen wurden aus ihren Häusern vertrieben.

Die Verteilung der Opfer zeigt die schwere Betroffenheit der drei Provinzen: In Aceh kamen 218 Menschen ums Leben, 227 werden vermisst. Westsumatra meldet 193 Tote und 117 Vermisste, während Nordsumatra mit 301 Todesopfern und 163 Vermissten am stärksten betroffen ist.

Die Zerstörungen durch die Naturkatastrophe sind gewaltig. Insgesamt wurden in den betroffenen Regionen rund 3.600 Häuser beschädigt, davon 2.100 schwer, 3.700 mittel und 3.600 leicht beschädigt. Auch die Infrastruktur leidet massiv: 323 Bildungseinrichtungen sind beschädigt, ebenso 299 Brücken, was die logistischen Herausforderungen für Hilfsmaßnahmen erheblich erschwert.

Das Einsatzteam der BNPB und weiterer Organisationen arbeitet intensiv an Such- und Rettungsmaßnahmen und versorgt die Überlebenden mit lebenswichtigen Hilfsgütern. Um die Rettung zu beschleunigen und weitere Katastrophen zu verhindern, setzt das Team sogar auf Wettermanipulation, um Regenfälle zu reduzieren und die Sucharbeiten zu erleichtern.

Trotz der großen Bemühungen bleibt die Lage angespannt, da viele Vermisste noch nicht gefunden sind und die Infrastruktur stark beschädigt ist. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung und die internationale Gemeinschaft, die Hilfsmaßnahmen weiterhin zu unterstützen.

Asien: Mehr als 1100 Todesopfer infolge der Flutkatastrophen

Opferzahlen infolge der massiven Überflutungen in Südostasien steigen auf mehr als 1100

Schwere Stürme, Zyklone und anhaltende Monsunregenfälle haben in mehreren asiatischen Ländern zu katastrophalen Überschwemmungen und Erdrutschen geführt. Den neuesten Zahlen zufolge kamen innerhalb einer Woche mehr als 1.100 Menschen ums Leben, zahlreiche gelten als vermisst, weshalb die Opferzahlen wahrscheinlich noch deutlich steigen werden. Von den Folgen der Fluten sind Millionen Menschen betroffen. Besonders stark traf es Indonesien, Thailand, Sri Lanka und Malaysia, wo ganze Landstriche überflutet und viele Gemeinden von der Außenwelt abgeschnitten wurden.

In Indonesien löste Zyklon „Senyar“ vor allem auf Sumatra massive Überschwemmungen und Erdrutsche aus. Mindestens 604 Menschen starben, über 460 werden vermisst. Rettungsteams kämpfen mit unpassierbaren Straßen, Treibstoffmangel und schwierigen Wetterbedingungen. Einige Regionen waren tagelang ohne Hilfe, was zu Plünderungen führte, da Menschen um Nahrung und Wasser rangen. Der Einsatz von Hubschraubern ist entscheidend, um abgelegene Gebiete zu versorgen.

Südthailand verzeichnete mindestens 176 Todesopfer. Besonders die Stadt Hat Yai wurde extrem hart getroffen: Dort fielen Regenmengen, wie sie bislang noch nie registriert wurden. Krankenhäuser, Wohngebiete und Verkehrswege standen unter mehreren Metern Wasser. Viele Bewohner mussten tagelang in höheren Stockwerken ausharren, während Behörden Patienten und Hilfsgüter aus der Luft transportierten.

Sri Lanka kämpft mit den Folgen des Zyklons „Ditwah“, der mehr als eine Million Menschen traf. Mindestens 355 Menschen starben, wobei noch ähnlich viele Personen als vermisst gelten. Zehntausende Häuser wurden zerstört, und in vielen Gebieten fehlen Strom und Kommunikationsmöglichkeiten. Hilfsorganisationen verteilen warme Mahlzeiten und Nothilfematerial, während staatliche Unterkünfte überfüllt sind. Die Gefahr weiterer Erdrutsche bleibt hoch.

Malaysia meldete zwei Todesopfer und etwa 34.000 Evakuierte. Besonders im nördlichen Bundesstaat Perlis wurden Bewohner von schnell ansteigenden Fluten überrascht und mussten notdürftig in staatlich eingerichteten Lagern untergebracht werden.

Die Ereignisse verdeutlichen die zunehmende Verwundbarkeit Südostasiens gegenüber Extremwetter. Obwohl die genaue Rolle des Klimawandels noch untersucht wird, sind sich Wissenschaftler einig, dass wärmere Ozeane und eine feuchtere Atmosphäre Stürme und Niederschläge verstärken. Die aktuellen Katastrophen reihen sich in eine Serie extremer Wetterereignisse ein, die die Region bereits seit Monaten belasten.

Sri Lanka: Fast 200 bestätigte Todesopfer durch Flutkatastrophe

Zyklon Ditwah traf auf Monsunregenfällen und setzte Sri Lanka unter Wasser – Fast 200 Todesopfer bestätigt

Sri Lanka erlebt derzeit eine der schwersten Naturkatastrophen seit Jahrzehnten. Mindestens 193 Menschen sind durch massive Überschwemmungen und Erdrutsche ums Leben gekommen, hunderte weitere gelten weiterhin als vermisst. Auslöser der Zerstörungen ist der Zyklon Ditwah, der in den vergangenen Tagen über die Insel hinwegzog und außergewöhnliche Niederschlagsmengen mit sich brachte. In einigen Regionen fielen innerhalb kurzer Zeit über 200 Millimeter Regen – Werte deutlich über dem jahreszeitlichen Durchschnitt.

Sri Lanka

Besonders verhängnisvoll ist, dass der Zyklon während der nordöstlichen Monsunperiode auf Sri Lanka traf. Normalerweise bringt der Monsun in diesen Monaten anhaltende, aber vergleichsweise regelmäßige Regenfälle. Ditwah verstärkte diese jedoch massiv und sorgte dafür, dass Flüsse über die Ufer traten, Hänge abrutschten und ganze Ortschaften überschwemmt wurden. Infolge der sintflutartigen Niederschläge gelten zahlreiche Regionen als unzugänglich, Infrastruktur und Versorgungssysteme sind vielerorts zum Erliegen gekommen.

Mehr als 20.000 Häuser wurden vollständig zerstört, über 108.000 Menschen mussten ihre Wohnorte verlassen und Schutz in staatlichen Notunterkünften suchen. Die Regierung rief den Notstand aus, um Hilfsmaßnahmen zu beschleunigen, Rettungskräfte zu koordinieren und internationale Unterstützung anzufordern. Tausende Soldaten, Polizisten und Freiwillige sind im Dauereinsatz, um eingeschlossene Bewohner zu evakuieren, Straßen freizuräumen und Hilfsgüter in abgeschnittene Gebiete zu bringen.

Besonders betroffen sind die Distrikte Badulla und Kandy, in denen viele Dörfer weiterhin isoliert sind. Dort berichten Einwohner von dramatischen Zuständen: fehlendem Trinkwasser, schwindenden Lebensmittelvorräten und blockierten Straßen, die weder Flucht noch Hilfe zulassen. Zu den Opfern zählen auch elf ältere Menschen aus einem Pflegeheim in Kurunegala, das in den Fluten versank. Die gute Nachricht: 69 Passagiere eines in den Wassermassen stecken gebliebenen Busses in Anuradhapura konnten nach stundenlanger Rettungsaktion lebend geborgen werden.

Während Zyklon Ditwah inzwischen weitergezogen ist, warnen Meteorologen weiterhin vor starken Regenfällen. In einem Land mit gesättigten Böden und übervollen Flusssystemen könnte jede weitere Niederschlagsfront neue Erdrutsche und Überschwemmungen auslösen und die ohnehin prekäre Lage weiter verschärfen.

Sri Lanka ist ein Inselstaat im Indischen Ozean, etwa 30 km südöstlich der Küste Indiens, getrennt durch die Palkstraße. Die Insel liegt strategisch am Seeweg zwischen Afrika, dem Nahen Osten und Südostasien. Das Landesinnere ist von Bergland geprägt, während die Küsten überwiegend flach sind und tropisches Klima herrscht. Die Bevölkerung setzt sich hauptsächlich aus Singhalesen, Tamilen und Muslimen zusammen. Das Land ist kulturell vielfältig, mehrheitlich buddhistisch geprägt und wirtschaftlich stark vom Teeexport sowie vom Tourismus abhängig.

Flutkatastrophe Thailand und Indonesien: Opferzahlen steigen

Teile Südostasiens von schwerer Flutkatstrophe getroffen – Opferzahlen steigen deutlich

Heftiger Monsunregen traf in Südostasien auf einen tropischen Sturm und verstärkten sich gegenseitig. So wurde in Teilen von Indonesien, Thailand und Malaysia eine der verheerendsten Flutkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte ausgelöst. Manche Quellen sprechen von den schlimmsten Fluten seit 300 Jahren, also seit dem Beginn der systematischen Klimaaufzeichnungen. Innerhalb einer Woche wurden ganze Landstriche überflutet, Ortschaften zerstört und lebenswichtige Verkehrswege unpassierbar gemacht. Insgesamt kamen in den drei Ländern mindestens 400 Menschen ums Leben, mehr als 100 Personen gelten weiterhin als vermisst. Die Anzahl der Opfer steigt stetig, und es ist mit einer weiteren Steigerung zu rechnen, da viele betroffene Gebiete noch von der Außenwelt abgeschnitten sind.

Besonders dramatisch ist die Lage auf der indonesischen Insel Sumatra. Dort führten sintflutartige Regenfälle zu massiven Überschwemmungen und Erdrutschen. Die nationale Katastrophenschutzbehörde meldete bereits 248 bestätigte Todesopfer, während mehr als 75.000 Menschen ihre Häuser verlassen mussten. Ganze Dörfer wurden zerstört, Flüsse traten über die Ufer und rissen Menschen, Tiere und Gebäude mit sich. In mehreren Regionen sind Rettungsteams durch eingestürzte Brücken, überflutete Straßen und fehlendes schweres Gerät stark eingeschränkt. Hilfsflugzeuge versuchen, Versorgungsgüter in abgeschnittene Gebiete zu bringen, doch die logistischen Herausforderungen bleiben enorm.

Auch Thailand erlebt außergewöhnlich schwere Überschwemmungen. In Hat Yai, einem wichtigen Handels- und Verkehrsstandort im Süden des Landes, erreichte das Hochwasser stellenweise Pegelstände von mehr als zweieinhalb Meter. Krankenhäuser arbeiteten zeitweise ohne stabile Wasser- und Stromversorgung, und ganze Stadtviertel standen unter Wasser. Über 3,5 Millionen Menschen sind dort von den Folgen der Fluten betroffen. Die Zerstörung von Infrastruktur sowie die langsame Versorgung abgeschnittener Gemeinden verschärfen die Notlage. Millionen Menschen sind von der Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten. Es herrscht Seuchengefahr, da auch die Kanalisationen überflutet wurden und das Abwasser an die Oberfläche gelangte.

In den sozialen Medien geteilte Fotos zeigen nicht nur Überflutete Landschaften und Menschen, die auf Rettung warten, sondern auch allerlei Getier, dass mit den Fluten in die Siedlungen gelangte. Darunter diese Python.

Malaysia blieb zwar weniger stark betroffen, verzeichnete aber dennoch Todesopfer und zehntausende Menschen, die in Notunterkünften Schutz suchen mussten. Auch dort führte der ununterbrochene Starkregen zu großflächigen Überflutungen.

Meteorologen machen veränderte Wetter- und Sturmzyklen für die außergewöhnliche Intensität der Monsunregen verantwortlich. Klimabedingte Veränderungen lassen längere und heftigere Regenperioden erwarten, was das Risiko von Überschwemmungen, Erdrutschen und humanitären Krisen in der Region weiter erhöht. Die betroffenen Länder stehen damit vor langfristigen Herausforderungen, die weit über die akute Katastrophenbewältigung hinausreichen.

Thailand: Schwere Überflutungen forderten 33 Menschenleben

Extremmonsun in Südostasien: Mindesten 33 Todesopfer in Thailand

Die Monsunzeit hat den Süden von Thailand und Teile Malaysias und Sumatras in diesem Jahr besonders hart getroffen. Heftige Regenfälle haben ganze Landstriche überschwemmt, mindestens 33 Menschen kamen alleine in Thailand ums Leben, Hunderttausende sitzen fest und sind von der Außenwelt abgeschnitten. Das öffentliche Leben kam teilweise zum Erliegen und Fabriken stehen still. Die Behörden sprechen von einer der schwersten Flutkatastrophen seit Jahrzehnten. In der Provinz Songkhla, dem Zentrum der Überschwemmungen, wurde der Katastrophenfall ausgerufen, nachdem in Hat Yai binnen 24 Stunden 335 Millimeter Regen niedergegangen waren – der höchste gemessene Tageswert seit Beginn der Aufzeichnungen vor gut 300 Jahren. In einigen Gebieten standen die Fluten bis zu zwei Meter hoch.

Die dramatische Lage zwingt Thailand zu einer beispiellosen Mobilisierung: Das Militär entsendet ein Transportflugzeug mit Hilfsgütern, 14 Boote sowie den Flugzeugträger Chakri Naruebet (ja, Thailand hat einen, die Deutschen nicht), der mit Ärzten, Hubschraubern und Feldküchen ausgestattet ist und im Extremfall als schwimmendes Krankenhaus dienen kann. Dennoch kommen Rettungsteams aufgrund der zahllosen Hilferufe kaum hinterher: Allein über soziale Netzwerke gingen Tausende Hilferufe ein, viele Menschen berichten von steigenden Wassermassen, fehlenden Lebensmitteln und unterbrochener Kommunikation.

Doch warum fällt der Monsun 2025 so außergewöhnlich stark aus?

Meteorologen verweisen auf ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Zentrale Rolle spielt derzeit die La-Niña-Phase, ein natürliches Klimaphänomen im Pazifik, das zu veränderten Luft- und Meeresströmungen führt. La Niña sorgt in Südostasien regelmäßig für intensivere Niederschläge, die in diesem Jahr besonders stark ausfallen.

Hinzu kommt die globale Erwärmung. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Steigt die Temperatur von 27 auf 28 Grad, so kann die Atmosphäre um bis zu 6 % mehr Wasserdampfgehalt aufnehmen – ein perfekter Nährboden für extremen Starkregen. Klimamodelle zeigen, dass Monsunzeiten künftig zwar unregelmäßiger, aber deutlich intensiver ausfallen werden. Die ohnehin feuchten Wettersysteme der Region reagieren besonders sensibel auf Temperaturveränderungen.

Drittens wirkt die Veränderung der Landnutzung verschärfend: Versiegelte Böden in urbanisierten Gebieten wie Hat Yai können kein Wasser aufnehmen. Wassermassen, die früher vom Boden wie von einem Schwamm aufgenommen wurden, suchen sich heute ihren Weg durch dicht bebaute Stadtteile.

Thailand erlebt damit nicht nur eine Naturkatastrophe, sondern auch einen Vorgeschmack auf eine Zukunft, in der Extremwetterereignisse häufiger und zerstörerischer werden. Die diesjährige Regenzeit ist ein deutliches Warnsignal: Der Monsun bleibt, doch er hat sich verändert.

Sumatra: Überflutungen und Erdrutsche durch Monsun

Sturzfluten und Erdrutsche im Norden von Sumatra: Vier Tote in Zentral-Tapanuli

Schwere Sturzfluten und Erdrutsche haben Anfang der Woche weite Teile der Westküste Nordsumatras getroffen und in mehreren Regionen massive Schäden verursacht. Besonders betroffen waren die Regierungsbezirke Tapanuli, Sibolga und Mandailing Natal. Ganze Ortschaften sind von der Außenwelt abgeschnitten, nachdem wichtige Verkehrswege und Teile der Nationalstraße aufgrund von Schlammströmen, umgestürzten Bäumen und zerstörten Brücken unpassierbar wurden. In Zentral-Tapanuli kamen vier Menschen ums Leben, nachdem ein Erdrutsch im Dorf Mardame ein Wohngebiet verschüttete.

Starkregen ließ Gewässer über die Ufer treten, überflutete Tausende Häuser und setzte zahlreiche Dörfer unter Wasser. Lokale Behörden berichteten von Sturzfluten mit reißender Strömung, die Haustrümmer, Baumstämme sowie Fahrzeuge mit sich rissen. In einigen Gebieten reichte das Wasser bis an die Dächer der Häuser. Erdrutsche blockierten zudem an mehreren Stellen die Hauptverkehrswege, wodurch Fahrzeuge im Schlamm eingeschlossen wurden und die Rettungsarbeiten erschwert waren. In den sozialen Medien geteilte Bilder zeigen eine zerstörte Brücke und dokumentieren dramatische Momente, als ein Erdrutsch in das Dorf Dorf Mardame einfiel.

Einsatzkräfte der Lokalregierung arbeiteten gemeinsam mit Soldaten, Polizeieinheiten und Teams der nationalen Such- und Rettungsbehörde daran, Bewohner aus gefährdeten Gebieten zu evakuieren. Besonders exponierte Haushalte wurden mit Spezialfahrzeugen in provisorische Unterkünfte gebracht. Währenddessen schätzen die Behörden, dass Tausende Gebäude von den Sturzfluten direkt betroffen sind. Die genaue Schadensbilanz ist jedoch noch unklar, da einige Regionen weiterhin schwer zugänglich bleiben.

Erschwerend kommt hinzu, dass Mobilfunk- und Datenverbindungen in Zentral-Tapanuli und benachbarten Gebieten seit Dienstagnachmittag komplett ausgefallen sind. Teams der Provinzregierung Nord-Sumatras konnten die Region bislang nicht erreichen, weil Erdrutsche und anhaltender Starkregen die Zufahrtsstraßen blockieren.

Meteorologen führen die extremen Niederschläge auf die derzeitige Hauptregenzeit, ungewöhnlich warme Meeresoberflächentemperaturen und eine besonders instabile Atmosphäre zurück. Diese Faktoren sorgen für eine erhöhte Feuchtigkeitszufuhr und begünstigen die Bildung heftiger Gewitterzellen entlang der Westküste Sumatras. Lokale Wetterphänomene wie sogenannte Sumatra-Squalls verstärken die Intensität der Niederschläge zusätzlich.

Die Behörden bereiten sich auf weitere Regenfälle vor und warnen, dass weitere Erdrutsche in den kommenden Tagen nicht ausgeschlossen sind.

Italien: Unwetter in Neapel legt Verkehr lahm

Heftiges Unwetter in Neapel: Überschwemmungen, Verkehrschaos und Warnstufe Orange

Neapel und zahlreiche Gemeinden der Umgebung stehen derzeit unter dem Einfluss eines schweren Unwetters, das seit Tagen für Überschwemmungen, Erdrutsche und signifikante Verkehrsbehinderungen sorgt. Die anhaltenden Regenfälle haben Straßen überflutet, Hangrutschungen ausgelöst und in mehreren Stadtteilen zu gefährlichen Situationen geführt. Besonders betroffen sind die Küstenabschnitte zwischen Sorrent und Amalfi, wo seit Samstag immer wieder Erdrutsche und Schlammlawinen gemeldet werden. Auch in Posillipo stürzte eine Mauer ein und Steine blockierten die Fahrbahn und beschränkten die Zufahrt zu einzelnen Häusern.

Neapel

Die Lage spitzte sich am Montag weiter zu, als der Zivilschutz für weite Teile Kampaniens die Warnstufe Orange ausrief. Diese gilt ab Montagabend für 24 Stunden und betrifft verschiedene Zonen, darunter die gesamte Stadt Neapel, die vorgelagerten Inseln Capri, Procida und Ischia, das Vesuvgebiet sowie große Teile der sorrentinischen Halbinsel. Für die übrigen Gebiete bleibt die Warnstufe Gelb bestehen. Mit kräftigen Schauern, teils intensiven Gewittern sowie stürmischen Südwestwinden rechnen die Behörden bis Dienstagabend. Auch eine aufgewühlte See und mögliche Sturmfluten werden erwartet.

Aus den Grabungsstätten Herculaneum und Pompeji liegen noch keine Meldungen über evtl. Unwetterschäden vor, doch die Ruinen sind teilweise ungeschützt und es kommt immer wieder zu Unwetterschäden.

Die Regenfälle treffen auf eine Region, die ohnehin durch mehrere Naturgefahren geprägt ist. Erst am Wochenende brachte ein plötzlicher Temperatursturz Schnee auf den Vesuv – ein seltenes, aber nicht beispielloses Ereignis zu dieser Jahreszeit. Während am Vulkan selbst keine Beeinflussungen entstanden, verstärken die winterlichen Bedingungen die Herausforderungen für Einsatzkräfte und Bevölkerung.

Die Campi Flegrei stehen ebenfalls unter Beobachtung: Zwar gibt es keine Hinweise, dass das aktuelle Unwetter direkte Auswirkungen auf das seismisch aktive Gebiet hatte, doch bleibt die Möglichkeit bestehen, dass der hohe Wassereintrag ins Hydrothermalsystem phreatische Explosionen begünstigt.

Der Katastrophenschutz ruft die Bevölkerung auf, unnötige Fahrten zu vermeiden und in den kommenden Stunden besonders vorsichtig zu sein. Die Lage bleibt angespannt – und eine nachhaltige Wetterberuhigung ist vorerst nicht in Sicht.

Vietnam: Weitere Überflutungen fordern Menschenleben

Flutserie in Vietnam reißt nicht ab – 41 Menschen verlieren ihr Leben

In Zentralvietnam haben anhaltende, monsunbedingte Starkregenfälle, die durch die Folgen mehrerer Taifune verstärkt wurden, zu schweren Überschwemmungen und Erdrutschen geführt, bei denen mindestens 41 Menschen ums Leben kamen. Die Behörden berichten zudem von zahlreichen Vermissten und setzen Rettungskräfte ein, um eingeschlossene Bewohner aus überfluteten Häusern zu bergen. Mehr als 52.000 Häuser wurden überflutet, fast 62.000 Menschen mussten evakuiert werden, und rund eine Million Haushalte sind derzeit ohne Stromversorgung.

Die heftigen Niederschläge der vergangenen Tage sind auf den saisonalen Südwestmonsun zurückzuführen, der feuchte Luftmassen vom Südchinesischen Meer ins Landesinnere transportiert. Diese Situation wurde durch die vorangegangenen Taifune Kalmaegi und Bualoi zusätzlich verschärft, die bereits Böden gesättigt und Flusssysteme überlastet hatten.

Neben den üblichen Flutschäden wurde auch die gut 100 m lange Phu Thien-Hängebrücke über den Da Nhim‑Fluss zerstört, nachdem aufgrund der Flut die Turbinenausleitungen des nahen Wasserkraftwerks geöffnet werden mussten.

Zentralvietnam wird von mehreren wichtigen Flüssen durchzogen, darunter der Da Nhim, der Thu Bon und der Ba, deren Wasserstände innerhalb kurzer Zeit stark angestiegen sind. Besonders betroffen sind die Provinzen Lam Dong, Khanh Hoa, Dak Lak und Gia Lai. Die Flüsse fließen oft durch enge Täler und steile Gebirgszüge, was bei Starkregen zu schnellen und gefährlichen Anstiegen des Wasserpegels führt. Morphologisch begünstigen diese geographischen Bedingungen das Risiko von Überschwemmungen und Erdrutschen. Die Region ist geprägt von gebirgigem Terrain mit steilen Hängen, die das Wasser rasch abfließen lassen und Hangrutschungen fördern. Zudem verschärfen Faktoren wie Abholzung und landwirtschaftliche Nutzung den natürlichen Wasserhaushalt, da der Boden weniger Wasser speichern kann.

Die Kombination aus Monsunregen, mit Wasser gesättigtem Boden durch frühere Stürme und der komplexen Landschaft führt zu einer hohen Anfälligkeit für flutbedingte Naturkatastrophen. Straßen wurden durch Erdrutsche blockiert und wichtige Infrastruktur wie eine Hängebrücke über den Da Nhim wurde zerstört. Die Regierung hat den Notstand ausgerufen und Armee sowie Polizei mobilisiert, um die Bevölkerung zu evakuieren und Notunterkünfte einzurichten. Der nationale Wetterdienst warnt vor anhaltenden Niederschlägen, weshalb die Gefahr weiterer Überschwemmungen und Erdrutsche besteht. Experten führen die zunehmende Häufigkeit und Intensität solcher Ereignisse auf den Klimawandel zurück, der Extremwetter verstärkt und verheerender macht.

Hurrikan Melissa: Rekordhalter für Windgeschwindigkeit

Bestätigung: Hurrikan Melissa war stärkster Wirbelsturm mit Rekordwindgeschwindigkeiten

Im Nachhinein bestätigt sich, dass Hurrikan Melissa jener Wirbelsturm mit den höchsten je gemessenen Windgeschwindigkeiten war. Der Wirbelsturm der höchsten Kategorie 5 zog Ende Oktober durch die Karibik und richtete nicht nur große Schäden an, sondern stellte auch einen neuen Rekord auf: Eine von einem Flugzeug der NOAA-Hurrikanjäger abgeworfene Dropsonde registrierte eine Böe mit einer Windgeschwindigkeit von 405 km/h. Das ist die höchste jemals gemessene Windgeschwindigkeit in einem Hurrikan. Damit übertrifft Melissa den bisherigen Spitzenwert von 399 km/h aus Taifun Megi im Jahr 2010.

Hurrikan Melissa

Melissa traf Ende Oktober 2025 auf Jamaika, wo der Kategorie-5-Sturm ganze Landstriche verwüstete. Dächer wurden abgedeckt, Straßen weggespült, Krankenhäuser beschädigt, Stromleitungen gekappt. Mehrere Regionen standen tagelang unter Wasser. Mindestens 50 Menschen kamen ums Leben. Zehntausende verloren ihr Dach über dem Kopf und zeitweise den Zugang zu sauberem Wasser und medizinischer Versorgung. Auf Kuba wurden über 700.000 Menschen vorsorglich evakuiert, bevor der Sturm schwere Küstenüberflutungen verursachte. Auch Haiti meldete massive Schäden durch Erdrutsche und Starkregen. Insgesamt belaufen sich die wirtschaftlichen Verluste nach Schätzungen auf rund 50 Milliarden US-Dollar.

Der bisherige Rekordhalter, Taifun Megi, war im Oktober 2010 über die Philippinen, Taiwan und Südchina hinweggezogen. Damals verwüsteten extreme Regenmengen ganze Landkreise und Erdrutsche begruben Straßen und Siedlungen. Auf den Philippinen starben über 30 Menschen, in Taiwan wurden ganze Täler von Schlammmassen abgeschnitten, und in China zerstörte der Sturm große Teile der Ernte. Die Gesamtschäden beliefen sich auf mehrere hundert Millionen Dollar.

Beide Stürme stehen exemplarisch für einen Trend, den Klimaforscher seit Jahren beobachten: Tropische Wirbelstürme werden nicht unbedingt häufiger, aber deutlich intensiver. Die Ozeane speichern immer mehr Wärme, den wichtigsten Treibstoff für Hurrikane. Wärmere Luft kann zudem mehr Feuchtigkeit aufnehmen, was zu extremen Regenmengen führt. Der steigende Meeresspiegel verstärkt Sturmfluten, selbst wenn die Windstärken unverändert wären.

Der neue Rekord von Melissa zeigt, wie weit sich die Grenzen der Sturmintensität bereits verschoben haben. Für die betroffenen Regionen bedeutet das höhere Risiken on extrem starken Stürmen getroffen zu werden, wodurch der Druck auf Infrastruktur und Katastrophenschutz wächst. Wissenschaftler warnen: Wenn sich die Welt weiter erwärmt, könnten Rekorde wie dieser künftig weniger Ausnahme als Vorbote einer neuen Normalität sein.