Piton Fournaise: Vulkanausbruch hat gestoppt

Ausbruch am Vulkan Piton de la Fournaise stoppte bereits – Erdbebenaktivität hält an, Reaktivierung möglich

Gestern stoppte der Ausbruch am Piton de la Fournaise nach nur 2 Tagen Aktivität. Damit war es eine der kürzesten Eruptionen an diesem faszinierenden Schildvulkan im Indischen Ozean. Anhaltende Seismizität deutet aber an, dass das Magmaspeichersystem weiterhin unter Druck steht – eine Reaktivierung der Aktivität ist durchaus möglich.

Fournaise

Wie das Vulkanologische Observatorium Piton de la Fournaise (OVPF) mitteilte, flachte der Tremor am 20. Januar gegen 5:00 Uhr morgens ab, was als Zeichen für das Ende der eruptiven Phase gilt. An der Oberfläche sind seitdem keine aktiven Lavaströme mehr zu beobachten.

Dennoch geben die Vulkanologen noch keine Entwarnung und halten den Alarmstatus 2-1 aufrecht. Als Grund hierfür wird ein Anhalten der Erdbebenaktivität unter dem Gipfelbereich angegeben. Im Durchschnitt werden etwa zehn Erdbeben pro Stunde gemessen – genauso viele wie vor Beginn der seismischen Krise, die im Ausbruch gipfelte. Diese anhaltenden Beben deuten darauf hin, dass das Magmasystem des Vulkans weiterhin unter Druck steht. Ein erneuter Ausbruch, der entweder an derselben Stelle oder an einem anderen Ort innerhalb der Caldera stattfinden könnte, kann daher nicht ausgeschlossen werden.

Vor Ort werden weiterhin Gasemissionen sowie rötliche Gluterscheinungen entlang der Lavafront und den zuletzt aktiven Förderschloten festgestellt.

Der Vulkanausbruch war nicht nur vergleichsweise kurz, sondern förderte ersten Schätzungen zufolge weniger als eine Million Kubikmeter Lava. ein weiteres Indiz, dass sich im flachen Speichersystem unter dem Gipfelbereich noch Schmelze befinden muss.

Aus Sicherheitsgründen bleibt der Zugang zur Caldera des Piton de la Fournaise weiterhin strikt verboten. Das Tor zu den Treppen in der Calderawand am Parkplatz Pas del Bellecombe ist geschlossen. Auch Drohnenflüge unterliegen strengen Auflagen, da sie den Einsatz von Überwachungs- und Rettungshubschraubern gefährden könnten. Die Behörden erinnern zudem an die Verkehrsprobleme, die es während der ersten Eruptionsnacht auf der Vulkanwaldstraße gab, und appellieren an Besucher, abruptes Anhalten zu vermeiden. Bilder zeigten kilometerlange Schlangen am Straßenrand geparkter Autos.