Vulkan Póas steigerte seine Aktivität und erzeugte mehrere phreatische Eruptionen
Der costa-ricanische Vulkan Poás liegt in der Zentralkordillere des mittelamerikanischen Staates und befindet sich ein weiteres Mal in einer Phase erhöhter vulkanischer Unruhe. Nach Angaben von OVSICORI-UNA wurden in den letzten zwei Tagen mehrere phreatische Eruptionen registriert, die in das Bild einer seit 2024 andauernden Aktivitätsphase passen. Aschewolken wurden nicht detektiert und VONA-Warnungen blieben aus.

Am 16. Januar kam es innerhalb eines Tages zu mindestens drei kleinen phreatischen Ausbrüchen. Die Eruptionen wurden durch Seismographen und Infraschallsensoren eindeutig erfasst. Aufgrund eingeschränkter Sichtverhältnisse durch dauerhafte Bewölkung im Gipfelbereich konnte die Höhe der Eruptionssäulen nicht bestimmt werden. Berichte über Ascheregen lagen nicht vor, was darauf hindeutet, dass überwiegend schlammige Sedimente und Dampf ausgestoßen wurden.
Die Aktivität setzte sich auch am Folgetag fort: Um 03:44 Uhr Ortszeit registrierte das seismische Netzwerk einen weiteren kleinen phreatischen Ausbruch, dessen Energie mit jener der Ereignisse vom Vortag vergleichbar war. Eine zweite phreatische Eruption folgte um 16:27 Uhr, die in puncto Stärke mit ihren Vorgängern vergleichbar war.
Auch bei diesen beiden Ereignissen blieb die Eruptionssäulenhöhe unbekannt, da der Gipfelbereich des Poás wolkenverhangen war. Aschefall wurde nicht gemeldet. Die Vulkanwarnstufe blieb auf „gelb“.
Die aktuelle Entwicklung kam nicht völlig überraschend: Nach einigen Wochen mit Deflation und geringer Seismizität zog der Tremor Mitte Dezember wieder deutlich an und es kam zu einer Ausdehnung der Messstrecke zwischen zwei Messpunkten, was auf Inflation hindeutet. In den letzten 4 Wochen wurden keine Bulletins veröffentlicht, so dass die jüngsten geophysikalischen Entwicklungen nicht öffentlich bekannt geworden sind.
Die aktuellen Ereignisse setzen eine Eruptionsserie fort, die bereits Ende 2024 begann und ihren vorläufigen Höhepunkt in den ersten Monaten des letzten Jahres erreichte. Im vergangenen Jahr fiel der Kratersee trocken und es kam wiederholt zu phreatischen und phreatomagmatischen Explosionen, die oft ohne lange Vorwarnzeit auftraten. Der Póas-Nationalpark wurde daraufhin für mehrere Monate geschlossen, ist seit dem Sommer 2025 aber wieder für Besucher zugänglich.
Angesichts der anhaltenden Aktivität betonen die Vulkanologen von OVSICORI-UNA, dass weitere phreatische Eruptionen jederzeit möglich sind. Entsprechend wird dringend empfohlen, die Vorgaben der zuständigen Behörden wie SINAC und CNE strikt einzuhalten.