Bardarbunga: Forscher vergleicht Vulkan mit halbvollem Bierglas

Nach starkem Schwarmbeben am Wochenende: Geoforscher vergleicht den Vulkan Bardarbunga mit einem halb vollen Bierglas

Nachdem am Wochenende unter dem subglazialen Zentralvulkan Bardarbunga, der unter dem Vatnajökull-Gletscher liegt, mehr als 400 Erdbeben registriert wurden, rückte der fast schon in Vergessenheit geratene Vulkan wieder in den Fokus der isländischen Medien. Er war in den Jahren 2014/15 für einen der größten Vulkanausbrüche der jüngeren isländischen Geschichte verantwortlich: Im Zuge der Holuhraun-Eruption wurden zwischen 1,5 und 1,9 Kubikkilometer Lava gefördert. Der Erdbebenschwarm mit seinem Höhepunkt am 13. und 14. Juni wird als der stärkste seit dem Ende der Eruption beschrieben und gilt allgemein als Anzeichen für den fortschreitenden Wiederaufladungsprozess des großen Calderavulkans.



Auf Nachfrage erklärte der Geophysikprofessor Magnús Tumi Guðmundssonv in einem RUV-Interview, dass der Erdbebenschwarm nicht als Vorzeichen einer unmittelbar bevorstehenden Eruption zu verstehen sei. Vielmehr deute er auf einen Wiederaufladungsprozess hin, der seiner Ansicht nach offenbar schneller verläuft, als in vielen Studien angenommen wurde. Magnús verglich den Magmenkörper des Zentralvulkans mit einem halb vollen Bierglas und erklärte, dass sich in den elf Jahren seit der Eruption fast ein Kubikkilometer Magma angesammelt habe. Der Magmenzustrom unter dem 190 × 25 Kilometer großen Bardarbunga-Vulkansystem sei heute größer als die Beobachtungen vor der Eruption zeigten.

Von zentraler Bedeutung ist dabei, dass sich Magnús offenbar auf den Magmenzustrom unter dem gesamten Vulkansystem bezieht und nicht ausschließlich auf den Bereich der leicht elliptischen Caldera mit ihren Abmessungen von etwa 8 × 10 Kilometern.

Im Zuge der Holuhraun-Eruption hatte sich der Boden der Caldera stellenweise um bis zu 65 Meter abgesenkt. Studien auf Grundlage von InSAR- und GPS-Messungen belegen, dass sich die Caldera zwischen 2015 und 2018 mit einer Rate von etwa 20 Millimetern pro Jahr hob und dabei einen horizontalen Versatz von bis zu 111 Millimetern erzeugte. Berechnet man aus diesen Verformungsdaten den Magmenzufluss, ergibt sich unter günstigsten Bedingungen ein Wert von rund 0,032 Kubikkilometern Magma pro Jahr. Auf zehn Jahre hochgerechnet entspricht dies etwa 0,32 Kubikkilometern Magma und damit gut einem Drittel der von Magnús genannten Menge.

Unabhängig von den exakten Zahlen scheint die Wiederauffüllung des Magmaspeichersystems deutlich schneller zu verlaufen, als viele Forscher unmittelbar nach der Eruption erwartet hatten. Damals herrschte die Meinung vor, dass Bardarbunga in diesem Jahrhundert nicht mehr ausbrechen werde. Heute ist man sich diesbezüglich deutlich weniger sicher.

Tatsächlich haben die Forschungen der vergangenen Jahre gezeigt, dass sich unter Bardarbunga nicht ein einzelner, klar definierter Magmenkörper befindet, der sich während der Eruption weitgehend entleerte. Stattdessen existiert dort eine ausgedehnte und komplex aufgebaute Schmelzzone, die sich bis in Tiefen von mehr als 30 Kilometern erstreckt und auch nach der Eruption noch erhebliche Mengen Magma enthielt. Vor diesem Hintergrund erscheint es durchaus möglich, dass Bardarbunga früher wieder ausbrechen könnte, als lange Zeit angenommen wurde.

Bardarbunga: Starker Erdbebenschwarm unter dem Vulkan

Das Ascheradar im Jahr 2014 vor der Kulisse des Bardarbunga. © Marc Szeglat

Starker Erdbebenschwarm erschüttert subglazialen Vulkan Bardarbunga – stärkstes Beben M 4,8

Gestern Abend begann ein außergewöhnlich intensiver Erdbebenschwarm am subglazialen Vulkan Bardarbunga (isländische Schreibweise Bárðarbunga), der unter dem Nordwestrand des Gletschers Vatnajökull auf Island liegt. Der Schwarm hält auch heute Morgen weiter an und besteht bis jetzt aus 378 Einzelbeben mit Magnituden größer als 0,0. Zählt man Mikrobeben mit negativen Magnituden mit, dürften sich weitaus mehr Erschütterungen zugetragen haben Die Aktivität konzentriert sich auf den nördlichen Teil der Caldera des mächtigen Zentralvulkans und zählt nach Einschätzung des Isländischen Wetteramtes zu den stärksten Ereignissen seit den Eruptionen von 2014 bis 2015.


Bardarbunga

Der stärkste Erdstoß wurde um 20:14 Uhr registriert und erreichte eine Magnitude von 4,8. Die Herdtiefe lag bei 3400 m unter dem Meeresspiegel. In Bezug auf die Stärke der Beben unter Bardarbunga spielt dieses in der Spitzenliga mit. Wenige Stunden später folgte um 22:30 Uhr ein weiteres spürbares Beben der Stärke 3,7. Hier befand sich das Hypozentrum in nur 600 m Tiefe. Erdbeben dieser Größenordnung treten an der Bardarbunga zwar immer wieder auf, die derzeitige Häufung gilt dennoch als bemerkenswert.

Innerhalb von nur sechs Stunden registrierten die Seismometer mehr als 250 Erschütterungen. Das macht rund ein Beben pro 1,5 Minuten aus. Die aktuelle Statistik weist insgesamt 378 Erdbeben aus. Davon lagen 165 unter Magnitude 1, weitere 157 zwischen Magnitude 1 und 2. Insgesamt 48 Beben erreichten Magnituden zwischen 2 und 3, während acht Erschütterungen stärker als Magnitude 3 waren, was die ungewöhnlich hohe Intensität des Schwarms unterstreicht.

Angesichts der anhaltenden Aktivität wurde der Flugfarbcode für Bardarbunga vorsorglich von Grün auf Gelb angehoben. Nach der Definition des Wetteramtes bedeutet dies, dass der Vulkan Anzeichen erhöhter Aktivität zeigt, die über den normalen Hintergrundzustand hinausgehen. Hinweise auf vulkanischen Tremor oder eines unmittelbar bevorstehenden Vulkanausbruchs wurden bislang nicht festgestellt, doch die Erhöhung der Alarmstufe zeigt, dass ein gewisses Risiko einer spontanen Eruption besteht.

Die aktuelle Erdbebenserie erinnert an einen ähnlichen Schwarm aus dem Januar des vergangenen Jahres, scheint nach Angaben der IMO-Forscher aber noch stärker auszufallen. Vulkanologen führen die Aktivität auf die fortschreitende Wiederaufladung des Vulkansystems nach dem Holuhraun-Ausbruch 2014 zurück. Seit dem Ende dieser Eruption wird eine allmähliche Aufblähung des Magmenreservoirs unter Bardarbunga beobachtet.

In den letzten Monaten zeigte Bardarbunga eine konstant erhöhte Seismizität. Tatsächlich gibt es eine moderate Bodendeformation, die an der Messstation KISTA deutlich zutage tritt. Der vertikale Versatz im Verlauf eines Jahres beträgt 75 mm. Dazu gesellt sich eine Horizontalkomponente von fast 100 mm. Diese Daten verdeutlichen, dass die Inflation des Vulkans anhält. Seit Anfang des Monats zeigen die Messwerte eine deutliche Verlangsamung der Bodenhebung. Möglicherweise ein Grund für den aktuellen Schwarm, der eine erneute Beschleunigung einleiten könnte.

Erdbeben auf Island: Bardarbung im Fokus des Geschehens

Zwei Erdbebenschwärme erschüttern Island – Bárdarbunga und Reykjanestá im Visier der Aktivität

Es waren sehr bewegte Pfingsttage auf Island, zumindest was die Erdbebenaktivität anbelangte. Innerhalb von 48 Stunden sprachen die Seismometer 353-mal an und registrierten Bodenerschütterungen, wobei sich die meisten Beben auf zwei Schwärme konzentrierten, die sich unter Bárdarbunga und Reykjanestá manifestierten. Unter Bárdarbunga gab es auch die beiden stärksten Erdstöße mit Mb 3,8, gefolgt von einem Erdstoß der Magnitude Mb 3,5 bei Reykjanestá. Dort wurde auch der intensivste Schwarm registriert, der bislang aus 180 Erschütterungen besteht.

Island. © IMO

Die beiden stärksten Erdbeben unter Bárdarbunga ereigneten sich laut IMO-Daten nahezu gleichzeitig um 3:50 Uhr Ortszeit, weshalb es möglich ist, dass es sich in Wirklichkeit nur um ein einziges Beben handelte, bei dessen automatischer Analyse ein Fehler auftrat. Die Beben ereigneten sich südöstlich beziehungsweise ostsüdöstlich des Zentralvulkans in geringer Tiefe von rund ein bis zwei Kilometern und wurden von mehreren kleineren Nachbeben begleitet.

Insgesamt wurden im Bárdarbunga-Gebiet binnen kurzer Zeit 55 Erdbeben registriert. Auffällig ist dabei die Konzentration der Aktivität direkt an der Caldera von Bárdarbunga, wo zahlreiche schwächere Erschütterungen mit Magnituden unter 2 registriert wurden. Solche Episoden sind in dem Vulkansystem zwar nicht ungewöhnlich, doch in den letzten Wochen ist die Seismizität deutlich höher als normalerweise.

Als Ursache kommen mehrere Prozesse infrage. Bárdarbunga ist seit dem Ende der Holuhraun-Eruption 2014/15, bei der sich die Caldera um mehr als 100 Meter absenkte, in einer neuen Phase der Hebung begriffen. Dabei entstehen Spannungen im Gestein, die sich in periodischen Bruchbeben entlang der Störungen im Deckel der Caldera entladen können. Die geringe Herdtiefe der stärksten Ereignisse könnte auf Druckveränderungen in einem flachen magmatischen Reservoir hindeuten. Ein unmittelbarer Hinweis auf eine bevorstehende Eruption ergibt sich daraus allerdings nicht.

Die erhöhte Aktivität auf der Reykjanes-Halbinsel begann bereits deutlich vor der Aktivitätssteigerung in Bárdarbunga. Das Schwarmbeben gut zehn Kilometer westlich von Reykjanestá setzte bereits in der Samstagnacht ein und umfasst etwa 180 Einzelereignisse. Das stärkste Beben erreichte eine Magnitude von 3,5 und war auf Reykjanes spürbar. Solche Schwärme treten in der Region seit einigen Jahren häufig auf, zuletzt im Februar und April – ein Muster, das auf anhaltende tektonische Spannungen oder Magmenbewegungen entlang des aktiven Rift-Systems der Halbinsel hinweisen könnte. Auch in anderen Spaltensystemen der Halbinsel gab es Erdbeben; sogar bei Grindavík wurden zwei registriert. Zur Bodenhebung gibt es dort derzeit nichts Neues zu berichten.

Auffällig sind zudem zahlreiche Erdbeben im Westen Islands, die sich an der Basis der Snæfellsnes-Halbinsel konzentrieren, dort jedoch diffus streuen.

Island: Anhaltende Erdbebenaktivität unter Bardarbunga

Erdbeben unter Baradarbunga auf Island – Bodenhebung geht konstant weiter

Unter dem isländischen Gletschervulkan Bárdarbunga hält die erhöhte Erdbebenaktivität weiter an. Dabei kommt es auch zu Erschütterungen unter den benachbarten Vulkanen Askja und Herdubreid, die auf die eine oder andere Art mit Bárdarbunga assoziiert sind und auf den Erdbebenkarten des IMO dem Vatnajökull-System zugeordnet werden. Innerhalb von 48 Stunden wurden hier 49 Erdbeben registriert, wobei zu beachten ist, dass viele der seismischen Signale nur eine Qualitätsbewertung von 50 % aufweisen. Es könnte sich daher teilweise um Fehlsignale handeln, die nicht tatsächlich durch Erdbeben verursacht wurden. Das stärkste Erdbeben gestern hatte eine Magnitude von 2,6 und eine Herdtiefe auf Meeresspieglniveau.

Doch selbst wenn nicht alle vom seismischen Netzwerk aufgefangenen Signale auf Erdbeben zurückzuführen sein sollten, lässt sich bestätigen, dass die Seismizität unter Bárdarbunga seit Wochen ungewöhnlich hoch ist. Dies könnte auf einen beschleunigten Aufladungsprozess des subglazialen Vulkans hindeuten.

Bardarbunga. © IMO

Die Erdbeben gehen mit Bodendeformationen einher, die von Messstationen am Rand des Gletschers erfasst werden. Das deutlichste Signal liefert die Messstation KISA am nordwestlichen Gletscherrand. Dort wurde seit Juni 2025 eine Hebung von 80 mm registriert. Die meisten anderen GNSS-Stationen zeigen ebenfalls Hebungen von bis zu 50 mm an, auch jene auf dem Eis direkt über Bárdarbunga, wenn man die Ausschläge herausrechnet. Der Boden hebt sich somit mit einer Geschwindigkeit von etwa 7 mm pro Monat, was auf eine langsame, aber stetige Inflation eines flach liegenden Magmenkörpers hindeutet.

Neben der vertikalen Bodenhebung kommt es auch zu horizontalen Bodenverschiebungen, die auf ein radiales Deformationsmuster schließen lassen. Am stärksten ausgeprägt ist die Nordkomponente der Verschiebung, die bis zu 110 mm in nördlicher Richtung beträgt.

Da es sich bei Bárdarbunga um einen großen Zentralvulkan handelt, der direkt über dem Island-Mantelplume liegt, bedeutet selbst diese moderate Hebung einen signifikanten Magmazufluss aus der Tiefe. Dennoch gibt es derzeit keinen Grund zu der Annahme, dass ein Vulkanausbruch unmittelbar bevorsteht.

Während die Bodenhebung im Bereich von Bárdarbunga anhält, zeigen die Messwerte der benachbarten Askja stagnierende oder sogar leicht rückläufige Tendenzen, die auf eine geringe Subsidenz hindeuten. Trotz der starken Hebung von insgesamt 820 mm seit 2022 blieb der erwartete Vulkanausbruch bislang aus.

Erdbeben auf Island: Langjökulll und Bardarbunga im Fokus

Erhöhte Seismizität auf Island: Schwarmbeben an den Vulkansystemen Langjökull und Bárðarbunga

In den letzten Tagen ist die Erdbebenaktivität auf Island wieder erhöht. In den vergangenen 48 Stunden wurden 157 Erdbeben registriert. Nicht alle wurden bisher manuell überprüft, dennoch kristallisiert sich bereits ein Muster heraus: Im Fokus der Bebenserie stehen zwei vulkanisch interessante Gebiete, von denen eines häufig, das andere dagegen nur selten in den Schlagzeilen auftaucht.

Bei dem selten erwähnten Gebiet handelt es sich um den Langjökull. Dieser Gletscher im Zentrum Islands bedeckt einen Zentralvulkan. Etwas südwestlich der gletscherbedeckten Caldera manifestierten sich zwischen dem 10. und 12. Mai 2026 mehrere Dutzend Erschütterungen, überwiegend mit Magnituden zwischen M 0,3 und M 1,9. Das stärkste Ereignis war ein Erdbeben der Magnitude M 3,0, das sich am 11. Mai um 14:24 UTC in nur 2,2 Kilometern Tiefe ereignete.

Der Erdbebenschwarm liegt im Übergangsbereich zwischen dem westisländischen Rift und den vulkanotektonischen Strukturen südwestlich des Gletschers Langjökull. Im Umfeld des Langjökull existieren mehrere ruhende bis schwach aktive Vulkansysteme, darunter das Gebiet von Prestahnúkur sowie die Riftstrukturen in Richtung Skjaldbreiður.

Auffällig ist die enge Bündelung der Epizentren, kombiniert mit einer ungewöhnlich breiten Tiefenverteilung. Es gab sowohl oberflächennahe Beben in 0 bis 5 Kilometern Tiefe als auch Erschütterungen in Tiefen von 16 bis 18 Kilometern. Mehrere Ereignisse traten zudem in kurzen zeitlichen Abständen auf, was typisch für Schwarmseismizität ist. Solche Muster werden in Island gewöhnlich dann beobachtet, wenn tektonische Spannungen entlang bestehender Störungen freigesetzt werden – möglicherweise begleitet von Fluidbewegungen oder tiefer liegenden magmatischen Druckänderungen.

Die Region liegt im Einflussbereich des westlichen Vulkangürtels (Vestra gosbeltið), einer aktiven Riftzone Islands. Hier driften die tektonischen Platten entlang des Mittelatlantischen Rückens auseinander, während gleichzeitig der Island-Hotspot Magma in die Kruste einspeist. Dadurch entstehen Dehnung, Störungsbewegungen und periodisch magmatisch beeinflusste Spannungsumlagerungen.

Der zweite Schwarm am Bárðarbunga hält bereits seit Wochen an, zeigt jedoch unterschiedliche Intensitäten. In den vergangenen zwei Tagen wurden im Bereich des Vatnajökull 57 Erdbeben detektiert, die meisten davon unter dem genannten Zentralvulkan. Die meisten Beben hatten Magnituden kleiner als 1,0 und lagen in Tiefen von weniger als fünf Kilometern. Die stärkste Erschütterung heute Morgen erreichte eine Magnitude von 2,1 in 0 Kilometern Tiefe und lag damit auf Meeresspiegelniveau.

Bárðarbunga befindet sich in einem langjährigen Aufladungsprozess, und Schwarmbeben stehen hier vermutlich mit fluidbedingten Spannungsumlagerungen in Zusammenhang, die Störungszonen im Deckel der Caldera aktivieren.

Weitere Erdbeben gab es am Grjótárvatn bei Borgarnes sowie an verschiedenen Systemen der Reykjanes-Halbinsel. Im Bereich von Svartsengi wurden vereinzelt schwache Beben registriert. Die Bodenhebung setzt sich dort unverändert fort.

Island: Von Erdbeben und Bodenhebung

Erdbeben unter verschiedenen Vulkansystemen auf Island – Katla und Bárðarbunga im Fokus

Unter mehreren isländischen Vulkansystemen entlang der beiden Arme der Rift- und Vulkanzonen ist die Erdbebenaktivität erhöht. Besonders im Fokus stehen die Vulkane Katla und Bárðarbunga, wo es heute kleine Erdbebenschwärme gab. Im Bereich von Bárðarbunga und Askja wurden in den letzten 48 Stunden 30 Beben registriert. Unter Katla waren es 20 Erschütterungen. Im Gegensatz zu den Beben der letzten Woche war die Signalqualität diesmal hoch und lag bei 99 %, sodass davon ausgegangen werden kann, dass die Beben real waren und nicht durch Störungen verursacht wurden.

Erdbeben der letzten sieben Tage auf Island. © IMO

Beide großen Zentralvulkane befinden sich in einem stetigen Stadium der Aufladung, die zumindest im Fall der Katla langsamer verläuft, als man vor Jahren annahm. Statistisch gesehen ist dieser subglaziale Vulkan im Süden Islands, der unter dem Gletscher Mýrdalsjökull verborgen liegt, überfällig. Anders sieht es bei Bárðarbunga aus, der erst im Jahr 2014 eine große Eruption erzeugte. Damals ging man davon aus, dass der Wiederaufladungsprozess Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte dauern könnte. Inzwischen vermuten einige Forscher jedoch, dass die nächste Eruption nicht ganz so lange auf sich warten lassen könnte. Seit Jahresanfang wird hier eine erhöhte Seismizität festgestellt, die sich weniger in massiven Schwarmbeben äußert als in einer recht kontinuierlichen Aktivität mit bis zu zehn schwachen Beben pro Tag.

In Bezug auf die Bodenhebung sieht es an beiden Vulkanen eher ruhig aus. Anders verhält es sich bei Svartsengi auf Reykjanes, wo die Inflation anhält und der Boden mit einer Rate von etwa 0,7 mm pro Tag langsam, aber stetig ansteigt. Es haben sich bereits über 25 Millionen Kubikmeter Magma angesammelt, und die IMO-Vulkanologen rechnen weiterhin mit einer Eruption entlang der Sundhnúkur-Kraterreihe.

Die Seismizität in der Bodenhebungszone bleibt gering, und es zeichnet sich eine seismische Lücke ab, da sich in den Spaltensystemen westlich und östlich von Svartsengi durchaus Erdbeben ereignen. Die meisten werden derzeit im Krýsuvík-System und in den Brennisteinsfjöll registriert.

Abseits der beiden Riftarme Islands manifestieren sich an der Basis der Snæfellsnes-Halbinsel Erdbeben beim Grjótárvatn. Auch hier gibt es Hinweise auf Magmaakkumulation in der Tiefe, und langfristig könnte sich ein Vulkanausbruch anbahnen.

Island: Schwarmbeben unter Bardarbunga Mitte März

Bardarbunga von Schwarmbeben erschüttert – 24 Beben innerhalb weniger Stunden

Der vom Vatnajökull bedeckte Gletschervulkan Bardarbunga war heute Nacht Schauplatz eines Erdbebenschwarms, der aus 24 Einzelerschütterungen bestand. Die Bebenserie begann am 13. März um 23:33 UTC und dauerte bis heute Mittag um 12:02 UTC. Die meisten Erschütterungen waren sehr schwach, hatten Magnituden kleiner als 1 und lagen in Tiefen zwischen 10 und 15 Kilometern. Sie deuten auf Fluidbewegungen entlang von Störungszonen hin.

Bardarbunga

Das stärkste Beben ereignete sich um 06:58 UTC und hatte eine Magnitude von 2,7 in nur 0,2 Kilometern Tiefe. Das Epizentrum wurde 8,8 Kilometer östlich von Bardarbunga verortet. Dieses Beben deutet auf Gesteinsbruch nahe dem Meeresspiegelniveau hin und unterscheidet sich so stark von den anderen Beben, dass man sich fragen muss, ob es tatsächlich Teil des Schwarms war.

Die wachhabenden Seismologen vom IMO interpretieren das Beben der Magnitude 2,7 allerdings als Auslöser eines Schwarms, der ihren Angaben zufolge aus 45 Einzelerschütterungen bestand. Viele der Beben werden auf der IMO-Shakemap jedoch nicht wiedergegeben. Zudem werden die schwachen Beben vor dem Hauptbeben dort nicht erwähnt.

Nur 14 Beben unter Reykjanes-Halbinsel

Auch im Norden und Südwesten der Insel gab es wieder einige Erschütterungen, wobei die Seismizität auf Reykjanes gering bleibt: In den vergangenen 48 Stunden wurden nur 14 Beben festgestellt. Keines davon ereignete sich im Bodenhebungsgebiet von Svartsengi. Nachdem es im Februar eine leichte Beschleunigung der Hebegeschwindigkeit gegeben hatte, deuten die aktuellen Messungen im März eher auf eine Stagnation hin.

Vergleichbares sahen wir in der Vergangenheit wenige Tage vor einer Eruption, doch ich bin momentan eher skeptisch, dass es sich diesmal wieder so verhält. Im Herbst letzten Jahres hätte ich meine Hand dafür ins Feuer gelegt, dass wir bis zum Jahresende eine weitere Eruption sehen werden. Im Moment bin ich mir da nicht mehr sicher, obgleich sich seit dem Ende der letzten Eruption eine Rekordmenge von gut 23 Millionen Kubikmetern Magma im flachen Speichersystem angesammelt hat.

Der Druckanstieg erfolgte in den letzten Monaten allerdings so langsam, dass man sich fragen muss, ob die bloße Menge an Schmelze ausreicht, um eine Eruption zu triggern. Die nächsten Wochen werden es zeigen.

Island: Schwarmbeben westlich von Grindavik

Schwarmbeben westlich von Grindavik auf Island – Gut 30 Erdbeben bis jetzt

Heute Morgen manifestierte sich auf der isländischen Reykjanes-Halbinsel ein Schwarmbeben an einer eher ungewöhnlichen Lokation: Seit 08:26:56 Uhr bebt die Erde genau in der Mitte zwischen dem Leuchtturm von Reykjanestá und Grindavík. Die Distanz zwischen den beiden Orten beträgt gut 14 Kilometer. Die Epizentren liegen unter dem Lavafeld Berghraun an der Südküste von Reykjanes und in unmittelbarer Nähe zur Küstenstraße Nesvegur. Die Tiefe der meisten Erdbebenherde liegt bei rund 5 Kilometern. Das stärkste Beben hatte laut IMO eine Magnitude von 2,5 und ein Hypozentrum in 0,6 Kilometern Tiefe.

Island. © VAFRI

Obwohl das Schwarmbeben bislang nicht weiter bedrohlich ist, könnte es mit den Spannungen in der Erdkruste zusammenhängen, die infolge der Magmaakkumulation bei Svartsengi entstehen. Es ist auch möglich, dass sich hier direkt magmatische Fluide entlang von Störungszonen bewegen. Die am nächsten gelegene GNSS-Messstation GEVK westlich von Grindavík zeigt in den letzten Tagen eine leichte Deflation. Es ist also denkbar, dass sich der unterirdische Schmelzfluss verlagert. An der nördlich von Berghraun gelegenen Kraterreihe Eldvörp stoppte die Bodenhebung laut den letzten Messungen jedoch ebenso wie bei Svartsengi. Die nächsten Tage werden zeigen, ob es sich erneut um Messfehler oder um einen neuen Trend handelt.

Über die letzten Monate hinweg verfestigte sich der Trend der Bodenhebung in einem weiten Teil von Zentralisland. An der Messstation KISA hob sich der Boden seit Juli 2025 um bis zu 70 mm. Diese Messstation liegt westlich von Bárðarbunga am Rand des Gletschers Vatnajökull. Aber auch an anderen Stationen rund um den Gletscher Hofsjökull ist eine Hebung von etwa 20 mm festzustellen.

Die Hebung Zentralislands ist unter Wissenschaftlern seit Längerem bekannt, war bis dato aber eher subtil und nahm erst in den letzten Monaten deutlich an Fahrt auf. Es gibt Überlegungen, dass die Hebung mit dem isländischen Mantelplume in Verbindung stehen könnte, dessen aktivster Teil unter dem Vatnajökull mit seinen mächtigen Zentralvulkanen angesiedelt ist.

Island: Spürbare Erdbeben unter 2 gefährlichen Vulkanen

Erdbeben unter zwei der gefährlichsten Vulkanen Islands: Bardarbunga (M 5,3) und Katla (M 3,0)

Datum: 31.01.2026 | Zeit: 11:54:53 UTC | Koordinaten 64.671 ; -17.426 | Tiefe: 1,1 km | Mb 5,3

Auf Island bebte heute die Erde unter zwei der gefährlichsten Vulkane der Insel. Das stärkste Beben ereignete sich um 11:54 Uhr unter Bardarbunga und hatte eine Magnitude von 5,3 bei einer Herdentiefe von nur 1100 m unter dem Meeresspiegel. Das Epizentrum lag rund fünf Kilometer nordöstlich des Zentrums des Calderavulkans, tief unter dem Vatnajökull-Gletscher. Der zweite Erdstoß hatte eine Magnitude von 3,0 und traf die Katla nur rund 2 Minuten nach dem Beben unter Bardarbunga. Das Hypozentrum hatte eine Tiefe von 5,2 Kilometern. Unter beiden Vulkanen folgten weitere Nachbeben.

Beide Vulkane sind von Gletschern bedeckt und ihre Eruptionen bergen aufgrund von potenziellem Schmelzwassereinfluss ein hohes Gefahrenpotenzial. Zum einen können Schmelzwasser Explosionen dramatisch verstärken, zum anderen können unter dem Gletscher hervorbrechende Schmelzwasserströme ganze Landstriche überfluten und dabei Straßen, Brücken und Ortschaften zerstören. Letztere sind vor allem im Bereich der Katla gefährdet, da die Gegend in Südisland dichter besiedelt ist als im Osten der Insel, wo Bardarbunga relativ weit von der nächsten Siedlung entfernt liegt. Daher war auch der deutlich schwächere Erdstoß bei der Katla von Bewohnern Südislands deutlich zu spüren gewesen, während das Beben unter Bardarbunga zwar im spürbaren Bereich lag, aber tatsächlich keine Wahrnehmungsmeldungen eingegangen sind. Darüber hinaus gibt es sehr unterschiedliche Angaben zur Magnitude des Bebens: Während das EMSC auf die hier genannte Magnitude M 5,3 kommt, meldete das INGV eine Magnitude von 5,8. Beim zuständigen IMO kursieren 2 Zahlen: einmal 4,1 und dann 5,3.

Bardarbunga gilt als eines der mächtigsten Vulkansysteme Europas. Sein letzter Ausbruch 2014/2015 führte zu monatelangen Lavaergüssen und erheblichen Gasemissionen. Der letzte Ausbruch der Katla liegt schon länger zurück und datiert auf das Jahr 1918. Damals richteten Gletscherfluten große Zerstörungen an.

Die beiden Ereignisse deuten nicht unmittelbar auf einen bevorstehenden Vulkanausbruch hin, obwohl sie Teil der anhaltenden Aufladungsprozesse der Vulkane sind.

Island bleibt ein Land in ständiger Bewegung – obwohl die Erddynamik rund um die Uhr überwacht wird, gehören die Manifestationen der Naturgewalten zum Leben der Menschen und treten häufig überraschend auf.