Erdbeben unter El Hierro und Teneriffa

Mehrere Erdbeben erschüttern El Hierro und Teneriffa – Hohe Dunkelziffer aufgrund von Unwettern

Obwohl die Kanarischen Inseln in den letzten Tagen von heftigen Unwettern heimgesucht wurden, die die Seismometer daran hindern könnten, schwache seismische Signale zu registrieren, waren einige Erdbeben stark genug, um gegen den Sturm anzukommen: So wurden in den letzten drei Tagen unter dem Teide auf Teneriffa 15 Beben festgestellt. Das eigentliche Highlight waren allerdings drei Erschütterungen mit Magnituden zwischen 2,4 und 2,9 die sich in Tiefen zwischen 16 und 36 Kilometern vor der Südwestküste von El Hierro zutrugen. Diese tiefen Beben sind typisch für einen magmatischen Trigger.



In den letzten Wochen waren wir so auf die Vorgänge unter Teneriffa fokussiert, dass die Geschmissen unter den anderen Inseln unkommentiert blieben. In der Monatsübersicht der IGN-Shakemap erkennt man aber, dass die tieferen Erdbeben im Bereich von El Hierro gestern kein Einzelfall waren: Tatsächlich manifestierten sich 17 vergleichbare Erschütterungen, die sich zwar im Seegebiet im Süden und Westen El Hierros konzertierten, jedoch vereinzelt im gesamten Inselbereich auftraten. Zudem gab es noch weitere schwache Beben in geringeren Tiefen. Beben in Tiefen von mehr als 15 Kilometern stehen an Vulkanen und insbesondere in Hotspotregionen häufig mit Magma in Verbindung, das dabei ist, in die untere Erdkruste zu intrudieren. Neben dem Teide auf Teneriffa könnten sich also auch die Vulkane El Hierros in einem frühen Stadium des Aufladungsprozesses befinden.

Das IGN bestätigte mindestens 15 Erdbeben, die zwischen dem 20. und 23. März unter Teneriffa registriert wurden. Sie hatten Magnituden zwischen 1,3 und 1,9. Keines der Beben war für die Bevölkerung spürbar. Das stärkste Ereignis ereignete sich am Freitagvormittag in Vilaflor mit einer Magnitude von 1,9 und einer Tiefe von etwa 13 km. Aller Wahrscheinlichkeit nach gab es noch weitere Beben geringerer Magnituden, die aufgrund der Unwetterlage im Verborgenen blieben.

Der spanische Wissenschafts- und Vulkanblogger Enrique berichtete in seinem Blog, dass es gestern unter Teneriffa weitere Hybridbeben gegeben haben soll und dass es auch weitere Beben im Bereich von Vilaflor gab. Er sieht in dem starken Erdbeben Mw 7,5, das sich gestern bei Tonga zutrug, einen möglichen Trigger der Erdbeben bei El Hierro. Betrachtet man das oben erwähnte Erdbebenmuster der letzten 30 Tage, halte ich das für wenig wahrscheinlich.

Kanaren: Erdbeben Mb 3,3 vor El Hierro

Erdbeben vor der Südküste der Kanareninsel El Hierro – Erinnerungen an 2010 werden wach

Heute Vormittag registrierten Seismologen ein Erdbeben der Magnitude 3,3 im Gebiet der Kanarischen Inseln, mit Epizentrum nahe der Südküste der Insel El Hierro. Das Beben ereignete sich um 11:16 Uhr UTC und lag rund 14 Kilometer südwestlich von Frontera. Mit einer Herdtiefe von etwa 27 Kilometern gehört es zu den tiefer gelegenen Erschütterungen, wie sie für die jüngste Insel der Kanaren typisch sind.

El Hierro, © EMSC

Vermutlich handelte es sich um ein vulkanotektonisches Erdbeben, das durch Spannungsumlagerungen infolge von Fluidbewegungen im Untergrund ausgelöst wurde. El Hierro liegt direkt über einem Hotspot, aus dem Magma aus dem oberen Erdmantel aufsteigt. Auch wenn dieses Magma nicht zwangsläufig die Oberfläche erreicht, kann es in der Tiefe Druck auf das umgebende Gestein ausüben. Die Folge sind Brüche und kleine Verschiebungen, die sich seismisch bemerkbar machen. Einzelne Beben dieser Stärke gelten als Teil der normalen Hintergrundaktivität der Insel und stellen für sich genommen keinen Hinweis auf einen bevorstehenden Ausbruch dar.

Die aktuelle Erschütterung weckt jedoch Erinnerungen an die Ereignisse im Jahr 2010, als El Hierro eine ausgeprägte seismische Krise erlebte, die letztendlich zum Ausbruch eines submarinen Vulkans unweit des aktuellen Erdbebengebiets führte. Damals begannen tief liegende Erdbebenschwärme vor der Nordküste, die im Laufe mehrerer Wochen gen Süden migrierten. Die ersten Erschütterungen lagen ebenfalls in Tiefen von 20 bis 30 Kilometern. Innerhalb von Monaten nahmen Anzahl und Intensität der Beben zu, begleitet von messbaren Bodenhebungen. Diese Prozesse deuteten auf aufsteigendes Magma hin und mündeten schließlich im Unterwasservulkanausbruch von 2011 südlich von La Restinga.

Bis jetzt deuten die vereinzelten Beben der letzten Zeit nicht auf eine Wiederholung der damaligen Ereignisse hin. Solange keine Häufung von Erdbeben und auch keine Bodendeformationen auftreten, bleibt das aktuelle Ereignis ein geologisch erklärbares Einzelbeben.

Während das Beben auf El Hierro ein Einzelbeben ist, gab es in der letzten Woche wieder zahlreiche Erschütterungen auf Teneriffa und unter der Meerenge Richtung Gran Canaria. Das aktuelle GUAYOTA von INVOLCAN bescheinigte das Auftreten von 69 Erschütterungen und anhaltende CO₂-Emissionen. Aktuell sieht es so aus, dass der nächste Vulkanausbruch der Kanaren auf Teneriffa stattfinden wird.

Kanarische Inseln: Schwarmbeben auf Teneriffa und El Hierro

Schwarmbeben auf den Kanareninseln Teneriffa und El Hierro zum Jahresende

Zum Jahresende hat es auf den beiden Kanarischen Inseln Teneriffa und El Hierro Schwarmbeben gegeben. Heute Nacht wurden 14 Beben unter dem Teide auf Teneriffa registriert. Gestern manifestierten sich 11 Erschütterungen unter El Hierro. Das stärkste Beben hatte eine Magnitude von 3,5.

Auf Teneriffa hat die seismische Aktivität zum Jahresende erneut Aufmerksamkeit erregt. Zwischen dem späten Abend des 29. Dezember und den frühen Morgenstunden des 30. Dezember 2025 registrierte das Kanarische Seismische Netzwerk (INVOLCAN) einen neuen seismischen Schwarm. Insgesamt wurden 14 Erdbeben aufgezeichnet, von denen 11 lokalisiert werden konnten. Die Magnituden blieben mit maximal 1,0 auf der Ml-Skala sehr gering. Die Beben konzentrierten sich im Südwesten der Caldera de Las Cañadas in Tiefen zwischen 8 und 16 Kilometern. Laut INVOLCAN zeigt die spektrale Analyse ein Überwiegen niederfrequenter Signale – ein Muster, das bereits bei früheren Schwärmen beobachtet wurde. Eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen Vulkanausbruch besteht kurz- wie mittelfristig nicht.

Auch auf El Hierro kam es am 29. Dezember zu erhöhter seismischer Aktivität. In den frühen Morgenstunden wurden dort elf Erdbeben mit Magnituden zwischen 0,8 und 3,5 registriert. Die Hypozentren lagen unter der Insel in Tiefen von 11 bis 36 Kilometern. Fachleute ordnen diese Serie als typisch für El Hierro ein, da ähnliche Muster in den vergangenen Jahren wiederholt beobachtet wurden. Die Ereignisse bewegen sich im Rahmen der bekannten geodynamischen Aktivität der Insel.

Ein Blick auf die vergangenen Wochen zeigt insgesamt ein moderates, aber kontinuierliches seismisches Geschehen im gesamten Archipel. In der Woche vom 19. bis 26. Dezember 2025 wurden 56 überwiegend schwache Erdbeben registriert. Das stärkste Ereignis erreichte eine Magnitude von 2,7 und ereignete sich zwischen Teneriffa und Gran Canaria. Die freigesetzte seismische Energie betrug rund 0,28 Gigajoule. Die vulkanischen Ampeln stehen auf Teneriffa, El Hierro, Lanzarote und Gran Canaria weiterhin auf Grün. Lediglich La Palma bleibt mehr als drei Jahre nach dem Ausbruch von 2021 auf Gelb, da sich geophysikalische und geochemische Parameter noch nicht vollständig normalisiert haben. Insgesamt bestätigen die Daten eine anhaltende, jedoch niedrige Aktivität, die für die Kanarischen Inseln charakteristisch ist.

Kanarische Inseln: Erdbeben M 2,6 bei El Hierro

Datum: 13.04.2025 | Zeit: 01:20:22 UTC | Koordinaten: 27.690 ; -18.278 | Tiefe: 33 km | Md 2,6

Erdbeben M 2,6 an der Westküste von El Hierro – 39 Erschütterungen auf den Kanaren innerhalb von einer Woche

Es ist Ferienzeit und den einen oder anderen wird es wieder auf die Kanarischen Inseln ziehen. Für Kanarenurlauber könnte der folgende Artikel von besonderem Interesse sein, denn es gibt Erdbeben und Kohlendioxid-Emissionen auf mehreren Inseln. Ein unmittelbar drohender Vulkanausbruch wird aber nicht prognostiziert.

Die Kanareninsel El Hierro wurde heute von einem schwachen Erdstoß der Magnitude 2,6 erschüttert, der sich kurz vor der Westküste der Insel ereignete. Das Hypozentrum befand sich in 33 Kilometer Tiefe, also jener Region, in der es häufig zu Erschütterungen kommt, wenn Magma aus der Asthenosphäre dabei ist, in die Erdkruste aufzusteigen. Im Bereich von El Hierro kommt es immer wieder zu vergleichbaren Erschütterungen, größere Erdbebenschwärme blieben zuletzt aber aus.

Anders sieht es auf Teneriffa aus, wo die Seismizität seit Wochen überdurchschnittlich hoch ist. Im Schnitt ereignen sich dort in den letzten 14 Tagen 2 Beben pro Tag. Die meisten Erschütterungen liegen unter dem Teide und an der Nordküste der Insel. Zudem kommt es immer wieder zu Beben unter dem Meer zwischen den Inseln Teneriffa und Gran Canaria. Dort ereignete sich auch das stärkste Erdbeben, das InVolcan in seinem neusten Wochenbericht für den Beobachtungszeitraum zwischen dem 4. und 11. April 2025 meldete. Insgesamt wurden in dieser Periode vom seismischen Netzwerk der Kanarischen Inseln insgesamt 39 schwache Erdbeben registriert.

Die meisten Beben wurden auf Teneriffa, Gran Canaria, El Hierro und La Palma festgestellt. Die seismische Aktivität auf La Palma wird weiterhin als gering eingestuft und liegt deutlich unter den Werten, die während des Ausbruchs 2021 beobachtet wurden. Dennoch steht die Vulkanwarnampel für La Palma weiterhin auf „Gelb“. Das liegt daran, dass sich auch mehr als zwei Jahre nach dem Ende des letzten Vulkanausbruchs noch keine vollständige Normalisierung der geophysikalischen und geochemischen Parameter zeigt. Insbesondere gibt es in einigen Regionen nahe des ehemaligen Eruptionsgebiets noch erhöhte Kohlendioxid-Emissionen.

Das kanarische geochemische Überwachungsnetz meldet die höchsten diffusen Gasemissionen aktuell auf Teneriffa. Dort wird bereits seit 2016 ein fortlaufender Druckaufbau im vulkanisch-hydrothermalen System beobachtet – ein Prozess, der im Kontext aktiver Vulkansysteme als normal gilt und kurzfristig keine akute Gefahr darstellt, langfristig betrachtet aber auf einen Vulkanausbruch hinsteuern könnte. Dennoch bleibt die Vulkanalarmampel auf Teneriffa auf „Grün“.

El Hierro: Erdbeben im Westen

Kleiner Erdbebenschwarm vor der Westküste von El Hierro

Bereits vergangene Woche Freitag manifestierte sich vor der Westküste der Kanareninsel El Hierro ein kleiner Erdbebenschwarm: Er setzte sich aus 9 Beben zusammen, die überwiegend Magnitude im Zweierbereich hatten. Das stärkste Beben brachte es laut EMSC auf eine Magnitude von 3,0 und hatte ein Hypozentrum in 30 Kilometer Tiefe. Solche Erdbebenschwärme treten häufig in Verbindung mit Magma auf, dass dabei ist in die Erdkruste aufzusteigen und dabei Gesteinsbruch verursacht. In diesem konkreten Fall befindet sich die Schmelze aber noch in der Asthenosphäre und es wird ein Weilchen dauern, bis sie sich in einem Reservoire in der Erdkruste unter der Insel sammelt. Langfristig betrachtet ist es sehr gut möglich, dass es auf El Hierro wieder einen Vulkanausbruch geben wird.

Über den Zustand der kanarischen Vulkane und über die Seismizität der Inseln in der vergangenen Woche berichtet ein neues INVOLCAN-Update: Im Beobachtungszeitraum 22. bis 29. November 2024 wurden 63 Erdbeben festgestellt, die neuen oben erwähnten bei El Hierro mitgerechnet. Allerdings scheint es eine Diskrepanz zwischen den INVOLCAN-Daten und jenen des EMSC zu geben, denn in dem INVOLCAN-Bericht heißt es, dass sich das stärkste Erdbeben der Wochen am 24. November ereignete, eine Magnitude von 2,5 hatte und in dem Gebiet zwischen den Inseln Teneriffa und La Palma lag. Mir wird da als stärkstes Beben eins mit Mb 2,1 angezeigt.

Die meisten Beben gab es wieder in dem Bereich zwischen Teneriffa und Gran Canaria, aber auch auf La Palma und am Pico del Teide bebte es.

Was die vulkanische Aktivität anbelangte, so standen die Vulkanwarnampeln von Teneriffa, El Hierro, Lanzarote und Gran Canaria auf Grün. sodass Bewohner und Besucher ihren Aktivitäten uneingeschränkt nachgehen können. Auf La Palma, wo der Vulkanausbruch vor über zwei Jahren endete, sind die geophysikalischen und geochemischen Parameter jedoch noch nicht vollständig stabilisiert. Daher bleibt die Vulkanampel hier auf Gelb, was bedeutet, dass Anwohner und Besucher weiterhin den Mitteilungen der Katastrophenschutzbehörden Aufmerksamkeit schenken sollten.

El Hierro: Erdbeben Mb 3,5

Spürbares Erdbeben Mb 3,5 erschütterte Südküste der Kanareninsel El Hierro

Datum 25.10.24 | Zeit: 05:38:03 UTC | Koordinaten: 27.631 ; -17.951 | Tiefe: 22 km | Mb 3,5

Heute Morgen um 05:38:03 UTC (06:38:03 Uhr Lokalzeit) erschütterte ein theoretisch spürbares Erdbeben der Magnitude 3,5 die Südküste der Kanareninsel El Hierro. Das Epizentrum wurde vom EMSC 20 km südlich von Valverde lokalisiert. Der Erdbebenherd lag in 22 Kilometern Tiefe, was der Grund ist, warum ich schrieb „theoretisch spürbar“, denn obwohl das Beben oberhalb der Wahrnehmbarkeitsgrenze vom M 3,0 lag, sind bis jetzt beim EMSC keine entsprechenden Berichte eingegangen. Dennoch ist das Beben interessant, da es sich kurz vor der Küste bei La Restinga manifestierte. In dem Bereich bildete sich im Jahr 2011 der bekannte Unterwasservulkan El Discreto. Der Eruption voran ging eine Phase mit sich steigender Erdbebenaktivität. Tatsächlich wird in den letzten Monaten eine leichte Zunahme der Erdbebentätigkeit bei El Hierro beobachtet, und es ist nicht ganz ausgeschlossen, dass sich hier langsam wieder Druck im unterirdischen Magmaspeichersystem aufbaut.




In den vergangenen Tagen gab es im Bereich der Kanaren mehrere Erdbeben mit Magnituden im Dreierbereich. So ereignete sich am 17. Oktober ein Beben M 3,3 vor der Südküste von Gran Canaria und am 13. Oktober wurde eine Erschütterung zwischen den Inseln und Afrika festgestellt.

Zwischen den beiden Inseln Teneriffa und Gran Canaria hält die seismische Aktivität seit Monaten an und konzentriert sich auf das Areal, in dem es nicht nur eine Störungszone gibt, sondern auch den Unterwasservulkan Enmedio. An einer bislang nicht so oft in Erscheinung getretenen Zone an der Nordküste von Gran Canaria bebte es ebenfalls auffällig oft.

Von besonderem Interesse ist ein kleiner Erdbebenschwarm, der sich vor 14 Tagen auf Teneriffa im Bereich des Vulkans Pico del Teide zutrug. Die Beben waren von geringen Magnituden und lagen in Tiefen von mehr als 10 Kilometern. Also dort, wo es zuerst bebet, wenn magmatische Fluide aufsteigen.

Anmerkung: Der Lokator auf der Karte zeigt nicht das Beben bei El Hierro an. Die Insel findet Ihr links im Bild.

El Hierro: Erdbeben Mb 3,8

Kanareninsel El Hierro von Erdbeben Mb 3,8 erschüttert

Datum 19.09.24 | Zeit: 20:34:56 UTC | 27.814 ; -18.153 | Tiefe: 30 km | Mb 3,8

Vor der Nordküste der Kanareninsel El Hierro ereignete sich gestern Abend ein Erdbeben der Magnitude 3,8. Das Hypozentrum lag in 30 Kilometern Tiefe, während das Epizentrum 23 km westlich von Valverde verortet wurde. Die Lage und Tiefe des Bebens erinnern an die Ereignisse von 2011, als es im Vorfeld der submarinen Eruption vor der Südküste von El Hierro zu Tausenden Erdbeben kam, die in vergleichbarer Tiefe wie das gestrige Beben vor der Nordküste begannen. Im Gebiet von „El Golfo“ führten damals so starke Erdbeben zu Steinschlägen und zur Sperrung eines Tunnels. Von solchen Zuständen sind wir derzeit jedoch noch weit entfernt. Dennoch ist es bemerkenswert, dass aktuell eine leichte Zunahme der seismischen Aktivität auf und vor El Hierro zu beobachten ist. Das gestrige Beben ereignete sich in einer Tiefe, in der häufig Erdbeben auftreten, wenn Magma aus der Asthenosphäre aufsteigt und in die Erdkruste eindringt.

Laut einem Medienbericht war der Erdstoß trotz der Tiefe des Erdbebenherds nicht nur auf El Hierro spürbar, sondern auch auf der Nachbarinsel La Palma, wo sich gestern der dritte Jahrestag des Eruptionsbeginns des Cumbre Vieja Vulkans jährte. Im Vorfeld dieser Eruption wurden auf La Palma über 8.600 Erdbeben registriert.

Auf El Hierro spürten die Bewohner das aktuelle Beben in Frontera, Los Llanillos, Sabinosa und in der Hauptstadt Valverde mit einer Intensität von II. Dem EMSC liegen jedoch keine Wahrnehmungsberichte vor.

In der vergangenen Woche wurde im Bereich des Vulkans Enmedio, im ozeanischen Streifen zwischen Teneriffa und Gran Canaria, eine Erdbebenserie verzeichnet. Dort wurden mehrere Erdbeben mit Magnituden zwischen 1,6 und 2,6 registriert, die in Tiefen von 26 bis 38 Kilometern auftraten.

Kanarische Inseln: Erdbeben bei El Hierro

Ein Erdbeben der Magnitude 2,5 wurde vor El Hierro detektiert – Zusammenhang mit magmatischer Aktivität möglich

Datum 31.08.24 | Zeit: 22:49:26 UTC | 27.707 ; -18.183 | Tiefe: 36 km | Mb 2,5

Unmittelbar vor der Südwestspitze der Kanareninsel El Hierro (18 km west-südwestlich von Frontera) ereignete sich gestern Abend um 22:49:26 UTC ein Erdbeben der Magnitude 2,5. Obwohl es relativ schwach war und von den Bewohnern der Insel nicht gespürt werden konnte ist es interessant, weil sei Hypozentrum in 36 Kilometern Tiefe festgestellt worden ist. Somit könnte das Beben Ausdruck der Fluiddynamik in der Asthenosphäre gewesen sein, was nichts anderes bedeutet, das Magmenaufstieg das Beben ausgelöst haben konnte. Schaut man sich die Shakemap des IGN in der Monatsübersicht an, dann erkennt man, dass es in diesem Zeitraum mehrere vergleichbare Beben vor El Hierro gab. Aktuell besteht kein Grund zur Sorge dass es kurzfristig zu einer erneuten Eruption vor- oder auf El Hierro kommt, mittelfristig bis langfristig betrachtet, könnte sich aber wieder ein Vulkanausbruch zusammenbrauchen. Den letzten sahen wir im Jahr 2010, als sich vor der Südküste der Insel eine submarine Eruption ereignete.

In der vergangenen gab es im Bereich der Kanaren 39 Erschütterungen, wobei der gerade veröffentlichte Bericht des IGN/IVC  (Beobachtungszeitraum 23. August 2024 um 00:00 Uhr bis Freitag, 30. August 2024) das oben beschriebene Erdbeben nicht mehr berücksichtigte. Das stärkste Beben hatte eine Magnitude von 2,4 ereignete sich am Mittwoch, dem 28. August 2024, auf La Palma. Insgesamt wurde im Archipel in der vergangenen Woche seismische Energie in Höhe von 0,06 Gigajoule freigesetzt.

Die meisten Erdbeben traten auf Teneriffa, Gran Canaria, El Hierro und La Palma auf. Auf La Palma bleibt die Seismizität weiterhin gering und liegt deutlich unter dem Niveau, das während des Ausbruchs im Jahr 2021 beobachtet wurde. Die Kanarischen Inseln zeichnen sich durch eine moderate tektonische Aktivität aus, weshalb auch einige Erdbeben entlang aktiver seismischer Verwerfungen, etwa zwischen Teneriffa und Gran Canaria, verzeichnet wurden.

Bezüglich der Bodenverformungen wurden in der vergangenen Woche auf keiner der Inseln signifikante Veränderungen festgestellt. Hinsichtlich der Gasausstoßungen, abgesehen von den Gebieten La Bombilla und Puerto Naos, werden weiterhin anomale Kohlendioxidemissionen beobachtet. Das kanarische Geochemienetz zeigt, dass die höchsten diffusen Emissionen vulkanischer Gase auf Teneriffa registriert wurden, wo seit 2016 ein Druckaufbau im vulkanisch-hydrothermalen System beobachtet wird. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass dieser Prozess kurzfristig und mittelfristig in Vulkansystemen normal ist.

Aktuell stehen die Vulkan-Ampeln auf Teneriffa, El Hierro, Lanzarote und Gran Canaria auf GRÜN, sodass Bewohner und Besucher ihre Aktivitäten uneingeschränkt fortsetzen können. Auf La Palma hingegen sind die geophysikalischen und geochemischen Parameter mehr als zwei Jahre nach dem Ende des Vulkanausbruchs noch immer nicht vollständig stabilisiert, weshalb dort die Vulkan-Ampel auf GELB steht. Dies bedeutet, dass Bewohner und Besucher weiterhin die Mitteilungen der Katastrophenschutzbehörden aufmerksam verfolgen sollten.

El Hierro mit Erdbeben am 22.11.23

Mehrere schwache Erdbeben vor der Küste der Kanareninsel El Hierro

Datum 22.11.2023 | Zeit: 01:06:44 UTC | Lokation: 27.6901 ; -18.1126 | Tiefe: 25 km | Mb 2,9

Heute gab es ein Erdbeben der Magnitude 2,9, das sich vor der Südküste von El Hierro manifestierte. Es hatte ein Hypozentrum in 25 km Tiefe und gehörte zu einer kleinen Serie, die bereits vor einigen Tagen begann. Die Karte zeigt die Erdbeben der letzten 10 Tage. Der stärkste Erdstoß brachte es am 14. November auf eine Magnitude von 3,5. Auch hier lag das Hypozentrum tief. Die Kanarischen Inseln sind vulkanischen Ursprungs und werden öfter von Erdbeben erschüttert. Im Allgemeinen stehen gerade diese tief sitzenden Erdbeben in Verbindung mit dem Magmatismus der Region und werden von Fluiden hervorgerufen, die aus der Asthenosphäre aufsteigen und in die Erdkruste eindringen. Kurz gesagt, die Erdbeben vor El Hierro könnten ein Anzeichen für Magmenaufstieg sein.

Auf El Hierro ist man spätestens 2011 für das Thema und Vulkane sensibilisiert. Über Monate hinweg entwickelte sich eine seismische Krise, die sich erst vor der Nordküste ereignete und dann in den Süden der Insel verlagerte. Es kam zu stärkeren Erdbeben, die Steinschläge auslösten, so dass einige Tunnel und Straßen gesperrt werden mussten. Die Angst vor einem großen Erdbeben oder Vulkanausbruch wuchs. Die Sorge war begründet, denn tatsächlich kam es zum Jahresende zu einer Unterwassereruption vor der Südküste, genauer, in der Las Calmas See vor dem Ort La Restinga, der evakuiert werden musste. Der Schlot des Unterwasservulkans befand sich in mehr als 100 m Tiefe, so dass es an der Wasseroberfläche nur zu starken Entgasungen und Wasserverfärbungen gab. Allerdings stieg auch die Wassertemperatur und zahlreiche Fische starben. Bimssteine schwemmten auf und lieferten den Vulkanologen Proben der Unterwassereruption. Vor dem Ausbruch auf La Palma in 2021 war es die jüngste Manifestation des Vulkanismus auf den Kanaren. Seitdem werden Erdbeben erregen Erdbeben besonders viel Aufmerksamkeit. Die aktuelle Seismizität gibt aber bis jetzt noch keinen Grund zur Sorge.

Hier könnt ihr übrigens die Fotos sehen, die ich damals mit Chris Weber zusammen machte.